Quick Connect aber Trotzdem vorher Vakuum ziehen

Hallo

Das ist z.b. der Fall/könnte sein, wenn ein Ventil in einem QC Adapter nicht zu 100% geöffnet wurde. Man glaubt nicht, was das für Geräusche macht. Ziehe die Verschraubungen nochmal etws nach. Evtl. Kannst du mit dem Ohr sogar die betreffende Verschraubung lokalisieren?

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@chris-n Danke für den Tipp!

ich hatte zuerst gedacht, dass es daran liegen könnte, dass ich einige Radien in der Leitung habe, aber nachdem ich mich hier eingelesen habe, bin ich verständlicherweise etwas unsicher.

Flüssiger Stickstoff enthält null Feuchte. Wird der wieder gasförmig ist das auch furztrocken. Damit werden innengerät und am besten auch die Leitungen durchgespült um alle Feuchtigkeit zu verdrängen. Wenn man schon mit Stickstoff spült macht man damit auch gleich noch ein Druckverlustprobe.

Wichtig ist eigentlich nur das entfernen der Wasseranteile in der Anlage. Wasser führt zum Zerfall des Kältemittels und zu Bildung von HF das wiederum mit dem Wasser zu Flusssäure kombiniert. Diese führt zu massiver Korrosion im gesamten System.

Bleibt sehr viel restfeuchte im System kann das Kältemittel schlagartig in größeren Mengen zerfallen. Das geht mit einem erheblichen Druckanstieg einher und irgendwas im Niederdruckteil fliegt auseinander.

Ich hab in Shanghai mal ‚Klimamonteuren‘ zu geschaut die vor dem Fenster rumturnten um ein Aggregat zu tauschen. Da wurde nix vacuumiert oder mit Stickstoff rumgefummelt - Hochdruckleitung montiert und festgezogen, Niederdruckleitung nur handfest angezogen, das gasventil auf der Hochdruckseite leicht aufgedreht und bis (geschätzt) fünf gezählt und dabei zischen lassen. Dann die Niderdruckseiten angeknallt (nix mit Drehmomentschlüssel oder so) und fertig.
Bei der Chinaanlage war sicher kein Propan oder R32 drin, das war bestimmt noch vom „Guten“.

Hab daraufhin einen Kollegen gefragt, der mir sagte dass das hier normal wäre und er das noch nie anders gesehen hätte……

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Das hört sich gut an. Im aussengerät sollte genügend kältemittel sein, um das so machen zu können. Bewusst bischen kältemittel raus lassen und damit das letzte quentchen feuchtigkeit raus drücken.

Wie ist das mit dem anschrauben zu verstehen ? So wie ich das lese ist es so, dass nach dem festziehen die verbindung nicht mehr bischen gelöst und wieder fest gezogen werden kann. Wenn man erst locker fest schraubt, dann das ventil leicht aufdreht und dann die eine verbindung nach 5 sekunden fest schraubt.

Mit meinem laienhaften verständniss würde ich erst alles festschrauben, vakuum ziehen, dann das ventil leicht öffnen und auch die eine verschraubung wieder leicht öffen, so dass restfeuchtigkeit raus gedrückt wird.

Wie genau sollte ich das machen, ich will nochmal vakuum ziehen und dann mit kurzem öffen und schnüffler auf dichtigkeit prüfen. Wenns geht aber bewusst zu einem zeitpunkt x auch bewusst bischen kältemittel und damit die restfeuchte raus lassen.

Ich werde nicht weiter auf die Chinaprozedur eingehen.

bei dem Entlüften mit der Vakuumpumpe geht es darum den Druck soweit abzusenken das auch der letzte Rest von Wasser verdampft. Durch das verdampfen steigt der Druck wieder an so dass man ziemlich lange weiter vakuumieren muss bis alles Wasser raus ist.

dabei muss man verstehen dass eine hohe Umgebungstemperaturen zu einer höheren Verdampfungsrate von Wasser führt, entgegen bewirkt die höhere Temperatur aber auch eine höhere relative Luftfeuchte, sprich in der selben Menge Luft ist mehr Wasser gebundene.

Da der Dampfdruck und Luftfeuchte keine linearen Kurven sind kann ergibt sich der Umstand dass man bei Kälte sehr viel länger vakuumieren muss als im Sommer.

