Ich mache mir ein paar Gedanken zwecks Vereinfachung der Winkelverstellung bei meinem Balkonkraftwerk im 2. OG. Dieses wird in sämtlichen Halterungsschienen mit Sternkopfschrauben und Flügelmuttern gehalten. Das funktioniert soweit auch ganz gut, denn trotz vorbeifahrender Straßenbahnen der Straßenbahnkreuzung (ständige Vibrationen) löst sich mit der Zeit (>1 Jahr) gar nichts. Regelmäßige Kontrollen zeigen, dass überhaupt nicht nachgezogen werden muss.
Allerdings ist das Hantieren mit den Sternkopfschrauben und den Flügelmuttern recht umständlich und ich habe beim Winkelverstellen (für den Sommer bzw. Winter) immer Angst, dass mir eins von beiden auf die Passanten der belebten Straße/Fußweg rauscht. Theoretisch bräuchte ich einen dritten Arm oder einen Helfer und könnte es nicht sicher alleine herausdrehen, da das dagegen drückende Eigengewicht der Module wirklich nicht zu unterschätzen ist.
Was haltet ihr von diesen Steckbolzen?
Diesen könnte ich mit der einen Hand hineinschieben und mit der anderen das Modul auf entsprechenden Loch-Abstand halten. Anschließend fixiere ich den jeweiligen Steckbolzen mit dem Sicherungsbolzen gegen das seichte “Herausspielen” aufgrund von Vibrationen oder Wind – fertig.
Wäre das eine gute Idee oder gar gefährlich? Ich habe aus Spaß mal die KI gefragt und einerseits findet sie die Idee super und andererseits (in einem neuen Chat) sagt sie, das sei im 2. OG töricht und absolut gefährlich. Ja was denn nun?!
Über eure Meinung bin ich schon sehr gespannt.
Es hat sicher einen Grund, warum Balkonkraftwerk-Halterungen nie mit Steckbolzen sondern immer nur mit (Sternkopf-)Schrauben verkauft werden, oder?
und den Splint am besten noch mit einer Kette gesichert.
Das Ganze sollte exakt passen, damit durch Vibration das Material nicht geschwächt wird und die Festigkeitsklasse sollte mindestens so gut sein wie das Original.
Was das allerdings mit der Herstellergarantie der Halterung macht weiß ich nicht.
Kann es sein, dass es sich bei Deinen “Sternkopschrauben” um Torxschrauben handelt?
Was hast du denn für eine Halterung, wenn die Verschraubung zwei Metallteile verbindet dann gibt es ja auch eine Haftreibung und die Bauteile sind fest miteinander verbunden, so dass da auch nichts klappter.
Also je nach Art deiner Halterung entweder eine gute oder eine schlechte Idee.
Mach dir doch mal Gedanken uber den Nutzen der Verstellung.
Mit pvgis z.b.
In der Mittelstellung verlierst du im Hochsommer und Kernwinter etwas mehr als 10 %, Richtung Tag-Nachtgleiche abnehmend.
Ist der Unterschied dir den Verstellaufwand wert?
Ich habe das Panel meines Mini Notstroms (,Afu und Handyladen, siehe Faden "Frankenstein") 7 Grad über Winterstellung. Das ist der Mittelpunkt zwischen Winter und Tag-Nachtgleiche. Dann hab ich im Winterhalbjahr max 2 % Verlust, im Sommer 10 bis 20%. Kann man ja auch umgekehrt machen.
Die heissen Splint. Und sind dafür da, aufgebogen zu werden.
Das Verstellen kommt aus einer Zeit als Module > 1€/ Wp kosteten.
Heute zählt Fläche, speziell im Winter sogar eher flach, je nach Nebellage.
Ich habe einen Sonnenfolger dem ich irgendwann das Herz, Arduino, gestohlen habe weil ich es wo anders kurzfristig benötigte. Wurde nie mehr ersetzt. Ok, im Sommer gibst Überangebot an PV und im Winter braucht sich nix bewegen außer zum seltenen Schnee schütteln.
