Split-Klimaanlage - Das eskalierte aber schnell

Hallo :waving_hand:

ich heiße Marlon und bin neu hier. :grinning_face:

Tja, eigentlich wollte ich mir die ganze Recherche auf Webseiten und in Foren sparen, wofür ich eigentlich Fachbetriebe zu rate ziehen wollte, aber nun ist es doch anders gekommen.

Bilder:

Meine Eltern wohnen in einem 60er Jahre Fachwerkhaus und sind nun ü70.
Daher wollte ich die beiden Holzöfen gegen Palletöfen ablösen. Für fast 7.000€ hätte es aber nur einen Ofen im Erdgeschoss geben.
Da man auch mit Split-Klima heizen kann, habe ich mir dazu ein paar YouTube Videos angeschaut und entsprechende Fachbetriebe lokal und auf My-Hammer beauftragt mir Angebote zu schicken.

Das erste Unternehmen war schnell vor Ort und gab für 7000 - 7500€ ein Angebot ab z.B. für ein Argo Außengerät 15,5kW mit zwei Innengeräte. Alle anderen Angebote waren ähnlich und unterschieden sich eigentlich nur bei den Herstellern der angebotenen Geräte.

Letzte Woche war ein weiterer Anbieter da. Mit diesem hatte ich noch mal ausführlich das Konzept vom Haus besprochen, dass dieses mit Holzöfen in der Küche und im Schlafzimmer beheizt wird und somit auch angrenzende Räume mitversorgt werden. Was gerade im Winter für das Badezimmer wichtig ist, da dort Wasserleitungen sind. (Standort: Westerwald)
Der Anbieter schwenkte daraufhin von einem großen Außengerät zu drei Split-Klimaanlagen mit jeweils 3.5kWh um. Die 3.5kWh Geräte waren mein Wunsch, da es im Westerwald auch mal richtig kalt werden kann und auch eine KFW Förderung mit 30%+20% Angeboten wird, wodurch die alte Heizung (Holzofen) ersetzt wird. Somit wäre Heizen im Winter ausschließlich mit den Klimaanlagen möglich.
Das Konzept hat sich gut angehört, da Split-Klimaanlagen einen besseren SCOP haben und somit auch energieeffizienter sein sollen. Ein Gerät sollte im 1. Stock, im Schlafzimmer, platziert werden und zwei im Wohn- / Esszimmer. Wobei der Luftstrom vom Gerät im Esszimmer in die Küche / Bad gelenkt werden soll.

Ich wollte Fair sein und habe daher alle anderen Unternehmen darüber informiert, dass ich das Angebot mit den drei Split-Klimaanlagen bevorzuge und somit jeder sein Angebot anpassen könnte. Ein Besuch vor Ort wäre natürlich vorher möglich.

Die Reaktion auf meine E-Mail war dann doch sehr verwunderlich.
Viele Unternehmen haben sich gar nicht mehr gemeldet.
Ein Unternehmen hat sein Angebot angepasst aber darauf hingewiesen, dass man nur ordentliche Klimaanlagen anbieten würde und eben keine "FUJITSU AIRSTAGE ASEH12KGTG Deluxe-Wandmodell 3,4 kW Set".
Ein weiteres Unternehmen warnte mich vor dem Angebot, da wolle nur jemand schnelles Geld machen und das Haus könnte man so weder kühl noch warm bekommen und schon gar nicht im Winter bei -20Grad.
:sweat_smile:

Jetzt sind von ca. 10 Unternehmen noch zwei übrig und mit Angeboten über ca. 8.500€ für Geräte mit Montage und dem freundlichen Hinweis von Anbietern die ausgestiegen sind, dass diese Geräte das Haus weder ordentlich kühlen noch heißen werden.

Was sagt Ihr dazu?

Danke für eure Hilfe!

Grüße
Marlon

Bei -20 Grad sind schon sogenannte "Nordic" Varianten angesagt, die auch bei so tiefen Temperaturen noch vernünftig arbeiten. Von Fujitsu hab ich bei Klimaanlagen hier auch noch nichts gehört und wäre da eher spektisch. Hast Du da entsprechende schriftliche Angaben zu erhalten/Datenblätter?

1 „Gefällt mir“

Im Angebot stehen folgende Daten:

Technische Daten
Kühlleistung
Minimal
0,9 kW
Nenn 3,4 kW
Maximal4,1 kW
sensibel bei innen 27 °C / aussen 35 °C2,8 kW

Heizleistung
Minimal0,9 kW
Nenn 4,0 kW
Maximal6,1 kW
Luftumwälzung
Kühlen700 m³/hHeizen700 m³/h
SchalldruckpegelKühlen19-40 dB(A)
Heizen21-42 dB(A)(Schalldruck gemessen im Freifeld bei 1m Abstand)
Schallleistungspegel 58 dB(A)

Kältemittel R32

Die -20Grad waren nur geschätzt..

