Strategie-Vorschlag: 3-Jahre-Frist für Preiszonen + 50% Stromsteuer-Cut zur Rettung der Energiewende

Hallo zusammen,

ich verfolge die Diskussionen hier und die Videos vom Akkudoktor schon länger. Wir sehen momentan, dass die Politik (Stichwort: Katharina Reiche) massiv auf fossile Brücken wie Gaskraftwerke setzt, weil der Netzausbau hinkt und der Süden bei den Erneuerbaren nicht schnell genug aus dem Quark kommt.

Ich wohne selbst im Süden und mache mir Sorgen um die Zukunft meines Sohnes und den Industriestandort hier. Deshalb möchte ich ein Konzept zur Diskussion stellen, das weg von Subventionen und hin zu marktwirtschaftlichen Anreizen geht:

Der 3-Säulen-Plan für echte Dynamik:

Strompreiszonen mit 3 Jahren Vorlauf: Wir kündigen heute fix an, dass Deutschland in exakt 3 Jahren getrennte Preiszonen bekommt. Das beendet die "Vollkasko-Mentalität" im Süden. Es erzeugt einen gewaltigen Druck auf Kommunen und Industrie, in dieser Frist Windkraft und Speicher vor Ort massiv auszubauen, um am Tag X nicht die höchsten Preise zu haben.

Kompensation durch 50% Stromsteuer-Senkung: Damit das Ganze nicht zum Wirtschaftsschock wird, senken wir gleichzeitig die Stromsteuer massiv. Das Geld, das wir bei den explodierenden Redispatch-Kosten sparen, refinanziert einen Teil davon. Es ist ein "Transformations-Stoßdämpfer": Wer investiert, profitiert massiv von billigem Strom.

Smart-Meter-Pflicht-Turbo: Damit Haushalte und Gewerbe auf die neuen Preissignale reagieren können (Stichwort: Arbitrage/Speichernutzung), muss der Rollout endlich radikal priorisiert werden.

Warum das Ganze?

Wir subventionieren aktuell über die Netzentgelte den Stillstand. Wenn wir den Marktmechanismus (Preiszonen) nutzen, aber den Leuten Zeit (3 Jahre) und Kapital (Steuersenkung) geben, wird der Ausbau zum Selbstläufer, weil es sich plötzlich knallhart rechnet.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren:

Reichen 3 Jahre als Investitionszeitraum aus?

Glaubt ihr, die Stromsteuer-Senkung reicht als politisches Schmiermittel aus, um den Widerstand im Süden zu brechen?

Wäre das ein Weg, den Andreas mal in einem Video technisch/ökonomisch zerlegen sollte?

Beste Grüße aus dem Süden!

Du implizierst, daß im Süden ausreichend EE erzeugt werden könnten, wenn man nur wollte, und das das nur am Nicht-Wollen scheitert.

Da sag ich mal, nein, das geht nicht. Ohne Stromtransfers aus dem windreichen Norden wirds nicht gehen.

Oliver

Der Grundgedanke ist nicht verkehrt aber funktioniert nicht, weil Investitionszeiträume und Realisierung der Technik mehr als 3 Jahre dauert.

Dennoch muß das Probelm angegangen werden:

Die 3-Strompreiszonen müssten sofort aktiviert werden, weil das unnötige virtuelle Stromverkäufe unterbinden würden die alle viel Geld Kosten würden und den Preis treiben.
Beispiel : An der Nordsse bläst der Wind und der Strompreis ist sehr gering und es existiert ein überangebot , weshalb Strom an der Börse von südlichen Alpenvölkern gekauft wird :wink:
Nur gibt es nicht ausreichende Leitungskapazität, weil die CSU-Häuptlinge seit über einem Jahrzehnt alles unternommen haben Transferstrecken (z.B. Südlink) nicht zu bauen, folge es werden Ersatzkraftwerke (Gas/Öl) angefahren um zu liefer….
Durch diesen Kunstgriff wird er Strompreis bis in tiefe Scandinavien beeinflußt.
mit den Strompreiszohnen würde das unterbunden da die vorhandenen Kapazität zwischen den Zonen den Handel beschränkt.
Zusätzlich ist mit vorrang die dezentrale Anbindung von Speicher zu genemigen, den das würde die Elastität des netzes deutlich erhöhen.

