Splitklima bei Neubau in kalter Region

Ich bin in der Planung zu einem Neubau eines kleinen Häuschens, 65qm Grundfläche (knapp 90qm Wohnfläche auf 1,5 Etagen) in einer recht kalten Region (Nähe Zakopane/Polen).

Ich bin recht viel am Reisen und hatte schon den ein oder anderen Ausfall einer Klimaanlage als Heizgerät an sehr kalten Tagen unter -10° bei sehr schlecht gedämmten Häusern/Wohnungen, was nur so mittelmässig zu empfehlen ist :wink: Daher nun der Fokus auf ein-zwei Geräte, mit denen das nicht passiert.

Nun gibt es ja auch einige Modelle mit besseren Kennwerten, den Beitrag vom Akkudoktor auf YT habe ich gesehen, sowas in der Art bräuchte ich. Hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Modellen? Samsung/Panasonic/Daikin/Mitsubishi etc haben ja alle solche Modelle, aber gibt es dazu echte gemessene Leistungswerte oder Erfahrungen bei kalten Temperaturen?

Wetter/Region: Diese Region hat auch aktuell, heute -10° (-15° kommt weiterhin einige Tage/Jahr vor, maximum ist ca -25°, wird aber natürlich seltener bzw. gab es nun 5 Jahre nicht mehr) und oft ist eher schlechtes Wetter im Winter mit wenig Sonne. Geplant ist (natürlich) auf dem südseitigen 40° Dach eine PV Anlage - aber eben dort ist eher “50 Shades of Grey”-Wetter und Sonne gibts nur an wenigen Tagen im Winter.

  • Planung Geräte: Aktuell ist meine Planung 1 Gerät für das EG (ca. 50qm gesamt) mit 3,5kw Leistung - hier ein “gutes” Gerät, damit es ausfallsicher ist.
  • Für den 1.Stock bin ich mir noch unsicher, ob ein Einzelgerät oder ein Multisplit-Gerät - das Stockwerk wird 3 kleine Zimmer plus Bad beinhalten.
  • Sonstige Heizungen werde ich wohl nur elektr. Fussbodenmatten verlegen, dort wo man den Komfort wertschätzen würde (Bad und paar qm Küche).

Der Neubau wird in Holzrahmenbauweise umgesetzt und mit Holzwolle gedämmt (vmtl um die 25cm Gesamtdicke plus Fassaden), ist daher relativ gut gedämmt und schrammt knapp an einem Passivhaus-Standard vorbei (genaue Einhaltung wäre nicht relevant, da es ohnehin keine Förderung in Pl gibt).

Warmwasser plane ich aufgrund nicht durchgehender Nutzung (ich schätze 50% der Zeit werden wir das Haus nutzen effektiv) und geringen Platzbedarfs 2 Durchlauferhitzer statt Brauchwasserwärmpepumpe.

(Fussbodenheizung und damit einhergehend Wärmepumpe scheiden aus Kostengründen aktuell leider aus. Vermutlich wird das mal nachgerüstet, wenn der Komfortbedarf für eine solche Fussbodenheizung da sein sollte, der Bodenaufbau wird vmtl nachrüstbar konstruiert sein.)

Zuerst mal Grüße nach Polen aus einem Passivhaus im nebligen Süddeutschland! Das Haus hat mit 45cm dicken Wänden einen U-Wert von 0,10 eine schwer zu toppende Dämmung, zusätzlich im Erdgeschoss eine 7m lange Fensterfront. Erstaunlich ist es jetzt, dass wir bei sehr klaren Wetter dank der Sonne ein warmes Haus haben auch bei -15 Grad. Aber bei Nebel und -3Grad wie heute müssen wir heizen mit unserem unseren Holzofen. Dumm, dass wir die letzten 6 Wochen nur einmal Sonne hatten und sonst nur Nebelsuppe.

Also keine Angst vor kaltem Wetter sondern vor Nebel! Meine Frau kann den Holzofen schon nicht mehr sehen, es wird deshalb entweder eine Splitklima oder eine Brauchwasserwärmepumpe nachgerüstet. Wegen besserer COPs tendenziell eher ersteres.

Edit: Fußbodenheizung ist mir in dem Haus zu reaktionsträge, kommt die Sonne doch raus dann ist Sauna. Daher Heizkörper für die geringe Heizlast von 1,55 kW.

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Mein gut isoliertes Haus mit ca. 160 m² hat bei -8°C eine Heizlast von ungefähr 2,8 kW (abgeleitet aus dem Gasverbrauch in 24h). Ich kann mir vorstellen, dass eine 3,5 kW Anlage fast schon zu groß ist.

