Pylontech US2000C aufgebläht

LiIonen , zumindest die kleinen, nicht LFP, sind bzw. waren immer auf 3,8 V. Kann inzwischen ja wegen Energie nach unten korrigiert worden sein. Ist die typische Lagerspannung.

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Tun die sogar. Nennt sich, glaube ich, Firmware-Updateset, oder so. Das enthält dann gleich alle Kabel für alle Pylontechmodelle, und kostet dreistellig. Also lieber selber bauen :wink:

Oliver

So ist es. Bei hohem SOC und bei niedrigen Tenperaturen drehen die den Ladestrom über DVCC deutlich runter.

Oliver

Du bringst es plakativ auf den Punkt, und ich denke, die Botschaft ist korrekt. Mit Pylontech sollte man vorsichtig sein. Vielleicht haben sie aus ihren Fehlern gelernt, aber ihre Transparenz lässt zu wünschen übrig.

Hier ist meine Erfahrung in Kurzfassung:

Im März letzten Jahres habe ich einen US5000 gekauft und in Betrieb genommen. Nach einiger Zeit wurde ich neugierig und habe eine ESP32-Lösung entwickelt, die die serielle Konsole auslesen kann. Damit konnte ich die Zellspannungen, den Zustand der Batterie, das Balancing und weitere Details überwachen.

Dabei machte ich einige beunruhigende Entdeckungen. Trotz Einhaltung aller Randbedingungen hatte das System bereits mehrere Events geloggt. Besonders beim Balancing der Ladespannung fiel mir auf, dass das passive Balancing des BMS regeltechnisch suboptimal ist und nicht konvergiert. Möglicherweise gibt es einen Parameterbereich von Ladestrom, Ladespannung usw., in dem es gut funktioniert. Vielleicht sind die Akkus einfach nur geeignet, um beispielsweise bis 0.25C betrieben zu werden, was maximal 1000W Ladeleistung entspricht. Für den Alltag ist das zu wenig; man benötigt mehrere Einheiten, was die Kosten in die Höhe treibt. In diesem Fall wäre ein DIY-48V-System die bessere Wahl.

Nach mehreren Wochen der Datenauswertung wurde klar: Das System wird keine 7 Jahre halten, da das BMS und/oder die Hardware nicht optimal abgestimmt sind. Zudem wurde mir zu spät klar, welche Nachteile ein 15S-System hat. Pylontech bietet 16S an und behauptet, dass es mit dem Rest der Welt kompatibel sein soll. Daher habe ich ein DIY-48V-System aufgebaut und den Pylontech rechtzeitig verkauft.

Im Vergleich dazu ist das JK-BMS mit aktivem Balancer eine ganz andere Geschichte. Ich habe den Akku zusammengeschraubt und beobachtet, wie er ein unbalanciertes Pack auf 57.20V (3.575V pro Zelle) ohne Probleme in kürzester Zeit von etwa 100mV auf 5mV herunterbrachte.

Letztendlich denke ich, dass die Entscheidung für einen passiven Balancer bei Pylontech ein Fehler war. Das macht das System vermutlich anfällig. Auch scheint mir das BMS insgesamt nicht robust genug zu sein, um bei Überschreitungen effektiv einzugreifen.

Alles basiert auf meinem Bauchgefühl und meinen Erfahrungen, aber es war genug, um entsprechend zu handeln.
Pouch crap? Weiss icht nicht.
15S crap? Ja, für 90% der Kunden wenn nicht mehr.
Elektronik bescheiden? Ja, scheint es.
Balancer passiv, aktiv wäre viel besser.
Teuer? Ja, einigermaßen, aber nur weil die Qualität nicht stimmt.

aktuell hat Porsche wieder eine massive Rückrufaktion
Ursache? Pouch Zellen...

