PV String - Berechnung DC Sicherung+Blitzschutz

@profantus ich habe strings mit 10A andere mit 20 A

DC-Sicherungen ./. PV-DC-Sicherungen:

Ich habe hier mal die Datenblätter von ESKA gewälzt und dabei fiel mir folgendes auf: Die "zivilen" DC-Sicherungen schalten bis 120 kA ab, die speziellen PV-DC-Sicherungen nur 30 kA. Die zivile Variante geht zwar nur bis 400 V (was mir aber dicke reicht), die PV-Version je nach Modell bis 700 V oder höher. Allerdings ist die PV-Version nach IEC 60269-6 zertifiziert, die zivile Version dagegen nicht. ?

Aber das Elend geht noch weiter: Nehmen wir mal an, ich würde als braver Bürger die PV-Variante ESKA 1038.532 (25 A) nehmen und so, wie das in den meisten Schaltplänen abgebildet ist, immer doppelt (+ und -) absichern. Dann wären das 2 * 3 Stränge mit 4 W Verlustleistung pro Sicherungseinsatz 24 W im GAK - das wäre umgerechnet schon ein kleiner Lötkolben, der den GAK aufheizt und dessen Leistung am MPPT freilich fehlt. Das sorgt nicht gerade für Begeisterung meinerseits. ?

Zu kriegen ist der Sicherungseinsatz sowieso nicht, aber das war ja ohnehin schon klar. Die 900 V-Version ist zu bekommen und kostet 13,24 € das Stück. Und wieder wird der PV-Bastler jäh enttäuscht, wenn er für den Preis 24 Karat-Gold erwartet und das Ding laut Datenblatt trotz des stolzen Preises aber wieder nur billiges Messing ist. ?

Also nochmal die Frage: Muß ich wirklich diese zertifizierte PV-Version nehmen oder tut's auch die zivile DC-Variante zum akzeptablen Preis, die zudem nur 2,6 W (15,6 W im GAK) Verlustleistung hat?

Daniel

@docemmettbrown Wenn du mit der Spannung hin kommst kannst du die zivilen DC Sicherungen nehmen. Wüsste nichts was dagegen spricht. Bei längeren Strings ist man ja schnell über 400V da muss dann die DC Spannung bei der Sicherung passen.

Für mich haben die Sicherungen im GAK zwei Funktionen:

  1. Absicherung der DC Leitung wobei da halt zu klären ist wo der Strom herkommen soll der dort Probleme bereitet. Arc hat dazu ja ein Szenario gezeigt.

  2. Freischalten der Stringleitungen zum Wechselrichter.

[quote data-userid="3956" data-postid="120846"]wobei da halt zu klären ist wo der Strom herkommen soll[/quote]Da gebe ich Dir sogar absolut recht, aber 1. habe ich in meinem Fall das mit den Sicherungen ausgerechnet und 2. stimmt der von mir errechnete Wert auch noch mit den Anforderungen auf dem Datenblatt des Modulherstellers überein. Sollte da also irgendwann mal was kokeln, kriege ich da vielleicht einen kleinen Rabatt bei der Haft. ?

A bissel bleed an der Sache ist nur, daß die Kontakte zwischen Sicherungshalter und Sicherungen speziell im feuchten Außeneinsatz korrodieren und Übergangswiderstände erzeugen können, was ebenfalls zu einem Brandrisiko führen kann, den die Sicherungen ja eigentlich gerade vermeiden sollen. Mit anderen Worten, man treibt den Deivel mit Beelzebub aus.

Zitat:

Als Überstromschutzeinrichtungen können spezielle PV-Sicherung[en] mit einer Kennzeichnung gPV nach IEC 60269-6 (2010), aber auch DC-geeignete Leistungsschaltrennschalter nach DIN EN 60947-2, DC-geeignete Sicherungs-Lasttrennschalter nach DIN EN 60947-3 oder DC-geeignete Leitungsschutzschalter nach DIN EN 60898-2, zum Einsatz kommen.
Und die zivile ESKA 1038.632 ist laut Datenblatt von ESKA leider nicht nach IEC 60269-6 zertifiziert. Jetzt müßte man wissen, was genau in der IEC 60269-6 drinsteht, aber die Auskunft dazu kostet dann ja gleich 68,70 €. ? Wenn da jetzt beispielsweise drinstünde, daß die Sicherung eine Mindestspannung von, was weiß ich, 700 V oder mehr vertragen muß, dann pfeife ich drauf, weil in meinem Fall zwei Module in Reihe bestenfalls im Winterfrost mit Ach und Krach auf 100 V kämen und es letztendlich egal wäre. Nur dummerweise weiß ich es halt nicht. ?