Parallel muß die Prozessinformationseben der Netz bis zum Endkunden wirlich intilligent modernsiert werden, die “Smarten Zähler und netzdienlichkeits Signale” sind von “intilligent und smart” ganz weit weg…. das würde eine deutlich bessere aktive Nutzung der Netze auf allen Ebenen ermöglichen und auch eien gezielte lokale Netzdienlichkeit.
In Folge dessen würde trotz hoher Investitionen mittelfristig die Preise drastisch sinken weil zielgerichtet investiert würde.

Nüchtern betrachte hilft jedes installierte Watt an “alternativen” voran zu kommen und die Kosten zu senken, anders als die Pläne von Fr.R. und dem Hirngespinst der Atomkraft. Dafür sind aber die Teils irsinnigen Verwaltungsregelung und Blockaden der Netzbetreiber abzuschaffen.

Das Problem des hohen Strompreise zu bestimmten Zeiten im Süden würde sich auch zügig durch diese Maßnahem entspannen, der Börsenmarkt nicht merh so durchschlagen würde udn geleichzeitig die Industrie eigene Resourcen schaffen würde die der Netzetreiber nicht blcokiert.

Das Thema ist vielschichtig und bedarf für eine Diskussion viel Hintergrundwissen wie die Netze funktionieren, Leistung bereitgestellt wird etc. und was das auf dem Weg in eine neue Strucktur des Energiebmanagement bedeutet und das ist nicht einfach zu vermitteln.

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Hallo Oliver,

danke für dein Feedback! Du hast absolut recht: Der Norden wird (und soll) auch in Zukunft das "Wind-Kraftwerk" Deutschlands bleiben. Es wäre unsinnig, im Süden krampfhaft Windräder dorthin zu bauen, wo kaum Wind weht.

Aber genau hier setzt mein Vorschlag an:

Es geht um die Netzlast, nicht nur um Erzeugung: Das Problem ist ja nicht, dass der Strom aus dem Norden kommt, sondern dass wir im Süden aktuell kaum Anreize haben, diesen Strom dann abzunehmen, wenn er im Überfluss da ist (und die Leitungen frei sind). Ohne Preiszonen fehlt der Anreiz für Großspeicher im Süden, die den Nord-Strom bei Windüberschuss zwischenspeichern.

Speicher statt nur Leitungen: Wenn wir im Süden eine eigene Preiszone hätten, würde es sich für Industrie und Stadtwerke extrem lohnen, gigantische Batteriespeicher oder Elektrolyseure zu bauen. Momentan verlassen wir uns darauf, dass der Bund schon irgendwie Gaskraftwerke als Backup hinstellt oder die Netze irgendwann fertig werden.

PV-Potential im Süden: Wir haben hier unten deutlich mehr Sonnenstunden. Ein marktwirtschaftlicher Preisdruck würde den PV-Ausbau (inklusive Heimspeichern) nochmals massiv beschleunigen, was die Last auf die Nord-Süd-Trassen tagsüber reduziert.

Mein Punkt ist: Wir brauchen den Stromtransfer, klar. Aber wir brauchen im Süden auch die Infrastruktur, um mit diesem volatilen Strom umzugehen. Die Preiszone ist kein "Bestrafungsinstrument", um den Süden zum Wind-Land zu machen, sondern ein Preissignal, damit hier endlich in Speicher und Flexibilität investiert wird, statt auf fossile Gaskraftwerke zu warten.

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Hallo bstone,

​vielen Dank für deine tiefgehende Analyse! Du hast einen extrem wichtigen Punkt angesprochen: Die "virtuellen Stromverkäufe". Es ist purer Irrsinn, dass Strom an der Börse verkauft wird, der physikalisch gar nicht geliefert werden kann, nur damit wir dann teure Ersatzkraftwerke (Gas/Öl) im Süden anwerfen müssen. Das zahlt am Ende jeder von uns über die Netzentgelte.

