Danke für deine Hinweise. Selbstverständlich hätte ich auch einfach einen Hybrid WR mit 10kWh Speicher kaufen und meinen Eigenverbrauch optimieren können. Der Hybride hätte wenige 100 Euro Aufpreis gekostet. Ich habe aber andere Pläne.
Wie gross muss der Akku sein? Entspannt sind 0,5C Entladerate. Also für 30kW Lade- Entladeleistung ca 60Kwh oder mehr. 600A Nennstrom ist für mich eine abstrakte Größe. Die Folge sind dann 2-3x 100qmm auf 2m Kabelweg bis zum Wechselrichter? Ist das ein Problem?
Was kostet der Akku frei Haus? Der “steckerfertige” Speicher mit Catl Zellen kostet mich jetzt 85-90 Euro pro kWh. Selbstbau kA vermutlich etwas weniger, aber das wurde ja abgewählt. Was kostet eine 30kW Victron Anlage? Ich würde sagen gesamt soviel wie vor 5 Jahren ein Hybrid WR mit 5kWh Speicher? Das Angebot der Fachfirma ist fair soviel kann ich sagen.
Aber mal Tacheles. Waarruuuum? Zunächst kenne ich typische Anlagen von Bekannten und Verwandten mit den üblichen 5-10kWh Speicher im Blackbox closed Ökosystem. Da donnert auch mal eine Sicherung raus wenn eine Herdplatte zuviel am Notstromkreis hängt.
Was ist denn der größte Schwachpunkt aktueller PV-Anlagen aus gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht? Der Mittagspeak. Und da geh ich ran. Ich falle unter das Solarspitzengesetz, Mittags hat mein Überschuss tendenziell den Wert/Ertrag 0. Meine Überschüsse liegen im Sommer bei 50-100kWh täglich. Abends hat dieser Strom einen Wert von 7 (EEG) bis 10 (Börse) Cent. Diese Differenz gilt es wirtschaftlich (und gesellschaftlich?) sinnvoll zu heben. Bei meinen Überlegungen kam ich zum Schluss, dass der Speicherpreis die dominante Variable ist und die Kosten deutlich stärker beeinflusst als etwa die Speicherverluste. Bei einem HV Speicher für 500Euro pro Kwh kostet bei 5000 Zyklen Lebensdauer jede gespeicherte kWh 10Cent extra. Im obigen Beispiel wäre es also unwirtschaftlich den Strom Abends einzuspeisen, dann lieber verschenken/vernichten. Überschlagen wir aber mit 100 Euro Speicherpreis eines NV Speichers und 2-3 Cent Kosten, wird das Ganze plötzlich wirtschaftlich interessant.
Nächste Überlegung. Zukunftsmusik aber die News zeigen ja wo die Reise hingeht. Ich beobachte schon einige Zeit die “Epex Spot” Preise. Es gibt in der Direktvermarktung täglich ein Zeitfenster von 3-4h mit höheren Preisen. Will man dieses nutzen, muss der täglich abzugebende Ertrag bestens in 3-4h eingespeist werden. Innerhalb der Grenzen eines Hausanschlusses landet man damit gedanklich bei einer sinvollen Entladeleistung von 20-30kW.
Nächste Überlegung. Ich beobachte seit Anlagenbau meine Erträge und komme zum Schluss, dass es öfter Phasen gibt, wo auf 1-2 sehr ertragreiche Tage 2-3 Wochen Dauerbevölkung folgt. Dieses Szenario lässt sich mit einem größeren Speicher gut kontern.
Nächste Überlegung. Hausanschlüsse haben typischerweise ±30kW Kapazität. Dies gilt es mit der eigenen Anlage zu ergänzen bzw zu ersetzen. Ein Speicher mit 5kW Ladeleistung ist da immer nur ein Kompromiss. Die Anlage muss einspeisen weil 15Kw von der Sonne kommt aber der Speicher nur 5Kw laden kann? Das Auto lädt mit 20Kw aber 15Kw kommen aus dem Netz weil der Speicher nur 5kW abgeben kann? Das ist doch Kacke! Wie nicht zu Ende gedacht.
Nächste Überlegung. Ersatzstrom. Haben ist besser als brauchen sagt man. Das ist halt die Domäne von Victron. Und wenn man es ordentlich machen will, will man halt so dimensionieren, dass auch im Ersatzstromfall alles normal weiterläuft. Alle WR, alle Verbraucher ect. Ginge auch das mit üblichen Hybrid WR von Kostal, Fronius und SMA? Keine Ahnung erlich gesagt aber ich weiss zumindest dass Victron WR ein eigenes Netz aufbauen und Fronius Wr in diesem Netz fernsteuern kann.
Am Ende kann mans auch kurz machen. Ich will das jetzt so haben. Gibt doch hoffentlich sinnlosere Wege sein Geld rauszuballern. Und zumindest bis jetzt sagt auch mein Taschenrechner (auch dank 2 E-Autos) dass die Richtung stimmt.