PVT oder PV + Wärmepumpe?

Danke für die Rückmeldung!

Mh, jaaaaein.

Ich habe mir den Felddatenbericht angesehen. Dort steht, dass die PVT-Anlage auch ohne Sonneneinstrahlung der Wärmepumpe als Quelle dienen kann. Die Quellentemperaturen liegen dann je nach Auslegung bei 2 bis 4K unter der Umgebungstemperatur. Durch den besseren Wärmeübergang Sole/Kältemittel im Vergleich zu Luft/Kältemittel können Sole/Wasserwärmepumpen in diesen Betriebspunkten dabei ähnliche Effizienzen erreichen wie Luft/Wasserwärmepumpen.

In sonnigen Stunden... wissen wir :wink:

Dann zahlst du für die PV-Anlage zuviel. Und für eine ggf. Wärmepumpe. Eine Monoblock-Wärmepumpe von 5KW bis ca. 16KW ist für ca. 6000€ kaufbar. Dann fehlt die Anbindung an die vorhandene Heizungsanlage. Ob das nun Heizkörper sind oder Fußbodenheizung, besser wäre natürlich die Fußbodenheizung. Mit den internen Anbindungen kommt man dann auf geschätzte 10 000€. Dass namhafte Hersteller mit Handwerkern Preise von um die 20 000€ - 40 000€ nehmen ist mir bewusst.

Desweiteren auf dem Schaubild: Schon Luft/Wasserwärmpumpen schaffen die JAZ4 mit Fußbodenheizungen, wenn man sich die Daten von Lambda ansieht (die dann preislich bestimmt äquivalent zu den PVT wäre) ist die sogar besser als die Sole-WP auf dem Bild.

Mhm, aus dem Bericht:
50°C Vorlauftemperatur für Warmwasser, für die Fußbodenheizung sehe ich einen Bedarf von 31,4°C Vorlauftemperatur und 28,2°C Rücklauftemperatur. Das ist im sehr guten Effizienzbereich, die Außentemperatur liegt bei 7,7°C. ABER, genau dann hat die Quelle, als die PVT-Module, 0,1°C rein und -4,5°C raus. Das bedeutet, die Quelle, also die PVT-Module, haben eine niedrigere Quellentemperatur als beispielsweise die einer Luft/Wasserwärmepumpe.

Als Vergleich müsste man dann also eine Luft/Wasserwärmepumpe daneben stellen, 7,7°C Außentemperatur und innen 31,4°C VL / 28,2°C RL. Da wird der COP (nicht die JAZ) bei um die 6 oder drüber liegen.

Sollte das Bild aussagen, dass die mittlere Temperatur bei 7,7°C lag verschiebt sich das nur noch mehr.

Zur Wärmemenge nur das, was im Feldbericht als Grafik angefügt ist. Gesamtwirkungsgrad ist bei 4,5K Unterschied zwischen Kollektor und Umgebung bei 70%. An einem sonnigen Wintertag (hier bei mir, nur plakativ), kommen 30kWh vom Dach an Strom. Das sind ca. 125kWh Wärme mit dem PVT-Anteil. Das blöde ist nur, wenn eben KEINE Sonne scheint, oder nur diffus, und dann steigt der Unterschied wegen keine Sonne und kein Wind auf 15K, dann liegt der Gesamtwirkungsgrad bei 50%. Die PV kratzt grad so daran überhaupt was zu erzeugen, ich glaube so 5kWh rum war bei uns das Minimum, dann würden 12,5kWh Wärme erzeugt. Ist also zu wenig, kühlt sich dann ab.

Über das gesamte Jahr betrachtet, liegen die Arbeitszahlen deutlich höher, da in diesem Beispiel nur die ungünstigsten Monate der Heizsaison gezeigt wurden.

Genau wie bei Luft/Wasserwärmepumpen oder bei Klimasplits. Gerade in den Übergangsmonaten liefern die Wärme jenseits dieser Daten, die dann aber nicht benötigt wird. Wichtig ist und bleibt der Kernwinter.

Also mich persönlich überzeugt es nicht als Gesamtkonzept. Was mich aber überzeugt ist die Möglichkeit, mit den PVT-Modulen eine Kombination anzustreben. Bedeutet: Die Idee PVT-Module mit einem "kleinen" Eis-Speicher zu realisieren wäre für mich die ideale Lösung. Die PVT-Module fressen auf dem Dach keinen weiteren Platz und erzeugen Strom. Und ZUSÄTZLICH können sie einen Eisspeicher beladen und das Eis immer wieder schmelzen und regenerieren. Dafür muss kein Strom direkt genutzt werden, sondern das, was die PVT-Module an Wärme durch die Sonneneinstrahlung herausholen. Zudem können sie, aufgrund ihrer Fläche (oben mein erstes Argument) einen Unterschied von gerade mal 2-4K zur Umgebungsluft haben, das ist sehr gut, das machen sie wegen ihrer immensen Fläche gegenüber einer Luft/Wasserwärmepumpe, die das eben mit einem kleinen Wärmetauscher und viel Luftumwälzung macht. Dazu kommt, dass die PVT kaum vereisen soll.

Also für Leute mit keiner Möglichkeit für eine direkte Sole-Bohrung und keinen Platz für einen Eisspeicher ne tolle Sache. Ich kenne den Preis nicht für das Gesamtsystem, glaube aber immer noch, dass er im Vergleich zu einer reinen Luft/Wasserwärmepumpe + PV günstiger ist.

PS: Und natürlich, weil ich den Eisspeicher erwähnt habe, Poolerwärmung im Sommer ebenfalls! Dann bekommt man die Wärme im Sommer weg, hat den Pool warm. Und ein Pool könnte perfekt dazu dienen, einen weiteren Puffer für den Eisspeicher zu geben.

Bei Modulpreisen zwischen 500 und 1000€ sind die Preise jenseits von Gut und Böse.

Es braucht wohl viel größere Stückzahlen um massentaugliche Preise zu sehen.