Hallo zusammen,
ich bin evtl. etwas spät dran, würde aber gern doch noch etwas fachlichen Input geben, weil in der Diskussion teils falsche bzw. irreführende Aussagen aufgekommen sind.
Grundsätzlich: PVT ist KEINE Solarthermie und damit auch nicht vergleichbar. PVT-Module liefern sog. Niedertemperatur-Wärme (ca. 30 °C). Um PVT nutzen zu können, wird eine Sole-Wasser-Wärmepumpe benötigt (oft auch als Erdwärmepumpe bekannt). Nur, dass die Kollektoren hier eben nicht in der Erde liegen, sondern auf dem Dach. PVT ist also eine mögliche Alternative zu Erdkollektoren oder einer Sonde. Und hat den Vorteil, dass die Module gleichzeitig auch noch Strom liefern.
PVT-Module alleine produzieren kein Warmwasser. Die entsprechende Hubleistung wird erst durch die Sole-Wasser-Wärmepumpe erbracht. Beides im Zusammenspiel – also PVT und Sole-Wasser-Wärmepumpe – bilden ein vollwertiges Heizsystem für Gebäude.
Wie funktioniert das?
Die Module gewinnen über die PV-Seite Strom und Wärme aus solarer Einstrahlung und über die Rückseite zusätzlich Wärme aus der Umgebungsluft. Dafür nutzt PVT einen speziellen Wärmetauscher, der die Wärme aus den PV-Zellen bzw. aus der Umgebungsluft aufnimmt und an eine Wärmeträger-Flüssigkeit (Sole) abgibt. Mit dieser Sole wird dann die Wärmepumpe versorgt.
Wir haben mit PVT den großen Vorteil, dass wir Sonne und Umgebungsluft als Quelle nutzen können. Sobald die Sonne auf das Modul scheint, haben wir deutlich höhere Quelltemperaturen als z.B. eine Luft-Wärmepumpe. Selbst im Winter kommen wir an sonnigen Tagen mit 15 Kelvin über Umgebungstemperatur, manchmal sogar mehr, aus dem Modul heraus. Die Wärmepumpe muss entsprechend weniger Hubleistung erbringen und arbeitet viel effizienter. Scheint die Sonne nicht, arbeitet das System unter ähnlichen Bedingungen wie eine Luft-Wärmepumpe.
Das funktioniert eben nicht nur im Hochsommer, sondern ganzjährig. Wir haben dazu im letzten Winter Anlagen mit unseren PVT-Modulen als einziger Quelle für die Wärmepumpe untersucht. Die Ergebnisse waren teils sogar besser als von uns erwartet mit Jahresarbeitszahlen von 4,6. Das schafft kaum ein System mit reiner Luftquelle. Den Bericht dazu (Photovoltaisch-Thermische Module als alleinige Quelle für Sole-Wasser-Wärmepumpen – Felddaten PVT-Modul PX-1) kann man sich auf der Sunmaxx-Website unter Lösung > Downloads kostenlos herunterladen. Und keine Sorge: man muss kein Heizungsbauer sein, um den Inhalt zu verstehen. 
Was ist jetzt anders als bei Solarthermie?
Selbst im ungünstigsten Fall (Hochsommer, Warmwasser voll, Wärmepumpe aus und nimmt keine Wärme aus den Modulen ab) ist bei 81 °C in den PVT-Modulen Schluss. Wärmer werden (unsere) PVT-Module nicht. Heißt wir erreichen hier nie so hohe Temperaturen wie bei Solarthermie. Die Leitungen müssen entsprechend nicht isoliert werden und es besteht keine Gefahr von Überdruck. Die Flüssigkeit im hydraulischen Kreis kann nicht gefrieren und sich bei Hitze auch nicht zersetzen. PVT ist somit anwenderfreundlicher und wartungsärmer als Solarthermie.
Wie viele Module brauche ich?
Das hängt vom Heizbedarf des Gebäudes ab bzw. wie groß die Wärmepumpe ausgelegt wird. Wir empfehlen als grobe Faustregel ca. 2 Module (bzw. 4 m² PVT-Fläche) je kW Heizleistung der Wärmepumpe, wenn PVT als alleinige Wärmequelle genutzt werden soll.
Beispiel:
- Für ein 140 m² großes Einfamilienhaus wird eine 7 kW-Wärmepumpe vorgesehen.
- Um den Heizbedarf zu decken, würden entsprechend 14 Module benötigt.
- Dies ergibt eine Dach-/PVT-Fläche von 28 m², die für die Anlage verfügbar sein sollte.
- Eine zusätzliche Wärmequelle und/oder Pufferspeicher werden nicht benötigt.
Zwei entscheidende Vorteile von PVT:
- Durch die Wärmeabnahme aus den PV-Zellen arbeitet PVT stromseitig etwas effizienter als normale PV. Im Idealfall sind bis zu 10 % mehr Stromertrag pro Jahr möglich.
- Das Prinzip lässt sich im Winter auch umkehren, um Schnee von den Modulen abzutauen. Dafür wird kurzzeitig an der Wärmepumpe der Heizkreis umgekehrt und Wärme in die Module zurück gegeben (ca. 5 bis 6 °C reichen oft schon aus). Dadurch rutscht der Schnee ab und die Module können wieder Strom produzieren. Durch die Trägheit des Heizsystems macht sich der Effekt im Gebäude nahezu nicht bemerkbar.
Vielleicht geht es aus der Informationsflut schon ein bisschen hervor: Der Kostenvergleich mit reiner PV hinkt. Weil wir mit PVT Strom liefern UND auch noch die Wärmequelle für die Wärmepumpe bereitstellen. Viel fairer und realistischer wäre ein Vergleich mit:
- Luft-Wärmepumpe + PV: hier liegen wir in etwa bei denselben Systemkosten wie bei Sole-Wasser-Wärmepumpe + PVT(zumindest mit Betrachtung von Sunmaxx-Modulkosten)
- Erdsonde ohne PV: hier liegen wir in etwa gleichauf mit PVT (wir nutzen dieselbe Art Wärmepumpe, aber PVT als Wärmequelle liefert eben zusätzlich Strom, die Erdsonde nur Wärme).
Im Langzeit-Betrieb ist PVT in jedem Fall effizienter als eine Luftquelle + PV. Wird Erdwärme später um PV ergänzt, ist die Erdwärme evtl. ein bisschen effizienter als PVT, aber eben auch deutlich teurer im Invest. PVT stellt somit einen guten Kompromiss zwischen bezahlbaren Invesitions- und effizienten Betriebskosten dar. Auf unserem Instagram-Kanal ist in den kommenden Wochen ein Video dazu geplant.
In dieser Woche haben wir auf unserer Website außerdem noch einen Infobereich über PVT speziell für Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern veröffentlicht. Dort gibts die oben genannten Infos noch einmal etwas anschaulicher und mit noch etwas mehr Gehalt. Bei Interesse gerne mal vorbeischauen auf der Sunmaxx-Website unter Lösung > PVT für Eigentümer.
Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. 
LG, Sandra von Sunmaxx