Hi zusammen,
angefragt war ein Klimaanlagen-System zum Kühlen, das aber auch heizen kann.
EFH Bj ~1960, ca. 130qm Wohnfläche: Wohn-Ess-Zimmer 60qm im EG, 3 Schlafzimmer 15-20qm im OG. Anbieter aus Langenhagen, der folgende zwei Angebote im Mai 2025 erstellt hat:
Angebot 1:
3x Daikin Stylish FTXA 20 CW á 1100€ netto
1x Daikin Stylish FTXA 50 CW á 1500€ netto
1x Daikin Außengerät 5MXM90A á 4000€ netto
Kernbohrungen Außenwand 3x 60€, 4x Trockenbau á 30€
Leitungen und Konsolen für 4200€
Inbetriebnahme 300€
Gesamtpreis 13500€ netto, 16100€ brutto.
Angebot 2:
3x MHI SRK 20 ZS-WF á 780€
1x MHI SRK 50 ZS-WF á 1060€
1x MHI Außengerät SCM 100 ZS-W á 4220€
Kernbohrungen Außenwand 3x 60€, 4x Trockenbau á 30€
Leitungen und Konsolen für 3700€
Inbetriebnahme 300€
Gesamtpreis 11970€ netto, 14250€ brutto
Elektrik jeweils bauseits zu stellen.
Nach meinem Verständnis greift hier §14a EnWG, der bei unserer alten Elektroinstallation einen neuen Zählerschrank nach sich zieht, was die Gesamtkosten Richtung 20TEUR treiben würde.
EFH, 60-70m², ein großer Raum (Wohnzimmer+Küche) und zwei 9m²-Schlafzimmer sollen klimatisiert / beheizt werden. Die Anlagen sollten primär zum Heizen angeschafft werden.
Der örtliche Handwerker bietet an:
2x Multi Split TCL MT2730 + SN12F2S0 + SN18F2S1 á 1150€ → 2300€
Montagezubehör nach Bedarf, geschätzt → 1500€
Montage → 435€
Aufpassen. Wie weit ist es zu den Räumen? Evtl. längere Kältemittelleitungen. Diese installieren, nachfüllen, Kabelkanal etc. Kann schon was ausmachen. Halterungen der Klimas außen an der Fassade etc. pp.
Der Handwerker neigt aber auch bei anderen Schätzpositionen zu Großzügigkeit – wahrscheinlich wird es am Ende günstiger.
Die Montagezeit ließe sich m.E. mit Quick-Connect erklären. Die Leitungswege sind recht kurz und alles am Bungalow leicht zugänglich. Dünne Holzaußenwände erleichtern außerdem die Kernbohrungen (die allein würden bei anderen Firmen schon mehr als 435€ kosten).
Profis nehmen normalerweise nie Quick-Connect, die haben auch so einige Nachteile. Allerdings sind sie auch recht teuer, das erklärt etwas die hohen Materialkosten.
Etwas konstatiert habe ich heute das Angebot meines Installateurs zur Kenntnis genommen. Es geht um 5x Singlesplit. Einfache Installation ohne große Leitungslängen. Elektrische Leitungen schon vorhaben und die Anfahrt dauert max 15min. Es handelt sich um Mitsubishi R290 Anlagen die zugegeben recht teuer sind, aber trotzdem…
Übrigens scheint es seitens des Installateuers keine Unterstützung bzgl. Bafa-Antrag zu geben.
Autsch, wirkt wie ein Abwehrangebot. Ich würde die Kosten des Materials mal abziehen und schauen, was für die Installation dann übrig bleibt. Dabei die Split-Klimas ruhig 20% teurer bewerten, als Internetpreis, weil so günstig kaufen die Installateure oft nicht ein.
jap, ich finds auch fast unverschämt. Ich muss dazu sagen dass dieser Installateur eigentlich kein Mitsubishi verbaut, aber da ich mir explizit diese Marke gewünscht habe, und er nach eigenen Angaben da gute Kontakte hat, macht er wohl eine Ausnahme(?). Für gewöhnlich verbaut er Hisense und er hat mir (ungefragt) noch ein Hisense Angebot unterbreitet das bei 17k€ liegt….
