Pylontech US2000C mit 324Ah aufgerüstet

Nachdem die ältesten 3 meiner 8 Pylontech-Akkus in diesem Frühjahr durch Blähungen und HV-Alarme endgültig gestorben sind, standen mir statt der 21kWh nur noch 15kWh Speicherkapazität zur Verfügung. Das ist gerade in der Übergangszeit sehr ärgerlich.

Ein Wechsel zu einem anderen Speichersystem kam nicht in Frage, erstens, weil die fünf noch aktiven Pylontechakkus nach diversen Updates von Victron und Pylontech nun gut funktionieren, zweitens, weil eine Kombination mit den sonst üblichen 16 Zellen-Systemen mit den 15-Zellen von Pylontech nicht funktioniert, und drittens, weil Victron nicht mit verschiedenen Speicher-Protokollen in einem System kommunizieren kann. Ein kompletter Systemwechsel hin zu 16S und damit die vorhandenen 15kWh außer Dienst zu stellen, ist nun wirklich keine Option.

Also habe ich die aufgeblähten Tüten aus einem defekten US2000C entfernt, die Anschlüssen für Plus und Minus sowie die 30 Kabel für den Balancer verlängert und einen 324Ah-15S-Akku angeschlossen. Weil der Balancer der Pylontechs mit ca. 100mA hier immer wieder in der Kritik steht, habe ich einen 4A Neey-Balancer integriert.

Gestern Abend ist der neue-alte Speicher an das System angeschlossen worde.

Spannend ist die Frage, oder besser das Problem, dass das Pylontech-BMS weiterhin statt mit 324Ah mit einem 50Ah-Akku den SOC berechnet.

Ich werde berichten

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Wie macht der Andi von der Offgrid-Garage das??

klingt interessant; sowas mag ich ja. Altes noch weiterverwenden ohne durch teure Systemumstellung viel Geld ausgeben.

Bitte berichte wie es funktioniert. Lässt Du im Multiplus dann alle Einstellungen- außer die Gesamtkapazität so wie von Victron für Pylontech Systeme vorgegeben?

In den Einstellungen von Victron für die gesamte Batterie -Kapazität habe ich noch nichts geändert, danke für den Hinweis, muss ich noch machen.

Heute und in den nächsten Tagen ist es in Castrop-Rauxel sehr bedeckt, wahrscheinlich wird der Speicher nicht voll, deshalb muss ich noch Geduld haben, bis die 98% mal wieder erreicht werden.

Grüße

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@auric ich habe keine Ahnung, aber ich weiß, dass die Kommunikation mit dem Pylontech-BMS funktioniert, und das ist ja nur einer von drei Gründen, warum ich diese Lösung jetzt umgesetzt habe. Aber vielleicht ist meine Idee auch nicht ganz zu Ende gedacht und ich muss mich und die Speicherung korrigieren…

Dazu gibt es einen Hack. Liegt nicht aufm Küchentisch rum, ist aber machbar.

Verkleinere den Messwiderstand des BMS, das es etwa nur ein 1/6 des fliessenden Stroms anzeigt. Dann passt der SOC wieder.

Ausserdem solltest du die Stromverteilung prüfen und das Im gesamtverhalten berucksichtigen. Der umgebaute wird nicht wie bisher nur ein sechstel des Stroms (oder so liefern, sondern fast die Hälfte. Oder wenigstens mehr als früher. Was du wahrscheinlich bei Leitungen auch berücksichtigen musst.

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Die 6-fache Kapazität darf nicht zu einem deutlich größeren Stromfluss führen, denn das BMS und die ganze Elektronik ( MosFETs, Drosseln, Leiterbahnen etc..) des US2000C ist doch nur für max. 50A ausgelegt. Eine entsprechende Anpassung des internen Shunts wäre zwar dem “Messwert” des SOC dienlich, aber an sonsten eher gefährlich.

Außerdem läuft die Anlage mit einem max. Solarstrom von 100A und der mehrjährige Spitzenverbrauch in unserem Haushalt inkl. Wärmepumpe liegt bei ca. 5kW. Das kann das Speichersystem schon ohne den neuen -alten Speicher. Da besteht also kein Bedarf, höhere Ströme zuzulassen.

Da ich das Projekt aber auch als Anregung verstehe, defekte Pylontechs nicht einfach zu verschrotten, ist die Diskussion für andere Forenmitglieder vielleicht interessant.

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Das ist die Antwort auf einen gelöschten Beitrag, in dem mir empfohlen wurde alle Pylontechs stillzulegen.: Bloß weil Pylontech und Victron zu Anfang Fehler beim Akkumanagement gemacht haben, diese Fehler inzwischen aber behoben sind, soll ich die jetzt voll funktionsfähigen Akkus verschrotten?