​Zu deinem Einwand mit den 3 Jahren:

Ich verstehe, dass Großprojekte länger dauern. Mein Gedanke hinter der 3-Jahre-Frist war eher politisch-strategisch:

  1. Der "Sofort-Schock"-Vermeider: Eine sofortige Umstellung würde die Industrie im Süden (und die Politik in Bayern/BW) vermutlich so sehr gegen das Projekt aufbringen, dass es sofort beerdigt wird.

  2. Schnelle Lösungen triggern: Batteriegroßspeicher und PV-Nachrüstungen lassen sich oft deutlich schneller realisieren als Windparks oder Trassen. Die Ankündigung würde sofort Kapital in diese "schnellen" Lösungen lenken.

​Aber ich gebe dir recht: Wenn man die bürokratischen Blockaden und die "irrsinnigen Verwaltungsregelungen", die du nennst, wegräumt, dann würde der Markt das Problem extrem schnell lösen.

Dein Punkt zur "Prozessinformationsebene" (Echtes Smart Metering):

Das ist der Schlüssel! Wenn der Endkunde und die Industrie nicht nur einen digitalen Zähler haben, sondern echte netzsdienliche Signale bekommen, dann wird das Netz elastisch. Dann speichert der Akku im Keller oder in der Fabrik genau dann, wenn im Norden der Wind weht und die Leitungskapazität da ist – und nicht erst, wenn das Gaswerk im Süden anspringt

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Interessant, aber will das in der Politik keiner hören außer denen die nix entscheiden dürfen.

Das wird nix mit Korrupten Politikern, anders kann man das nicht mehr nennen. Wieder besseren Wissens zum Schaden der Republik.

Wer sagt das? Stromtransfer gibt es ja immer noch über die Leitungen, auch der Ausbau soll ja deshalb nicht verworfen werden, aber der Bedarf (Stromtransfer) wird sinken mit Preiszonen.
Wenn aber mehr WKA im Süden stehen, was ja auch gerade am Starten ist, Hubsi hat sich schon beschwert, das die Netzpläne das jetzt wieder verhindern würden, braucht auch weniger transportiert werden. Wird dann immer noch Strom benötigt, kommt Gas ins Spiel, macht aber nur im Süden den Strom teuer.

Wie schon angedeute das Thema ist sehr komplex und es sind sehr viele Dinge parallel voranzutreiben und zum Teil auch noch zu entwickeln, das ist aber auch das gravierende Probelm. Unsere Verwaltung, Politik und auch große Teilel der Gesellschaft wollen alles fest zementiert haben und dan entstehen völlig irrsinnige Regeln etc. die im wessentlichen von den großen Playern bestimmt werden, die wiederum viel zu verlieren haben. Zusätzlich geht es dabei nicht nur um Deutschland sondern es geht bis hinauf auf das Europäische Grid und in die nationalen bis lokalen Netze.

Es tut sich aber durchaus viel (wenn auch mehr für Insider sichtbar) , aber auf allen möglichen Ebenen wird auch gebremst und verhindert, es wird spannend. Ich habe da auch nur begrenzte Einblicke und Kenntnisse, die aber den meisten Politikern und Managern gänzlich fehlen aber entscheiden dürfen.

Hallo bstone,

du triffst den Nagel auf den Kopf. Das "Festzementieren" von Regeln ist genau das, was uns technologisch und ökonomisch ausbremst. Die "großen Player" profitieren vom aktuellen Chaos (und den Milliarden an Redispatch-Entschädigungen), während der normale Netzkunde und die kleinen, innovativen Akteure die Zeche zahlen.

Ich sehe es so: Gerade weil das Thema so komplex ist und bis auf die europäische Ebene reicht, brauchen wir einen einfachen, unbestreitbaren Hebel.