Ich habe mal mehrere Splitklimaanlagen verglichen. Siehe die Tabelle Hier: Wiki: R290 Split-Klima-Anlagen - #34 von Gnomie

Relativ weit unten in der Tabelle steht ein Wert “TOL” und in der Zeile darunter die Heizleistung bei der Temperatur (Quelle Eurovent-Tabelle). In der Tabelle siehst Du, dass die Daikin Neptura bei -30°C noch eine Heizleistung von 3,0 kW hat. Die Neptura wird hier im Forum auch oft empfohlen. Ganz rechts in der Tabelle steht die Mitsubishi MSZ-RZ, die bei -20°C auch sehr hohe Heizleistungen hat. Die Anlage ist 2025 neu rausgekommen und es gibt noch wenig Erfahrung zu der Anlage.

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Ein Gedankengang zum Thema Leistungen und Trägheit eines gut gedämmten Hauses: Unser Haus wird am Tag maximal 2,2 Grad kälter ohne Heizung und Sonne bei zweistelligen Minusgraden (Erfahrungswerte).

Mehr Leistung kann dann Sinn machen, sobald es flexible Stromtarife gibt (soll es EU-weit mal geben, in DE seit 2025). Also kleine Leistung und nonstop durchlaufen lassen oder nur in der Hälfte des Tages an, in der Strom billiger ist aber mit hoher Leistung?

Beim Kühlen ähnliches Thema: Wer eine PV Frühjahr 2025 ans Netz genommen hat der wirft die Klima nur in der Zeit am Mittag an, in der er keine Einspeisevergütung mehr bekommt (Solarspitzengesetz). Auch da ist mehr Leistung gut.

Warum lieber splitklima statt FBH (wenigstens im EG) und Sole-WP? Hätte keine Freude an kalte füsse :smiley:

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Stichwort ist "Nordic Anlagen". Die Daikin Nepura haben hier einige im Forum, da gibts auch einige Threads zu. Sowas würde ich nehmen.

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nachrüsten ist ganz schlecht
lieber gleich die fbh rohre verlegen und erstmal nicht anschließen

ich habe bei meinen 110m² beheizter fläche eine MSZ AP25VGK
eine 2,5er singlesplitklima
habe eine ermittelte heizlast bei außen -10° nachts und -5° tags von maximal 2kw

die splitklima läuft einwandfrei natürlich hat die bei -10 nur noch einen cop von 3
das ist bei den meisten ähnlich weiß jetzt nicht ob es da mittlerweile bessere gibt.

bedenke das heizen mit der splitklima is speziell, es müssen die türen im haus aufstehen und die lautstärke bzw der warme luftstrom dürfen dich nicht stören

ja, Platz wäre für eine Erd-WP und der Boden würde es auch hergeben und selber-baggern kostet nicht wirklich viel (und wäre Kindheitstraum :D), der Nachteil sind die Anschaffungskosten: bei 7-15% Zinsen als “Angebot” von Banken, muss man kein großes Mathegenie sein, um festzustellen, dass das alle effizienz-Vorteile schnell auffrisst.
Zudem, in meinem Anwendungsfall, wenn man 50% der Zeit nicht im Haus dort ist, sehen alle Rechnungen wieder gänzlich anders aus als im Regelfall des 100% Wohnhauses.

so teuer ist das nicht

Wenn Du nahe am Passivhaus bist, kann es ergänzend zur Splitklima fürs EG vielleicht ne Option sein, eine zur Minimierung der dann dominierenden Energieverluste durchs Lüften ohnehin sinnvolle KWL zu installieren (etwas, was ich heute auch komplett selber machen würde …) und die Zuluft zu den Räumen mit einem Heizregister weiter zu erwärmen. Das kann notfalls einfach 1:1 mit Strom laufen oder besser natürlich von einem Splitklima-Außengerät gefüttert werden. Ggf. reicht das zum Heizen.

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Bei 40cm Zellulose und 8cm Styropor unter den Füßen werden wir von Besuchern für eine FBH gelobt, die es gar nicht gibt. Auf Parkett sowieso, aber selbst auf Fliesen ist es in Socken immer warm. Und wir nutzen keine Hausschuhe.

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schau die mal den verlinkten Artikel an. Strohblogger hat schon ein Haus aus Stroh, was Deinem Plan mit der Holzwolle schon ähnlich zu sein scheint. Der heizt seit einem Monat das ganze Haus nur mit einer 3,5 kW Splitklima. Und sein Haus ist größer als das, was Du planst.

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Ich habe mal mehrere Splitklimaanlagen verglichen. Siehe die Tabelle Hier: Wiki: R290 Split-Klima-Anlagen - #34 von Gnomie

super, danke für die Übersicht :slight_smile: und deine Erfahrungswerte aus der Praxis

@Stromerle Unser Haus wird am Tag maximal 2,2 Grad kälter ohne Heizung und Sonne bei zweistelligen Minusgraden (Erfahrungswerte).