Wenn das Vakuum ‚steht‘ heißt das das alles Wasser raus ist und wenn er sich über eine Stunde steht die Anlage dicht ist.

Da ist auch nix zu schnüffeln oder so sondern die Monteurhilfe abbauen und langsam das Gasventil öffnen.
Wenn man immer noch will kann man jetzt mit einem Fluorid Tester nochmal um die Verschraubungen herumschnüffel.
Beim leichtesten Windzug ist die Zuverlässigkeit der Anzeige aber eher Glücksspiel.

Das oben gesagte soll jetzt keine Anleitung oder Aufforderung zum selber machen sein, sondern lediglich die Tücken und Herausforderungen der Installation deutlich machen.

Aber niemals so, dass wieder Luft ins System einströmt, weil man den Schlauch am Serviceport direkt angeschlossen hat. Der zieht beim Abschrauben Luft. Da gehört ein Ventildrückerhahn dazwischen, den man schließt.

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@arc

Vielen dank für deine guten erklärungen. Ich bin elektrotechniker, mache so gut wie alles selbst. Klima ist totales neuland. Für mich ist jede info hilfreich.

Ob mit oder ohne fachfirma, es ist gut, wenn man sich bischen auskennt. Das gilt für alle Gewerke. Wie sonst kann man das bewerten, wenn Firmen einem das blaue vom Himmel versprechen bzw. Irgend erklärungen bringen, warum sie den ganzen Tag an was rum docktern. Habe ich im bereich ölheizung schon selbst erlebt. Da wurde kaputt repariert. Was mir dann auch noch erzählt wurde, unglaublich. Wenn man sich auskennt, kann man schon bei der Anfrage fest stellen, ob man es mit einer seriösen firma zu tun hat.

wo er Recht hat, hat er recht! ?

@arc ich bin immer wieder fasziniert von der chinesischen Mentalität, wenn ich dort bin. Eine interessante Mischung aus Motivation / Pragmatismus / punktueller Ignoranz/Unwissenheit macht dort Dinge möglich, bei denen hier die Sicherheitsbeauftragten hier schon aus 2 km Entfernung Herzrasen bekommen.

Das erinnert mich immer an mein Studium Anfang der 2000er Jahre, wir hatten Dutzende chinesische Kommilitonen, die nie in der Vorlesung waren. Aber sie haben sich immer die Skripte der anderen ausgeliehen, um sie akribisch abzuschreiben, und keiner hat die Prüfung bestanden, weil allen der Kontext der Vorlesung gefehlt hat.

Zurück zu meinem hysterischen Anfall, eingedrungenes Wasser würde ich eigentlich ausschließen, ich habe die Kupplung sofort nach dem Auslaufen angezogen. Stickstoff ist schwerer als Luft und verbleibt in den Senken. Daher würde ich davon ausgehen, dass es auch nach dem Lösen der Kupplung einige Zeit dauert, bis relevante Mengen an Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft in die Inneneinheit eingedrungen sein können!?

Ich lese hier aber richtig, dass es für den Kühlkreislauf und die Verdichtung kein Problem ist, wenn noch Fremdgase (Stickstoff, geringe Mengen Umgebungsluft) im System sind?
Das Geräusch des fließenden Wassers ist leider auch nach dem Anziehen der Kupplung nicht verschwunden, es ist nicht dramatisch oder störend, nur seltsam, dass es überhaupt da ist!

@p-p vielleicht war ich zu unpräzise: kein Wasser und kein Sauerstoff in der Leitung. (Quasi)inerte Gase sind egal Gase. Man könnte zum Leitung spülen möglicherweise auch reines Argon nehmen.

Ausprobiert hab ich es aber noch nicht!

Abschreiben und Nachmachen hat in ganz Asien‘s Unis Tradition. Die Chinesen sind aber nach wie vor noch die besten wenn’s ums aufsaugen und replizieren geht währen in der Europäischen Tradition eher der Diskurs stand.

Mit der Bologna-Reform hat man es aber in DE geschafft sich erfolgreich nach unten zu orientieren.