Daniel

@docemmettbrown Daniel, mach dir nicht so viele Gedanke ? . Ich finde es gut wie gründlich du dich einarbeitest und versuchst die Dinge im Detail zu verstehen.

Hier kannst du glaub ich pragmatisch sein.

Wenn die Sicherung von der Spec her zu deinen Anforderung passt würde ich die nehmen.

Du bist der komplette Gegenpol zu den Leuten die ein Youtube Video gesehen haben und dann ein Hochvolt-Akkusystem baue ohne irgendetwas verstanden zu haben ? .

Alles rund um Normen und VDE ist, finde ich, sehr ernüchternd. Selbst wenn man sich Informieren möchte geht es nicht ohne hunderte von Euro auszugeben und dann wird verlangt das alles konform zu VDE, ... aufgebaut sein muss. Passt halt nicht zusammen. Ist als wollte man ein Spiel spielen ohne die Regeln zu kennen.

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[quote data-userid="3956" data-postid="120862"]Wenn die Sicherung von der Spec her zu deinen Anforderung passt würde ich die nehmen.[/quote]Das ist genau das, was ich nicht weiß: Ob das Ding nun paßt oder nicht. Ich werde nachher mal schauen, ob ich da die Kennlinien der Sicherungen vergleichen kann und ob das ein Hinweis sein könnte, warum die gPV-Typen so fürchterlich teuer sind.

Einen Hinweis habe ich wohl vermutlich (!) jetzt schon gefunden: Die gPV-Typen sind allesamt, was ich bisher erkennen konnte, superflink. Die billige "zivile" ESKA, die ich rausgesucht hatte, war dagegen nur flink. Und die superflinken sind richtig teuer, das weiß ich schon länger, da kostet ein Exemplar mit Löschmittel schnell mal einen Zwanziger. ?

Wenn man dann pro Strang zwei Stück nehmen muß... puh! (Von der Verlustleistung mal ganz zu schweigen.)

Daniel

Bliebe noch die Frage, ob man einen Strang nur einfach oder doppelt (also Plus und Minus) absichern muß. Wenn es um Überspannung geht (naher Blitz, aber kein Volltreffer), müßte man eigentlich Plus und Minus absichern, mit natürlich doppelter Wärmeverlustleistung. Wollte man dagegen nur den Rückstrom absichern, müßte eine einzige Sicherung pro Strang reichen. (Man korrigiere mich, falls ich mich da irre.) Ich habe irgendwo gelesen, daß die DIN-VDE die Doppelabsicherung vorschreiben soll. Dagegen wird hier davon abgeraten:

Da steh' ich nun, ich armer Tor...

Daniel

@docemmettbrown & @all

Hi wie hast du dich jetzt entschieden. Eigentlich gibt es meines Wissen noch gar keine Vorschrift das ein GAK überhaupt eingebaut werden muss, trotzdem bin ich auch dafür um auch einfach im Servicefall die Strings vom Wechselrichter zu trennen.

Ich habe versucht die Sicherungs.xls nach besten wissen und gewissen auszufüllen.

@docemmettbrown wäre es dir möglich mal drüber zu schauen ob ich das richtig gemacht habe. Ich würde laut der Tabelle auf einen 25A Einsatz kommen, ist das richtig?

Twisun 410W FB Cable100 1760×1098×28mm.pdf (2 MB)

Sicherungsberechnung.xlsx (15.1 KB)

Eigentlich dachte ich an folgende Sicherungseinsätze!?

https://www.amazon.de/Hochspannung-Sicherungsrohr-Feinsicherung-Photovoltaik-photovoltaik/dp/B0BKPSYRDR/ref=sr_1_5?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=2XHOCAZEOL47P&keywords=DIHOOL+PV+sicherung&qid=1688717696&s=industrial&sprefix=dihool+pv+sicherung%2Cindustrial%2C71&sr=1-5

Danke

Gruß PV Anfänger

[quote data-userid="10089" data-postid="139773"]@docemmettbrown & @all
Hi wie hast du dich jetzt entschieden.[/quote]Also ich habe gPV-Sicherungen sowohl in der Plus- als auch in der Minusleitung, so wie das wahrscheinlich in der DIN VDE 0100-712 vorgeschrieben ist. ("Wahrscheinlich" deswegen, weil ich den Originaltext nicht zur Verfügung habe, der kostet nämlich G€LD.) Ich habe zwei getrennte Sicherungshalter für je + und - und diese beiden im GAK räumlich getrennt. Das heißt, zwischen beiden Haltern habe ich die Reihenklemmen montiert, von denen aus es zum DEHN-Überspannungsschutz und zum DC-Lasttrennschalter geht. Dadurch heizen sich beide Sicherungen nicht (so sehr) gegenseitig auf, was zu einem höheren Widerstand und damit größeren Verlusten führte, sondern können die Abwärme besser an die Luft im GAK abgeben und wenn's nur 1-2 °C Unterschied am Ende sind.

