Split-Klima Planung Haus

Hallo Zusammen,

nun muss ich auch mal eure Schwarm-Erfahrungen anzapfen.

ich kernsaniere gerade mein kleines Haus und möchte ausschließlich mit Klimageräten heizen. Nachfolgend findet ihr die wichtigsten Daten.

Reihenmittelhaus, BJ 1929, Standort NRW
Heizlast Haus gesamt (NAT -7,5°C): 5,2 kW

Heizlast der mit Klimaanlagen zu beheizenden Räume:

Küche (13,3 qm): 1,24 kW (NAT -7,5°C); 0,71 kW (16°C)
Wohnzimmer (20 qm): 1,22 kW (NAT -7,5°C); 0,29 kW (16°C)
Arbeitszimmer (16,5 qm): 1,20 kW (NAT -7,5°C); 0,61 kW (16°C)
Schlafzimmer (14,7 qm): 0,97 kW (NAT -7,5°C); 0,39 kW (16°C)

Mein Haus ist nur 5 Meter breit, deswegen tendiere ich aufgrund des beschränkten Platzes zu 2 Multisplitgeräten. Aktuell habe ich dieses Setup im Kopf:

2x2MXM40 mit jeweils 2xFTXM20A (alternativ CTXM15A)

Logistisch macht es eigentlich nur Sinn Küche + Arbeitszimmer (liegen beide in der vorderen Hälfte des Hauses) zusammen für ein Außengerät zu nutzen und Wohnzimmer + Schlafzimmer (sind beide im hinteren Teil des Hauses) zu nutzen. Wenn man aber die Heizlasten betrachtet (vor allem im Übergangsbereich) macht es mehr Sinn Küche + Wohnzimmer und Arbeitszimmer + Schlafzimmer zusammenzufassen.

Die Räume sind alle rechteckig, es gibt keine Verwinkelungen.

Ich habe bedenken, das die Räume zu klein und die Heizlasten zu niedrig zum Beheizen mit Klimageräten sind.

  • Zu welchen Innengeräten würdet ihr mir raten?
  • Werde ich Probleme mit Takten in der Übergangszeit bekommen?
  • Gibt es allgemein Erfahrungen was das Heizen mit kleinen Räumen betrifft? Mir ist Komfort sehr wichtig und ich möchte vermeiden, dass die Geräte immer nur kurz anlaufen und dann wieder ausgehen.
  • Welche Räume sollte ich zusammenfassen? Macht es überhaupt Sinn zwei Räume mit unterschiedlichen Heizlasten zu kombinieren?

Dake und Gruß!

Colio

Moin, zum Heizen kann ich das Stylish Wandgerät oder die Perfera Truhe empfehlen.

Wäre es nicht möglich bei dir eine 4er Multi zu nehmen?

Dann wäre das Gerät etwas besser ausgelastet.

Kleiner als die 40er Baugröße gibt es nicht.

Falls du kühlen willst, solltest du mal mit dem Klimarechner von Klimaworld nachrechnen, was du da an Gerätegrößen bräuchtest.

Da ist das kleinste Modell die 4MXM68, die moduliert maximal bis ca. 400 W runter, die Kombination 2x 2MXM40 ist da wesentlich besser, die moduliert deutlich weiter runter.

Würde mal sagen, egal wie du kombinierst, die 2MXM40 scheinen dafür ziemlich optimal zu sein.

Die kommt bei -7°C auf ca. 2,8kW Heizleistung. Da hast dann noch gut Reserven und mit einer Heizleistung von 0,7kW bei 12°C passt die auch von der Modulation gut rein.

Genau so.

Besorg dir noch 4x Faikout-Module für die Steuerung ohne Cloud.

Die 2MXM40 kommt damit klar. Wenn die Räume in der Übergangszeit nicht ao viel Wärme brauchen, geht sie zwischendurch einfach aus. Das hält die aus.

Bloß keine 4er Multi. Die 2MXM40 ist super für dich geeignet, moduliert sehr weit runter und es ist fast egal, welches IG du nimmst. Die sind ja eh fast baugleich in einer Serie. 2kW sollte aber reichen, insofern würde ich die auch nehmen.