Multiple Choice, PowerPoint, Copy&Paste, YT haben der Sache den Rest gegeben. Mittlerweile sind manchmal Chinesische Studenten lieber geworden weil sie gemerkt habe dass nur replizieren noch immer nicht reicht. Den Rest macht der Ehrgeiz.

das ist aber ein anderes Thema für einen eigenen Faden……

Fremdgase verändern die Druckverhältnisse, sollten deshalb nicht im Kältekreislauf sein. Kann zu Überdruckproblemen führen.

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
Wie ich schon geschrieben habe, ist mein Problem, dass ich auf den Verkäufer gehört habe und es schon angeschlossen habe (Anlage läuft auch).
Jetzt nochmal Vakuum ziehen geht leider nicht, daher die Frage was ihr an meiner Stelle machen würdet:
Kann man hier selbst nachbessern, wenn ja wie, oder ist das gar nicht nötig und ich mache mir unnötig viele Gedanken?
Den Servicetechniker anrufen und ihm eine Geschichte erzählen, dass jemand über Nacht einfach eine Klimaanlage an die Wand geschraubt hat?
Oder einfach abwarten!

@p-p

Ich würde das jetzt so laufen lassen. Das wird einige Jahre laufen. Wer weiß schon, was dann ist, wie teuer Split Klimaanlagen sind, wie die gesetzlichen Vorschriften sind. Ob dann überhaupt noch ein Klimatechniker nötig ist, das anzuschließen. Geht doch in die Richtung, dass das als kältemittel Propan kommen wird.

Wahrscheinlich kannst du dann alles selbst machen , für wenig Geld. Jetzt ein Fass aufmachen ? Für was ? Das kostet so viel, spare das Geld lieber damit du später die Anlage ersetzen kannst.

Selbst die Profis hier haben unterschiedliche Meinungen. Einer sagt, wenn sich das Vakuum über Stunden nicht ändert, ist es dicht. Ein anderer sagt, dass die vakkuumprüfung nicht 100 Prozent sicher ist. Einer sagt, man muss "schnüffeln, ein anderer findet es nicht notwendig. Wobei beide Fachleute sind und sich mit der Materie auskennen. Ist wohl beides richtig, man kann das so oder so machen. Kommt drauf an wie hoch man den Level legt. Wenn man bei 100 Anlagen das ganze mit der einen Methode macht, wie viele unerkannte "undichte" wird es geben ? Gleiches gilt für die andere Methode. In beiden fällen werden es sehr wenige sein

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Wenns meine wäre, würde ich sie einfach laufen lassen und hoffen, dass das alles dauerhaft gut geht.

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Bei solchen Sachen gibt es eine fachlich korrekte Vorgehensweise, die sich aus Praxiserfahrung, wissenschaftlichen Experimenten und theoretischem Wissen ergeben haben. Und hier ist sich die Fachliteratur dann auch einig: Vakuumprüfung ist kein geeignetes Verfahren, um die Anlagendichtung nachzuweisen. Da wird ganz klar und eindeutig eine Druckprüfung mit Stickstoff gefordert. Diese Forderung kommt nicht von ungefähr, man hat das einfach nachweisen können, dass es viele Undichtheiten gibt, die im Vakuum nicht auffallen, bei Druck aber schon.

Und dann gibt es das, was die Handwerker so machen. Die haben oft keine Zeit und sparen sich alles, was sie nicht unbedingt für nötig erachten. Da wird dann gerne mal eine Druckprüfung mit Stickstoff weggelassen. Ist fachlich nicht korrekt und man kann sogar dafür belangt werden, weil die F-Gase Verordnung eine Druckprüfung vorschreibt. Scheint viele trotzdem nicht zu interessieren, was man so hört.

Was man auch noch sehen muss: Es macht einen riesen Unterschied, ob ein Kältetechniker mit 20 Jahren Erfahrung sowas macht oder ein Auszubildender, der gerade seine erste Anlage installiert. Wer viel Erfahrung hat, macht alles vielleicht so gut, dass es extrem unwahrscheinlich wird, dass irgendwo eine grobe Undichtheit ist. Und die feinen Undichtheiten findet man alle mit dem Schüffler. Auf den Schüffler wird bei den Profis in der Regel nie verzichtet.

@p-p wenn die Ventile schon aufgedreht sind haben sich die Gase und was auch sonst noch in den Leitungen war mit dem Kältemittel gemischt.
Da ist nachträglich nix mehr zu machen.