Das ist interessant. Ihr würdet mir also nicht davon abraten?
Meine beiden Module hängen an einer Dreiecks-Befestigung, die einzelnen Schienen/Stangen sind mit Sternkopfschrauben und Flügelmuttern verbunden und befestigt.
Das hält seit dem 20.07.24 bombenfest und hat schon einige auch heftige Stürme ohne zu meckern und ohne eine einzige Verstellung/Lockerung überstanden.
Die Erträge sind von der Winter-Einstellung (4,31 kWh) auf die Sommer-Einstellung (5,41 kWh, seit ca. 1 Woche) deutlich mehr als nur 10 % gestiegen (beides natürlich laut meinen minütlich erfassten Daten an absolut wolkenfreien Tagen). Der Mehraufwand des Verstellens wäre es mir definitiv Wert, vor allem da ich im Sommer trotz des vermeintlichen Überschusses wegen der nötigen Raumkühlung einen erhöhten Stromverbrauch habe.
@hopfen So ein automatischer Sonnenfolger wäre auch eine interessante Sache. Ob das allerdings an den beengten Verhältnissen meines Balkons überhaupt funktioniert (und trotz DIY nicht ein halbes Vermögen kostet), wage ich leider zu bezweifeln. Oder kannst du mir da ein Projekt empfehlen, das bei meinem Befestigungssystem funktionieren könnte?
Mein Sonnenfolger ist uralt. Eigentlich ein historisches Überbleibsel von ehemals drei Einzel Modul Folgern. Damals auf Basis von SAT Antennen Antrieben realisiert. Die Fläche war damals schon grenzwertig. Heutige Module sind deutlich zu groß dafür. Windlast.
Zwei wurden abgebaut und die Module sitzen starr am Flachdach.
Wegen meiner/der Situation vor Ort also der relativ häufigen Vibrationen oder weil diese Steckbolzen generell nicht zum Winkel-Halten von Solarpaneelen zweckentfremdet werden sollten? Ich würde sie natürlich nur zum Winkelverstellen (am Balkongeländer unten) benutzen, all die anderen Sterngriffschrauben bleiben an Ort und Stelle.
Ich würde auch sehr gerne noch 1-2 Module mehr aufstellen, aber leider ist der Balkon nicht sehr groß. Die vorhandenen Module könnte ich höchstens durch effizientere oder kleinere mit derselben Leistung ersetzen, aber mehr Module in dieser Größe ist platztechnisch leider nicht drin.
Von welchem Risiko sprichst du? Das Herunterfallen von Befestigungskomponenten? Ein sehr großer Aufwand ist es wirklich nicht, es ist eine Sache von maximal 10 Minuten. Allerdings ist es für eine Person alleine ziemlich anspruchsvoll.
an meinem Segelboot gibt es einige Befestigungen mit Bolzen, die durch Splinte gesichert sind. Wenn der Bolzen gut passt, dann sollte es schon halten. Der Splint verhindert das heraus rutschen. Ihn selbst hab ich mit Schüren gesichert, damit er nicht beim lösen über Bord geht.
Es gibt auch Steckbolzen mit Klappsicherung und welche mit Kette zur Splint Sicherung.
Also wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir hauptsächlich darum, dass du (verständlicherweise) weder Gewindebolzen noch Flügelmutter nach unten fallen lassen willst?
Also die “eigentliche Tätigkeit” - das verstellen und neu stecken der Bolzen ist nicht das Problem?
Denn diese Tätigkeit wäre ja identisch - egal mit welchem der Bolzen. Einzig der glatte Bolzen wird sich ohne Gewinde besser stecken lassen.
