Wie schon im Titel beschrieben möchte ich mein kleines Gewächshaus mit tropischen Pflanzen (~ 8m² nutzbare Fläche, Aluminiumrahmen, 16mm Wärmeschutz-Doppelverglasung) im Herbst/Winter/Frühjahr mittels Split-Klimanlage kostengünstig beheizen, so dass dauerhaft 15 Grad erreicht werden. Das Gewächshaus steht auf einem Streifenfundament mit 50cm Höhe, welches von außen mit 5cm XPS versehen wurde. Das Innenvolumen des Gewächshauses beträgt ca. 17m³. Ich würde es im Winter zusätzlich innen (oder aussen) mit Noppenfolie auskleiden.
Nun bin ich bei der Auswahl einer geeigneten Klimanlage etwas überfordert. Ich lese viel positives über Daikin, blicke aber bei deren verwirrenden Modelbezeichnungen überhaupt nicht mehr durch.
Ich hatte schon einmal eine Dakin FTXM25 mit R32 ins Auge gefasst. Diese scheint über italienische Shops vergleichsweise günstig zu er erwerben sein. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob ich hier im Großraum Hamburg jemanden mit Kälteschein finde, der mir die selbst gekaufte Anlage gegen einen schmalen Taler anschließt.
Nur im Notfall würde ich mich an eine DIY Installation wagen. R290 Anlagen sind aufgrund der Explosionsgefahr in Verbindung mit dem kleinen Volumen meines Gewächshauses vermutlich keine Option.
Hat hier jemand ähnliches schonmal versucht oder kann mir Tipps für die Geräteauswahl geben?
Ja FTXM oder in Italien glaube ich noch etwas günstiger, die ATXM. Das wären beides schon sehr gute Anlagen. Daikin ist auch günstig, weil du da bei den meisten Geräten überhaupt auf deine 15 Grad mit der Soll-Temperatur runter kommst. Andere Hersteller kommen da oft nicht unter 18 Grad (z.B. Mitsubishi Heavy).
Deutlich günstiger wäre noch die ATXD, die allerdings etwas öfters mal abtaut, als nötig.
Und klar, man könnte es auch mit einer Billiganlage um 399 Euro umsetzen, kostet dann mehr im Verbrauch (20-30%) und die sind oft auch etwas lauter vom Außengerät.
Bei so einem winzigen Gebäude solltest du vor allem die kleinst mögliche Klimasplitt auswählen. Also maximal 9000BTU. Selbst die wird noch viel takten, was den effektiven Wirkungsgrad verschlechtert.
Ach ja, und paß auf, das die Klima auch so tief heizen kann. Viele haben 16°C als Mindestheiztemperatur. Oder, was auch nichts hilft, eine Fostschutzeinstellung bei genau 8°C.
Ja, 9000 BTU max. hatte ich mir auch schon gedacht und dann eben eine Anlage die gut herunter modulieren kann. Die Daikin sollte auch auf 10 Grad soll einstellbar sein und insofern passen..
Klimaanlagen entfeuchten im Kühlbetrieb die Luft. Wie ist es im Heizbetrieb? Wird da die Luftfeuchtigkeit auch reguliert und passt das zu deinen Pflanzen?
Ne, wo sollte das Wasser dafür auch innen herkommen. Bei Kühlung kondensiert sie an der kalten Wärmetauscherfläche. Beim Heizen kondensiert und ggf. friert am Außengerät Wasser, daß dann wieder abgetaut werden muß. Insofern ist es dann wieder symmetrisch.
Ja, genau so. Muss vor allem tief runter modulieren und das können die A+++ Geräte typisch am besten. Die kommen teils bis 90W beim Heizen runter. Meine billige Daikin ATXF kommt typisch so bis 170 W runter.
Genau, ich sehe darin auch erst einmal kein Problem. Das Gewächshaus hat innen zwar (noch) offenen Boden, aber gegossen wir im Winter nur noch punktuell und ab und an lüften muss man ja trotzdem.
