Reparaturempfehlungen für beschädigte 1/4" Kältemittelleitung

Hallo zusammen,

Wir sind ja derzeit noch immer mit der energetischen Sanierung unserer Fassade beschäftigt und behandeln in diesem Zusammenhang aktuell die Ostseite (Giebelwand). Bei der Gelegenheit sind gleich Vorkehrungen getroffen worden um zwei weitere Räume im OG (Bad und Büro) mit Split-Innengeräten zu beheizen bzw. im Sommer bei Bedarf zu kühlen.

Die 0,8mm starken Kältemittelleitungen liegen also auf der Außenschale des 60er Jahre Mauerwerks und wurden durch entsprechende Kernbohrungen (45° Gefälle nach außen) nach innen geführt. Auf der anderen Seite ragen sie dann mit Gefälle aus der Vorhangfassade heraus und werden direkt zum AG geführt. Die gesamte Verrohrung samt Kondensatleitung und elektrischer Leitungen ist bereits vollständig fertig gestellt, Dichtigkeitsprüfung mit 30bar Heliumflasche bereits abgeschlossen, nur das AG kommt erst dann auf die Konsolen wenn Dämmung, Unterspannbahn und Traglattung für den Fassadenbehang fertig gestellt sind.

Jetzt zum großen Desaster am Samstag: Die zweischichtige Dämmung ist bereits vom Sockel bis zu den Fenstern im OG erfolgt, es fehlten nur noch die Dämmstoffdübel und die Unterspannbahn als Wetter- bzw. Regenschutz. Beim Setzen der Dämmstoffdübel hab ich dann eine ¼“ Kältemittelleitung (die ja ganz unten unter der Dämmung liegt) berührt. Erst mal großes Fluchen, dann kurzer Hand die Dämmung an der betroffenen Stelle geöffnet und das Rohr begutachtet.

Die Stelle ist relativ schwer einzusehen und es wurde bereits dunkel. Mit extra Beleuchtung und gezoomten Makrofotos sind Kratzer auf dem Rohr zu sehen, kein Durchschuss oder Loch. Was für ein Mist! Ich ärgerte mich so sehr, dass ich am Sonntag keinerlei Motivation hatte die am Samstagabend noch fertiggestellte Unterspannbahn (es war Regen ab 22Uhr angesagt der dann auch kam), um den Dämmstoff vor Wasser zu schützen, wieder zu entfernen um die Schadstelle bei Tageslicht noch mal zu begutachten.

Die verlegte Leitung ist ca. 8m lang, zum Teil quer durch die 6x10 KVH Balken geführt und die Schadstelle ist rund 3m vom Ziel (Anschlussbereich am AG) entfernt. Die Kernbohrung ist bereits dicht geschäumt es sollte ja nun die Dämmung fertig gestellt werden.

Jetzt bin ich unentschlossen wie am besten weiter vorzugehen ist.

Mein Plan ist erst mal erneut mit 30bar abzudrücken, es bleiben aber Zweifel, wenn der Drucktest bestanden wird, wie lange das Kältemittelrohr an der Schadstelle wohl hält – wenn die Fassade fertig gestellt ist kommt man da nie wieder dran.

Zweite Option die Schadstelle auftrennen und mit zwei Überwurfmuttern und Doppelnippel wieder zu verbinden. Allerdings ist dort sehr wenig Platz (Gefachbreite 59,4cm, die Schadstelle ist nicht ganz mittig. Ich weiß noch nicht ob ich mit dem Bördelgerät da überhaupt reinkomme geschweige denn dass der Rohrschneider nur dann angesetzt werden kann, wenn ich das Kältemittelrohr vorher aufsäge (Späne?!) und um 90° horizontal nach außen biege.

Dritte Option die Schadstelle auftrennen und mit Doppelnippel und zwei Überwurfmuttern ein neues Rohr ansetzen, dass ich dann direkt an der Flickstelle aus der Dämmung führe und in der Hinterlüftungsebene zum AG verlege. Die größte Herausforderung dabei ist dann das Einhalten der Biegeradien im stark begrenzten Raum. Die Hinterlüftungsebene hat 40mm.

Sind Doppelnippel die einzige Option zum Verbinden zweier ¼“ Rohre oder gib es da ggfs. Besseres/Si nnvolleres?

Bitte sehr gerne weitere Tipps und Anregungen!

