Ich habe eine 18,75 kWp PV Anlage (Erweiterungen sind in Planung). Ich baue mir gerade ein 1 oder 3 phasiges Victron System auf (tendiere eher zu 3 Phasen). 28 kWh Speicher wird im Februar geliefert.
Nun habe ich schon länger den Gedanken im Kopf meinen Nachbarn auch mit meinem PV Strom günstig zu unterstützen (max ca 500 Watt). Das rechtliche klammern wir hier mal aus.
Distanz zwischen meinem Victron und seinem Stromanschluss ca. 60m.
Ich will über seinen Anschluss nichts ins öffentliche Netz einspeisen.
Mein erster Gedanke war den Notstromausgang am Victron MP II 5000 Leistungsmäßig zu begrenzen und einfach ein Kabel auf seinen Hausanschluss zu legen.
Habe aber schon selber mitbekommen AC und AC lassen sich nicht so einfach koppeln. Also den Gedanken wieder verworfen.
Dann war meine Überlegung einen Mikrowechselrichter für eine Nulleinspeisung zu nutzen z.B. Hoymiles HM-600 und ei ihm zu installieren. Eine DC Leitung für 48 V rüber zu legen (ca. 60m) ist bei dem nötigten Kabelquerschnitt wohl auch keine Option.
Daher nun mein Gedanke. Beim Nachbarn mit einem Shelly 3EM die Gesamtleistung messen, Sicherung einbauen, eine Leitung 3 Adern 2,5mm² bis in meinen Keller legen und den HM-600 an meine Batterie (mit extra DC Sicherung und Trennschalter) klemmen.
Ich würde eine normale verlängerungsleitung nehmen, damit einen oder 2 grossverbraucher direkt versorgen ( Waschmaschine) die verbrauchte leistung lässt sich leicht erfassen/messen. Vor ort kann er dann auf sein Netz einstecken oder auf deine PV Steckdose.
Wie schon weiter oben gesagt: der Nachbar sollte einen Akku haben, den kannst du ganz normal mit Überschuss laden. Mit der Ladung darf er dann machen, was er will.
So ein “Pionierkraftwerk” kann man sich auch selber bauen:
Auf deiner Seite brauchst du ein Schaltnetzteil, welches den CC (Strombegrenzung) beherrscht und eine möglichst hohe Ausgangsspannung hat.
Z.B. das CSP-3000-400 von Meanwell. Das liefert bis zu 400V DC bei 7,5A. Bei diesem Netzteil lässt sich mittels 0-10V-Eingang stufenlos der Strom regeln.
Dein Nachbar braucht einen normalen Wechselrichter, der auch Nulleinspeisung kann.
Den DC-Ausgang des Netzteils verbindest du mit dem String-Eingang des Wechselrichters.
Jetzt kannst du bei deiner PV-Anlage die Überschussleistung auslesen und dementsprechend die Leistung des Netzteils regeln.
Falls 3000W nicht reichen, kannst du auch von den Netzteilen bis zu 3 Stk. parallel schalten oder zu schließt ein zweites Netzteil an einen 2. MPPT-Eingang des WR an.
Genau so wird das Pionierkraftwerk auch aufgebaut sein.
Hat es den nun Mal jemand gemacht? Tatsächlich geht's ja auch einigermaßen bezahlbar mit zwei Multiplus-en und einer Batterie, oder?
In meinem Fall ist die PV des Nachbarn noch bis 2029 volleinspeiser mit ~40+c/kwh, danach möchte er Akku und wechselrichter ohnehin nachrüsten.
Meine 30kWp Anlange könnte im Sommer den Akku ja schon Mal laden .. Garagen stehen wand an wand, da ist ein kurzes DC Kabel durchaus machbar. "Mehrkosten" wären dann ein multiplus .. also rund 300€ für jeden von uns. Nachhaltig und finanziell sinnvoll ?
warum willst Du den Strom für deinen Nachbar finanzieren? Was wenn es mal Ärger gibt? (Die meisten Rechtsstreite in D sind wohl Nachbarschaftsgedöns) Und dann willst Du 300 Taken für den ausgeben? Muß gut aussehen der Nachbar/Nachbarin
Aktuell bekomme ich 9c/kWh in der Einspeisung. Mein Nachbar ist Volleinspeiser da er ~45c bekommt, sprich seine PV können wir aktuell vernachlässigen. Ich hatte sie bloß erwähnt weil er ohnehin in einigen Jahren einen Akku bauen will. Er bezieht, wie ich für 28c/kWh.
Natürlich wird der Wirkungsgrad nur bei 85% liegen, aber wenn wir uns auf (9+28)/2=18.5c/kWh einigen wären wir doch eigentlich auch beide damit ok am Ende jeweils mit (100-85)/2=7.5% Verlust zu leben oder?
Ich schiebe z.B. 1.075 MWh zu ihm in seinen Akku und bekomme 185€ (=185€/1.075MWh=17.2c/kWh, also rund 191% von meiner aktuellen Einspeisevergütung)
Er kann 1MWh/1.075=930kWh entladen und hat effektiv 185€/930kWh=19.8c/kWh bezahlt. 70% vom aktuellen Strompreis.
Beide happy. Und wir würden ja nicht Mal Infrastruktur vom Netzbetreiber nutzen.
