Split-Klima: Außen/Innengerät vertauschen

Grundannahmen (bitte korrigieren, fals unzutreffend)

  • Split-Klima ist im Kühlbetrieb effizienter als im Heizbetrieb.
  • Geräusche des Außengeräts/Kompressors (innen verbaut) stören nicht.
  • Innengerät (außen verbaut) ist gegen Wetter geschützt.
  • Split-Klima wird überwiegend/ausschließlich zum Heizen (bei Vertauschung mittels Kühlfunktion) genutzt.
  • Abwärme (jetzt innen) wird durch Ventilatoren verteilt.
  • Kondensat wird nach außen abgeleitet.

Frage: gibt es irgendwelche Nachteile, oder habe ich einen Denkfehler bezüglich der Funktionweise?

Im Kühlbetrieb vermutlich nur effizienter, weil der Temperaturunterschiede innen/außen geringer ist, wenn man Kühlbedarf hat, als bei Heizbedarf.

1 „Gefällt mir“

Beschreib doch besser was du vor hast?

Du meinst, weil man im Sommer geringere Unterschiede habe. Hätten wir hier z.B. 60° Außentemperatur zu 20° Innentemperatur gäbe es keinen Unterschied zu -20°Außen zu 20° Innen?

Oder anders ausgedrückt: ich habe zwei abgeschlossene zur Außenwelt isolierte Räume und nun kühle ich den einen um 20° zur Außentemperatur runter und gleichzeitig den anderen um 20° hoch.
Dann wäre es doch egal, ob sich das Außengerät im zu kühlenden oder im zu erwärmenden Raum befindet.

Ich habe gar nichts vor. Ich stand vor dem nicht verbauten Außengerät und dabei kam mir der Gedanke.
Natürlich will ich den Kompresser nicht im Haus haben, aber z.B. in einer Garage oder Werkstatt, wo sowieso Maschinengeräusche vorhanden sind, wäre das doch egal.

Theorie: wenn es egal wäre, dann hieße das m.M.n., daß die Konstruktion primär auf Kühlbetrieb ausgelegt wäre, und sofern der Absatz entsprechend groß wäre, man parallel eine Extra-Heizversion optimiert auf die Heizfunktion kreieren könnte.

1 „Gefällt mir“

Ja genau (bzw. mit der gleichen Temperaturdifferenz in etwa, Wirkungsgrad Carnotprozess). Frag mich gerade, welches Gebläse innen/außen den größeren Wums hat, was für die Verteilung der Luft in einer Halle ja interessant sein könnte.

Ein Nachteil wäre noch der Luftfilter. Das Innengeräte hat entsprechende Staubfilter und evtl. auch Ionisator oder UV-Licht, um die Kühlrippen möglichst sauber zu halten und dir die Luft nicht zu verkeimen. Diese Vorkehrungen hat das AG nicht.

die Annahmen stimmen nicht.

woher stammt die Idee, dass es extra Kühl oder Heizoptimierte Varianten gibt, die im anderen Teil dann extra schlecht sind?

Lustige Idee......

Aber, der Thermostat geht beim Kuehlen nur auf ca. 16Grad runter.
Wenn deine Aussentemperatur dann 10 Grad ist, springt die Muehle gar nicht mehr an.
Und das ist nur ein Stolperstein von mehreren.
Kurzum: lass es bleiben.

Schoenes WE noch !

4 „Gefällt mir“

Solch eine pauschale Aussage hilft mir null. M.M.n. haben die Split-Klimas für den Kühlbetrieb einen höheren COP. Warum ist das so?

Die beiden folgenden sind Grundannahmen, d.h. von mir vorgegebene Randbedingungen. Natürlich weiß ich, daß z.B. das Innengerät von Haus aus nicht wetterfest ist, aber da könnte man ja was bauen.

Ich denke, es ist unstrittig, daß Split-Klimas ursprünglich primär zum Kühlen entwickelt und optimiert wurden und die Heizfunktion ein Nebenprodukt sind.

Für die höheren Breiten bedarf es aber primär der Heizfunktion. Kühlen brauch ich weniger, dafür hat man meist Bäume, Parks, Luftschneisen,

Aber vielleicht sind ja die Nordic-Varianten genau solche mit primärer Heizfunktion.

Meinem Verständnis nach hätte der Innenkompressor sogar noch ein bisschen Abwärme zu bieten.

Nochmal die Frage: warum hat die Kühlfunktion einen höheren COP und könnte man das für unsere Breiten auch umdrehen.

Der Thermostat könnte anders kalibriert werden. Sehe kein Grund dagegen.

