Eigentlich jein. Eigentlich soll der Balancer für den Zustand "Alle Zellen sind gleichzeitig voll" sorgen.
Wenn so grosse Defekte da sind, dass das nicht mehr geht: Reparatur.
Also, erstmal soll die Zelle NIE oben gestresst werden: DAS ist der Zustand von korrektem Top balancing.
Und unten ist eine Zelle mit kleinerer Kapazität zuerst leer (wen wunderts): das ist die Aufgabe des korrekten Betriebs durch den Benutzer, das zu verhindern.
Unter anderem dadurch, dass man nicht bis 1 % SOC entlädt, sondern nur bis 10 % . Dann ist nämlich genug Luft für sowas. Und dann braucht es auch keine ungeprüften Wunderregelkreise, die zwar alles können , aber nicht die Schonung des Akkus berücksichtigen.
Und deswegen entlädt man (am besten) auch nicht mit SOC als Limit, sondern mit Spannung: die ist beim ENTLADEN dafür nämlich genau genug. Und es passiert dann eben NICHT, dass ein falscher SOC doch bis in den Stress der nach Kapa kleinsten Zelle entlädt.
Und damit machen sich die Leute ihre Akkus kaputt.
Und der zweite Mechanismus ( der mutwilligen Akkuzerstörung) ist die bekannte Volladung mit hohem Strom in der SOC Regelschleife. Entweder stimmt der SOC nicht, und der Strom ist überhaupt zu lange zu hoch, oder man ballert rein, bis die Spannung (der ersten) Zelle (n) hochläuft. Dass man dadurch die Zeit des Hochlaufens der Spannung verkürzt ( und damit auch die Zeit zum Balancieren) ist den Leuten garnicht klar.
Und dann sich wundern, wenn die Zellen aus dem Top balancing rauslaufen.
Was dazu führt, dass sie viel zu schnell zu hoch laufen... Was die Balancerzeit nochmals verkürzt....
Und dann wird die Ladespannung verkleinert.
Was die Balancerzeit verkleinert.....
(Das dürfte mehr oder weniger der Leidensweg vieler Pylontechs gewesen sein. )
Deswegen habe ich bei unserer Nkon-Batterie die Steuerung über das Seplos-BMS abgeschaltet und Lade komplett nur über Spannungsregelung. Die im Deye für Bleiakkus vorgesehene Ausgleichsladung nutze ich um 1 x Woche in den Balance-Bereich zu laden, bis 55,4V. Ansonsten lade ich täglich nur bis 54V, was völlig ausreichend ist.
In die Abschaltung wegen geringer Spannung (eingestellt bei 48V) bin ich bisher noch nicht gekommen. Einziger Nachteil: die SoC-Schätzung des Deye ist völlig unbrauchbar, die des Seplos-BMS aber durchaus. Wenn der Deye (spannungsgeführt) nur noch 20% SoC anzeigt, ist das BMS bei 45...50%. Der Deye hat eben kein (gutes) Coulomb-counting, wenn überhaupt. Er glaubt ja, dass er eine Bleibatterie angeschlossen hat und da sind die Spannungs-SoC-Kurven natürlich ganz anders. Glaube aber nicht, dass der Deye das überhaupt berücksichtigt - vielleicht weiß das hier jemand?
9.4. jetzt ist es vorbei, zum ersten Mal Abschaltung mit Alarm. Zellspannung geht runter, BMS schaltet ein und es fließt ein hoher Strom in die Zellen und es schaltet wieder ab. Nach einiger Zeit hat der Balancer das aber wieder im Griff. Danach wird es eigentlich nur noch schlechter. Die Zeit für das Balancing wird immer länger und die Zelle schnell wieder leer beim Entladen. Auch bei nur 50,5V geht die Spannung an der Zelle schon über normal.
Und so sieht es aus wenn ich den Akku laut Prozedur balancieren lasse. Spannung von Zelle 1_1 geht schnell zurück und bleibt dort, Balancer 1_1 ist aus und alle anderen sind meistens an. Vom Netzteil flossen noch so 100 mA in den Akku, auch wenn da 0 mA im Diagramm sind.
Bis jetzt hat der Akku sich nur ein Mal mit roter LED abgeschaltet. Bei allen anderen Ereignissen wurde nur der ChargeFET abgeschaltet und der Alarm "ChargeBlocked" vom Victron kam, den bekomme ich über Openhab auf Telegramm geschickt.
Ich nehme an das viele Besitzer den Beginn der Probleme nie mitbekommen haben und irgendwann nur die aufgeblähten Zellen gesehen haben. Und diese Datenaufzeichnung dürften auch die wenigsten haben.
ich hatte auch ein System mit mehreren Pylontech 3000 und 5000 gemischt; auch nach Jahren (die ältesten waren aus 2022) nahezu keine Zelldrift, SOH zwischen 97 und 99% je nach Alter.
Insgesamt sehr zufrieden.
Da ich aber erweitern wollte und der Gebrauchtmarkt gerade günstig war, konnte ich für die Pylos 1:1 in ein anderes System mit 5 kWh mehr Speicher umstellen.
Wenn ich aber lese, dass jemand ein 3 Phasen MP 5000 System mit 5 oder 6 Pylontech 2000 betreibt, dann wundere ich mich schon wie das gut gehen soll. Die Pylos sind nicht nur beim Laden wie ein rohes Ei zu behandeln- hab fürs System insgesamt einen Ladestrom unter 20A eingestellt gehabt und auch versucht die Vorgaben von Victron für Pylontech Akkus einzuhalten- denn dort werden beim Betrieb von 3 x 5000 MP2 derer 12 Pylontech vorgegeben- also 4 Pylo pro MP2. Und ich wage zu behaupten, dass das für die 2000er schon knapp ist.
Insgesamt kann ich sie empfehlen, aber man sollte die Vorgaben über-einhalten. Ist man dazu nicht bereit, dann wäre ein anderes Speichersystem sinnvoller.