Ist VE Can nicht gleich schnell wie RS 485?
die maximale Baudrate bei RS485 vom EM540 sind 115.2k (k.A ob das vom GX auch unterstützt wird), VE.can läuft glaubich mit 250k fix. Aber die 'refresh rate' sind 100ms, dagagen ist das Telegramm nicht wirklich 'entscheidend' (ich vermute mal da wird kein Roman übertragen).
Ja, Carlo Gavazzi, der Hersteller des EM540, gibt eine Aktualisierungszeit von 100 ms an. Es lassen sich sogar Impulsdauer 100 ms oder 30 ms konfigurieren. Siehe https://www.gavazziautomation.com/fileadmin/images/PIM/DATASHEET/DEU/EM540_DS_GER.pdf
Das ist schon eine andere Dimension als die meisten anderen Zähler haben.
Die Geschwindigkeiten diverser Zähler hat Victron hier im Vergleich.
Mal ne andere Frage: wie genau sind die Messwandler des VM-3P75CT. wenn ich mir so Zangenamperemeter anschaue sind im unteren Bereich eher Schätzeisen als Messgeräte. wobei AC einfacher zu messen ist als DC.
und 2. Kann man VE.CAN 20m mit einem Cat6 Kabel führen? Die WR und Cebro sind in der Garage, später mal im eigenem Gerätehaus welches 25M Kabel haben wird.
Mit ist nun immer noch nicht klar, ob es zwischen dem EM540 und dem vm-3p75ct nun einen Unterschied in der Regelgeschwindigkeit gibt??? Ich bin gerade dabei, die Komponenten auzusuchen für einen MP2 5000 und einem 16kWh DIY Akku...
Ich würde den vm-3p75ct bevorzugen, da er einfacher einzubauen ist und einfach per Netzwerkkabel (VE Can oder Ethernet) an der Cerbo verbunden werden kann...
Viele Grüße
Jo
Wo hast Du den diese Daten her bzw. wie sieht es beim EM540 aus?
Ja, da wird der EM540 RS485 mit 100ms und der EM24 ETH mit 600ms angeben.
Wie würde es aber nun bei einem EM24 mit RS485 aussehen?
Die 180 bis 250ms Latenzzeiten bei GX gelten bei beiden Varianten?
Das würde den Faktor 6 Unterschied schon deutlich aufweichen.
Und wie sehen beim EM24 und EM540 die Unterschiede in Genauigkeit und Auflösung aus? Dazu finde ich leider keine genauen Angaben, außer das beides "verbessert" wurde.
Ich hatte mir vor Monaten den EM24 gekauft und irgendwie ist die Empfehlung für den EM540 an mir vorbei gegangen. Bei mir schwankt der Netzbezug doch leider deutlich mit +/- 30 bis 40W rund um den Gridoffset. Ich überlege ob man mit einem Wechsel da etwas messbares Besseres hin bekommt.
PS: Die oben erwähnten Netzprofile für eine schnellen Regelung sind beim MP2 doch etwas aus der Verkangenheit, oder geht da noch was?
.... die Schwankungen um den SetPoint kann man (zumindest im Sommer) ganz gut kompensieren, indem man den z.B. auf 30 W Einspeisung stellt. Das grössere Problem bei mir (mit langsamem Regelkreis, weil nur SML Messung) sind die herdplatten, die den "perfekten Regelgau" haben - da wird praktisch fast die gesamte Leistung aus dem Netz bezogen und anschliessen aus dem Akku eingespeist:
(rot=netz, grün stromverbrauch einer Kochplatte)
Das ist v.a. im Winter bei wenig Solar heftig - sorgt bei viel Kochen für mehrere kWh Einspeisung und Bezug pro Tag.
Würde daher gerne auf den schnelleren Regelkreis umstellen, hab nen EM540 hier - aber kein Platz im Zählerschrank und Probleme, die Kabel zu verlegen ...
Bei dem Regelverhalten könnte sich ja schon fast der Wechsel des Kochfeldes lohnen
Ich hatte und habe das gleiche Problem, das mir super auf den Keks geht! Also die super lahme Regelgeschwindigkeit der ESS.
Ich hatte zuerst einen Stromsensor (so ein IR Auge) am Hauszähler und das per MQTT in den MP-II GX eingedödelt. Klappt im Prinzip auch, ist aber eben super super lahm. Überall liest man, dass angeblich die geringe Aktualisierungsrate des Zählers das Problem sei. Das habe ich zwar nie geglaubt, denn auf dem MP-II GX kann ich ja direkt sehen, was er da als Netzenergie angibt und wie er parallel dazu den Akku lädt oder nicht und da sehe ich eben, dass es viele Sekunden dauert, bis er langsam anfängt, die Akkunutzung dem Netz anzupassen. Das liegt nicht an der Bereitstellung der Zählerwerte, das liegt einzig an der ESS.
Aber gut, dachte ich, ich gebe dem System noch eine Chance und investiere in einen VM-3P75CT, den ich dann auch voller Vorfreude vorgestern in unseren Schrank gequält (notorisch wenig Platz) habe - dabei ist dann von einem Sensor auch das dünne Plastikfähnchen, was da als Scharnier dran ist, gebrochen, was ich dann mit einem Kabelbinder fixen musste. In der Tat kommen jetzt die Messwerte viel schneller. Doch was soll ich sagen, die Regelung ist noch immer super lahm!
