Gesamtfazit:
"Und sie kühlen doch..."
Die Steuerung der Stromlasten, um unser Netz stabil zu halten, ist heutzutage ein größeres Thema als je zuvor, besonders nachdem Spanien durch Schwingungen im Netz und das Versagen herkömmlicher Regelungen und Kraftwerkseinsätze einen Blackout erlebte.
Es wird immer noch unterschätzt, wie und wie gut die Menschen auf günstigen Strom und dadurch steuerbares, netzdienliches Verhalten reagieren.
Energie ist nie "zu viel", "zu billig", "nutzlos" oder "Abfall" in unserer Welt. Wenn sie verschenkt werden würde, gäbe es viele Abnehmer.
Ein schwaches, altes Netz ist mit alten, schwachen Brücken zu vergleichen. Wenn man nichts für den Erhalt oder die Modernisierung macht, kann man auch mit der größeren Straßenbahn nicht darüber fahren.
Und es ist viel zu tun, wenn Wind und Sonne uns viel günstigen Strom liefern, den wir auch an Nachbarländer verkaufen können.
Bis die Netze ausgebaut und modernisiert sind, dauert es noch lange. In dieser Zeit ist es wichtiger denn je, den Verbrauch mit der Erzeugung zu koppeln und nicht wie früher umgekehrt, die Erzeugung mit dem Verbrauch.
Von den ganz großen Industrieunternehmen, über die Menge an E-Autos bis zu Heimakkus, Hausgeräten und Wärmepumpen / Klimanlagen lässt sich vieles zeitlich steuern, Wärme und Kälte puffern und manches nach dem Lauf der Sonne ausrichten.
Eine kleine Möglichkeit mit in der Masse großer Wirkung wäre die Verschiebung der Energieaufnahme und Kühlzeit von Gefriergeräten in den entsprechenden Zeitraum mit örtlichem Überschußstrom.
Was im Vergleich zu Heimakkus und E-Auto-Akkus als klein erscheint, multipliziert sich durch die Haushalte und Industrie- und Supermarkt-Kühlgeräte zu immensen Energiemengen.
Hiermit habe ich die Messungen und Praxisauswertungen mittels Salzwasser-"Kälte"speichern im Kleinen mit einem Haushaltsgefriergerät gemacht. Dazu nötig sind eine Zeitschaltuhr und sieben Liter Salzwasser in Beuteln in Verbindung mit einer Balkonsolaranlage, die tagsüber sonst mehr Überschussenergie ins Netz speisen würde. Hier nimmt das Haushaltsgefriergerät tags den Strom und ist nachts aus.
Im Großen wäre das wahrscheinlich noch einfacher skalierbar und direkt mit dem Strommarktpreis und der Regelung der Industriegefriergeräte gekoppelt. Und auch hier wären Salzwasser-"Kälte"speicher ein nutzbarer, günstiger, "ungiftiger" Puffer, der lange die Temperatur halten kann.
Es wird Zeit, den Strompreis zu nutzen, um die Industrie, Geräte und Menschen das Stromnetz stabiler machen zu lassen. Es liegt nicht an den Erzeugern. Es liegt an den falschen Anreizen und alten Netzen, alter, nicht aktueller Infrastruktur. Sowohl für Windenergie der großen Konzerne als auch den Überschuss der Kleinen.
Wir alle brauchen Energie. Je günstiger und mit weniger Schadstoffen sie zu uns gebracht wird, desto besser. Zu viel Strom gibt es nicht, nur schlechte Netze und falsche Anreize. Es gibt günstigen Strom bei Sonne und Wind durch die günstigsten Stromerzeuger die wir momentan haben. Niemand hat was gegen günstigen Strom auf seiner Stromrechnung 
Am Ende des Netzausbaus und des Kraftwerksausbaus in Europa wird es vielleicht sogar genug günstige Energie geben um sich auch im Winter selbst zu versorgen. Die Energie wird direkt genutzt, kurz gespeichert, umgewandelt und lang gespeichert, etc.
Bis dahin braucht es günstige, einfache Lösungen die auch funktionieren und sich rechnen wenn die großen den Strom besser und günstiger puffern/speichern können als die kleinen.