“Meine Frau und ich sind in der glücklichen Situation, Finanziell unabhängig darzustehen. Haben einen Bauernhof mit 1.500m2 Grund gekauft und einen Neubau darauf gestellt - natürlich gab es verschiednste Formen der Hilfe beim Hausbau - aber ohne die Hilfe hätte das Projekt trotzdem realisiert werden können.”
Hier grätsche ich rein. Es geht nicht nur um die eigenen Möglichkeiten sondern viel wird mitgegeben. Als Privileg. Und zwar die Einstellung. Die Einstellung, dass es etwas Gutes ist, ein Haus zu besitzen. Die Einstellung, dass man das auch erreichen kann. Die Einstellung: “Du bist für DEIN Leben verantwortlich und nicht für unseres.” etc. pp. Wenn du das nicht mitbekommst, wenn du Verpflichtungen hast, ob aktiv oder eben passiv, dann ist das eine ganz andere Situation, als wenn du persönlich von vorne anfangen kannst. Wenn du dann noch ZUSÄTZLICH finanziell Hilfe hast, hast du weniger Sorgen das nicht bezahlen zu können. Der psychologische Effekt wird gut und gerne weggelassen. Das ist eine Angst, dass man alles verlieren kann wenn man nach Kante finanziert. Macht man das nicht, also Eigenkapital steigern: Siehe letzten Jahre. 25% Inflation. Zack sind die Rücklagen wieder kleiner geworden. Umso mehr steigt wieder die Angst das zu verlieren, was man auf Seite gelegt hat. Das ist ein Teufelskreis. Es hilft da wenig, wenn einem die Leute dann sagen “Kann jeder erreichen, die meisten sind nur zu faul!” Ne, kann eben nicht jeder. Und weil das nicht jeder kann muss es besser vermittelt werden, wie es geht. Noch jung? Ok, dann eben nur ne kleine eigene Hütte. 40qm. Ein kaputtes Haus kaufen. Einen Raum machen. Dann den nächsten. 3 Räume reicht erstmal. Dafür mietfrei. Dann wieder verkaufen, größer kaufen. Etc. pp. Aber von 0 an alleine. Möglich, wenn man genug verdient. Mit Bank? Eher Fehlanzeige, die geben einem den Kredit nicht, was ist wenn man arbeitslos wird? (nicht mein Argument, sondern das der Bank)
@JayHa
“Bei der ganzen Diskussion wird immer davon ausgegangen, daß Häuser leerstehen, um zu spekulieren.”
Nein. Neben uns ein Grundstück, 50 000€ aber nur als Gartengrundstück, 500m². Direkt neben uns ist die ältere Dame gestorben. Kaufpreis für 3000m² + Haus: 700 000€. Hat keiner gekauft. Dann kam das Hochwasser. Ist nun für 500 000€ verkauft worden. Das Haus wird, wir haben mit dem neuen Besitzer (Bauer aus der Ortschaft) gesprochen, mit der Abrissbirne abgerissen. Dafür was Kleineres hin. Andere Seite. 1500m² Grund, Kaufpreis 350 000€. Das Haus steht seit 5 Jahren leer. Der Besitzer hatte ein halbes Haus mit Grundstück gekauft und den mit den anderen 50% rausgeekelt. Kann den aber nicht bezahlen. Steht also nur rum, benutzen darf ers nicht, weil er noch nicht bezahlt hat. Vermieten ebenfalls nicht.
In der “Ortschaft” (Kaff) gibt es bestimmt 100 leere Häuser, teils Ruinen. Kannst du nicht kaufen, weil nicht bezahlbar. Noch nicht einmal wenn du mit der Birne kommst, das neue muss ja wieder Auflagen erfüllen etc. pp.
“Dem wollt ihr vorgeben, was er für sein Haus zu bekommen hat?”
Mich interessiert gar nicht welches Haus und welche Größe das hat. Ich spreche nur davon, je mehr Immobilien und Häuser, umso teurer die Grundsteuer.
“Dann such dir ‘ne Arbeit vor Ort oder zieh in die Stadt. Auch da gibt es Kinder.”
Eben. Aber da kannst du dir kein Haus leisten. Noch nicht einmal eine Wohnung. Dieses “dann sollen sie doch Kuchen essen” ist nicht zeitgemäß.
“Leider habe ich nicht den super dotierten Job, um mir das leisten zu können. Voll ungerecht..”
Auch nicht. Sondern es geht darum, dass die Masse sich ein Eigenheim, egal wo und welches, nicht leisten kann. Und vor allem junge Menschen und auch junge Familien immer weniger. Das kann man doch nicht herunterbrechen auf zu blöd oder zu faul oder zu arm. Sie können sich das wohl nicht mehr leisten.
“Tut mir leid, das sagen zu müssen - die Schlussfolgerung ist Schwachsinn hoch drei.”
Ja weil du davon profitierst. Das ist in Ordnung, ich habe überhaupt keinen Einfluss um was ändern zu können, und würde das auch niemals alleine wollen.
“Gebt dem Bedürftigen die Möglichkeit, sich selbst was aufzubauen - dann muss der Vermieter mit dem Preis runter oder er hat keine Einnahmen.Dieses ‘böse gierige Vermieter’ ist echt unerträglich.”
Du verstehst das falsch. Ich will dem Vermieter nichts wegnehmen, sondern der Vermieter kann durch hohe Preise wegnehmen und hat aber keine Konsequenz. Dann steht es eben leer. Es wird aber nicht günstiger. Es gibt irgendwo ein unteres Limit, und unter dieses geht nichts. Ich habe damals alleine eine 47qm Wohnung gemietet als erste Wohnung. Kaufen? Wäre nicht gegangen. Die 47qm kosteten 400€, 480€ warm. Für 370€ hätte ich 30qm bekommen. Für 390€ wären es 37qm gewesen. Ich unterstelle keine böse Absicht, er muss sein Geld wieder reinbekommen und was das drumherum kostet, mittlerweile denke ich, dass das im günstigen Fall eine 1:1 Rechnung wird. Was man an Miete bekommt und wieder reinvestiert erhält einfach nur die investierte Summe. Wird jedoch kaum oder nur wenig mehr.
So kommt aber niemand zu günstigen Wohnungen, zu günstigem Eigentum. Mich interessiert weniger wer in welcher Villa oder Anwesen sitzt. Sondern, dass einfach nur die Eigentumsquote höher wird. Die Auflagen etc. sind es nicht. Du kannst auch jetzt ein Haus kaufen und letztlich jeden Stein entfernen und neu hinsetzen. Wer sollte das kontrollieren? Aber du schaffst es erst gar nicht, das zu kaufen, weil Kaufpreis und die Preise für das Material sowie die Bank es dir nicht ermöglichen. Das bedeutet nicht, dass das weiter reguliert werden sollte, sondern dass der Preis runter muss. Wie erreicht man das? Indem man das, was leersteht, wieder auf den Markt wirft. Und nicht versauern lässt bis die Birne kommen muss.