Wir haben eine doppelhaushälfte mit 110qm und Baujahr 1939. Aufgeteilt auf 3 Stockwerke und 6 Zimmer.
Fenster mindestens 40 jahre alt und komplett ungedämmt. Ich möchte nun ein Zimmer mit ca 12qm und eins mit 16qm, mit einer single Split-Klima heizen.
Wie kann ich rausfinden was ich an leistung brauche. Oder welches Geräte Ihr dafür empfehlen würdet. Wohnort ist Kaiserslautern.
Danke im voraus.
micha
Wenn Du damit jeweils eine Splitklima meinst, sollte das denke ich auch mit einem kleinen 2.5 kW Gerät funktionieren, bei den wenigen qm. Ggf. den aktuellen Heizbedarf mit einer Variante der “Schweizer Formel” in die Heizlast des ganzen Hauses umrechnen und dann entsprechend der Fläche aufteilen. Wenn es doch knapp sein sollte, muß man ggf. noch schaun, wie die Heizleistung des Geräts bei niedrigen Temperaturen ist (wenn das die einzige Heizquelle im Extremfall sein sollte, ansonsten ist der Angstzuschlag unnötig).
Ja, 2,5 kW sollte da optimal sein. Viel kleiner gibts eh nicht und die sind auch baugleich und größer wäre sehr wahrscheinlich zu groß.
Wir haben hier ähnliche Situation 16m mit 2,5kW und 10m² mit 2kW, wobei es da genaus die 2,5kW getan hätte. Die unterscheiden sich nur marginal in der Lüfterdrehzahl.
Ich gehe mal von Thermofenstern 2 fach Glas aus. Schau dir die aber nochmal genauer an, dass die ordentlich abdichten.
Ich habe nen Altbau von 1904 und hatte ähnliche Fenster. Da hat ein 2,5 kw Gerät für das Zimmer bis ca -5 Grad gereicht. Die paar Tage wo es kälter war, bekam ich das Zimmer nicht auf 20 Grad (immer so um die 18 / 19). Seit wir vorletztes Jahr die Fenster getauscht haben, war es letzten Winter kein Problem den Raum auf 22 Grad zu halten, als es -10 Grad waren. Waren nur 3 Tage aber immerhin.
@Stefanelo, Das ist super interessant für mich, da ich ein ähnlich lange gereiftes Haus besitze und keine Ahnung habe welche Heizlast anzunehmen ist. Könntest du mir sagen welche Größe der Raum hat (BxHxT) und wie die Außenwand aufgebaut ist? Vielen Dank!
Hallo
welche würdet ihr empfehlen und wo kann man sie günstig erwerben.
Aktuell hab ich folgende im Auge.
Midea Klimaanlage Oasis Plus 09 2,6 kW und
Mitsubishi Heavy Industries SRK 20 ZSX-WF/SRC 20 ZSX-W
Heizlastberechnung ist in solchen Häusern leider sehr schwer. Ich habe alles berechnen lassen und es stimmte leider nix. In zwei Räumen war es zu viel in einem anderen zu wenig. Ich hatte zum Glück erst ein Gerät gekauft und installieren lassen und damit Erfahrungen gemacht.
Der Raum den ich damit beheize ist 3,90 hoch und 4 x 5 m Bodenfläche. Er grenzt an zwei weitere Räume an, die üblicherweise nur zeitweise beheizt werden. Es sind Doppelglasfenster von 2023 mit u wert von 0,81 /m2. Das Zimmer heize ich mit 3,5 kw und es ist in der Übergangszeit zu viel, so dass das Gerät (4 er Split) häufiger taktet. In der Winterzeit passt es aber ganz genau. Ab -15 Grad wird es dann nur noch 20 Grad warm.(das ist das einzige was ich 3 Winter habe und schon bis -15 testen konnte). Die weiteren Räume wie Schlafzimmer und Küche habe ich mit 2,5 kw und auch 3,5 kw nach Berechnung eingebaut. Die 2,5 sind ok, die 3,5 für 50 qm 3,90 hoch sind bis 0 Grad ok, darunter zu wenig. Da werde ich noch ein zweites einbauen.
alle meinten das mit der Höhe der Decken sein ein Problem, aber ich heize weniger als ein Nachbar mit einem Haus aus den 60 ziger Jahren und Deckenhöhe 2,20. Zudem brauche ich so gut wie nie zu lüften, während er häufiger lüften muss wegen Feuchtigkeit.
Die Mauern sind zwischen 75 und 90 cm dick aus Zigel aussen und irgendwas was aussieht wie lehmmörtel mit Steinen gemischt und Ziegel innen.
Heute würde ich wohl ne Neptura nehmen, aber wenn die Winter wie die letzten werden reichen meiner Perfera voll aus. Wie gesagt. Bis -5 kein Problem, danach wirds in zwei Räumen schwierig über die 20 Grad zu kommen.
Als letztes Experiment habe ich vor 4 Wochen im Bad eine Klimasplit eingebaut (eine von den billigen Italienischen) die bisher brav läuft. Angeblich mögen die die Feuchtigkeit nicht. Werden wir sehen. Das Infrarotheizen letzes Jahr hat mich nur für s Bad 200 Euro gekostet.