Und wie @guzzi schrieb, bei etwas schneller wechselnden Lasten kann das zum totalen Super-GAU werden, oder wenn es blauen Himmel mit vielen schönen Schäfchenwolken (Cumulus) gibt, dann geht die PV von 0W auf volle Leistung innerhalb von Sekunden, die kann das nämlich. Aber die ESS im MP-II schnarcht lahm hinterher. Bis die die Akkuladeleistung hochgeregelt ist, ist die nächste Wolke da und man lädt den Akku eine ganze Weile mit Netzbezug. Mit etwas Pech ist der Zeitraum von Wolke zu Wolke so lang, dass man mit der Akku Regelung fast immer reinfällt:
Sonne da, Akku wird nicht geladen, Strom geht ins Netz, Sonne weg, Akku wird geladen, aber mit Netzbezug. Und so geht das dann hin und her. Mit ganz viel Pech hat man dann sogar mit PV und Akku unter dem Strich einen höheren Netzbezug als ohne! Und das kann es ja wirklich nicht sein.
Ich sehe hier zwei Effekte bei der ESS:
- die fängt oft erst an überhaupt nachzuregeln, wenn es eine größere Veränderung über einen längeren Zeitraum gibt und
- wenn sie nachregelt, dann ist das eher im Bereich von 5W bis vielleicht 50W pro Sekunde. Bei einer Peak PV Leistung von, sagen wir mal, 1kWp und dem Scenario mit Wolken, wo es dann Schwankungen von +/-400W und mehr pro Sekunde geben kann, kann es 10 Sekunden und mehr dauern, bis sich die ESS wieder einigermaßen auf Null einpendelt.
Und das eben relativ egal, woher die Netz-Messwerte kommen, also ob vom heimischen Stromzähler per MQTT (1-2 pro Sekunde) oder im ms Takt vom VM-3P75CT.
Das ist doch völliger Murks!
Und nein, das hat nichts mit den 400W/s zu tun. Wenn er ohne Verzögerung die 400W/s machen würde, wäre ich ja schon glücklich!
Ich würde mal tippen, dass da ein PID Regler implementiert ist, aber sehr sehr konservativ. Das ist per Software fixbar und IMHO müsste Victron das auch, ich halte das für einen Mangel.
So, genug ge-rantet... die Victron Produkte finde ich im Allgemeinen echt gut! Auch das sie viel OpenSource machen, die Geräte recht offen sind (SSH und root Shell) etc. - alles prima! Aber diese ESS ist Mist und gehört gefixt.
Viele Grüße
nicole
Nachdem das Thema immer wieder aufkocht: Viele Beiträge im Victron Forum sind von mir und Victron hat auf keinen einzigen eine Antwort. Fest steht aber:
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Die 400W/s sind falsch. Ich konnte dies nie beobachten. Jedenfalls nicht mit meinem ABB B23 Zähler und deutschem Netzcode. Die Vermessung aus dem Beitrag von @laasa ist in etwa mit meinen Beobachtungen identisch. Also viel schneller als 400W/s
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Es gibt einen "langsamen" Modus der 400W/s oder weniger hat. Man kann den Modus zuverlässig einschalten, in dem man das Netz abschaltet. Der MP2 tastet sich bei der ersten Netz Wiederkehr ganz vorsichtig auf den eingestellten Grid Setpoint vor. Das ist nicht linear. Es gibt Sekunden wo gar nichts passiert. Typisch aber mehrere Minuten von 0 auf 30kVA. Der Übergang in den schnellen Modus scheint nach einer Zeit ohne weiteres Zutun die ich noch nicht rausgefunden habe.
Insgesamt betreibe ich das ESS in einer Kaskadenregelung. Das ESS ist dabei die Regelstrecke. Die übergeordneten Kaskaden regeln dann eine konstante Akkuleistung oder wahlweise einen konstanten Accu SOC aus. Das funktioniert auch ganz gut, solange die Regelstrecke im schnellen Modus ist. Im langsamen Modus kann man das Verhalten vergessen. Der Akku Leistungsregler geht mehrfach in die Begrenzung bis nach ein paar Minuten dann echt geregelt werden kann.
Bei Gelegentheit werde ich die Sprungantworten von meinem System mal grafisch aufnehmen und hier darstellen.
Um das zu verstehen: Der MP2 selbst ist eine mehrfache Kaskade. Die äussere Schleife ist mit dem Stromzähler offensichtlich. Darunter sind im MP2 noch jeweils Regler für die Frequenz, die Spannung, den Strom und die Phasenlage. Das Alles ergibt zusammen die eingespeiste Leistung welche über den Grid Setpoint vorgegeben wird. Störgrößen kommen mitunter vom Netz, wenn z. Bsp. der Kompressor vom Nachbar einschaltet. Im Gegensatz zum eigenen Kompressor am AC Out soll das Netz hierbei nicht gestützt werden. Die ganze Einspeisung darf auch nicht schwingen. Deshalb ist dabei eine gewisse Trägheit durchaus angebracht. Wie groß die in welchem Fall ist, wäre durch Experimente rauszufinden und zu dokumentieren. Von Victron selbst scheint da nichts mehr zu kommen.