Bei der Kombi aufpassen, dass Nachts, wenn du im SZ nich heizen willst, auch kein anderes IG am gleichen AG laufen muss.

Wie ist der Wandaufbau? Ungedämmte Fassade?

Danke für die zahlreichen Tipps.

Truhengeräte finde ich zwar sehr interessant, möchte ich aber aus Platzgründen nicht verbauen.
Die Außenfassade ist ungedämmt, nimmt aber aufgrund der geringen Fläche (da Reihenmittelhaus) keine große Stellung ein. Hinten am Haus kommt ein Anbau hin (Wohnzimmer), der einen modernen Dämmstandard haben wird (U <= 0,24). Die größte Fassadenfläche nehmen Arbeitszimmer und Küche ein (vordere Hausseite).

Die Faikout Module klingen interessant, das hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Ich hatte sowieso vor die Anlagen in Home Assistant einzubinden, das eröffnet neue Möglichkeiten. Kann ich damit zum Beispiel die Anlage sanfter anlaufen lassen wenn ich zb von 18 auf 22 grad heizen will? Mir wäre es lieber wenn die Anlage sanft und konstant läuft anstatt direkt auf höchste Lüfterstufe zu gehen um danach wieder abzuschalten (takten).

Ja, das geht damit ganz gut.

Man kann die Anlagen z.B. in der Leistungsaufnahme drosseln (Stichwort: Bedarfssteuerung) und, wenn man es so weit treiben will zusätzlich eine Delta-Temperatursteuerung machen (die Perfera-Innengeräte gehen aus, wenn die Differenz zwischen eingestellter Solltemperatur und von den Anlage im Innengerät gemessenen Ist-Temperatur bei +4K ist. Mit den Faikout-Modulen und z.B. HomeA kann man das Delta wunderbar auf 3 oder 3,5K halten, sodass die Anlage auf ganz kleiner "Flamme" 24/7 vor sich hin werkelt. Die 2MXM40 geht dann beim heizen bis ca. 120W runter.

Perfekt, so habe ich mir das vorgestellt. Dann werde ich das mal so in Angriff nehmen.

Während der Planung ist noch eine Frage aufgekommen.

Wie genau habt ihr das Ableiten des Abtau-Wassers gelöst? Die beiden Außengeräte werden bei vor dem Haus auf zwei separaten Fundamenten montiert (keine Wandkonsole!). Die Gruben wollte ich nach dem Setzen der Fundamentsteine mit Drainage-Kies 16/32mm auffüllen.

Reicht das aus für das Tauwasser, welches beim Abtauen im Heizbetrieb entsteht? Ich habe extra noch mal ins Installationshandbuch geschaut, da steht zu dem Thema kein klarer Hinweis. oder wird das Wasser in einer Wanne gefangen und ich muss das über ein Rohr ins Abwasser abführen?

ich persönlich finde die bodennahe Montage bei LLWPs nicht optimal. Es läuft im Winter viel Tauwasser ab, und bei starkem Frost gefriert das am Boden, trotz Kies. Dann wachsen die Eiszapfen hoch. Je höher das AG hängt, um so besser - finde ich. Warum nicht simpel mit einer Wandkonsole?

Ich will nach Möglichkeit Vibrationen auf die Gebäudehülle vermeiden, deswegen plane ich mit der Montage auf dem Boden. Die Installation per Wandkonsole wäre natürlich einfacher.
Fällt bei einer LLWP den soviel mehr Wasser an als bei einer LWWP? Die stehen ja üblicherweise immer auf einem Fundament mit Kiesbett und/ oder Kondensatablauf.

ich habe keine LWWP, aber die meisten haben da wohl einen E-Heizstab für die extrem kalten Tage. Die LLWPs haben so was nicht, die tauen dann halt sehr oft ab. Bei feuchtkaltem Wetter laufen da durchaus mal zig Liter Wasser raus in wenigen Tagen. Zu der LLWP Frostproblematik gibt es hier lange Threads jeden Winter.

