RCD (30mA) fliegt zu 80% wenn anderer Stromkreis eingeschaltet wird - Tipps?

Moin,

Bei uns sind alle Steckdosen und Lichtkreise mit 2poligen RCDs gesichert. Mit einem Stromkreis habe ich ein Problem. Immer (na ja 70-80%) wenn ich in einem (bestimmten nicht bei allen) Zimmer eine Steckdose einschalte (an der Steckdose ist ein Switch, Computer und Monitor) fliegt der RCD eines Lichtkreises (5x230V LEDs - LEDs sind aus).

Der Schrank ist komplett durchgemessen alle Isolationswiederstände (vom RCD aus gemessen), RCD Auslösewerte wie auch Kurzschlussströme der Steckdosen sind OK (mehr als OK).

Kann ein Einschaltstrom (vom PC Netzteil?) einen Fehlerstrom (>30mA) in einem anderen Kreis induzieren? Seht Ihr andere potentielle Gründe, wie kann man das verifizieren? Es nervt ein wenig.

Anmerkung: wenn die LEDs an sind konnte ich das verhalten bisher nicht reproduzieren, mag aber reiner Zufall sein.

Kannst Du die Verdächtigen nicht einfach an einen anderen Stromkreis anschließen und so ein Ausschlußverfahren durchlaufen?

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Das Thema könnten ungewollte Verbindungen zwischen Nullleiter und Schutzleiter sein. Natürlich.

Eine feinsinnigere Variante des Falles, wenn man eine alte Nullung (ohne schutzleiter) auf Schutzleiter umgebaut wurde. Und mit neuen Leitungen neu aufgebaut. Und dabei eine Stelle vergessen... oder falsch gemacht. Sowas hatte ich letztens. Da wurde eine der Steckdosen aus der alten Nullung ( mit Brücke zwischen Null und schutzleiter) in den Dreileiterkreis eingebaut. Hat mich ne stunde gekostet, den Stromkreis zu identifizieren, und zwei, um alle Anschlüsse zu prüfen, mit dem üblichen Glück wars die viertletzte.

Was einen Schutzschalter auslöst ist ein Nebenstrom von der Phase irgendwohin, und dazu gehört AUCH ein Schluss oder eine niederohmige Verbindung zwischen Null und Schutzleiter HINTER dem Schutzschalter.

Also von Stromkreie, der Abschaltet, bei ausgeschalteten Sxutzschaltern einen Schluss des Nulleiters irgendwohin suchen.

@carolus Finde ich unwahrscheinlich, da der TE von 70-80% "Treffer"quote spricht. Eine Verbindung zwischen PE und N hinter dem FI sollte direkt zur Auslösung führen oder sehe ich den Wald wegen der vielen Bäume nicht mehr? Ich würde hier auch noch eine andere Variante prüfen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat der TE mehrere Stromkreise, die jeweils über einen eigenen FI geführt sind? Wenn das so ist, einfach mal im Zählerschrank die Stromkreise an den FI´s tauschen. Also Licht OG gegen Licht EG und umgekehrt. Das macht fast keine Mühe und zeigt, ob das Problem am Stromkreis oder am FI liegt.

Wenn die Stromkreise sehr gleich aufgebaut sind, oder die Verbindung nicht niederohmig genug ist, gibt es keine sofortige Auslösung, sondern nur eine bei hohem Strom..... oder Stromspitzen.

Und da war doch was, was er schrieb ?

@carolus Niederohmig klingt einleuchtend. Was meinst Du mit "sehr gleich"?

Grübel.... das hab ich aus Instinkt so geschrieben. Wenn ich es mir überlege..... es kommt auf den fliessenden Strom UND die gleichartige Leitungsführung vor dem RCD an. letzendlich sieht de RCD Spannungsdifferenz auf dem Nulleiter, mit dem Schutzleiter als Referenz, durch Strommessung als Differenz der Ströme zuwischen Phase und null.

Also, mit strom null müssten die RCD drin bleiben. Stromverbrauch auf einem der Kreise löst irgendwann den RCD aus. Der Strom zu Auslösung kann aber in den beiden Kreisen verschieden sein....

Wenn meine Schlussfolgerungen richtig sind.

Einschaltströme als Auslöser für einen RCD hab ich noch nicht erlebt. LS vom Typ B fliegen hingegen gerne, wenn einige Technik an einer schaltbaren Mehrfachsteckdose hängt.

Hast du den RCD mal getauscht? Ist nicht so selten, dass die spinnen.

Ansonsten würde ich auch mal umklemmen, um nach dem Ausschlussprinzip herauszufinden, was los ist, wie schon geschrieben wurde.

OK jetzt haben wir zur Eingrenzung:

  • RCD tauschen als Gegenprüfung ob RCD evtl. doch einen Schlag weg hat (das ist erstmal das einfachste) - war eh geplant
  • Stromkreise mal tauschen um zu sehen, ob es am RCD oder Stromkreis liegt
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LS vom Typ B fliegen hingegen gerne, wenn einige Technik an einer schaltbaren Mehrfachsteckdose hängt.

[/quote]

Ist an einer Mehrfachsteckdose, allerdings ist die auch schon getauscht, auch das Netzteils des PCs wurde schon getauscht (zufall).