Wenn wir versuchen, jede einzelne Regel im europäischen Grid oder in der deutschen Verwaltung einzeln zu ändern, brauchen wir 30 Jahre. Ein Preissignal durch Zonen hingegen ist eine Sprache, die auch die großen Player sofort verstehen: Geld.

Wenn die Industrie im Süden weiß, dass der Preisvorteil der einheitlichen Zone fällt, werden sie selbst zur Lobby für Entbürokratisierung und Smart Metering.

Momentan haben sie keinen Grund dazu, weil das System ihre Ineffizienz quersubventioniert.

Du hast recht, dass die Verwaltung und Politik alles starr halten wollen. Vielleicht ist "Komplexität" auch oft ein Schutzschild der Politik, um nichts ändern zu müssen. Gerade deshalb brauchen wir eine radikale Vereinfachung – wie eben diesen "Preisschock mit Ansage" –, um den Zement aufzubrechen?

Notwendig ist forsch voranzugehen, aber wer entscheidet??? Nicht die Ing. sondern Juristen, Beamte und Politiker mit Input der Bestandslobby. Selbst eine Physikerin hat es nicht vermocht oder gewollt verstandsgeprägte Entscheidungen konsequent zu verfolgen und umzusetzen.
Ein Problem ist eine Bühne für echte technische Visionäre nicht Populisten zu bekommen …

Ich steune immer wieder, wie rückständig Deutschland ist. 99% aller Zähler in AT sind moderne Systeme, die sich alle 15 Minuten via powerline mim Netzbetreiber verbinden (können, wenn mans erlaubt). Was uns noch fehlt, ist Datenaustausch, also Netz-/Preisiformation ausm RJ11 Stecker, den die Dinger alle haben. Deshalb muss derweil die Krücke “steuern der WR via Chinacloud” hergenommen werden

Dazu: Zählergebühr richtet sich ab 2027 nach der 15-Minuten-spitzenleistung

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Hallo zusammen,

@tageloehner: Dein Beispiel aus Österreich ist die perfekte Steilvorlage. Es ist schon fast deprimierend zu sehen, wie wir in DE noch über "Krücken" diskutieren, während bei euch 99% der Zähler längst smart sind. Das zeigt doch: Die Technik ist da, sie ist marktreif und sie funktioniert direkt beim Nachbarn. Dass wir hier noch auf "Chinacloud"-Lösungen angewiesen sind, um Wechselrichter zu steuern, ist ein Armutszeugnis für den Industriestandort Deutschland.

@bstone: Du sprichst genau das Kernproblem an: Wer entscheidet? Wenn die Physikerin es nicht wollte oder konnte, weil die "Bestandslobby" (die an der Ineffizienz verdient) am längeren Hebel sitzt, dann müssen wir den Hebel ändern.

Genau deshalb ist mein Ansatz der Preiszonen-Ankündigung so wichtig:

Es nimmt den Juristen und Beamten das Argument der "Komplexität". Ein Preis ist ein hartes Faktum. Wenn der Strompreis im Süden durch die Zone steigt, wird die "Bestandslobby" plötzlich selbst zum größten Antreiber für den Smart-Meter-Rollout und die Entbürokratisierung, weil ihre eigenen Gewinne schmelzen.

Wir brauchen technische Visionäre, wie bstone sagt, aber wir müssen ihnen ein Spielfeld geben, auf dem sie ökonomisch gewinnen können. Wenn wir das System in Österreich als Zielbild nehmen und mit dem Marktdruck einer Preiszone kombinieren, dann klappt der Umbau auch in 3 Jahren – einfach weil es sich dann lohnen muss.

Und es soll so gehen: 8KW ist die neue Referenz. 20% MUSST du entnehmen. Also für 1,6KW musst du schonmal zahlen, auch wenn du sie nicht benötigst. Dann zahlst du im Monat für den Höchsten 15-Minuten Wert. Das ist die Netzvorhaltung.

Wer also zu hause mit 11KW lädt, der zahlt für den Monat für 11KW.