Bei dem, was ich auf dem Bild sehen kann, vermute ich, dass alles Rumdoktern die Gefahr für ein Leck nur noch vergrößern wird. Wenn es jetzt dicht ist, so lassen!

man kann 2 Rohre auch verlöten

Wenns dicht ist, mit Flussmittel und Löt beschädigte Stelle als Verstärkung beschichten.Eventuell ein halb Rohr längs drüber machen und verlöten.

Sieht auf den Bildern eher unkritisch aus, wo ich dann sagen würde, Rohr einfach lassen und nichts machen. Nur neu isolieren.

Ich würd mal mit Schieblehre nachmessen, wieviel Substanz da wirklich verloren gegangen ist.

Dieser Empfehlung würde ich mich in der Tat anschließen. Allerdings würde ich explizit weichlöten. Nachdem das Rohr ja kein Loch hat, kommt das Kältemittel mit dem Lot nicht in Berührung. Insofern keine Notwendigkeit zum (heißeren) Hartlöten. Damit spart man sich dann auch das Spülen des Rohrinneren mit einem inerten Gas.
Ich würde Fittinglötpaste für Kupferrohre an der Schadstelle applizieren, mit dem Butan-Lötbrenner erhitzen, bis ein Farbumschlag einsetzt, und dann etwas Fittinglot auftragen, sodass ein silbriger Tropfen an der Stelle hängen bleibt. Dann ist das Material durch das Lot nach außen hin verstärkt.

Da würde ich dann besser gleich ein Stück Kupfer auflöten. Einfach ein Stück 3/8 Zoll Rohr längs mittig aufschneiden und eine Hälfte davon auflöten. 3/8 ist 7,9mm im Innendurchmesser, 1/4 hat 6,35 außen, passt hinreichend, wenn man es noch etwas zusammendrückt.

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ob man in der Position wirklich löten sollte / möchte ... ??

Epoxy Steelbond (oder ähnliche Exopy Knete) könnte ggf zur Verstärkung auch helfen.

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Hatte ich auch schon drüber nachgedacht, aber wenn, dann Glasfaserverstärkung mit drumwickeln. Ohne Faserverstärkung wird das im kritischen falls nicht halten.

Ob man bei Drücken von 40 bar aber so experimentell herumfummeln will? Da ist löten die sicherere Vorgehensweise.

Ich danke euch erstmal für die Tipps und Anregungen.

Als erstes werde ich wohl den Drucktest machen um erst mal zu sehen ob das Rohr wirklich noch dicht ist.

Dann finde ich die Idee mit dem "drüber gelötetem Rohr" recht gut. Dazu hab ich heute mal ein Muster gemacht und getestet wie das so von Statten geht.

Zum Glück passt eine M8 Gewindestange gerade so in das 3/8 rohr. Ansonsten war das Aufsägen ein bisschen herausfordernd:

Nach dem Entgraten dann mal schauen in wie weit sich das 3/8 Rohr auf das 1/4 Rohr Drücken lässt. Habs natürlich bewusst nicht von der Seite auf das 1/4 Rohrstück drauf geschoben:

So sieht der "Flicken" dann aus bevor er blank geschliffen wurde:

So siehts dann fast blank geschliffen aus, man kann noch die Kratzer der Gewindegänge von der Gewindestange sehen:

Das 1/4 Rohrmuster blank geschliffen:

Den Flicken und das 1/4 Rohr mit Fittingpaste behandelt, den Flicken auf das 1/4 Rohr gesteckt und mit der WaPuZa zusammen gedrückt:

Nach dem Löten. Hier war ich allerdings mit dem feuchten Lappen etwas zu früh dran, das Lot war noch nicht ausgehärtet - oder ich hab die Lötstelle schlicht zu heiß gemacht:

Nochmal bei Tageslicht die Seite:

Dann hoffe ich mal, dass ich an der Schadstelle gut Platz schaffen kann und reichlich nasse Lappen verteile damit mir nicht die Isolierung links und rechts weg schmilzt.

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Wow, das sieht nun wirklich nach einer sehr soliden "Bandage" für die Schadstelle aus!

Vermutlich müsste der "Flicken" gar nicht ganz so lang sein, die Schadstelle ist ja nicht besonders ausgedehnt.

Dann hoffen wir, dass die Methode am realen Einsatzort und unter den dortigen Platzverhältnissen ebenso gut klappt.

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Ich habe das bei meinen Rohren, wo mal jemand angefräst hat mit sowas gemacht. Keine Gefahr wegen Erhitzung und ist bis heute dicht.

