Regelverhalten SMA Island und Victron Multiplus II

Für ein Speichersystem wird ja im Zählerschrank ein SMA Energy Meter, Victron EM24 oder ähnlich platziert. Mit den gelieferten Daten regelt der Batteriewechselrichter den Stromfluss zwischen Hausnetz und öffentlichem Stromnetz möglichst gegen Null.

Jetzt gib es bei der PV-Stromerzeugung schnelle Änderungen z.B. an wolkigen Tagen. Genauso so wie bei den angeschlossenen Verbrauchern, z.B. bei einer taktenden Herdplatte.

Hat sich mal jemand näher angeschaut, wie gut der SMA Island oder der Victron Multiplus II diese schnellen Änderungen am Übergang zwischen Hausnetz und Stromnetz ausregelt? Funktioniert das recht exakt oder schwingt das immer mal wieder um 50 oder einige 100 Watt um den Nullpunkt positiv/negativ herum?

Im ESS läuft das relativ träge ab. Im Inselbetrieb schneller.

Grund ist der eingestellte Gridcode für DE oder EU, der eine schnellere Regelung nicht erlaubt.

Ganz ungünstig sind in dem Zusammenhang taktende Verbraucher, wie Mikrowelle, moderne Herdplatten, teilweise auch Durchlauferhitzer.

Da ist es mitunter so, dass zunächst die volle Last aus dem Netz bezogen wird. Sobald die Akkuleistung dann zur Verfügung steht, schaltet die Last weg, die Akkuleistung geht ins Netz, der MP2 regelt wieder runter, die Last schaltet wieder zu, die volle Last wird aus dem Netz bezogen... usw.

Im normalen Betrieb mit kleineren Lasten oder bei Sonne/Wolken Wechsel wirkt sich das nicht so stark aus.

Schwankt aber schon auch da um den eingestellten Wert herum.

Das habe ich befürchtet.

Ich habe zwar noch kein Speichersystem, aber vor Jahren habe ich ein SMA Energy Meter in den Zählerschrank montiert, um die PV Überschussladung für mein EV zu ermöglichen. Mit einem Raspberry habe ich die Daten ausgelesen und damit den adaptierten Ladecotroller meiner Selbstbau Wallbox angesteuert. Das Energy Meter liefert zwar die Daten im Sekundentakt recht schnell, aber die Regelzeit des im EV eingebauten Ladegeräts ist mit ca. 3 - 5 Sekunden zu träge dafür. Ich wollte damit z.B. die Laständerung einer taktenden Herdplatte nachfahren, aber das Ergebnis ist ungefähr so wie bei dir oben beschrieben.

Ich habe 2 Multigrid am laufen, durch regelträgheit habe ich in der Regel ca. 0,3KWh Netzbezug am Tag.

Läuft der Backofen 2 Stunden steigt der Netzbezug auf 1 KWh duch das takten.

Ist sehr ärgerlich.

Wir hatten dieses Thema schon ein paarmal, hier und auch im PV-Forum. Auch mit unterschiedlichen SmartMeter.

Die Erkenntnis war dabei eben, dass die Ursache im eingestellten gridcode liegt. Bin nicht ganz sicher, meine mich aber an ein delta P von 400W/s zu erinnern.

Bei meinem MP2 deckt sich das aber nicht mit meiner Erfahrung. Er braucht deutlich länger als 6 Sekunden, um beispielsweise auf 2400W Inverterleistung hochzuregeln, eher 10 bis 12 Sekunden.

Im Normalbetrieb ist mir das egal, aber eben bei solchen Anwendungen wie Induktionskochfeld, Mikrowelle, ThermoMix, (dein Ladegerät... ), ist meine PV-Anlage inkompatibel.

Hatte schon überlegt, ob man nicht irgendeine Form von Puffer dazwischenbauen könnte, der wie ein Kondensator die plötzlichen Laständerungen abfedert.

Wenn es nur um den einen Anschluss deines Ladegerätes geht, könntest du da noch einen Insel-WR mit eigenem kleinen Akku davorhängen.