Möglicherweise ist in deinem aussengerät eine Trocknerpatrone verbaut die geringe Menge Feuchte absorbieren kann, bei Autoklimaanlage ist das zumindest die Regel. Da wird der Trockner aber regelmäßig getauscht…..

In deinem Fall ist es voraussagbar wieviel Feuchte und Fremdgase im System sind. Ein Klimatechniker würde wahrscheinlich vorschlage das Kältemittel und Kompressoröl komplett absaugen und die Anlage neu befüllen.
ich würde es drauf ankommen lassen …. Klimatechniker-Einsätze sind nicht gerade billig so dass man sich überlegen könnte gleich das Aussengerät zu tauschen wenn’s denn versagt.

Ich als diy mensch mache alles genauer als es eine firma, ergo der erfahrene Techniker, macht. Die arbeiten auf zeit, bei mir spielt zeit keine rolle. Das gilt bei allen gewerken, die befestigung von Solarpanel mal als beispiel. Da habe ich wesentlich dickere und stabilere halterungen gebaut, als die meisten fertig halterungen, die im internet angeboten werden.

Ich habe auch schon fachhandwerker (ölheizung störungssuche und reparatur) erlebt, die null Ahnung hatten (über 50 jahre alt, genug berufserfahrung hätte da sein müssen).

Im elektrobereich gibt es die 5 sicherheitsregel. Ehlich gesagt, ich als alter Hase in diesem Beruf habe die im grunde noch nie so berücksichtigt. Sicherung raus und gut. Nix mit "gegen wiedereinschalten sichern" und nix mit "erden und kurzschliessen". Will damit nur sagen, dass eine "fachlich korrekte vorgehensweise" , die iwamm mal einer aufgeschrieben hat, für mich nicht in jedem Fall die Bibel bedeutet.

Hier werden sehr gute fachliche tipps gegeben, ohne die würde ich mich nicht an split klimaanlagen ran trauen. Nochmals vielen Dank an alle, die ihr wissen hier teilen.

Ich werde einiges davon umsetze, auch in kombination verschiedener tipps. Da ich die klimaanlagen erst im juni 2024 brauche, gehe ich das langsam an. Die benötigten werkzeuge kann man ja für relativ kleines Geld kaufen, die diy kosten bleiben im rahmen.

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Das ist der Vorteil bei DIY, dass man sich viel mehr Zeit nehmen kann. Was man allerdings nicht hat, ist die Erfahrung. Wer etwas schon hundert mal gemacht hat, weiß genau, wo der sichere Pfad des Gelingens ist und wo welche Fallen drohen. Man muss am Anfang immer erstmal einiges an Lehrgeld bezahlen.

Klar gibts auch Handwerker, die auch nach 20 Jahren noch schlechte Arbeit machen. Ich meine aber eher die, die was gelernt haben.

@alter-hase deine Aussage kann ich nur fast unterschreiben. Auch ich mache nahezu alles selbst, hab ne solide handwerkliche Ausbildung und obendrauf noch technisch akademische plus 40 Jahre Erfahrung. Die letztere hat mich allerdings auch gelehrt das ich nur das gezielt richtig unpräzise machen kann von dem ich weiss.

Schief geht selten das wovon ich weiß das ich es berücksichtigen muss. Es sind eher die unknown unknowns die zu unschönen Erfahrungen führen!

Nicht zu vergessen ist dass dass was wir hier betreiben noch immer alf dem Level ‚Hobby Horsing’ fällt. Fachlich korrekte Vorgehensweisen sind mal für die aufgestellt worden denen genau diese Erfahrung noch fehlt und sind eher gedacht um Darwin in Handwerk zu pfuschen.

Der olle Handwerks-Meister der Stromschläge wegen der Hornhaut auf den Fingern schon gar nicht mehr spürt, kennt jede Menge Abkürzungen in den ‚Vorgegensweisen‘ und hat wohl auch schon den einen oder anderen Stromschlag überlebt. Der kennt aber auch die Tücken die nicht durch Regeln und Vorschriften abgesichert sind. An dem beißt sich Darwin die Zähne aus.

ich denke aber das die wenigsten unter uns in diese Kategorie fallen. Daher ist bei uns eine gewisse Skepsis hinsichtlich der eigenen Unfehlbarkeit sicher kein Fehler.