Das ist ja ein wirklich guter Wert für ein derart günstiges Gerät. Das von mir ins Auge gefasste A+++ FTXM Gerät kostet ja eher ~1000€. Ist natürlich die Frage wie schnell sich die Mehrausgabe durch weniger Stromverbrauch amortisiert.
Beide Werte entsprechen nicht der tatsächlichen Dauerleistungsaufnahme. Beide Geräte beschleunigen langsam und schrittweise. Die Mindestleistungsaufnahme des FTXF beträgt 200 W, während sie beim ATXD/RXM-R bei etwa 150 W liegt.
Gewächshäuser brauchen im Winter viel Energie. Effizientes Heizen rentiert sich da erstaunlich schnell.
Ich habe in meinem Gewächshaus (wegen 2 abgetrennten Temperaturzonen 15°C und 8°C) eine Daikin Dual Split, Perfera Serie. Das funktioniert recht gut, beim Abtauen der Aussenanlage habe ich durch das geringe Luftvolumen je Innengerät sehr deutliche Temperaturabfälle- aber das geht nun mal mit dieser Anlage physikalisch nicht anders.
Generell ist das Projekt aber ein voller Erfolg, im Vergleich zu üblichen Gewächshausheizern ist die Stromersparniss enorm und die Anlage ist nach dem ersten Winter rentiert.
Da scheint es widersprüchliche Erfahrungen zu geben. Hab schon von Leuten hier gelesen, die stundenlang im Bereich 100 W hatten.
Was ich vermute: Es hängt an der Soll-Temperatur. Das hat man bei vielen Herstellern, also z.B. bei Soll von 18 Grad moduliert sie deutlich tiefer als bei 22 Grad. Vielleicht kommen daher die unterschiedlichen unteren Modulationsgrenzen, die berichtet werden.
man weiß nicht wie hoch die PV Leistung im Winter ist, bzw. mit was sich die SplitKlima fürs Gewächshaus die Produktionsmenge teilen muss. Und Strom aus dem Netz ist halt teuer. Da ist vielleicht auch eine Gasflasche mit Brenner günstiger. Zumal der Anschaffungspreis deutlich besser ist.
Ich habe ein Gewächshaus von 27m³ Grundfläche mit warmer/temperierter Abteilung mit Schiebezwischentür. In jeder Abteilung gibt es einen dauerlaufenden Lüfter.
Bis vor 2 Jahren war das an die Haus-Gasheizung angeschlossen über eine unterirdische ~ 6m lange schlecht isolierte Leitung als eigener Heizkreis. Die Folge waren hohe Verbräuche (durch die”Weltraumheizung”).
November 24 habe ich zusätzlich die kleine Daikin Nepura mit Perfera - Innengerät im Warmabteil installiert bekommen und habe den Heizkreis deutlich abgesenkt. Die Einsparungen waren deutlich, aber nicht überwältigend.
Im Folgewinter habe ich bei geöffneter Zwischentür den Heizkreis der Gasheizung vollständig geschlossen, nur die wenigen Male, wo es auf -7° runterging, leicht geöffnet. Der Verbrauch liegt bei maximal 15kWh pro Tag.
Allerdings ist die Temperatur in der Warmabteilung 2X während untypischer 2-maliger Abtauung innerhalb einer Stunde auf ~10° kurzzeitig gefallen. Der Heizkreis war an dem Tag bei -4,5° Außentemperatur nicht aktiv. Normal war Abtauen maximal alle anderthalb Stunden. NAT ~ -8°.
Auf dem Heizungsdiagramm steigt die Leistung langsam an. In beiden Fällen von 15:40 bis 16:40 Uhr und von 17:05 bis 18:30 Uhr. Genau wie bei meinem FTXF.
Das klingt ja schon sehr spannend! Welches Gerät hast du für welche Gewächshausgröße bzw. Fläche genommen und wie ist es bei dir isoliert? Sollte der Temperaturabfall durch das abtauen zu groß werden kann man ja noch einen Heizlüfter per Thermostat zuschalten damit Grenzwerte nicht unterschritten werden.