Hallo zusammen,
Wir haben in letzter Zeit einige Ausfälle der von uns verbauten BMZ-Hyperion Batterien.
Eine Analyse ergab, daß in den BMS der Batterieblöcke (NICHT das Master-BMS) die dort verbauten smd-Batteriesicherungen abgeschaltet haben und hochohmig geworden sind.
Diese IC werden offensichtlich von Schott produziert und tragen die Bezeichnung:
D6SE14
30A22C
Es sind also Spezialsicherungen für Li-Ion-Batterien, in diesem Fall für Batterien bis S14 / 30A, wobei hier 2 dieser Sicherungen parallel sitzen, so daß theoretisch ein Abschaltwert von 60A resultieren müßte (ich schreibe theoretisch, weil ich - wenn ich die Schaltung nicht falsch verstanden habe - so ein Parallelschalten von Sicherungen für ziemlich problematisch halte)…
Für die Reparatur dieser BMS suche ich passende Ersatzsicherungen, konnte allerdings bisher leider noch keine Quelle auftun.
Ich habe Schott angeschrieben, vermute aber eher, daß ich die Teile dort - wenn überhaupt - vermutlich eher im 100.000er Gebinde bekomme Und ich wäre gerade erst mal mit 10-20 dieser Chips völlig zufrieden, zunächst mal um auszuprobieren, ob die Reparaturen erfolgreich verlaufen und die Module anschließend wieder korrekt funktionieren.
Über Tips würde ich mich sehr freuen!!
Liebe Grüße und fröhliche Weihnachten,
SMD Sicherungen sind m.E. Der letzte Schwachsinn. Ich würde das als Konstruktionsfehler bezeichnen.
Solche Fehler würde ich beheben, indem ich auf einer kleine Leiterplatte Sicherungshalter über Drähte mit ausreichendem Querschnitt anschließe.
Das Parallelschalten von Sicherungen macht man gern um die Verluste durch den Übergangswiderstand zu reduzieren. Wenn die eine Sicherung durchbrennt, kommt die zweite schnell hinterher. Also kein Problem.
Und das sind keine normalen Sicherungen, diese haben einen extra Pin zum “zerstören”. Damit kann das BMS bei Bedarf die Sicherung erhitzen und somit alles dauerhaft abschalten.
Wenn das tatsächlich passiert ist wäre die Frage des warum, wahrscheinlich weil Parameter extrem abweichen. Und das könnte wieder passieren.
Was das Parallelschalten von Sicherungen betrifft:
Ich gehe hier davon aus, daß 2 Sicherungen à 30A insgesamt bei 60A abschalten sollen.
Meine Bedenken sind hier, daß bei der allergeringsten Asymmetrie der Innenwiderstände der Sicherungen es sofort zu einer Schieflast in der Stromverteilung über beide Sicherungen kommt, was dann zu einem Abschalten bei geringerem Strom führen würde.
Diese benötigten Sicherungen hier durch normale Sicherungen zu ersetzen verbietet sich vermutlich schon alleine durch die, von den Anderen hier, angesprochenen Gründe: Der zusätzlichen Abschaltoption durch das BMS / den Zusatzkontakt.
Nebenbei sitzt auf dem anderen Pol dieses BMS eine Hochstrom-Keramiksicherung, die (soweit ich mich erinnere) auf 50A bemessen ist.
Das wäre natürlich eine spannende Frage, ob diese Sicherungen wegen einem Überstrom, einer ungleichen Stromverteilung über die beiden parallelen Sicherungen oder aufgrund einer Auslösung durch das BMS - über den zusätzlichen Pin - ausgelöst haben.
Die hier oben bei Ali Express verlinkten Sicherungen sind leider die 45A-Version; ich suche die 30A-Variante. Ansonsten würde ich sofort mal 2 oder 4 Stück bestellen, und würde es ausprobieren, ob das BMS damit wieder korrekt funktioniert!
Ich habe die über deine Bezeichnung gefunden. Hatte gesehen, dass es 45 A war, mir ging es darum zu zeigen dass man die über die Bezeichnung auf ali findet. Die restliche Suche oder Entscheidung wollte ich dir überlassen.
Hallo Salossi, hattest du mittlerweile das Problem beheben können und auch passende Sicherungen gefunden? Wir haben mit unserem BMZ Hyperion das selbe Problem (denke ich) - und tippen darauf, dass zwei der sechs Speicherblöcke nicht mehr balancen, aufgrund der defekten Sicherungen.
Bisher klappt der Speicher noch, jedoch können wir dabei zusehen, wie alle paar Tage ein Prozent weniger in den Speicher rein geht (heute hat er nicht über 86% geladen).
Wie gut kommt man an betreffende Stellen dran? Ich würde morgen früh mir einen der beiden verdächtigten Speichermodule mal anschauen und prüfen, inwiefern hier auch die Widerstände der Sicherungen nicht passen.
Solltest du keine passenden SMD-Sicherungen gefunden haben, wie hast du es sonst gelöst? “Normale” 30A-Sicherungen ohne dritten Pin verwendet?
Hallo zusammen, ich habe seit 4 Wochen auch ein Problem mit meinem BMZ Hyperion SE. Er kommuniziert nicht mehr mit dem Wechselrichter. BMZ und der Installateur sind beide Insolvent.
Hallo, ich würde das Thema nochmals pushen. Bei uns sind jetzt seit April 2 Module ganz ausgestiegen (Konnten den Speicher mit weniger ja noch weiter betrieben), jetzt steigt aber das dritte auch aus.
Ist dann nur ne Frage der Zeit, bis auch 4., 5. und 6. Modul aussteigt...
