Bei der ganzen Diskussion über Frequenz überseht ihr die tatsächliche Hauptproblematik, nämlich die Blindleistungskompensation.
Die kann zur Zeit nämlich nur durch rotatorischen Massen erfolgen. Deswegen darf deren Anteil an der Stromerzeugung nicht weiter sinken, wenn wir keine spanischen Verhältnisse bekommen wollen.
Auch die Blindleistungskompensation funktioniert völlig problemlos mit elektronischen „Generatoren“. Die müssen halt nur in ausreichenden Mengen verfügbar sein Das bedeutet, daß da z.B. geladene Batteriebänke rumstehen müssen, um im Falle eines Falles bereit zu sein. Das muß halt jemand beauftragen und bezahlen. Das war u.a. in Spanien nicht gegeben (die hätten genug gehabt, wäre da nicht einiges schief gegangen).
Es hilft nichts, den alten Steampunk-Zeiten mit Dampf aus allen Schloten nachzuweinen. Wir haben 2025, das Stromnetz und die Stromversorgung haben sich verändert.
Moderne Wechselrichter haben auch Einstellungen zu Blindleistungsregelung, die werden aber nicht genutz, weil Vorgaben vom Netzbetreiber fehlen oder Elektriker die nicht kennen, oder nicht wissen wie sie einzustellen sind oder einfach nicht eingestellt werden.
Dass ich 5% der Einspeiseleistung dafür bereitstellen muss ist mir eigentlich egal. Im Sommer hab ich eh zuviel und im Winter retten die 5 Prozent mich auch nicht
Eigentlich kennen sowohl die Netzbetreiber als auch die Installateure das ganz genau, und die Netzbetreiber geben auch genau vor, was da einzustellen ist.
Auch Blindleistung wird erzeugt. Der rotierenden Generator wird abgebremst oder beschleunigt, dadurch ändert sich die Drehzahl und damit die Frequenz.
Die dummen kleinen elektronischen Stromerzeuger erhöhen dabei die Frequenz und Spannung noch, damit sie ihre Leistungs ins Netz loswerden.
Solange Verbrauch und Erzeugung im Gleichgewicht sind, ist alles gut.
Wenn sich durch die ungesteuerte Erzeugung Frequenz oder Spannung den Grenzwerten nähern, werden schaltbare Erzeuger abgeworfen, in der Regel Großgeneratoren mit hohen rotierenden Massen. Wenn dann aber Schwingungsphänomene oder Lastabwurfspitzen auftreten, besteht das Risiko, das nicht mehr genug bewegtes Eisen zum kurzfristigen Ausgleich vorhanden ist oder, wie in Spanien, das es zu weit vom Ort des Bedarfs entfernt ist.
Dann reicht die Überschreitung des Grenzwertes an einer Stelle zur Abschaltung aus.
Das Problem des Übergangs von der früheren mehrheitlich zentralen Stromversorgung zur zuküftigen dezentralen Versorgung bei der Beibehaltung oder gar dem Ausbau überdehnter Leitunglängen, haben wir noch nicht gelöst.
Er verändert nicht die Frequenz, aber er kann gegen eine Frequenzänderung an arbeiten.
Ein Bild: Wenn du nachlässig gegen ein Auto schiebst, muss es sich nicht bewegen, aber es kann von anderen leichter bewegt werden.
Das kann er nicht. Das ist auch dir falsche Anschauung. Da ist ein Sinus in der Steckdose und auf diesen Sinus speist man entweder Strom ein oder man zieht Strom.
So kann man das nicht sehen. Die Erhöhung der Spannung erhöht nicht die Frequenz. Die Erhöhung der (Einspeise) Leistung erhöht nur theoretisch die Frequenz, nämlich dann, wenn sie indirekt/ausreichend zur Entlastung der Generatoren beiträgt (und das leistungsmässig nicht ausgeregelt werden kann).
Das ist leider überhaupt nicht minimal, weil kein Wechselrichter eines PV Feldes Leistung tatsächlich aufnehmen kann.
In dem Bereich einiger Halbwellen, der kritisch ist, gibt es nur Speicher mit viel Eisen (große Netzdrosseln oder rotierende Generatoren) die schnell genug sind, Peaks abzufangen.
Grübel… ich überlege gerade …. hab ich was übersehen.. ?
Der WR kann in jedem Falle innerhalb der Halbwelle Leistung reduzieren. Aufnehmen kann er tatsächlich nicht viel. Aber nach meinem momentanen Gefühl ist die Partielle leistungsreduktion nicht ohne Wirkung.
So wie bei Blindleistung auch.
Im Ernst ? wie schaltet man laufende Grossgeneratoren ab ? Sonst heisst es doch, dass man deren leistung nur im Minutentakt/Zeitskonstante änder kann…
sch... weißt du wie lange das bei mir her ist Ich kann mich im Dialog noch rein denken, aber einen Großteil der Grundlagen müsste ich nachschlagen, die habe ich seit dem Studium nicht mehr benötigt
So wie ich das bisher verstanden hatte, ging es bei den Großen Massen ja darum dass die extrem träge auf Änderungen reagieren, also somibSpitzen und Senken quasi ignorieren.
Bei Wechselrichtern mit Speicher kann ja auch ein Teil der Leistung in den Akku geschoben werden.
Wenn die Wechselrichter 50Hz sicher stellen sollten könnten sie dass. Das Problem ist hier halt die Anzahl. Wenn die alle gleichzeitig Regeln echwinkt sich das Netz auf, aber auch dafür lassen sich Algorithmen finden das zu verhindern.
Die neuen netzbildenden Systeme scheinen ja fast eine eierlegende Wollmichsau zu sein
Alles was ich bisher dazu höre, unterstreicht die Verlässlichkeit/Resilienz solcher "neuen" Netze.
kostenmässig scheint das auch sehr kompetitiv zu sein und schneller errichtbar.
Und erspart uns ein Argument der Befürworter von Synchron Maschinen aka Gaskraftwerke ( et al. )
Wie schon mehrfach geschreiben kann das auch elektronisch erfolgen. Andererseits müssen rotatorische Massen nicht unbedingt der primären Stromerzeugung dienen. Die kann man auch so zur Bilindleistungs- und damit auch zur Spannungsregelung im multi-Megawattbereich einsetzen. Nennt sich dann Phasenschieber. Die werden grad auch vermehrt installiert.
Ob elektronisch oder elektromechanisch ist auf Übertragungsnetzebene wohl eher eine ökonomische Abwägung.