[quote data-userid="10089" data-postid="139773"]Ich habe versucht die Sicherungs.xls nach besten wissen und gewissen auszufüllen. [...] Ich würde laut der Tabelle auf einen 25A Einsatz kommen, ist das richtig?[/quote]Das ist richtig, denn in Deinem Fall ist IN MIN 15,661 A und damit wären die 25 A auch genau richtig. Genau diese 25 A stehen bei Dir auch im PDF-Datenblatt auf Seite 2 unter Max Series Fuse Rating.

[quote data-userid="10089" data-postid="139773"]Eigentlich dachte ich an folgende Sicherungseinsätze!?

https://www.amazon.de/dp/B0BKPSYRDR/

[/quote]Ui, sind die billig! Ja, das sind gPV-Einsätze mit Zertifikat und zu einem attraktiven Preis. Die sind goldrichtig.

Daniel

Ok, danke, dann werde ich mich mal ans bestellen machen!

Ich werde allerdings nicht die Dehn bestellen die sind mir zu teuer. Ich nehme folgende

Heschen Überspannungsschutzgerät für PV, LYD1-PV1000, 2P 1000VDC 20KA, 35mm DIN-Schienenmontage : Amazon.de: Baumarkt

Im Datenblatt von den Modulen steht ja leider folgender Satz (Do not connect Fuse in Combiner Box with two or more strings in parallel connection) was wahrscheinlich auch auf der Hitzeentwicklung beruht, aber eigentlich wollte ich den ganzen GAK in einem 3 Reihigen Aufputz Verteiler aufbauen. Meine 3 Strings vom 12k Deye sollen da alle 3stk. rein und MPPT 1.1 & 1.2 sind ja paralell geschaltet, wird schon schief gehen, oder? Vielleicht sollte ich einfach noch seitlich 1-2 löcher reinbohren, das die Luft bzw. die Wärme etwas entweichen kann. ??.

Hat noch jemand die MySun Module hier und hat zufällig auch einen gemeinsamen GAK für drei 3 Strings in eine Kasten zusammen gebastelt, gibt es ja von Phoenix und anderen schließlich auch so zu bestellen, leider zu teuer meiner Ansicht nach.

Gruß

PV-Anfänger

Hi ich noch mal

Wie hast du jetzt eigentlich deinen GAK aufgebaut, und mit wieviel Strings/Unterverteilung?

gruß

PV_Anfänger

[quote data-userid="10089" data-postid="140590"]Ich werde allerdings nicht die Dehn bestellen die sind mir zu teuer. Ich nehme folgende
Heschen Überspannungsschutzgerät für PV, LYD1-PV1000, 2P 1000VDC 20KA, 35mm DIN-Schienenmontage : Amazon.de: Baumarkt

[/quote]Ich hatte mich damals bewußt für Dehn entschieden, weil jene diese Mimik eingebaut haben, Störlichtbögen zu löschen. Von den Modulen kommt ja DC und DC fehlt der sog. Nulldurchgang von AC. Beim Nulldurchgang würden Lichtbögen automatisch gelöscht, was bei DC nicht der Fall ist. Das heißt, wenn der ÜSS/SPD auslöst und die Kontakte trennt, kann sich im ÜSS/SPD ein Störlichtbogen bilden, der munter vor sich hin weiterbrennt. Bei Dehn geschieht das nicht, weil der Strom dieses Lichtbogens parallel in eine Sicherung gehen kann und sich in dieser ein ganz normales Löschmittel befindet. Da ich nicht von brennenden Betriebsmitteln im GAK sonderlich angetan bin, war dies mir diese kleine Extraausgabe wert.

[quote data-userid="10089" data-postid="140590"]eigentlich wollte ich den ganzen GAK in einem 3 Reihigen Aufputz Verteiler aufbauen.[/quote]Lach nicht, genau den habe ich auch, allerdings hatte ich meinen hier bestellt.