Was für eine Wand? Wenn das nicht gerade Holzrahmenbau oder ähnlicher Leichtbau ist, gar kein Thema. Vorausgesetzt korrekte Montage und hochwertige LLWP.

Die Wand, die für die Wandmontage in Frage kommen würde, ist eine 30qm geziegelte Außenwand, ca 100 Jahre alt.

Selbst bei einer Wandmontage würde ich ein Kiesbett herstellen müssen, da sich derzeit Gehwegplatten am Aufstellungsort befinden und das Wasser ja so oder so irgendwo hin muss.

Ich habe unter meine Aussengeräte grosse Plastikwannen druntergestellt. Das machen hier wohl einige so. Muss man je nach Wetter alle paar Tage mal ausleeren, aber nach einigen Versuchen bin ich bei der Methode gelandet und geblieben.

Im Grunde ist es genauso, wie bei LWWP. Kiesbett sollte reichen. Pro Tag kannst du schonmal 10-20 Liter Wasser haben, aber die sollten gut wegsickern.

Was dir immer passieren kann: Das das Wasser im Kiesbett friert und dann immer mehr Eis in Richtung Bodenwanne der Anlage hochwächst. Kennen die Leute mit LWWP ja auch. Insofern sorge für etwas Abstand zum Boden.

Hängt aber auch alles davon ab, wie das Klima bei dir ist. Was ist denn die Normaußentemperatur?

Moin,

Von der Wanmontage würde ich auch abraten, auch bei normal gemauerten Wänden kann es zu Übertragungen kommen.

Es gibt für die Bodenkobsolen extra Erhöhungen, damit Eis und Schnee nicht so schnell zum Gerät hochkommen.

Ein einfaches Kiesbett reicht da auch aus.

Das hab ich mal für ein Splitgerät gebaut.

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Ein einfaches Kiesbett reicht nicht aus. Der Kies wird bei Frosttemperaturen jene Temperaturen haben. Dann friert das Abtauwasser am Kies fest. Wird zu einem Hügelchen und reicht dann bis zum Gerät. Das KANN vorkommen. Muss nicht.

Danke für die Rückmeldungen.

Genauer wegen dieser Uneinigkeit im Netz habe ich noch mal nachgefragt, bei dem Thema scheinen die Meinungen ja weit auseinander zu gehen.

@roterfuchs
Wie genau müsste das Kiesbett denn aus deiner Sicht ausgeführt werden?

die NAT ist -7,5°C.

Mh, ich habe mich nicht genau ausgedrückt. Ich bezweifel generell, dass ein steinerner Boden hilfreich ist, egal wie er beschaffen ist, weil der sich bei Frost zu sehr abkühlt und das Wasser dann auf diese kalten Steine trifft und gefriert. Ein Ableiten an eine Stelle, an der es dann sich auch sammeln und so einem Eisklumpen werden kann wäre besser. Also Kork,EPS,XPS-Platte und dann irgendwohin, wo evtl. Eis nicht stören würde. Die Dämmplatte weil diese sich zwar bei Außentemperaturen abkühlt, sie aber vom Kondensat mit sagen wir mal +5°C keine Eisschicht bilden würde, weil zwar die Oberflächentemperatur der Dämmplatte niedrig ist, aber durch das fließen und nachströmen von "warmen" Wasser nicht genügend Energie vom Dämmstoff weg transportiert wird und die Oberfläche durch die Flüssigkeit schnell erwärmt wird. Dann gefriert es an jener Stelle, wo man es hinleitet zu nem Block.

Aber eben nicht unter der Wärmepumpe. Oder mit nem Rohr oder dergleichen hätte ich die Befürchtung, dass das bei Minustemperaturen sofort an der Rohrwand festfriert, weil Rohre auch eine Masse haben und so durch Verengung das Abtauwasser nicht mehr abfließen kann.

Sucht mal im Internet nach so Eisblöcken unter Wärmepumpen. Das ist nicht selten. Manchmal entstehen dann auch Stalagmiten und Stalagtiten. Die Wärmepumpe sollte das gesamte Kondensat an EINEM Punkt ablassen weil dann "viel" fließt und einigermaßen warm ist. Je mehr das verteilt wird, umso schlechter.