Die Messung kann auch nicht verhindert werden. Bei jenen, die keine 15-Minütige Messung wollen ist der Smartmeter so eingestellt, dass er nur den maximalen 15-Minuten-Wert speichert und übermittelt. Nicht aber alle Daten.

Aber das ist eben nicht das Gesamtbild. Das Gesamtbild ist das hier:

Österreich greift massiv rein in den Strommarkt.
Ich zitiere:

Der Bund stellt für die Jahre 2025 und 2026 insgesamt etwa 150 Millionen Euro bereit. Für das Jahr 2025 können Förderanträge in einer Gesamthöhe von 75 Millionen Euro ab dem 13. April auch rückwirkend eingereicht werden. Anspruch auf die Förderung haben rund 60 österreichische Unternehmen aus festgelegten Branchen wie der Papier- und Stahlindustrie, sofern ihr jährlicher Stromverbrauch über einer Gigawattstunde (GWh) liegt. Neu ist zudem die Vorgabe, dass 80 Prozent der erhaltenen Fördermittel verpflichtend in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz investiert werden müssen.

Gleichzeitig:

Und um es abzurunden:

Warum schreibe ich das? Weil das das System aufzeigt. Das Potential für günstige STROMPREISE ist nicht dasselbe wie für günstige NETZPREISE. Niederösterreich erzeugt, und das kann man dort oben einstellen, in einem Jahr 120% EE vom Verbrauch Niederösterreichs. Aber es muss neue Leitungen bauen. Damit der Strom in andere Bundesländer kommt und um Strom ins Ausland zu exportieren.

Blöd: Der Strompreis wird nicht günstiger, weil man den Strom exportiert. Gleichzeitig muss der Strom aber weg. Lösung: Man baut massiv das Netz aus. Das Netz zu NEUEN EE. Diese Netze müssen bezahlt werden. Und nun gucken wir uns oben den Link zu den Netzgebühren an. Niederösterreich 10,72ct Netzgebühren, sind von 2025 auf 2026 um 6,9% gestiegen. Und sie werden weiter steigen. Das bedeutet, die Niederösterreicher zahlen für die anderen Bundesländer und für das Ausland die Netzgebühren wegen Netzausbau mit! Und das ist schlichtweg ein negatives Beispiel. Man könnte das koppeln an den Gewinnen der EE-Erzeuger (welche zum größten Teil die großen EVUs sind). Stattdessen machen jene EVUs Gewinne, die gehören den Ländern, der Netzbetreiber wälzt die Kosten auf die privaten Endkunden (siehe Industriestromförderung, also man KÖNNTE auch private Haushalte entlasten, siehe Sozialtarif, man entlastet die, die ganz unten sind) ab.

Und nun wird Leistungsgemessen.

Für einen Großteil wird folgendes passieren: Immer dann, wenn man man viel verbraucht, E-Auto laden, Durchlauferhitzer, evtl. Wärmepumpe im Winter mit Heizstab, zahlt man dann für den gesamten Monat mehr für den Leistungsteil.

Wer außer Leute mit Akku kann das wegglätten?

Also ja: technologischer Vorteil ganz klar. Auch die Möglichkeiten die Preise unten zu halten (Sozialtarif, Industrieförderung). Aber genutzt wird das, um Preise oben zu halten und die Kosten abzuwälzen. Die Gewinne aber eingefahren.