Und nein, ich will das nicht anders herum installieren, dennoch stellt sich mir die Frage, warum es zwischen Kühlfunktion und Heizfunktion eine unterschiedliche Effizienz gibt. In der Praxis.

beschäftige dich etwas mit den Grundlagen. Als Einstieg vielleicht hier:

oder wie oben schon geschrieben: es hängt von den Quellen und Senkentemperaturen ab.
bei 28° AT das Haus auf 21° abkühlen ergibt nunmal besseren Wirkungsgrad als bei 0° AT das Haus auf 21° aufzuheizen. (benötigte Leistungen kommen noch auch noch erschwerend hinzu).

Vermutest du geheime Tricks der WP Hersteller, die uns absichtlich die guten COPs der Splitklima beim Kühlen vorenthalten?

Wenn du das AG innen aufstellen kannst, der Lärm und die Größe nicht stört, das IG draußen wetterfest aufgebaut werden kann, die Abtaufunktion irgendwie dem neuen AG beigebracht werden kann, evtl. die Temperatursensoren vertauscht werden müssen, dann teste doch einfach den verdrehten Aufbau aus und berichte, ob es wesentlich besser funktioniert.

3 „Gefällt mir“

Wie schon geschrieben, hängt es hauptsächlich vom Temperaturhub ab zwischen den beiden Wärmtauschern.

Woran du es auch erkennst: Selbst die wirklich absolut optimierten Wärmepumpen fürs Heizen kommen bei Split-Klima auf 5,9-6,1. Das ist nicht viel mehr, als die Standard A+++ Geräte mit 5,1-5,4. Und die 10-20 % mehr bekommen die z.B. durch deutlich größere Wärmetauscher hin und noch ein paar Tricks. Auch LWWP liegen eher bei 4-4,5. Da sieht man schon, dass die normale A+++ Split-Klima schon einen recht gut optimierten Heizbetrieb hat, mehr kann man aus einer Wärmepumpe kaum herausholen.

3 „Gefällt mir“

Das Kältemittel ist für die Betrachtung innen/außen zunächst völlig unerheblich und soll vermutlich nur ablenken. Dem Kältemittel sollte es völlig egal sein, ob es von 20° auf 27° erwärmt oder von 27° auf 20° abkühlt. Das ist der selbe Bereich. Statt auf "beschäftige dich erstmal mit den Grundlagen" wäre eine einfache Antwort eines Wissenden, der sich mit den Grundlagen beschäftigt hat, wünschenswert. Offenbar ist das hier unmöglich.

Was soll dein Vergleich mir sagen? Daß ein Wärmehub von 7° weniger Leistung benötigt als ein Hub von 21°? Weil der öfter im optimalen Bereich ist?

Allein diese Aussage disqualifiziert dich schon für eine seriöse Gesamtaussage. Aber ja, ich vermute, es wird bei der Konstuktion mehr Wert auf die Kühlfunktion gelegt, und die Heizfunktion ist eher ein Nebeneffekt. Ich kann nicht erkennen, wo man da eine 'Verschwörung' zu unseren (der überwiegend Heizenden) Lasten erkennen kann.

Ich bemühe noch einmal das Bild der zwei gleich großen, gleich isolierten, abgeschlossenen Räume A und B, verbunden durch eine Split-Klima.

Aus Sicht eines Außenstehenden wird der eine Raum gekühlt, der andere gleichzeitig erwärmt, ohne zu definieren, welcher Raum außen und welcher innen sein soll. Es gibt nur den Raum mit Kompressor (in unserem Fall Raum A) und den ohne Kompressor (Raum B).

In jedem Raum befindet sich zudem ein Beobachter; aus Sicht des Beobachter a in Raum A ist der Kompressor innen, aus Sicht des Beobachters b (in Raum B) der Kompressor außen.

Der COP müßte nach meiner Logik gleich dem EER sein, weil die selbe Split-Klima gleichzeitig kühlt und heizt, je nachdem aus Sicht des Beobachters a oder b. Möglicherweise werden COP und EER für unterschiedliche Temperaturbereiche berechnet, z.B. mit der allgemeinen Wohlfühltemperatur am anzustrebenden Ende - beim Heizen, das obere, beim Kühlen das untere.

Also, wenn ich einen Hub von 0 auf 20 habe ist das was anderes als von 20 auf 40, obwohl beides die gleiche Differenz bedeutet.

Mit dem AG innen zu Heizen würde die Abwärme des Kompressors vermutlich besser nutzen. (Oder wird die vom Kompressor erwärmte Luft durch den WT geleitet, sodass dessen Abwärme ins IG gepumpt wird?)

Außerdem muss im Heizbetrieb das Umschaltventil permanent bestromt werden.

Darum sollte Innenaufstellung vom AG effizienter sein beim Heizen.

Ja, die Abwärme hättest du im Raum, das wäre ein Gewinn. Um was gehts da? Aus dem Bauch heraus würde ich mal von 50W Abwärme ausgehen gegenüber 2000 W Heizleistung. Also 2,5 %, die man dadurch gewinnen würde.

Hat natürlich seinen Grund, warum man das in Kauf nimmt. Wer will schon einen lauten Kompressor im Innenraum? Zumindest im Wohnraum uninteressant, in einer Werkhalle wäre es egal.