Ist aber schon ein Unterschied ob ständig daran gerüttelt wird. Da wäre Pouch klar im Nachteil. sonst sehe ich da keinen Unterschied. Im Gegenteil, mir macht der dicke Wickel Sorgen, denke die Klötze sind gewickelt und nicht geschichtet.

nein, Pouch sind crap und mehrere Pouch zu einer Zelle parallelgeschaltet sind Quadrat crap
so eine Prismatische, oder Rundzelle hat mechanische Vorteile und ein BMS das jede! Zelle einzeln überwacht und nicht mehrere Zellen parallalgeschaltet überwacht hat auch NUR Vorteile.
Deswegen darf jeder sich trotzdem Pylontech oder LG-Chem Pouch Zellen für teures Geld kaufen, ich will den Crap nicht geschenkt.

Es gibt einen einfachen Grund dafür, warum bei grossen Zellzahlen ein aktiver Balancer überlegen ist.
Es gibt 2 mögliche Hauptgründe für Balancer arbeit.
Selbstentladung und
Balancerfehler durch erhöhte Polverbinderwiderstände.

Letztetes produziert die bekannten wegrennenden Zellen. Damit wird ein passiver fertig.
Selbstentladung erzeugt Zellen, die zuwenig Ladung haben. Und um das auszugleichen, muss der passive alle anderen runterprügeln....

Ja, stimmt. Es gibt noch einen dritten Punkt, bei dem ich den Eindruck hatte, dass dies das Problem war: Das BMS zeigt Überschwinger beim Regeln, und es bleibt zu wenig Zeit, um diese auszugleichen.

Wir werden sehen, ob die Anzahl der Probleme mit Pylontech in der Zukunft zunimmt.

Nach langer Wartezeit habe ich zwei neue US2000C erhalten. Pylontech hat also Wort gehalten. Damit bin ich zurück zum Ursprungsplan und habe noch mal 2 US2000C gekauft. Ich werde meine Ladestrategie anpassen und nur bis 51V laden. 1-2x im Monat gehe ich dann auf 51.6V hoch. So hat das System noch Luft.

Warum mache ich das? Ganz ehrlich... die stehen zu Ihrem Bockmist, den sie verzapfen... das findet man in unseren Breitengraden auch nicht alle Tage.

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Ja ich bin ganz deiner Meinung. Die tauschen die defekten Geräte und stehen voll zur Garantie. Das sollte man honorieren. Und mit der Garantie von 7 (oder 10?) Jahren kann man auch davon ausgehen, dass sich die Geräte amortisieren. Bin auch gerade am überlegen, mir noch einen 5000er dazu zu nehmen.

Ich lade jetzt auch nur noch bis 51,3 oder 51,4V und nur noch einmal im Monat bis 52V für ein paar Stunden, wobei ich mir in der Ballancer-Phase immer mal wieder die Zellspannungen anschaue.

Gibt es denn einen Konsenz darüber, wie man das Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit vermeiden kann?

Was ich bisher hier rausgelesen habe:

  • Hohe Ladespannungen vermeiden, z.B. normalerweise 50.6 - 51.3V, und zum balancieren hin und wieder 51.6 - 52V
  • Der Ladestrom sollte nicht zu hoch sein (konkrete Zahlen gibt es aber nicht, eine Schätzung war 0.25C)
  • Insbesondere bei hohen Ladeständen den Ladestrom begrenzen, damit der Balancer mehr Zeit hat
  • Die Entladeströme sind unkritisch, bzw. schreibt zumindest niemand was dazu

Mein eigenes System aus zwei US5000 wird über (bitte nicht schimpfen...) HomeAssistant und einen Deye 12k gesteuert. Ich lade normalerweise mit ca. 0.1C bis 85% SOC (die Ladespannung bleibt dabei unter 51V), und einmal die Woche für wenige Stunden bis 100% (da kann die Ladespannung tatsächlich kurzzeitig auf bis zu 53V ansteigen!).

Ist das schon gut so, oder sollte ich den Ladestrom an den Balancing-Tagen noch weiter begrenzen, um zu versuchen, die Spitze bei 53V tiefer zu bekommen? Sollte ich den Wechselrichter ggf. von BMS-gesteuerter Laderegelung auf Software-Defined-Battery umschalten, und selbst über die Spannung regeln? Gibt es noch weitere Faktoren, die ich beachten kann?