Der Speicher läd schon wieder nur auf 88%... Die Balancingwiderstände oder -Sicherungen müssen also bei allen Speichereinsätzen getauscht werden, da es wohl ein Serienfehler ist
Kurzer Verlauf bei uns seit April, wo erstmals Probleme auftraten:
Wir haben den Speicher mit 6 Modulen erstmal weiter betrieben und konnten dann quasi zusehen, wie der Zelldrift immer größer wurde.
Dadurch hat der Speicher nach unten sich nicht mehr ganz entladen und nach oben hin auch nicht mehr ganz geladen, da hier entsprechend leereste / vollste Zelle entscheidend waren, die immer weiter auseinander gedriftet sind.
Am 17.05.2026 hat der Speicher nur noch auf 74% geladen und nachts war es dann so weit, dass eines der Speichermodule rot geleuchtet hat und der Speicher die Arbeit eingestellt hat. Haben wir daher abgesteckt.
Dann konnte er wieder bis auf 10% runter und ca. 95% nach oben laden....
Was aber auch quasi Tag für Tag nachgelassen hatte,
und am 09.06.2026 dann das zweite Modul auf gleiche Weise den Dienst eingestellt hat.
Auch hier wieder abgesteckt und danach konnte der Speicher wieder bis auf 0% entladen und auf 100% geladen werden.
Nach dem 12.07. läd der Speicher auch wieder nur sehr begrenzt:
13.07. - 17.07.2026 max 95%,
18.07. - 20.07.2026 max 93%,
21.07. - 24.07.2026 max 90 %,
25.07.2026 max 88%,
26.07.2026 max 87%,
27.07. - 29.07.2026 max 85%,
30.07.2026 max 84%,
seit 31.07.2026 max 83%,
Hallo, korrekt - Balancingthema. Einzelne Zellen oder Zellblöcke können nicht mehr balancen, wodurch der Zelldrift immer weiter steigt.
Genug Zeit im Vollzustand gab es damals - jedoch ist dieser jetzt ja überhaupt nicht mehr zu erreichen, da er ja eben nicht balanced.
Dann ist Ladenschluss, sobald eine Zelle die Ladeschlussspannung erreicht hat. Der Rest des Speichers liegt dann gute 20% darunter.
Soweit ich verstanden habe, sitzen die besagten Sicherungen (auch?) zwischen den Zellen und dem BMS während dem Balancing. Und wenn diese duechbrennen, geht der Speicher grds. noch weiter, nur balanced nicht mehr.
Hallo zusammen,
Hier an dieser Stelle mal ein Update, da einige Leute nachgefragt hatten, weil sie selbst ähnliche Probleme mit BMZ-Batterien haben...
Zunächst mal: Der Tausch dieser smd-Sicherung bringt nix!!
Das ist eine Abschaltvorrichtung, die VOM BMS AUS getriggert wird, und eine Sicherheitsabschaltung macht, wenn bestimmte Parameter in der Batterie überschritten werden (z.B. stärkere Balancingfehler oder zu hohe Temperaturen). Tauscht man den Chip einfach so aus, würde dieser erstens vermutlich sofort wieder vom BMS ausgelöst, außerdem wäre das ein Eingriff in die sicherheitsrelevanten Abschaltvorrichtungen dieses Batteriesystemes - und ich denke jetzt mal: Kein PV-Installateur möchte das verantworten, wenn aufgrund eines solchen Eingriffes dann irgendeine Bude abfackelt...
Zu den eigentlichen Problemen:
Das Hauptproblem bei dem Hyperion-System sind offensichtlich minderwertig gematchte / qualitative Zellen in Kombination mit einem unterdimensionierten BMS. Man könnte es auch anders beschreiben: Fehlkonstruktion in Kombi mit problematischer Zellqualität...
Die Fehler treten hauptsächlich auf, wenn einzelne der P22-Blöcke spannungsmäßig abweichen - und das BMS dann mit dem Balancen nicht mehr hinterherkommt. Beim Balancen erreichen die Widerstände auf den Slave-BMS teilweise Temperaturen von über 200°C (ich selbst habe rund 160°C gemessen) - das führt zu verbrannten PCBs - und irgendwann dann zur Abschaltung des Blockes aufgrund des Balancingfehlers. BMZ hatte in der letzen Firmware Version das Problem dadurch beheben wollen, daß beim Balancen die Widerstände jeweils gruppenweise (mit je einem lastfreien WIderstand dazwischen) angefahren werden, das hat die thermische Überlastung etwas verringert - aber halt auch wiederum vermutlich die Effizienz des Balancers reduziert. Und das Problem ist eben auch damit nicht behoben...
Letztenendes ist das traurige Fazit hier, daß es (außer jetzt die Zellen zu zerlegen und daraus eigenmächtig ein eineigenes DIY-System zu bauen) bisher keine wirklich gute Lösung für das Problem gibt.
Wir haben nebenbei rumgeforscht, ob das Auftreten der Probleme mit bestimmten Anwendungsgewohnheiten korelliert (z.B. hohe Entladeraten durch E-Mobilität oder Ähnliches) - konnten aber auch da bisher keine eindeutigen Zusammenhänge erkennen. Ansonsten wäre die "Lösung" gewesen, den Besitzern der Batterien z.B. von gewissen Lade-/Entladearten abzuraten, um das Risiko auf so einen Defekt zu reduzieren.
Generell ist es sicherlich nicht verkehrt, die Batterien nach Möglichkeit niedrigschwelliger zu zykeln, z.B. zwischen 30 und 70 %, um das Risiko eines Ausfalles zu reduzieren.