Ich meine, das Teil schaltet mit einem Impuls um. Aber wie auch immer, das wäre noch viel mehr vernachlässigbar.

1 „Gefällt mir“

Die Luftmenge und damit die Wärmemenge ausserhaus ist nahezu unbegrenzt.

Der Luftdurchsatz des Aussengeräts ist ca 3 Mal grösser als die des Innengeräts.

Jetzt das Innengerät draussen zu haben, also den kleinen Wärmetauscher und den kleinen Lüfter würde den Luftdurchsatz, also den Zugang zu der Wärme ausserhaus verringern.

4 „Gefällt mir“

Das liegt an der Größe der Wärmetauscher.

Das Außengerät hat einen größeren Wärmetauscher und ein größeres Gebläse damit die Temperaturdifferenz von Außenluft möglichst nah an der Temperatur vom Kältemittel ist.

Beim Heizen ist die Temperatur vom Kältemittel unter der Außentemperatur damit Wärme aufgenommen werden kann. Würdest du den kleinen Wärmetauscher vom Innengerät nehmen müsste die Temperaturdifferenz größer sein damit genug Wärme aufgenommen werden kann.

Die geringere Temperatur führt dann dazu dass die Dichte vom Kältemittel vor Kompressor geringere ist. Um die gleiche Menge an Kältemittel zu fördern muss der Kompressor dann eine höhere Drehzahl fahren. Das führt dazu dass mehr el. Leistung notwendig ist (vereinfacht erklärt).

Prinzipiell gebe ich dir Recht. Selbst die guten Geräte von Daikin messen kein Druck oder Temperatur im Kältemittel sondern nur eine Oberflächentemperatur. Gerüchteweise ist im Heizbetrieb das EXV auch nur fest eingestellt und regelt nicht. Scheinbar lohnt sich der Mehraufwand aber nicht.

Das ist sicherlich richtig. Aber im obigen Versuchsaufbau mit den geschlossenen Räumen nicht relevant.

Zumindest erklärt es mir nicht, warum in einer normalen Installation die Kühlung effektiver arbeitet.

Ich kann mir das nur so erklären, daß eine Kühlung im Bereich von z.B. 45 auf 20 gemessen wird und beim Heizbetrieb von z.B. 0 bis 20 (alles in °C) und das Kältemittel im Bereich 20 bis 45 effektiver ist.

Dann wäre meine Schlussfolgerung: Für Geräte mit überwiegender Heizanforderung bedarf es ein anderes Kältemittel.

Dude forget it! Das obene beschriebene Phänomen wirst du immer haben. Egal welches Kältemittel. Das Temperaturniveau am Verdampfer ist King.

R290 hat ein breiteres 2-Phasen-Gebiet und hat deswegen Vorteile. Es brennt aber und die chemische Industrie kann damit kein Geld verdienen...

2 „Gefällt mir“

Es geht weniger um das Kältemittel als vielmehr um die Grundlagen/Einfluss der Temperaturen.
Man sollte eben nicht eine Kühlung bei 28° AT mit einer Heizung bei 0° AT vergleichen.
COP hat auch erstmal nichts mit Leistung zu tun.
Beispiele wären:
Kühlung bei 28/10:


mit COP Kühlung 9,8

oder Heizen mit 29/0:


COP Heizung 6,6.

Die Wärmetauschergrößen/Lüfter legen fest, wieviel Übertemperatur gegenüber Umgebung bzw. Raumtemperatur benötigt wird. Im Idealfall sind die unendlich groß und transportieren die Wärme fast auf der entsprechenden Lufttemperatur. Aus diversen Gründen lässt sich das aber nicht realisieren.

Man kann oben auch die Liste der Kältemittel durchsuchen, vielleicht findest du noch bessere Kältemittel fürs Heizen.

Man kann auch den Einfluss der verschiedenen Temperaturniveaus austesten, wie es sich verändert.

es gibt übrigens nicht nur Splitklima, sondern auch LWWP, die vorwiegend zum Heizen eingesetzt werden.

Informier dich nochmal, was COP und EER bedeuten, dann klärt es sich mit der Temperatur:

Welche Zahlen bzw. Kennwerte hast du denn vor Augen, wenn Kühlung soviel besser als Heizen abschneidet?

jain.
z.B. Daikin. Die kleinen schalten um und haben eine geringen Haltestrom, die großen werden dauerhaft bestromt.

Das 4-Wege-Ventil scheint nicht bistabil zu sein. Bei den kleineren macht Stromsparen Sinn, weil es im Vergleich zur Leistung mehr ins Gewicht fällt als bei den großen Anlagen.
Wenn man nur den ohmschen Widerstand beim großen betrachtet, kommt da schon was mit 35W raus. Soviel wird es wohl nicht sein, warm wird die Spule aber trotzdem.

2 „Gefällt mir“