Schon interessant, man liest ja immer wieder dass Fachbetriebe an solchen günstigen China Geräten keinen Service machen, weil man dafür keine Gewährleistung bieten will/kann etc. Zuletzt habe ich aber immer wieder gehört und gelesen, dass solche Geräte von Profis verbaut werden.
Ich finde, man sollte auch immer Verständnis für das Gegenüber (hier den Handwerker) aufbringen und sich darüber im Klaren sein, dass es meistens gute Gründe gibt weshalb es so ist - wie es eben ist.
Aber dennoch verdient man i.d.R. als Kunde / Auftraggeber keinen Cent mehr, weil man hier je Gerät ca. das 4,5 fache (!) ausgibt wie für ein alternatives (sehr gutes!) Gerät…
Und auch bzgl. Nutzung ergibt sich daraus ja keinerlei Mehrwert.
Bleibt dann am Ende ggfs. das gute Gefühl - damit die heimische Wirtschaft gestärkt zu haben. Wobei man aber gleichzeitig auch nicht genau weiß, wohin die Wertschöpfung dann letztlich wirklich fließt - denn die enormen Mehrkosten bleiben ja keinesfalls alle beim Handwerker hängen.
Bei mir überwiegt dann aber doch oft der Ärger darüber, ein Vielfaches vom eigentlich machbaren Preis ohne jeden Mehrwert gezahlt zu haben - weshalb ich mir das großteils abgewöhnt habe…
Wenn mir Geld aber völlig egal sein könnte, würde ich definitiv auch alles nur von A-Z von Firmen vor Ort kaufen und machen lassen. Aber eben nur dann wenn es egal wäre.
Aber leider… ist es da nicht.
Die Handwerker sind da oft wirklich in SEHR schwierigen Situationen - die am Ende oft eine Abweichung von (objektiv betrachtet) absurd teuren Kostenvoranschlägen für sie unwirtschaftlich machen.
Früher hatten wir Handwerker mal ein Gewissen. Leben und Leben lassen war das Motto.
Meiner Meinung und aus eigener Erfahrung, in vielen Betrieben ist in den letzten Jahren der Alte in Rente gegangen oder Schlimmeres, die Jugend hat übernommen und will nun Rendite sehen. Das neue Auto muss her, das schicke Eigenheim, Reisen will der neue Herr ja auch noch und die Mitarbeiter unterschreiben auch nur noch Arbeitsverträge mit absurden Lohnforderungen.
Hinzu kommen dann noch immense Ausgaben für von Herstellern vorgegebenen Prüf-/Messeinrichtungen, Software, Schulungen, u.u.u.. Da hängt dann noch mal so ein Rattenschwanz von “Mitverdienern” dran, man glaubt es kaum.
Der Sache wird man als Handwerker nur Herr, wenn man alle Leute entlässt und wieder selbst zum Werkzeug greift.
Und genau das ist der Grund, weshalb man gute und ihren Preis werte Handwerkerleistungen nur noch vom kleinen Einzelunternehmer mit seinem Gesellen bekommen wird. Sobald da mehrere Angestellte sind, ein Büro und Chefetage dazu kommen, sind humane Preise nicht mehr zu machen.
Mir ist nicht ganz klar, warum es “schlimm” ist, wenn man Rendite sehen will. Für Luft & Liebe begibt man sich ja nicht in die Selbstständigkeit, die ja auch durchaus ihre Nachteile hat. Und ein Auto, Haus und Urlaube finde ich auch absolut legitim. Wenn man sich das als selbstständiger Handwerker nicht leisten kann, stimmt meines Erachtens nach irgendwas an der Wirtschaftlichkeit des Betriebes nicht.