Ich würde mir mal die Daikin anschauen. Die billigen laufen gut und die teureren sind unschlagbar von der Lautstärke der Innnengeräte. Die billigen sind die Aussengeräte nicht ganz leise, vor allem bei Vollast. Die teuren sind selbst dann leiser als die Mitsubishi vom Nachbarn.
Herzlichen Dank für deine sehr ausführliche Darstellung deiner Heizsituation!!!
Ich werde meine Anlage auf -10°C Außentemperatur auslegen und Innen 22°C anpeilen. Leider handelt es sich in meinem Fall um vier kleine Räume - der Größte hat nur 15m² Beim zusätzlichen Badezimmer habe ich gedacht auch nur einen Infrarotflächenstrahler zu benutzen, die Grundlast also durch die offene Tür zu erledigen. Meine Außenwände sind 38cm Ziegelwände plus einer Putzschicht.
@win hat in seinem Grundlagenartikel zur Heizlastbestimmung die Idee mit dem Heizlüfter skizziert. Das werde ich mal ausprobieren. Ich denke das sollte die besten Ergebnisse liefern, da die reale Situation gemessen wird.
Wenn ich mit meinen Überlegungen weiter bin, schreibe ich mal einen großen Artikel zu dem Projekt.
Ich habe erst berechnen lassen und auch Wins Methode ausprobiert. Hat leider bei mir nicht funktioniert, da der Heizlüfter nicht die Wärmemenge einbringt wie ein Split Gerät. Aber probieren kann man es ja.
Durch Türen heizen ist bei mir keine gute Idee gewesen. erstens war der Raum vor dem Bad dann recht feucht und zweitens kam nicht genug Wärme ins Bad und drittens wollte meine Frau das Bad deutlich wärmer haben als den nebenliegenden Raum
Wie geschrieben habe ich das Bad mit Infrarot betrieben, aber wenn es draussen Minusgrade hat, muss der durchbetrieben werden. Und das kostet sehr viel Strom
Vorteil ist allerdings, dass es Strahlungswärme ist und das als angenehm empfunden wird.
Im Grunde ist man da ja recht frei durch die passende Wahl der Außentemperatur. Wenn der Heizlüfter 2000W hat, dann einfach ein paar Tage im Winter heraussuchen, wo die Außentemperatur so ist, dass die 2000W Heizleistung passt. Viele Geräte kann man auch auf 1000W umschalten. Und man kann natürlich auch 2000W + 1000W kombinieren.
Was wirklich wichtig ist: Hinreichend gute Verteilung der Wärme. Viele Heizlüfter haben zu schwache Lüfter. Da kann man dann z.B. noch 1-2 Ventilatoren dazustellen. Diese Säulen-Ventilatoren sind recht leistungsfähig, ich hab z.B. diesen hier, der ordentlich was kann:
Sind schnell nochmal +20/30% Verlustleistung (bei guter Dämmung wird der Anteil deutlich größer). Sollte daher mit einbezogen werden. Formel ebenfalls sehr einfach:
Ql = 0,34 x V x n x (Ti - Ta)
Ql: Luftwechsel Verlustleistung
0,34: Ein konstanter Faktor (spezifische Wärmekapazität von Luft mal Dichte, berechnet bei Standardbedingungen)
V: Volumen des betreffenden Raums (Grundfläche mal Höhe)
Ti/Ta: Innentemperatur bzw Außentemperatur
n: Luftwechselrate (hier sollte ein realistischer Faktor zwischen 0,5 und 1 liegen. Eine untere Abschätzung könnte 0,3 sein, ich setze bei mir 0,5 ein, die mindestrate für gesunde Wohnräume)
Also in dem Beispiel oben (bei einem Raum mit 4x3m und hohe 2,5m) zB:
Ql= 0,34 x (4m x 3m x 2,5m) x 0,5 x (20 - (-10)) = 150W
Das ist also 2/3 mehr als der Transmissionswärmeverlust (der einen Wand), da der U wert mit 0,3 recht niedrig ist.
Soll in das 12qm Zimmer. Damit kann ich das ganze in ruhe testen.
Ich habe noch 3 Fragen
Hat jemand schlechte ( oder auch gute ) erfahrungen mit dieser anlage und stimmt der angegeben scopwert von 5,7.
Takten. kann man nicht einfach ein seperaten thermoschalter n aufehmen der einfach strom aus oder anschaltet.
den temperatur bereich kann man dann statt 1-2 grad, 2-3 Grad einstellen. im Gartenhaus nutze ich so was.
kennt jemand im umkreis von Kaiserslautern mit Kälteschein
SCOP von 5,7 stimmt natürlich nicht, das ist für die warme Klimazone, nicht für unsere mittlere Klimazone. Real dürfte der bei 4,6 liegen, also eine A++ Anlage. Ähnlich wie die AY-Serie, die es in Deutschland gibt.
Generell hast du bei MEL Anlagen keine Möglichkeit, die Leistung zu drosseln, weder Eco/Econo Taste für Heizbetrieb, noch Bedarfssteuerung oder irgendwas anderes in die Richtung.
Nein, Strom der Anlage darfst du nicht einfach an und ausschalten. Das müsste schon etwas komplexer umgesetzt werden.