Statistische Auswertung
Absolute Extremwerte
Kälteste gemessene Temperatur: -13,9°C (erreicht sowohl 2018 als auch 2021)

Mildeste Tiefsttemperatur: -6,0°C im Jahr 2020

Durchschnittswerte
Der Durchschnitt der jährlichen Tiefstwerte liegt bei -9,8°C über den betrachteten 11 Jahre .

Häufigkeitsverteilung extremer Kälte
5 Jahre wiesen Temperaturen unter -10°C auf

3 Jahre erreichten sogar Temperaturen unter -12°C (2016, 2018, 2021)

Klimatologische Einordnung
Die Region Westerwald/Hachenburg zeigt typische Merkmale eines gemäßigten kontinentalen Klimas. Der kälteste Monat ist traditionell der Januar mit durchschnittlichen Tiefsttemperaturen von -2°C . Die absoluten Tiefstwerte der Wetterstation Bad Marienberg zeigen, dass historisch bereits Temperaturen bis -13,9°C gemessen wurden .

Klimawandel-Trends
Interessant ist, dass trotz des allgemeinen Klimawandels in der Region noch immer sehr kalte Winter auftreten. Das Klimasteckbrief des Westerwaldkreises zeigt, dass die Wintertemperaturen in den letzten Jahren um +1,8°C gegenüber 1881-1910 angestiegen sind . Dennoch treten weiterhin extreme Kälteereignisse auf, wie die -13,9°C in den Jahren 2018 und 2021 belegen.

Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur im Westerwaldkreis liegt aktuell bei 9,1°C (1993-2022), was einer Erhöhung um +1,6°C gegenüber dem frühestmöglichen langjährigen Mittel entspricht .

Zusammenfassung
Im Westerwald/Hachenburg wurden in den letzten 10 Jahren maximal -13,9°C erreicht, während der Durchschnitt der jährlichen Extremtemperaturen bei -9,8°C lag. Die Daten zeigen, dass trotz der globalen Erwärmung weiterhin sehr kalte Winterperioden auftreten können, wobei etwa die Hälfte der Jahre Temperaturen unter -10°C verzeichnete.

1 „Gefällt mir“

Daraus kann man leider nicht schließen, welche Leistung man bei tiefen Temperaturen noch bekommt oder das Teil im worst case die Löffel streckt und sich abschaltet. Mal schaun, ob sich hier jemand meldet, der da mehr Ahnung hat, wo man die Infos ggf. finden könnte und das Gerät als solches einschätzen kann. Würde den Anbieter trotzdem mal fragen, welche Heizleistung die Teile bringen, wenn es draußen -10 oder -15 Grad hat.

1 „Gefällt mir“

Die -13,9 sind nur die halbe Information. Ist das nur für einen Tag ist das unkritisch und muss nicht groß berücksichtig werden. Der Grund ist einfach die Masse des Gebäudes kühlt so schnell nicht aus. Zwei oder drei Tage mit den tiefen Temperaturen sind für die Auslegung entscheident.

2 „Gefällt mir“

Danke, ich schau Mal, ob ich noch mehr Informationen finden kann. Die KI Recherche gibt diese Information aus:

Durchschnittliche Wintertemperaturen im Westerwald bei Hachenburg

Die Winter im Westerwald rund um Hachenburg sind geprägt von mäßig kalten bis sehr kalten Temperaturen, häufigem Niederschlag und teils schneereichen Perioden. Die wichtigsten Durchschnittswerte für die Wintermonate (Dezember, Januar, Februar) lauten:

Monat Tageshöchstwert (°C) Tagestiefstwert (°C)
Dezember 6 1
Januar 5 -1
Februar 6 -1

Typische Wintertemperaturen

  • Tagsüber bewegen sich die Temperaturen meist zwischen 5 und 6 °C.
  • Nachts sinken die Werte im Schnitt auf 1 bis -1 °C ab[1][2].
  • Die kältesten Nächte liegen regelmäßig unter dem Gefrierpunkt, wobei -1 °C als Durchschnittswert für Januar und Februar gilt[1][2].
  • Die mittleren Wintertemperaturen (Mittel aus Tageshöchst- und Tagestiefstwerten) liegen somit um die 2 bis 3 °C.

Klimatische Einordnung

  • Die Winter sind im Westerwald „mäßig kalt, ausgedehnt und teilweise schneereich“[3].
  • Aufgrund der Höhenlage und Windexponiertheit kann es zu rauem Klima mit häufigen Frostnächten kommen[4].
  • In besonders kalten Wintern werden auch deutlich tiefere Temperaturen gemessen, aber die Durchschnittswerte bleiben im genannten Bereich.

Zusammenfassung
Im Winter liegen die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen im Raum Hachenburg bei etwa 5–6 °C, die nächtlichen Tiefstwerte bei 1 bis -1 °C. Die mittlere Wintertemperatur beträgt rund 2–3 °C.

Recherchiere doch besser bei einem Wetterdienst deiner Wahl statt einer KI die falschen Fragen zu stellen.

