Solarthermie funktioniert auch im Winter

Das ist tatsächlich äußerst schwer zu beantworten. Wir haben damals die gesamte Heizungsanlage erneuert und in dem Zug eben auch ST installieren lassen. Alles in allem waren das damals schon ca. 35.000€. Jetzt müsste ich mich auf die Suche nach alten Unterlagen machen, um herauszufinden, wie viel von der Summe auf die ST-Module, die zugehörige Installation und die Mehrkosten für den größeren WW-Speicher entfällt.

Ich komme pro Jahr auf ca. 2 MWh tatsächlich genutztem ST-Ertrag. Über 20 Jahre betrachtet also auf 40 MWh. Meine ST-Pumpe ist 2025 rund 1064 Stunden gelaufen und hat dabei ca. 65 kWh verbraucht. Nehme ich das als repräsentativ für die letzten 20 Jahre, ergäbe sich folgende Rechnung:

Gaspreis 5,6 ct/kWh: 40.000 kWh * 0.056 €/kWh = 2.240 €
Strompreis 21 ct/kWh: 1.300 kWh * 0,21 €/kWh = 273 €
Ersparnis Gas: 1.967 € in 20 Jahren.

Bei 14 ct/kWh Gas und 35 ct/kWh Strom läge die Ersparnis bei 5.155 € in 20 Jahren. Amortisation der Einzelmaßnahme Fehlanzeige.

Natürlich muss man das zeitlich etwas einordnen. 2005 ist das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. Unter diesem Eindruck war der Wunsch, damals schon dem Klimawandel entgegen zu wirken, natürlich durch die äußeren Umstände stärker ausgeprägt als noch ein paar Jahre zuvor.

Nimmt man nun die Gesamtmaßnahme, hat uns der komplette Heizungstausch pro Jahr ca. 16.000 kWh gespart. Bei einem Gaspreis von 5,6 ct/kWh entspricht das etwa 17.920 € in 20 Jahren. Bei 14 ct/kWh wären es 44.800 €.

Hätte die alte Heizungsanlagen innerhalb der letzten 20 Jahre getauscht werden müssen? Sehr wahrscheinlich ja (war von 1984).
Berücksichtigt man nun die sogenannten "Sowieso-Kosten", ergibt sich nochmal eine andere Rechnung.

Wie gesagt, die Antwort auf Deine Frage ist nicht leicht. Als Einzelmaßnahme war ST wohl niemals auf Amortisation ausgelegt. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass damals beim Angebot ein stetig steigender Gaspreis prognostiziert und deshalb auch eine Amortisation innerhalb der Lebensdauer der Anlage errechnet wurde. Am Ende kam es anders, dafür mit einem heftigen Schlag. Und aktuell ist auch fraglich, ob die Bundesregierung bei der CO2-Bepreisung auf Kurs bleibt und das ganze nicht auch kippt wie das Neuzulassungsverbot von Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

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