Diese Wegwerfmentalität ist mir als Elektroniker gerade in diesem Bereich fremd. Ich habe Respekt vor der Arbeit der Ingenieure, auf wenn sie menschlicher weise Fehler gemachen haben.

Und natürlich führt ein geringerer Innenwiderstand zu einem größeren Stromfluss. Und damit der nicht über definierte Grenzen steigt, dafür ist ein BMS doch da.

Grüße Stephan

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OK, darf nicht… beim Laden kannst Du das selbst einstellen im Cerbo; beim Entladen läuft das über die Lasten die forderst bzw. die Multiplusse.

Einfälle statt Abfälle,
ich finde deine Vorgehensweise vorbildlich. Nach meinen Feststellungen haben Kapazität und Innenwiderstand keinen direkten Zusammenhang. Das wird schon klappen ohne dass Kabel heiß werden.

@auric wenn Du Probleme mit eigenen Pylontechs hast/hattest, ich kann den Ärger nachvollziehen, bei mir sind auch drei Speicher verquollenen, für die ich vor vier Jahren über 3000€ bezahlt habe. Das hat sich definitiv nicht gelohnt. Aber den Schaden noch größer machen, wem soll das nützten? Ich gehe davon aus, das die Akkus mit den angepassten Einstellungen und den Software-Änderungen noch sehr lange laufen werden.

Ich versuche, das Beste daraus zu machen, und ein nach Updates nun funktionierendes Pylontech-BMS weiter zu verwenden, ist nach meiner Ansicht nicht die schlechteste Idee.

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Ist das die wegen der alten pouches parametrierte Angabe, oder kann das BMS wirklich nur 50A? Die paar wenigen Fotos davon “riechen” mir eher nach mehr? Ich find die re-use Idee super, vielleicht läßt sich das noch optimieren, die Begrenzung auf die reale Leistungsfähigkeit anpassen?

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Um die Grenzen des BMSs zu erkennen, müsste man die MOSFETS freilegen und den Hochstrompfad auf der Platine analysieren. Da ich noch zwei BMS aus dem US 2000B habe werde ich das dort mal machen. Vorerst aber sollen die 50A als Grenzwert bestehen bleiben.

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Der höhere Strom ergibt sich aus der höheren Kapazität über die Spannung, die ja für alle Akkus immer gleich ist. Und bei gleichem Strom kann das ja auf dauer nicht sein.

Die Entladung beginnt bei gleicher Spannung noch mit halbwegs gleichem, strom, wobei der wegen des deutlich geringeren Innenwiderstands schon von anfang an höher ist als der der anderen Zellen.
Aus der betrachtung heraus ist sogar mein obiger Vorschlag nicht richtig: die Akkus werden sich mit grob angenähert gleichm SOC entladen, was automatisch einen höheren Strom für die 320er ergibt.

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Vollkommene Zustimmung.
Der vorteil liegt für dich in der bleibenden Kompatibilit der Kommunikation.

Impedanz ist Zellen + innere Verbindung + BMS + … also nicht ganz.

Zerlegen des BMS eher überflüssig, des kann sicher 100A. Bilder hier zu sehen BMS Replacement Board for Pylontech US2000C Lithium Battery – VoltaconSolar EU

Zwei Akkus parallel, einmal 160Ah und einmal 300Ah. Das ganze über Kreuz verschalten und auf gleiche Kabellängen geachtet (auf 10cm hin oder her will ich mich nicht festlegen). Beim 300er fließen im Schnitt doppelt so große Ströme:

Laden

Entladen

Hier im Bild von @schwarzermann kann man es auch gut sehen:
https:

Heute im Laufe des Tages hatte ich kurz Zeit einen Solar-Ladestrom von ca. 100A.

Meine Speicher ist in drei Blöcke aufgeteilt, jeder wird mit einer 100A-NH000-Sicherung abgesichert.

Der erste Block besteht aus zwei US3000 mit zusammen 150Ah.

Der zweite Block besteht aus drei US2000C mit zusammen 150Ah.

Der dritte Pfad ist dann der US2000C mit den 320Ah.

Die Ströme verteilten sich wie folgt:

Block 1: 35A, Block 2: 37A, Block 3: 26A.

Obwohl der 320Ah-Speicher sicher den geringsten Innenwiderstand aufweist, nimmt er sich bei der Stromaufnahme vornehm zurück. Die Ursache liegt wahrscheinlich daran, dass die Kabel bis zu dem separat installierten Speicher ca. 1,5m (x2) länger als bei den beiden anderen Blöcken sind und eine weitere 100A-NH000-Sicherung den Speicherblock zusätzlich schützt. Damit ist der geringeren Innenwiderstand wohl kompensiert. Darüber bin ich eigentlich ganz froh.

Ich bedanke mich für die Hinweise und Tips, die haben mir sehr geholfen.

Stephan

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