4 „Gefällt mir“

Da kannst du sogar Tageswerte der Vergangenheit abrufen.
Hier für Ffm Flughafen

2 „Gefällt mir“

oder direkt hier die passenden Daten zur Auslegung abrufen. NAT wurde dafür extra ausgewählt.

5 „Gefällt mir“

Danke, jetzt habe ich ein 42 Problem.
Ich kenne die Antwort aber wie lautet die Frage dazu :grin:

Da ich ein Neuling auf dem Gebiet bin, bekomme ich zwar Daten zur PLZ 57644 aber was genau fange ich damit an?

Wie kann ich damit nun feststellen, ob die angebotene Split-Klimaanlage passt? :person_shrugging:t3:

Im Prinzip ist das ganz einfach.

Die zu installierende Klimaanlage muss mindesten die Wärmemenge liefern die das Haus an einem kalten Tag verliert.

Was die Klimaanlage liefern kann kannst du aus den Angaben des Geräteherstellers herauslesen.

Und nun kommt das was schwierig ist. Du must die Wärmeverluste des Hauses ermitteln. Dafür gibt es auch im WWW verschiedene Seiten mit denen man das abschätzen kann.

Alternativ ist eine Heizlastberechnung durchführen zu lassen.

1 „Gefällt mir“

Also NAT ca. -10°C.
Dann kann man recherchieren, was die Anlagen bei -10°C noch bringen und du musst herausfinden, was deine Heizlast bei -10°C ist.

1 „Gefällt mir“

Ah, OK.
Wenn ich mich richtig erinnere, dann muss ich bei einem Altbau mit 150W pro qm rechnen.
Erdgeschoss: 51qm * 150Watt = 7.650Watt

Die Nennleistung liegt bei 4kW
Und max. 6.1kW
Zwei Geräte sind im Wohn-/Esszimmer geplant, was 8-12.2kW entspricht.

Ich habe aber auch Werte nach Baujahr von 117W/m² gefunden.

  • 51 m² × 117 W/m² = 5.967 W ≈ 6 kW
    1. Stock 2,84 - 5,7kW (Schlafzimmer / komplett)

Aber da liege ich wohl wieder falsch? :person_shrugging:

Wie sind die Aussenwände aufgebaut.
Was für Fenster sind vebaut.
Ist die Hülle dicht oder zieht es

Dann kann man hergehen und suchen was die Wärmedurchgangszahlen für die Bauteile sind.
Und mit den Daten anfangen zu rechnen.

Grobes abschätzen und erinnern sind Methoden die entweder zu zu großen Anlagen führen oder man erinnert sich das es mit dem Holzofen früher warm wurde.

Und damit es nicht zu einfach wird @Westerwald ist die Leistung abhängig von der Außentemperatur und leider liefert die Splitklima weniger maximale Leistung bei niedrigen Temperaturen.

Hab mal bischen gesucht für Dich:

Demnach gehört als Außengerät ein AOEH12KGCG dazu

Seite 11 für Model ASEH12KGTG mit max 6.1 kW bei 7 Grad außen/20 innen bleiben bei -10 Grad 3.83 und bei -15 Grad 3.36 kW maximale Leistung.

Vielleicht mags noch jemand gegenlesen.

Hab mich mit diesen Verläufen bislang nicht so im Detail beschäftigt, weil bei uns nur die Verteilung der Wärme im Haus ein Thema ist, nicht die Leistung.

1 „Gefällt mir“

Hast du nicht bisherige Verbräuche des Hauses? Die sind immer sehr hilfreich.

Wo du die 150 W/m² hergezaubert hast, erschließt sich mir jetzt auch nicht. Selbst wenn das ein Daumenwert wäre, ist das zu ungenau.

Es lohnt sich, hier im Forum umzuschauen und einzulesen. Hier die zentrale Seite:

3 „Gefällt mir“

Danke, sehr informativ und nützlich

Aus meiner Sicht ist bis auf die Alpenregion in Deutschland keine gesonderten Nordic-Varianten von Klimas notwendig da in den meisten Gebieten es sowieso keine dauerhaften -10 °C mehr gibt. Für die wenigen Tage an denen es doch auftritt und die Heizleistung der Klimas wirklich nicht mehr ausreichen sollte kann man sich ja punktuell mit mobilen Infrarotheizungen aushelfen. Diese sind relativ kostengünstig und können genau dort platziert werden wo die Wärme dann gebraucht wird. Für wenige Betriebsstunden im Jahr halten sich die Verbrauchskosten auch in Grenzen.

Ein Hybridmodell aus Klimas, welchen die Grundwärme machen und IR-Platten welche an sehr kalten Tagen für einen begrenzten Zeitraum die Spitzenwärme bringen ist aus meiner Sicht ein nicht so ganz verkehrtes Modell, gerade aus Kosten- und Nutzensicht.

3 „Gefällt mir“

Danke

Meine Idee war, dass man mobile Gasöfen benutzen könnte. Die produzieren zwar Feuchtigkeit aber die Klimaanlage wirkt dem entgegen.