Gleich aufgebaut sind die SK def. nicht. Das irgendwo irgendetwas verbunden ist (in den Abzweigdosen) was nicht verbunden sein sollte, möchte ich nicht ausschließen. Hier was das Kabelchaos groß. Nullung / Teile mit PE als N verwendet, teils gar kein N vorhanden etc. (2001 gebaut - kopfschüttel) Ich habe versucht alles aufzuräumen. Daher hatte ich auch mal alles duchmessen lassen. Hier mal Auszug vom Messprotokoll - nur um zu teilen was gemessen wurde an den Steckdosen und Stromkreisen.

das NOK beim 300mA kann man ignorieren, der löste einfach ~40ms zu spät aus und wird irgendwann mal getauscht. Ich habe RCD auch als "Geräteschutz": 500mA direkt nach den Victron MPII Wechselrichtern -300mA am Verteilereingang und dann die 30mA RCDs als Körperschutz.

Könnte ich - aber dann müsste ich mein Büro umbauen im Prinzip den Schreibtisch in einen anderen Raum verlegen. Puh eher nur also letzte Option, besser erstmal alles im Schrank testen.

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Erster Verdacht wär die Ns der beiden Kreise sind noch irgendwo verbunden. Dazwischen auch schon den Isolationswiderstand gemessen?

Also wenn die richtig verbunden wären, müsste der RCD ja eigentlich immer fliegen. Theoretisch wenn hochohmig verbunden, wäre ein hoher Einschaltstrom womöglich in der Lage einen entsprechenden Fehlerstrom zu produzieren. Glaube das meinte Carolus oben auch.
Wie sollte ich das messen - beide RCDs aus bzw. Leitungen trennen und dann die Leitungen gegeneinander messen (ohne Verbraucher)?

Beide Stromkreise aus, beide Ns an den RCDs ausklemmen, dazwischen messen.

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Merkwürdig ist doch der Zusammenhang zwischen "Switch, Computer und Monitor" einschalten und den "LEDs (vorher an/aus)". Ich tippe daher auf ein unerwünschtes Verhalten (z.B. mehrere Kondensatoren von L gegen PE) der hierbei verwendeten Schaltnetzteile bei Switch, Computer, Monitor und LEDs.

Test 1: Steckdosenleiste mit "Switch, Computer und Monitor" ausstecken und einen anderen Verbraucher (mit ähnlicher Last, z.B. Glühbirne) einstecken und einschalten. Tritt das Fehlverhalten immer noch auf?

Daraus schließe ich daß im Lichtkreis der PE aussen vor ist, die Teile sind praktisch immer schutzisoliert. Da sollten also keine Störungen von irgendwelchen bösen Y-Kondensatoren reinspielen.

Trotzdem nochmal nachchecken ob in beiden Kreisen der PE wirklich auch PE ist (weils irgendwann mal Nullung war...). Isolationswiderstand zwischen den beiden Ls kann man bei der Gelegenheit auch gleich mit messen.

Schaltnetzteile machen gerne böse Einschaltspitzen, da muss man schon ne ganz dicke Glühbirne nehmen zum simmulieren.

Wenn ich das richtig sehe, hat man die Auslösung getestet, aber nicht di leitungen Untereinander.

Ich wiederholer meinen Vorschlag:

Ich gehe davon aus, dass du nur 2 Kreise hast, die ärger machen. Belastung des einen Löst einen anderen Aus.

Der Vorschlag. Die beiden RCD abschalten. Für beide muss der Widerstand zwischen Null und Schutzleiter jetzt hoch sein. Einfaches DMM reicht. Ist ja keine Spannung drauf, weil bedipolig abgeschaltet.

Wenn nicht einer der beiden dabei durchfällt, würde es mich sehr wundern.

Sind wirklich nur "zweipolige RCD" verbaut? Wie wird der Leitungsschutz realisiert?

Möglicherweise sind es ja kombinierte RCD/LS-Automaten. Dann könnte auch die Einschaltstromspitze je nach Phasenlage beim Einschalten Ursache für die Auslösung sein...

Für den Strom auf dem Kreis, möglich.

Er sagt aber, dass ein anderer Kreis trennt als der mit der Stromspitze.

Und das ist weird.

Das Wort ist gerade Modern... :slight_smile:

na - das hätte eine Ewigkeit gedauert -> zu teuer. Macht nur Sinn wenn ich mir mal einen Installationstester länger leihen kann.

Welche Leitung? Das sind Kombi RCD/LS auf den Verbraucher-Stromkreisen.

Verbraucher -> 2pol Kombi RCD (30mA), 16A B Characteristik -> 4poliger RCD (300mA) -> Zähler -> Trennschalter -> [Zählerschrank mit UV]

35Schmelzsicherung -> 40A LS allpolig (nicht zwingend nötig und sollte auch nie auslösen) -> [Unterverteilung Garage mit Batteriesystem]

500mA RCD 4polig -> 32A LS -> Victron MP 2

Richtig - Einschalten von A (Büro OG Feld 3 RCD 17) löst B (Licht UG Flur Feld 3 RCD 13) aus. Das ist mir erst bei der Installation der Victrons aufgefallen, da ich dort testhalber mehrfach Netz und Notstrom umgeschaltet habe und jedesmal das Licht um UG Flur ausgefallen ist. Ich konnte es dann auf die Kombi OG Büro -> UG Licht eingrenzen. Aktuell lass ich die Verbraucher im Büro wieder auf standby laufen, aber Switch und Co zieht doch ein paar Watt unnötigerweise...

Für die "Widerstands/Isolationsmessung" zwischen den Leitungen reicht ein Benning multimeter? weil den Installationstester hab ich nicht.

Multimeter reicht. Du suchst du eine Verbindung unter 100 Ohm.

Dann weißt du doch überhaupt nicht, ob der RCD auslöst oder der LS, wenn das ein kombinierter RCBO ist.