[quote data-userid="10089" data-postid="140590"]Vielleicht sollte ich einfach noch seitlich 1-2 löcher reinbohren, das die Luft bzw. die Wärme etwas entweichen kann. ??.[/quote]Im Prinzip richtig, weil sich ohne Entlüftung Kondenswasser im GAK bilden kann und definitiv auch wird. Aber einfache Löcher lassen natürlich auch Regen und Ungeziefer hinein. Gegenvorschlag: Du nimmst z.B. von LAPP SKINDICHT ein Druckausgleichselement (die gibt es natürlich auch einzeln), das ist wasserdicht, aber atmungsaktiv (genau wie Deine GoreTex-Jacke). Habe ich bei mir auch drin.

[quote data-userid="10089" data-postid="140802"]Wie hast du jetzt eigentlich deinen GAK aufgebaut, und mit wieviel Strings/Unterverteilung?[/quote]Drei Stränge gehen auf drei Hutschienen. Je Hutschiene je einen gPV-Sicherungshalter (Schurter) für + und -, WAGO-Reihenklemmen dazwischen, Dehn-SPD Typ-2 mit FM 150 V, DC-Lasttrennschalter von EATON/Möller bis, ich glaube, 26 A oder sowas. Dazu noch von WAGO zwei Erdungsklemmen mit Brücke für 16 mm². Unten je Strang zwei MC4-Einbaubuchsen/-stecker, der Rest geht durch schwarze (UV-beständig) LAPP-Kabelverschraubungen. Alles, was der Sonne ausgesetzt ist, ist UV-beständig und mindestens IP68 (Verteilergehäuse "nur" IP65).

Daniel

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Hallo!

Danke für den sehr informativen Thread.

Mir sind noch ein paar Verständnisfragen offen. Ausgangslage: Solarladeregler ist im Hauskeller, dort gehen 40m 6mm² Solarkabel hin zum Schuppen zu 2 Solarstränge (je Strang 4x450W Trina, 52,9V Leerlaufspannung). Im Schuppen hängt eine 5x2,5mm² angebundene Unterverteilung, dort sollen die 2 Stränge zusammengeführt (parallel geschaltet) werden.

Ich würde nun gern die Solarmodule im Schuppen gesondert absichern.

Es kommt dort also ein DC Miniatur-Leistungsschutzschalter DC500V 32A hin, dann je Strang eine DC-Rund-Schmelzsicherung 15 A, sowie ein Überspannungsschutzgerät.

Was mir noch unklar ist, wo kommt das grün-gelbe PE-Kabel vom Überspannungsschutzgerät ran? Ziehe ich da eine dritte 40m lange 6mm² Leitung neben den beiden Solarkabeln hin zum Laderegler im Hauskeller? Oder kann ich das an PE bei der Schuppen-Unterverteilung anschließen (diese hat aber nur die 2,5 mm²)? Oder stelle ich eine eigene Erdung direkt im Schuppen her (3m Erdspieß und da alles ran, inkl. Rahmen der Solarmodule)?

Bonusfrage (das ist mir oben nicht deutlich geworden): ich sichere plus und minus bei Solar-DC ab, nicht nur plus?

Danke und viele Grüße

Solaer

edit:

Oder sollte ich es mir einfach machen, und einfach in jedem Strang einen simplen 15A-Kabel-Sicherungshalter (hat MC4-Anschlüsse) zwischenstecken und gut ist?

Wie schon weiter oben erklärt. Es braucht keine Sicherung da Sinnlos. Warum: Wenn (nehmen wir mal als Hausnummer) deine Panele 15A Ausgangsstrom erreichen können, was machst du dann….? Nimmst du eine 15A Sicherung oder kleiner – dann fällt sie, wenn die Sonne richtig draufknallt. Nimmst du beispielsweise eine 20A Sicherung, dann wir die niemals fallen, da dein Panel „nur“ 15A produzieren kann. In Summe daher Schwachsinn.

Ich habe bei meinem System DC-Sicherungen drinnen, aber diese dienen Ausschließlich als AUS-Schalter für Wartungszwecke am Inverter. Du könntest daher auch DC Ausschalter verwenden. Für diesem Fall sollte die größtmögliche Amperezahl verwendet werden welche du bekommen kannst. Ich habe bei mir zweipolige 63A Automaten. Warum: Die Sicherung/der Automat ist zweitgleich ein Widerstand – dieser wird jedoch enorm kleiner wenn die Amperezahl des Automaten höher ist.

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