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Die Operation am offenen Herzen ist gestern geglückt. Ein Drucktest mit nagelneuer 30bar Helium-Flasche und Lecksuchspray ergab das die Schadstelle nicht undicht ist.

Anschließend das aufgeschnittene 3/8 Rohr als Manschette drum gelegt, zusammen gedrückt und verlötet.

Ich danke euch für die Ideen und Tipps :+1:

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Hallo warum wurde kein Verbinder genommen

Schadstelle aus trennen Verbinder und gut

gut ist es alles andere ist so la la .

ch

Jede Schraubverbindung ist eine potenzielle Leckstelle. Sollte man vermeiden, vor allem dort, wo man später nicht mehr hinkommt.
Deswegen hätte ich nicht zu einem Rohrverbinder geraten.

Die sauberste Lösung wäre Hartlöten gewesen, aber unter den gegebenen Umständen (Rohr noch dicht, Kältemittel kommt nicht mit dem Lot in Kontakt) tut es die Weichlöt-Bandage genauso.

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Neben den Empfehlungen von hier aus dem Thema keinen Doppelnippel zu nehmen aber auch durch das Studieren von Datenblättern zu Doppelnippeln und Überwurfmuttern in denen u.A. steht dass der Hersteller bei fachgerechter Montage für eine Dichtigkeit von < 0,1Gramm pro Jahr garantiert schloss ich daraus, dass die Verbindung auch deutlich undichter sein kann bzw. nie wirklich dicht ist. In wie weit jetzt Kältemittel eh aus dem Kupferrohr diffundiert, keine Ahnung.

Und naja, die Schadstelle ist an einer Position wo es eine riesen Herausforderung gewesen wäre das sauber raus zu trennen und neu zu bördeln. Wäre hartlöten nötig gewesen hätte ich mir wohl fachkundige Hilfe holen müssen.

So schwierig ist das gar nicht. Wenn man das Weichlöten von Kupferrohren gewohnt ist, ist der Schritt zum Hartlöten nicht mehr weit. Hauptunterschiede:

  • Man benötigt nicht Fitting-Lötpaste und Lot wie beim Weichlöten, sondern im Falle von Kupfer-Kupfer-Verbindungen lediglich das passende Lot (Kupfer-Phosphor-Lot)
  • Man muss das Rohrinnere während des Lötvorganges mit einem hinreichend inerten Gas spülen, meist Stickstoff (Edelgase wie Helium und Argon gehen natürlich auch).
  • Man braucht höhere Temperaturen um 700°C, das Rohr muss rotglühend sein. Mit Propan-Luft-Brennern ist das aber erreichbar, eine Sauerstoffflasche ist nicht zwingend erforderlich.
  • Die Spaltüberbrückungsfähigkeit des Lotes ist besser als beim Weichlöten. Auch 0,5 mm Spalte bekommen man gut zu.

Wer weichlöten bereits kann, der lernt das schnell.

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Welchen kannst Du da empfehlen?

Habe vor Jahren mal etwas hartgelötet, Kupfer mit Silfos, aber auch Kupfer-Edelstahl mit Silberlot von Brazetec, das ging mit Propan-Sauerstoff sehr schön. Kann ich nur empfehlen, gegenüber Weichlöten mit Paste. Übrigens habe ich die Rohre kurz auch mit Propan gespült. Da explodiert nichts, da nach ordentlichem Spülen kein zündfähiges Gemisch im Rohr entsteht. Enden dann etwas verschließen. Leider ist nur meine kleine med. Sauerstofflasche leer und bevor ich mir eine neue hole, würde mich interessieren wie man das mit Propan-Luft macht?

Ich habe den Propan-Turbobrenner von CFH. Hat eigentlich jeder besser sortierte Baumarkt:

Nominelle Arbeitstemperatur 800°C, das reicht zum Kupfer-Hartlöten gut aus. Kleine 1/4"-Leitungen hat man schnell auf Rotglut, bei 1/2" und 5/8" muss man schon mal eine gute Minute draufhalten, bis man am Schmelzpunkt des Lotes angelangt ist.

Kann ich bestätigen, das geht super. Das Rohrinnere sieht hinterher weiterhin metallisch blank aus, Null Oxidbildung. Butan geht übrigens genauso.
Hauptsache, man verdrängt den Luftsauerstoff aus dem Rohrinneren. Egal womit, auch Kohlenwasserstoffe tun diesen Job.

Manche Leute würden sich da vor Panik ins Hemd machen, aber gehen tut's definitiv.