Was mir bei der ganzen Diskussion auffällt, einen Förderalismus wie in D gibt es in den Ländern denen die Stromdiskussion leichter fällt nicht. Wenn also die CSU/CDU Fürsten aus dem Süden nicht einfach mal die eigenen Pfründe sichern würden sondern gemeinsam mit dem Norden den besten Platz für die Industrie die die Energie benötigt suchen und finden würden bzw sich um Stromleitungen kümmern würden statt ihre lokalen Wähler nee Lobbiisten nachzuäffen wären wir weiter. Nicht umsonst hat man Windmühlen an Flüssen gebaut dann Kanäle gegraben um Mühlen dichter ans Korn zu bringen und umgekehrt.
Natürlich hat es Bayern wirtschaftlich enorm geholfen nach dem WW2 massiv in Industrie zu investieren. Daher ist jetzt im Norden halt nix da was so dringend den Strom braucht.
Natürlich ist es doof wenn man der Arbeit hinterherziehen muss. Klar macht das nicht jeder aber am Ende des Tages wird da gefertigt wo es am preiswertesten ist. Entweder viel Subvention, politische sinnvolle aber technisch sinnfreie Entscheidungen oder aber das Gegenteil. Dann wird Politiker Aaber sein Wahlvolk und seine Geldgeber verärgern und plotzlich im Bremer Raum mehr produziert als in Bayern. Am Ende bekommt Politiker A weniger Lobbygeld und Politiker B im Norden mehr davon. Leider hat A schon mehr um B auszukegeln.

Ich sag doch immer: große Batterie. Die Bürger-Energiewende braucht Batterien, und das ist der finanzielle Anreiz dazu. Auf gemessene Leistung werdens auch in D kommen, wenn die neuen Messgeräte gut verbreitet sind. Unsere Versorger sind großteils in der Hand der klammen Landesfürsten. Ich denke, damit werden die Budgets mitfinanziert.

Hallo zusammen,

da habt ihr beide absolut recht – ihr beschreibt im Grunde zwei Seiten derselben Medaille.

@solarelch: Dein historischer Vergleich mit den Mühlen und Kanälen ist klasse. Früher hat man die Infrastruktur dorthin gebaut, wo die Energie war, oder umgekehrt. Heute versuchen wir im Föderalismus, die Physik zu ignorieren, weil Lokalpolitiker Angst um ihre Wählerstimmen haben.

Genau deshalb ist mein Vorschlag der Preiszonen so wichtig: Er nimmt den „Fürsten“ im Süden die Möglichkeit, sich hinter der Solidargemeinschaft zu verstecken. Wenn die Preise regional ehrlich werden, müssen sie sich entscheiden: Entweder sie riskieren die Abwanderung der Industrie in den Norden (wie du sagst: Gefertigt wird, wo es preiswert ist), oder sie räumen endlich die Blockaden bei Wind und Leitungen weg.

@tageloehner: Und hier kommt dein Punkt ins Spiel. Wenn die Politik den Rahmen durch Preiszonen setzt, wird die „große Batterie“ plötzlich zum No-Brainer.

Bisher fehlt in DE oft der finanzielle Anreiz für den Bürger oder den Mittelständler, massiv in Speicher zu investieren, weil die Preisunterschiede durch die einheitliche Zone künstlich geglättet werden. Mit regionalen Preisen und dem von mir geforderten Smart-Meter-Turbo wird der Akku im Keller oder in der Fabrikhalle zur Cash-Machine. Wer dann im Süden Speicher hat, glättet nicht nur das Netz, sondern spart auch massiv Geld.

Fazit:

Wir müssen den Föderalismus durch Marktwirtschaft „disrupten“. Wenn Bayern und BW merken, dass ihre klammen Budgets (wie tageloehner schreibt) durch abwandernde Industrie noch klammer werden, wird der Widerstand gegen Windräder und Smart Meter ganz schnell schwinden.

Es geht darum, die Technik (Batterien/Smart Meter) durch ehrliche Preise (Zonen) endlich von der Leine zu lassen. Nur so sichern wir die Zukunft der nächsten Generation hier im Süden.

Beste Grüße!

Das bedeutet aber am Ende: Es ist vollkommen egal was der Endkunde macht, er zahlt so oder so mehr und solidarisch für die Kosten die entstehen, die dadurch entstehenden günstigeren Preise bekommt aber jemand anders.

Wir verkaufen im Konzern aktuell ein Grundstück, welches direkt neben einem Umspannwerk liegt. Da ist gefühlt jeder zweite Interessent eine Firma, die da Akkus aufstellen wollen (was dran scheitert, dass das Umspannwerk gar keine ausreichende Einspeiseleistung verkraftet).

