ich betreibe 2 Deye Sun 12k Wechselrichter im Parallelbetrieb zusammen mit 4 Pylontech US5000 Akkus. Seit Einrichten des Parallelbetriebs Ende letzten Sommers gehen mir die Akkus regelmäßig in Overvoltage Protection. Konkret sieht das dann aus wie im anhängenden Screenshot. Mal ist es Akku 3, mal ist es, wie im Beispiel sichtbar, Akku 4. Woran liegt das ? Der Master Akku (1) ist über den BMS Port mit dem Deye Master verbunden.
Was mir schon aufgefallen ist: Wenn ich am Master Deye einen maximalen Ladestrom definiere, wir dieser vom Slave kopiert. Angenommen, ich sage: Max Ladestrom 100A, dann bedeutet dass, dass Master und Slave JEWEILS mit 100A laden dürfen (200A gesamt). Anpassungen an den Settings kommen manchmal mit ein paar Sekunden Verzögerung am Slave an. Ich habe den maximalen Ladestrom über 3,44 V Spannung bereits per Home Assistant auf 5A (2 x 5A = 10a) limitiert. Unter 3,37 V darf mit 80A (2 x 80A = 160A) geladen werden. Die Overvoltage Probleme treten definitiv erst bei 99-100% SOC auf. Hatte das Problem schon mal jemand von Euch und kennt jemand eine Lösung?
Batterie 4 zeigt 55,2V Spannung, und Zellspannung max/min von 3,698V/3,655V.
Was außer "Overvoltage Alarm" schreien soll die den tun?
Die Batterien an sich sind anscheinend jeweils für sich balanciert, aber die Spannungsunterschiede zwischen den Batterien sind sehr komisch. Wenn die alle parallel geschaltet sind, kann das doch gar nicht sein.
Oliver
P.S. Victron begrenzt die maximale Ladespannung für Pylontechs auf 52,4V, und das aus gutem Grund.
Die Batterien sind an einer Busbar mit gleichlangen Kabeln parallelgeschaltet. Ich verstehe auch nicht, wie es dazu kommt, dass einzelne Batterien so weit geladen werden. Die Wechselrichter stehen auf Batt Mode “Lithium”. Das erkannte Protokoll ist 00 PYLON. In dieser Einstellung kann ich keine Ladespannung begrenzen, selbst wenn ich es wollte.
Meine einzige Vermutung ist, dass der Slave dem Master hinterher hinkt, und noch weiter lädt, wenn der Master(der mit dem BMS spricht) bereits gestoppt hat? Ich kann nur sagen: Bei einem einzelnen 12K Wechselrichter auf der alten Firmware ist das nie passiert.
Hat jemand eine Theorie, wie/warum es zu der Überladung kommt? Ich hab jetzt mal testweise den Parallelbetrieb aufgelöst und die Batterieverbindung zu einem der WR (dem ohne BMS Verbindung) getrennt. Jeder WR hat seine eigenen CT Klemmen.
@Auric Du sagst also, das BMS ist für die Situation verantwortlich, weil es mehr Ladung anfordert, als die Akkus abkönnen. Demnach müsste das Problem weiter auftreten. Sehen ließe sich das wohl nur, wenn ich genau im Moment der Überladung auf den WR schaue über die Batterie und die DMS Informationen sehe, dass dort ein Ladestrom angefordert wird.
Meine unbegründete Vermutung ist, dass der Slave WR nur verzögert auf BMS Regelung reagiert, weil der Master WR ihn erst dazu auffordern muss. Wenn ich zB den Ladestrom am Master anpasse, dauert es auch ein paar Sekunden, bis der Slave die Einstellung übernimmt. Evtl gilt das gleiche für die BMS Instruktionen?
Ich habe eine weitere Theorie. Ich unterstelle ja nur, dass der Master WR die Informationen des BMS an den Slave WR weitergibt. Prüfen kann ich das ja garnicht wirklich. Der Slave WR hat ja selbst keine BMS Verbindung. Läuft er dann überhaupt im Pylon Lithium Mode oder greift er auf die hinterlegten Voltage-Infomationen (die uA mit 55+V definiert sind) zurück?
Das da draussen reihenweise diese schittigen Pylontech Akkus sich aufblasen und platzen ist hoffentlich nichts neues für Dich.
Und ja das BMS sagt dem Ladegerät welche Spannung und Strom es sehen will, und wenn sich das Ladergerät nicht dran hält dann trennt das BMS die galvanische verbindung zu seinen Zellen.
Das ist die allerwichtigste Funktion eines BMS, also wenn ich mein No-Name an der Wand mit meinem 60V Netzteil koppel dann lädt es meine No Name 16S batterie und bei 57 V oder so schalte das BMS die Zellen weg, da kann also nichts passieren.
Die Ausnahmee der Regel ist wohl Pylontech, da geht das da kann man Zellen massiv überladen ohne dass das BMS einschreitet aber dafür hat das BMS einen grossen Speicher der jeden einzelnen Zyklus aufzeichnet und dann als Beweis dient das der Besitzer dran schuld ist…
So wie Carlos geschrieben hat das schittige BMS ignorieren, die maximale Spannung am Ladegerät einstellen 3.50V ? mal 15 Krüppelzellen = 52.5 V und das nächste mal was besseres kaufen
Danke für die Hinweise. Welche Settings würdet Ihr empfehlen? Mit 52,5V laden bedeutet vermutlich, dass auch die Absorption Voltage nicht höher sein sollte, als 52,5V, oder? Sollte ich evtl die Float Voltage noch absenken?
Aktuell bin ich noch auf BMS Steuerung. Die gezeigten Einstellungen sind noch nicht gespeichert. Danke Euch!
Noch eine Frage hierzu: Kann ich sowas irgendwie vorab herausmessen? Oder müssen die Akkus samt WR aus dem Haus? Wird das Aufblasen und Platzen durch die max 52.5V verhindert? Vorrangig möchte ich gerne nicht mein Haus abbrennen und meine Familie umbringen
Zellspannungen größer als 3,65V sind für jeden Akku tödlich, egal, von welchem Hersteller. Da so eine Zelle schon bei gut 3,4V voll ist, muß man auch nicht höher laden. Das solltest du mit deinen Einstellungen erreichen wollen.
Aha …. Also wenn es dir gelingen würde in eine meiner 96 Zellen mehr als 3,650V hinein zu bekommen … Geht also nicht mit jedem Akku und jedem BMS und damit ist deine Aussage ist eigentlich irrelevant. Und da kannst du mir jeden WR anschliessen