Der Rocket Mass heater verbindet drei wichtige Konzepte der Holzheizung. Die hohe Verbrennungstemperatur, den Wärmespeicher und die niedriege Rauchgastemperatur.
Alles nichts wirklich Neues. Wärmespeicher und niedrige Rauchgastemperaturen wurden seit Jahrhunderten in verschiedenen Ländern und Kulturen unterschiedlich umgesetzt. (Kachelofen, Grundofen, Specksteinofen, etc.) Diese werden ja in den verlinkten Videos auch angesprochen und als "masonry stuff" (masonary heaters) bezeichnet.
Das eigentlich Neue an dem Rocket Mass Heater ist, bzw war, die hohe Verbrennungstemperatur. Diese war in den traditionellen Bauformen aufgrund der fehlenden Materialien und der fehlenden sekundären Luftzufuhr nur begrenzt möglich.
Es ist schade, dass die Videos von diesen 1/10 Werten sprechen. Das rückt das ganze natürlich in eine zweifelhafte Ecke. Aber die Gründe, die diesbezüglich angeführt werden sind sicher nicht falsch, auch wenn in der Beurteilungen vermutlich nicht so gravierend.
Es gibt ja auch Beispiele, von installierten Wärmepumpen, die völlig fehlgeschlagenen sind. Warum also nicht auch vereinzelte Erfolgsgeschichten über den Rocket Mass Heater. Man muss das Ganze ja auch in dem technichen und soziokulturellen Setting der USA verstehen.
Wir können unser Haus mit Mini-Splits (LLWP), Pelletskamin und Holzöfen heizen. In Vorbereitung auf den Winter 2022 habe ich alle Optionen mal "durchgerechnet". D.h. die Energie und die Wirkungsgrade der einzelnen Quellen in eine Excel-Tabelle getan und dann Preise und Aussen-Temperaturen ermittelt, ab wann welche Heizmethode vorzuziehen ist.
Ich bin zu dem Schluß gekommen: man muss testen. Man muss es wirklich ausprobieren und Erfahrungswerte sammeln. Einfach theoretisch rechnen bringt wenig.
Man heizt das Haus nicht in gleicher Weise mit den unterschiedlichen Methoden. Daher läßt es sicht nicht ausschließlich "energetisch" berechnen.
Was Andreas oben schreibt, kann ich wirklich bestätigen: die Wärmepumpe, bei uns zuhause die Mini-Splits, sind nahezu unschlagbar. Sowohl von den Betriebskosten, als auch ökologisch. Selbst bei einem ungünstigen Strom-Mix.
Wir haben einen dynamischen Stromtarif und es sind bisher in dieser Heizperiode wirklich nicht viele Tage gewesen, wo Pellets konkurrenzkräftig waren. Pellets sind in Schweden deutlich teurer als in Deutschland. Bei Holz kommt es wirklich darauf an. Wir erstellen unser Brennholz selber. Aber umsonst ist es deswegen ja nicht. Es hat einen Wert. Im Zweifel könnte ich es ja verkaufen. Ich setze daher immer einen kalkulatorischen Preis an.
Bisher habe ich fast ausschließlich Holz aus Pflegemassnahmen verbrannt. Z.b. Hasselbüsche, die ich gestutzt habe, da diese die PV Anlage verschattet haben usw. Wenn ich diese nicht selber verwerte, dann gehen diese ins kommunale Fernwärmewerk.
In Schweden haben wir einen grossen Zuwachs an Wald. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität des Waldes. Brennholz kommt immer aus "lokalen Quellen", Pellets wird aus Abfällen aus den Sägewerken hergestellt. Keine Importe. Das ist in anderen Ländern wirklich anders. Pelletsimporte aus den USA oder dem Baltikum. In Holland gibt es ein von der EU gefördertes Fernwärmewerk, welches mehr Holz verbrennt, als überhaupt in Holland im gleichen Zeitraum nachwächst. Also in einem Werk.
Aber Holzöfen haben ein Partikelproblem, das muss man im Hinterkopf behalten.
Mit der 1979er Genfer Luftreinhalteabkommen (LRTAP) ist die Weltgemeinschaft wirklich einen grossen Schritt nach vorne gekommen. Man konnte Wirtschaftswachstum von Umweltverschmutzung entkoppeln.
Wäre schön, wenn die Energiewende ein Erfolg wird. Dieses Forum und die Mitglieder sind ja ein positiver Beitrag dazu.