Hier in der Gegend baut die nächst Kreisstadt grade selber Speicher auf. Ganz freiwillig, aus dem klammen Stadtbudget. Auch an einem zentralen Stromknotenpunkt, der dafür passend ist.

Ganz so ohne Anreiz ist das Thema schon lange nicht mehr.

Oliver

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@OliverSo: Das ist ein extrem wertvoller Einblick aus der Praxis! Dein Beispiel zeigt genau das "Henne-Ei-Problem", in dem wir stecken. Firmen wollen investieren, aber das Umspannwerk blockiert.

Und genau hier liegt der Kern meines Vorschlags: Warum wird das Umspannwerk nicht ausgebaut? Weil der Netzbetreiber aktuell keinen massiven wirtschaftlichen Druck hat, diese Engpässe sofort zu beseitigen, solange die Kosten für die Ineffizienz (Redispatch) einfach auf alle umgelegt werden.

Wenn die Preiszone mit 3 Jahren Vorlauf angekündigt wird, bekommt der Ausbau dieses Umspannwerks plötzlich Priorität Prio 1, weil die lokale Wirtschaft und die Politik dem Netzbetreiber die Tür einrennen werden. Der Druck wird vom "bitte, bitte machen" zu einer harten ökonomischen Notwendigkeit.

@RoterFuchs: Du hast absolut recht, die aktuelle "Solidarität" ist eigentlich eine Bestrafung für die, die etwas tun wollen.

In meinem Modell würde der Endkunde durch zwei Dinge gewinnen:

Durch die 50% Stromsteuer-Senkung bekommt er sofort eine spürbare Entlastung.

Durch den Smart-Meter-Turbo und regionale Preise wird er für netzdienliches Verhalten (Laden/Speichern, wenn lokal Überfluss da ist) belohnt, statt für die Ineffizienz anderer mitzuzahlen.

Der Wille zum Investieren ist da! Aber wir brauchen die Preiszonen als Brecheisen, um die verkrusteten Strukturen bei den Netzbetreibern und in der Verwaltung aufzubrechen. Wenn ein Umspannwerk den Fortschritt blockiert, muss es sich für den Betreiber finanziell schmerzhaft anfühlen, diesen Zustand beizubehalten.

Nur so kommen wir aus der "Solidaritäts-Falle", die am Ende nur den Stillstand finanziert.

Die Aufteilung in mehrere Zonen ist meines Erachtens alternativlos. Der Strommarkt funktioniert rein nach Preis. Wenn es im Norden stürmt und die Preise auf 0 sind würden Stromspeicher im Süden auch laden, obwohl der Strom unmöglich ankommen kann.

Mein Vorschlag wäre eine Umlage, die die Preisunterschiede ausgleicht. Hierbei wird für jede Zone ein Strommengen-gewichteter Durchschnitt berechnet - 80% der Differenz wird auf die Netzentgelte auf- oder abgeschlagen. Mein Vorschlag wäre diese Umlage für 5 Jahre voll anzuwenden und dann in den nächsten 3 Jahren jährlich um 20 Prozentpunkte abzusenken bis 0 erreicht ist.

Die Anreize den Strom richtig zu nutzen würden unmittelbar bestehen. Und 5-8 Jahre sind genug Zeit an den wichtigen Punkten Speicher auszubauen oder die Netze zu ertüchtigen. In dieser Zeit sorgt die Umlage dafür, dass die Preise in ganz Deutschland etwa gleich bleiben.

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Strompreiszonen würde den Preis nicht über Gebühr steigen lassen im Süden...
Denn durch den niedrigen Preis, weil in Norden Sturm ist, wird steigt der Verbrauch im Süden an, zum einen weil die Östereicher ihre Speicher günstig füllen und auch andere die flexible Tarife haben, natürlich dann Strom verbrauchen. Fällt das aber weg, würde der Stromverbrauch in Zeiten mit Engpass und Erzeugung durch Gaskraftwerke geringer sein. Damit steigt der Preis nicht wie man denken könnte.