Aktuell denke ich über einen dritten US5000er nach. Theoretisch sollte ein weiteres Modul das Gesamtsystem ja entlasten. Damit sich das rechnet sollte es schon die 7-8 Jahre durchhalten...

LG Monkey

Da schreibt Pylontech im Datenblatt aber sehr deutlich was dazu.

Wenn du aus zwei US5000 12kW ziehst, brauchst du dir über ein paar mV mehr oder weniger Ladeendspannung keinen Kopp mehr machen.

Oliver

Hallo Oliver,

Mir geht es jetzt darum, dass die Batterien möglichst lange leben. So wie ich das bisher geschriebene verstanden habe, sind da am ehesten die Ladeströme und -spannungen kritisch, und man sollte die im Datenblatt angegebenen 100A hier möglichst nicht ausreizen, vor allem nicht in hohen Spannungsbereichen bzw. Ladeständen. Das hat z.B. @karli hier geschrieben.

Ja, das ist so natürlich irgendwo missverständlich geschrieben, sorry. Die 12kW sind anhand der Solarmodule bemessen, die Batterie wird damit nicht belastet. Der maximale Entladestrom ist entsprechend Datenblatt (und BMS) auf insgesamt 200A begrenzt, die praktisch nie erreicht werden.

In der Praxis komme ich nur in Spitzen auf über 5 kW. Etwa 1x/Tag komme ich kurzzeitig auf 40-60A, bzw. 20-30A pro Batterie. Normalerweise dümpel ich bei insgesamt ungefähr 10-20A.

Sind die Entladeströme denn auch kritisch in Bezug auf die Batterielebensdauer? Das würde ja auch für eine Erweiterung auf drei US5000 sprechen.

Ich bin mal etwas offtopic hier unterwegs, denn ich habe (noch) kein Problem mit meinen 8 x US2000C - aber ich möchte das gerne vermeiden.

Ich habe einen SMA Sunny Island dran, via CAN an einem LV HUB und dann an 2 x 4 US 2000C. Das klappt auch alles 1a. Ich musste lediglich die Ah-Zahl im SMA einstellen, alles andere ging automatisch.

Ich habe jetzt öfters in diversen Foren und hier über das Problem mit den aufgeblähten Zellen gelesen und mache mir Sorgen, insbesondere da ich keinerlei Werte im WR eingestellt habe. Das lief alles automatisch verhandelt zwischen WR und dem LV HUB.

Ich hatte auch schon Pylontech angemailt und genau das gefragt: Ob ich die Defaults lassen soll. Die Antwort

Thank you for your Email, If everything is okay, you can continue to use it as before。

Das ist zwar nice, aber die Werte kennen die nicht. Die verlassen sich offenbar auch auf die CAN-Autonegotiation :wink:

Hat jemand hier Erfahrungen, wie gut das zwischen SMA und dem LV HUB tut? Wenn ich ab und zu im Keller auf die 8 Stück schaue, scheint zumindest das Balancing gut zu funktionieren, denn einige der Blöcke sind ab und zu “aus” (Sleeping oder so), und das variiert. Auch beim Entladen scheint das so zu sein, es sei denn, ich ziehe Volllast.

Wichtig: Ich habe aktuell im WR die AC-Leistung auf 4,6 KW (wegen Schieflast) beschränkt, das wären in DC-Leistung also ca. 96 A maximal, die sowieso nie überschritten werden (Laden und Entladen), als Sicherung habe ich eine 200 A-Sicherung als NH1 (die hat SMA so empfohlen), ebenso habe ich 95 mm² verlegt (da war mein Elektriker sehr penibel wegen der Ströme - auch wenn es für < 100 A wohl auch mit 70 gegangen wäre).

Ein besorgter aber eigentlich glücklicher US2000C-Nutzer :open_mouth:

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