Interessant - die meisten Häuser/Wohnungen, die ich persönlich erfahre sind eher alt/schlecht gedämmt. Kalte Füsse, es zieht, lüften “macht die Wand” etc. Wieviel Zentimenter gedämmte Wand bzw grober U-Wert hat euer Haus?

sobald es flexible Stromtarife gibt (soll es EU-weit mal geben, in DE seit 2025).

sind in meinem geplanten Standort - Polen - bereits flexibel. Was nicht unbedingt günstiger ist. Aktuell sind dort auch wenige Subventionen vorhanden, aktuell nur bei Wechsel von Kohle/Gas auf Strom sowie wenig bei Installation Solar im Paket mit Akku. (Dafür im Gegensatz gibt es generell weniger Regelungen und Gesetze, die wirklich geprüft werden, gerade am Dorf macht jeder was er will).

@Gnomie

danke. Werde mich da mal einlesen.
Stroh ist auch spannend, generell gibt es ja einige nachhaltige Dämmmaterialien, die aus der Mode gekommen sind - aber weder wirklich teuer, schwer zu verarbeiter, nachträglich zu ändern sind oder Abfallkosten verursachen. Stroh/Lehmgemisch finde ich persönlich noch für den Boden sehr spannend. Die Holz-WDVS Platten sind ja relativ neu, die helfen der ganzen Thematik nochmal, da vielseitig einsetzbar und jeder kann das Zeug einfach verarbeiten.

@voltmeter so teuer ist das nicht

nun, ich denke alleine die FBH wird 5-10k Euro bei Eigenverlegung an Material kosten. Dazu die WP, die zudem noch innen etwa 1qm Platz braucht (der kostet im Neubau ja auch ca 1-2k Euro bei Eigenleistung). Sind wir bei 8k etwa Mehrkosten - macht bei 10% Zinsen für unsere Freunde in bequemen Banksesseln 800 Euro jährliche Mehrkosten. Da finde ich die ca 3k Euro für ein gutes Klimagerät attraktiver erstmal. Die Bauart der Geräte ist ja identisch, daher kann man von ähnlicher Haltbarkeit bzw. Fehleranfälligkeit ausgehen.

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Wenn Du nahe am Passivhaus bist, kann es ergänzend zur Splitklima fürs EG vielleicht ne Option sein, eine zur Minimierung der dann dominierenden Energieverluste durchs Lüften ohnehin sinnvolle KWL zu installieren und die Zuluft zu den Räumen mit einem Heizregister weiter zu erwärmen.

eine Raumbe/entlüftung habe ich mir auch angeschaut - in Polen werden die Premium-Fertighäuser in Holzrahmentechnik damit auch oft angeboten. Ich glaube ich verzichte da lieber drauf, ist wieder 1qm Wohnfläche weg und kostet auch wieder 5-10k Euro extra; und es ist wieder ein techn. Bauteil mehr, um das man sich kümmern muss. Technisch wie du sagst, ist es sicher sinnvoll und für viele eine gute Lösung - für mich eher nicht.
Mein Gedankengang zum Thema Beläuftung/Luftfeuchte war, dass Spiltklima ja entfeuchtet (im Normalfall), und daher nur Frischluft ein Thema ist, nicht aber Feuchtigkeit. Ich persönlich bin da quasi urdeutsch und stosslüfte :smiley: Gibt es nicht diese Be/Entlüfter, die alle halbe Stunde die Richtung drehen? mhm, irgendwas hab ich da mal gesehen

Bisher bin ich reiner Theoretiker. Aber meine erste Splitklima kommt hoffentlich im Januar. Ich habe mich für die hier (https://www.kaeltebringer.de/products/split-klimaanlage-kbo12-r290?variant=54529278345484) entschieden, weil die im November nur 640 Euro gekostet hat und damit deutlich billiger als fast alle anderen.

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Gibts, aber ist wohl eher ein Kompromiss, aber wenn für ne zentrale Anlage brauchts schon etwas Platz, das stimmt.

die braucht viel platz aber das meiste hängt eh an der decke so kann man alles platzsparend unterbringen

Es gibt auch tolle dezentrale mit Zweirohrsystem, die einen Raum kontinuierlich durchströmen und gute Feuchte- und Wärmerückgewinnung haben und trotzdem simpel und bezahlbar sind, z.B. Zehnder ComfortAir70. Kann ich nur empfehlen! Abwechselnd rein / Rausblasen ist Schrott!

Zehnder_CSY_Dezentrale_Geraete_BRO_DE_de.pdf (2,8 MB)

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