Eher ungeeignet im Vergleich meiner Ansicht nach. Wenn dir das auf/abdrehen der Flügelmutter schon zu mühsam ist, dann ist es das ständige auf / zubiegen vom Splint ja erst Recht. (und der regelmäßige Tausch)
Alternative wären dann zb. die schon genannten “Klappsplinte”
Ich würde an deiner Stelle die “Komponenten” mit Nylonseilen “sichern” damit die nicht abfallen können - zb. mit einer Hülse die du auf den Bolzen steckst und mit selbstsichernder Mutter sicherst. Auf der Hülse kann dann eine ausreichend große Beilagscheibe sitzen die genügend Spiel hat damit sie das drehen nicht behindert. Am (ausreichend groß gewähltem) Ring der Beilagscheibe eine Bohrung und damit dann “vor Absturz sichern”.
Es gibt auch “Schnellspannmuttern” die man einfach über das Gewinde an die Endposition schiebt, dann schließt und festzieht. Wird sich aber finanziell nicht lohnen.
Am einfachsten wären wohl zb. “Ringmuttern”:
Die kannst du zb. nach getaner Arbeit mit einem zb. Drahtseil / Kette + Karabiner mit dem Bolzen stramm zusammenhängen - dann ist das auch gesichert.
Und gegen Absturz der Mutter eine dünne Schnur, die nicht stört beim lösen / anziehen.
Danke für deine Einschätzung! Ich habe mir jetzt mal welche für unter 10 € bestellt und werde sie zunächst nur an einer Seite jeweils ausgiebig testen. Wenn das genauso gut hält, dann wechsel ich im unteren Bereich auf die Steckbolzen.
Tatsächlich nicht. Ursprünglich wollte ich nur den unteren Bereich am Geländer fixieren, aber diese 2 U-Teile inklusive Schrauben etc. waren übrig und bevor sie in der Schublade verstauben, können sie auch genauso gut die Konstruktion oben stabilisieren, obwohl das eigentlich nicht nötig wäre, da alles insgesamt auch ohne sie wirklich sehr gut hält. Selbst das “Notfall-Seil” ist eigentlich total überflüssig, ebenso die Spanngummis (mit Haken und mit Kugel).
Es ist mir in der Hinsicht nicht zu mühsam, es ist nur für mich als Einzelperson eher umständlich und schwierig, gleichzeitig das Paneel in Stellung zu halten und sowohl Sternkopfschraube als auch Flügelmutter so herauszudrehen, dass nichts gen Erde fällt.
Bei einem Splint hätte ich den Vorteil, dass ich die Sicherung herausziehen und beiseite legen kann, ohne dass sich etwas verkeilt oder verrutscht. Und die wieder freigewordene Hand kann dann das Paneel in Stellung halten, während ich den Splint herausziehe und – neu positioniert – wieder einführe und anschließend absichere. Zumindest wäre das der Plan. Mal schauen, wie das laufen wird.
Wenn es gut funktioniert und nichts wackelt oder unsicher wirkt, dann werde ich dabei bleiben, ansonsten kehre ich zu den Sternkopfschrauben zurück.
Oh, und ich sehe gerade, du hast deinen Beitrag editiert:
Genau darum geht es und das war mein Gedankengang, zu 100 %!
Ja klar, aber das ist bei deiner aktuellen “original-Lösung” ja auch so
Also Mutter abschrauben, zur Seite legen (wäre dann hinterher eben Splint rausziehen, zur Seite legen)
Oder halt wenn gesichert einfach hängen lassen…
Dann Bolzen rausziehen. Wenn du den im Moment “rausdrehst” - liegt das nur daran, dass er leicht verkantet wg. Gewinde. Also Paneel passend positionieren mit der einen Hand - rausziehen mit der anderen.
Also 3 Hände wären da meiner Ansicht nach ohnehin nicht erforderlich?
Leider doch. Zumindest habe ich es alleine nicht hinbekommen und nur durch externe Unterstützung gelang es mir. Außerdem befürchte ich, dass das Gewinde durch den lastenden Druck Schaden nehmen könnte.