Finanziell sinnvoll .. naja. ... Sagen wir Mal 1.5 MWh pro Jahr könnte man eventuell schaffen (eventuell auch mehr, kommt etwas auf den Verbraucher an).
Bei 1.5MWh Bedarf (nach Verlust) müssen also ganz grob 1.8MWh (=1.5MWh/0.85 (Wirkungsgrad)) "gesendet" werden. 7.5% Verlust zahle ich, bleiben 1.665MWh * 18.5c/kWh = 308€ Einkommen an Stelle von 162€. .. "140€ gewonnen pro Jahr" .. tja, reich wird man damit nicht. Aber nach zwei Jahren ist.man im Plus und kann zumindest einige Kisten Bier damit kaufen
Spannend wird's dann eigentlich erst so richtig wenn die weiteren Nachbarn mitmachen wollen. Jeder darf gern ein 16s Pack dazu stellen und ein MPII dranhängen.. 3k€ Invest und jährlich 150€ sparen in 20 Jahren ist man in der Gewinnzone ... Naja. Oder man sieht es als Absicherung gegen steigende Strompreise. Oder findet ne Ersatzstrom Steckdose geil.
Ab einer gewissen gesammelten Speicherkapazität könnte man die Einstiegshürde auf einen MPII3000 reduzieren. Dann lohnt es sich schneller.
Und wenn man die eAuto Bande dazu bekommt immer brav mit 3kW zu laden (oder was auch immer min ist) dann ist man schnell >1.5MWh/Jahr und es lohnt sich auch schneller ..
@jkw frage ist eher ob er später einen MP gebrauchen kann und die Investition sich lohnt.
Ich kenne seine Verbräuche nicht, aber wenn wirklich die Batterie direkt neben seiner Garage ist und dort eine Steckdose, dann klemm doch einfach einen HM-300 an deine Batterie und lass ihn darüber seinen Grundverbrauch einspeisen.
Du kannst ja bei ausreichend ihm abgeben und wenn nicht den WR trennen. Über die erfasste Einsparung könnt ihr es verrechnen. Investitionen unter 100€ und es rechnet sich über die 5 Jahre bis er seine Anlage umbaut wirklich für beide Seiten.
@mhltheonedas hatten wir so für ein Jahr Ehm ich meine: absolut richtig und ne gute Idee. ein multiplus ist das ganze quasi in einer Nummer größer.. ab ja, die Idee ist die gleiche.
Ja, kann man bauen in welcher Dimension auch immer.
Ich Frage mich: liest man davon nur selten, aber es gibt ganz viele solcher setups? Oder wenn es sie nicht gibt warum dann nicht ?
Weil es offiziell schwierig ist. Mieterstrom hat zwar eine Reform bekommen (was es grundsätzlich auf einem Flurstück ermöglicht), aber über Flurstücke hinaus ist es immer noch untersagt.
@voltmeter erstaunliches Privileg gemessen daran das ich ihre Infrastruktur nicht nutzen will und alle Kabel selbst bezahlt hab. Aber gut ... dann mache ich das natürlich nicht.
@voltmeter in diesem Fall ist es aber nicht der Netzbetreiber der dies untersagt.
Aber ja streng genommen ist es schon verboten mit einer Kabeltrommel außerhalb seines Flurstücks sein Auto an der Straße auszusaugen.
Selbst große Firmen kommen da nicht weiter. Gibt hier ein Unternehmen das eine Halle mit Herstellung hat und viel Strom verbraucht (PV komplett belegt) und nebenan eine Halle als Lager wo viel Fläche wäre PV auszubauen aber eben nicht rüber verlegt werden darf.
Meine ähnlichem Fall hat Mr Balkonkraftwerk Laudeley auch mal im einem Video gehabt.
Hallo,
wie ist - ink. "Solarpaket I" der aktuelle Stand in Sachen Nachbarschaftsstrom?
Konkret möchte ich mit meiner Solaranlage im Gewerbegebiet mit "echtem" Drehstrom AC-Stromkabel die Nachbarn mit Strom beliefern, so dass diese den Strom ausschließlich von mir (Solaranlage und von mir zugekauft) beziehen.
Gelöst mit Beibehaltung des original Netzanschluss bei den Nachbarn, aber "Notstrom"-Umschalter komplett auf meine Drehstrom Zuleitung oder für die besonders mutigen Nachbarn unter Abmeldung des eigenen Netzanschluss.
Viele Grüße
AufGuteNachbarschaft
Das heisst nicht Nachbarschaftsstrom sondern gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Die ist leider noch immer auf das gleiche Gebäude beschränkt. Ich mach das auch mit einem eigenen Netz mit den Nachbarn. Du musst das beim Zoll anmelden. Damit wirst du zum eingeschränkten Versorger der eine jährliche Stromsteuererklärung abgeben muß. Steuer kommt dabei freilich nie raus, weil Anlagen bis 2000kWp von der Stromsteuer befreit sind. Das ist aber eine europäische Subvention. Wenn beim Zoll kein Antrag auf Steuerbefreiung eingegangen ist, wird das als Steuerhinterziehung bewertet und du mußt Stromsteuer inkl. Strafe nachzahlen weil Subventionen nicht rückwirkend gewährt werden können.