Falls du irgendwelche Ideen dazu hast, her damit... ?

ich kann hier jetzt nicht mitreden aber zum vergleich bei mir im inselsystem läuft die regelung des pv wr sofort hoch in ca 1 sekunde

wärend dieser sekunde zieht die last die energie vom sunny island

habe aber auch kein energy meter dran und nicht die vde4105 sondern gridcode inselbetrieb 50hz

Es wäre halt schön, wenn es z.B. bei den Herdplatten wieder wie früher 7-Taktschaltungen geben würde. Und nicht die getakteten Platten die die Energiezufuhr über das Ein-/Aus Verhälnis regeln:

http://www.herd.josefscholz.de/7Takt/4_und_7_Takt.html

Wobei ich eigentlich gehofft habe, dass ein Speicher dieses Problem restlos löst.

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Naja, ist das so tragisch, ich komme auf einen Netzbezug von 160KWh im Jahr, da sind aber auch Verbräuche dabei den den Multi überfordern.

Ich sehe da öfters abends 8000W u. mehr auf der Anzeige, das kann der Multi eben nicht ausgleichen.

das ist doch alles Jammern auf hohem Niveau ;), jeder hat 12€/Monat in dem Dreh Zählergebühr, das Regelverhalten am Beispiel vom tromsparer kommt nochmal mit rund 7€ / Monat OnTop bei angenommenen 50cent/kWh.

dies ist bei mir ebenso, und in meinen Augen absolut OK, da das Netz meine HochLastSpitzen abfedert.

das ist die derzeitige Woche, dank 53 verkauften kWh reduziert sich der gekaufte Anteil von 1€ (2.5kWh x 0.40€) auf -1.65€ weil ich für 53kWh Einspeisung 2,65€ exl. Steuer erhalte - lol

wer hier auf die letzte kWh schaut muss sich vom Netz trennen (Vorsicherung herrausdrehen) mit allen daraus ergebenden Nachteilen.

[quote data-userid="2260" data-postid="106858"]

bei den Herdplatten wieder wie früher 7-Taktschaltungen... [/quote]

Genau sowas habe ich als Einzelkochplatte vom Wertstoffhof geholt, und nutze es im Spätsommer zum stundenlangen Einkochen (Tomaten...) mit Solarstrom.

{green}:crazy:

@Helge das kommt halt wie immer auf die Rahmenbedingungen an.

Wenn ich im September mehrmals einen großen Kessel mit dem Tomatenübeschuss aus dem Garten einkoche, dann spart mir das eine ganze Menge Flaschengas.

Mit der kleinen old-style Kochplatte fange ich bei 1200W an, bis es kocht, dann schalte ich runter auf 800W, 400W, 200W und das köchelt dann etwa 8 Stunden vor sich hin. Alles mit Solarenergie.

Würde ich statt der alten Kochplatte ein Induktionskochfeld verwenden, hätte ich immer im Wechsel z.B. 2,4kW Netzbezug, und dann 2,4kW Einspeisung, unvergütet. also doppelt ungünstig. ?

Noch verheerender weil ganzjährig würde sich bei mir ein Durchlauferhitzer zur Speicheraufladung auswirken... weshalb ich mich da für einen 1.500W Boiler entschieden habe.

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Hi,

mein Si 6 nuckelt auch so 1 kWh am Tag aus dem Netz, leider speist er auch soviel ein, aber das ist ein anderes Thema.
Induktionskochfeld und diverse elektrische Fusbodenheizungen und viele andere Verbraucher lassen den Si fast ständig hoch und runter regeln, da ist eine kWh noch ok.