Die Sternkopfschraube ist konstruktionsbedingt am Sternkopf schwerer und sie ohne Mutter einfach so “hängen” zu lassen während ich mit einer Hand das Paneel halte und mit der anderen die Flügelmutter anbringe halte ich für leichtsinnig und es ist wirklich anstrengend. Die Sternkopfschraube würde auch nur bei der kleinsten Bewegung sicher abstürzen.
Von dem Steckbolzen verspreche ich mir ein deutlich leichteres Verstellen und eine wesentlich geringere Absturzgefahr.
Sehr gut!
Vor der Idee mit dem Steckbolzen habe ich mit dem Gedanken gespielt, eine Art Scherenmechanismus wie bei einer Gelenkarmmarkise oder diesen ausziehbaren Kosmetikspiegeln anzubringen, bei der man nur kurbeln müsste, um eine Verstellung zu bezwecken. Mangels preiswerter Umsetzbarkeit (denn es soll keine dutzende bis hunderte Euros kosten) habe ich davon aber wieder Abstand genommen.
Das passiert nur dann, wenn du die “Sternkopfschraube” bzw. den Gewindebolzen aus dem (nicht vorhandenen) Gewinde der Halterung herausdrehst. Wenn du das Paneel mit einer Hand genau in die richtige Position bringst wo die Bohrungen “fluchten” - lässt sich der Gewindebolzen - trotz Gewinde - einfach rausziehen. Wenn zu dem Zeitpunkt noch Druck darauf lastet, bedeutet es ja nur, die Bohrungen fluchten nicht…
Du hast ja gerade selber festgestellt, dass Druck darauf lastet. Die Schraube “hängt” da also nicht in der Bohrung - die wird dort festgeklemmt. Die Mutter (oder ein Splint) sind ja nur zusätzliche Sicherungen - für “den Fall der Fälle”… Vermutlich würde sich die Schraube auch komplett ohne Mutter etc. alleine wegen dem darauf lastendem Gewicht nie von alleine bewegen… Dennoch muss die nat. gesichert sein.
Wie Die befindet sich horizontal im Loch und wird vom Gewicht des Panel festgeklemmt.
Ich würde die aber wie schon geschrieben idealerweise “anseilen” Denn wenn man die entfernt hat, hält sie (abgesehen von den Fingern) wirklich nichts mehr… Und das kann mal schnell daneben gehen.
Eine geringe “Absturzgefahr” gibt es nur, wenn die Teile nicht angeleint sind. Egal ob es die vorhandenen sind, oder andere…
Ich habe zwar keine PV, aber die letzten Jahrzehnte schon so einige Sachen montiert - zu 99% alleine. Da weiß man schon halbwegs Bescheid wie sich das in der Praxis verhält.
Die Gewindebolzen mit Mutter machen die Halterung halt wirklich FEST. Die Steckbolzen mit Splint (egal welcher) tun das nicht. Wenn es dann deiner Angabe zu Folge auch immer zu Vibrationen / Bewegungen kommt, dann “arbeitet” das eventuell auch immer. Ob das aber dann einen praktischen Nachteil zur Folge hat, kann man schwer voraussagen. Grundsätzlich ist es schon immer vorteilhaft, wenn “feste Konstruktionen” eben auch wirklich fest sind. Ist ja nichts, was man temporär am Campingplatz aufstellt.
Das wäre vermutlich auch mit Steckbolzen / Splint etc. der Fall. Schon alleine weil das Gewicht der Paneel(e) auch den Bolzen ausreichend festklemmen sollte.
Aber gerade an so einer exponierten Stelle in etwas größerer Höhe direkt an einer belebten Durchzugsstraße will man nat. kein Risiko eingehen… Speziell wenn so ein Paneel - das man selber angebracht hat - mal bei einer unerwartet starken Windböe etc. mal den Abflug machen sollte und mit Pech jemanden trifft. Immerhin reißt der Wind tw. ganze Dächer auf etc.