Unsere Module liegen auf dem Dach. Zwischen Gauben und Schrägdach guckt hier und da ein Kabel heraus (max. 1m) - die liegen jetzt ungeschützt auf dem Dach. Sollte ich die noch in geschlitzte Schutzrohre o.ä. legen? Habe sowas nicht da, könnte höchstens mit der Kreissäge längs vorrischtig aufsägen. Alternativ in EPDM-Folie oder Blei einwickeln?
Wo es geht haben wir die Kabel natürlich unter die Module an die Schienen gebunden, da stösst kaum mal etwas ans Dach.
Ich kenne dieses Gefühl! Eigentlich sind PV-Kabel ja UV- und witterungsbeständig (ist ja klar - wäre ja echt blöd, wenn nicht). Aber andererseits hat man es dann doch lieber, wenn sie unter den Modulen verlaufen und nicht in der direkten Sonne sind.
Du könntest auch ein NYY-J 1x16mm² Kabel (Erdkabel) nehmen, das verwendet man zu Erdungszwecken ja sowieso manchmal an PV-Anlagen, den äußeren Mantel auf der benötigten Länge längs aufschlitzen, abziehen und über Deine PV-Kabel stülpen. Dann hast Du eine extra UV-Schutzummantelung. Vom Durchmesser her passt das recht brauchbar.
Tja, so ein NYY-J 16mm2 Erdkabel hat man meistens gerade nicht da, wenn man es braucht.
Wäre auch ein eher teurer Spass. Habe aber noch einige Stücke Gummikabelmantel, das könnte ich darum tütteln. Walzblei habe ich noch altes liegen, das lässt sich gut biegen etc. und sogar mit der Schere schneiden. Man könnte auch dickere Alufolie nehmen…
Auch wenn das PV-Kabel relativ dick und robust ist, ist es doch ein gutes Gefühl, wenn es nochmal irgendwo geschützt liegt…
Kommt ganz darauf an. Wenn Du mal eine H07V-U 16mm² Einzelader in grün/gelb benötigst, aber nur ein NYY-J 1x16mm² Kabel da hast, dann kann man schon auf die Idee kommen, letzteres zu "schälen". Da bleibt dann als "Abfallprodukt" genau der Mantel übrig, den man für Deine Aktion braucht
Andere Gummikabel-Mantel, insbesondere von einem H07RN-F, eignen sich natürlich auch.
Blei ist natürlich der ultimative UV-Schutz, noch UV-beständiger geht kaum mehr. Bloß ein bisserl schwer ist es halt. Quasi "blei-schwer"
Das Gewicht ist eher zweckdienlich - da bewegt sich das kabel nicht so sehr auf dem Dach bei Wind und Wetter. Von unserer Dachsanierung habe ich einige zig kg Walzblei zurückgelegt - wie praktisch
Du musst nur schauen, dass die Zugkraft durch das Gewicht des Bleis nicht auf die nächstgelegenen MC4-Stecker wirkt, die mögen das eher nicht so sehr.
Ist Dein frei liegendes PV-Kabel eigentlich durch Dachlawinen im Winter gefährdet? Wenn da mal ein Brocken Schnee herunterkommt, kann das ganz schön am Kabel ziehen.
Ich habe solche Situationen meistens dadurch vermieden, dass ich das Kabel in Zweifelsfall unter der Dacheindeckung verlegt habe. Also einen kleinen Schlitz in die Dachziegel geflext, dort das Kabel durchgeführt und dann unter den Dachziegeln zum Zielort geführt.
Da gibts auch noch das Problem, dass sich Wasser zwischen Kabel und zusätzlicher Ummantelung sammelt und nicht wieder zügig abtrocknen kann. Die so entstehende Dauerfeuchte macht auf vielen Ebenen Probleme: Eisbildung, Moose und Mikrorganismen wachsen daran usw. Der Kunststoff wird sich auch über Dauerfeuchte nicht freuen.
Wo immer möglich haben wir die Kabel natürlich unter der Dachhaut verlegt. An den verbleibenden Stellen war nur ein kurzes Stück zu überbrücken und der Stecker konnte noch unter den Modulen befestigt werden. Da liegen also max. kurze Stücke von 60-80cm frei herum. Das Blei würde ich gerade so schmal schneiden, dass es einmal das Kabel fast umschließt und unten einen Schlitz freihalten - damit Wasser ablaufen kann. Klar - Dauerfeuchte sollte man vermeiden. Habe aber auch schon gehört, das manche einfach die Stecker in die Regenrinne werfen, sind ja wasserdicht!
Gemini sagt über Solarkabel: " Die Normen (wie z.B. EN 50618) schreiben eine erwartete Gebrauchsdauer von mindestens 25 Jahren vor, die die UV-Stabilität einschließt."
ich bin gerade unterwegs und kann vom Handy nicht direkt was verlinken. Aber z.B. bei ebay geht es ab 2 oder 5 Meter los, mit den Suchbegriffen wellrohr geschlitzt uv habe ich damals meine Meter gekauft. Hat keine 20,- gekostet für 10 Meter inkl. Versand meine ich. Die beste Qualität kommt von ‘Fränkische Rohrwerke’, die nimmt mein Eli auch immer. Ob der Mehrpreis gerechtfertigt ist?
Ah, tatsächlich, das dürfte dann der hier gewesen sein:
Das ist in der Tat sehr erschwinglich.
Fränkische Alurohre: Ja, die verwendet man als Aufputz-Leerrohre im Außenbereich tatsächlich sehr oft. Interessanterweise nimmt man da für gerade Stücke stets Alu, keine Kunststoffrohre.
Ungeschlitztes habe ich ja noch eine Menge herumliegen in verschiedenen Durchmessern. Aber jetzt geht es darum ein paar wenige freiliegende Stellen (ca. 2-3 m insges.) noch abzudecken. Das Gerüst soll am Freitag weg, da habe ich keine Zeit mehr groß zu bestellen. Aber an geschlitztes Wellrohr hatte ich auch schon gedacht, hatte auch schon ein paar PV-Betriebe abgeklappert, aber leider Fehlanzeige.
wenn’s wirklich nur ein paar kurze Stellen sind: Alufolie drumwickeln. Velleicht noch mit nem Kabelbinder festziehen. Ich hatte hier noch etwas Teichfolie, die hatte ich dann genommen.
Teichfolie (üblicherweise PVC) ist auch eine Idee, die kann UV-Strahlung recht lange ab. Zwar vielleicht nicht ganz so gut wie EPDM, aber doch auf hohem Niveau.
Wobei Blei im direkten Vergleich natürlich das absolute Nonplusultra in Sachen UV-Beständigkeit ist, wenn auch mit Gewichtsnachteil.