Gerade gefunden: Die HTW Berlin untersucht jedes Jahr Stromspeichersysteme (Stromspeicher Inspektion): https://solar.htw-berlin.de/studien/

Bei den älteren Jahren 2018, 2019, 2020 wurden auch die SMA Island 4.4m und 6.0h getestet und die Wirkungsgrade etc. aufgetröselt. In 2018 hat der Island 4.4m (A3 im Test) eine Einschwingzeit von 8 Sekunden, der 6.0h (A4 im Test) von 5 Sekunden. Auch damals in 2018 gab es bereits Systeme (RCT Power) mit einer Einschwingzeit von 0,4 Sekunden. Das würde das machen, was man auch erwarten kann. https://solar.htw-berlin.de/studien/speicher-inspektion-2018/

Ab 2021 ist SMA in den Tests gar nicht mehr vertreten, weder AC noch DC gekoppelte Systeme, weder HV noch LV Batterien. Ist denen wohl zu peinlich von der Effizienz drittklassig zu sein und dafür die höchsten Preise aufzurufen ?

Für Victron gibts ja ein MK3 Update ab Version 3, zudem gibts nun auch schnellere Enegymeter (EM54)

Da gehts jetzt auch relativ fix.

Vom Victron Multiplus bin ich abgekommen. Auf den ersten Blick würde mir von der Ausgangsleistung sogar ein 48/3000 reichen, aber die geringe Ladeleistung von 35A*48V=1680W reicht in keiner Weise.

dann häng doch ein paar module direkt an einen mppt lader

Ich habe 81 Module auf dem Hausdach, die ich insbesondere an trüben Wintertagen auch komplett für den Ladevorgang nutzen will. Und deren Strom muss auch zuvor über den PV-Zähler, da ich 25 Cent/kWh für jede selbstgenutzte kWh bekomme (EEG2009). D.h. ich brauche zwingend AC Kopplung.

Ich habe mich jetzt doch für den SMA Island 6.0H entschieden. Der hat eine vernünftige Ladeleistung, 10 Jahre Garantie und ich habe bereits ein SMA Energy Meter in Zählerschrank. Außerdem habe ich sehr gute Erfahrungen mit meinen 3 SMA Wechselrichtern gemacht, die laufen seit über 13 Jahre problemlos.

ist aber bei max last ineffezient und wird sehr warm

reichen dir 4.6kw ladeleistung?

Die Wirkungsgradkurve im Vergleich zum Victron Multiplus ist ähnlich. Der hat auch sein Maximum von ca. 95% um die 500-1000W Ausgangsleistung und fällt danach ab. Die Abwärme dürfte damit auch vergleichbar mit dem Island sein.

Für die Ladeleistung von 1 Island 6.0H brauche ich 3 Stück Multiplus 3000 oder 1,5 Stück Multiplus 5000. Natürlich ist die Ladeleistung ein Kompromiss. Meine 16 kWp Ost-/Westanlage macht in der Spitze 10 kW. Auf der anderen Seite haben die EVE Zellen eine maximale Ladeleistung von 0.5C, was in meinem Fall 7,2 kW sind.

Zum Regelverhalten kann ich hier auch noch ein wenig beitragen:

PV über SMA Tripower (türkise Linie), SI 6.0H (lila Linie) und Netzbezug vom SMA Energy Meter (dunkelblau)

und hier noch ein Zoom auf einen der Peaks:

Meine kürzeste Auslesezeit der Daten ist allerdings 5sec.

Man sieht aber, dass der SI sich aufjedenfall innerhalb von diesen 5sec einregeln muss, da der nächste Messwert wieder 0W ist.

Hier mein Netzbezugszähler über 7 Tage. Pro Woche muss ich mit ca. 0,5kwh Regelenergie rechnen.

@werbungspam

Das schaut ja sehr gut aus, rund 25 kWh/a sind vertretbar. Was ist denn das für ein Verbraucher, der bei dir alle ca. 5 Minuten mit gut 2 kW taktet? Eine Wärmepumpe?

Welche Anzeige-Software hast du? Ist das vom Sunny Portal? Ich habe seit fast 10 Jahren ein SMA Energy Meter im Zählerschrank sitzen und lese es mit der Android App EMView aus. Die nimmt alle vom EM gelieferten Messwerte, d.h. einen pro Sekunde. Diese App gibts leider nicht mehr im Play Store.

Mein SI 6.0H-13 steht bereits in der Garage - noch eingepackt ?