wir haben hier auf den Philippinen ein kleines Haus gekauft und renoviert und wollten nun
Solar installieren. Die Dachfläche ist sehr begrenzt, es passen nur etwa 5kWp drauf.
Unser Bedarf ist ca. 20 kWh pro Tag was größtenteils von den Klimaanlagen herrührt.
Da ich die hier verbauten Geräte mit etwas Mißtrauen betrachte habe ich nun gedacht, daß Victron Multiplus II mit SmartSolar MPPT und evtl. eine EEL DIY Batterie eine gute Wahl wäre.
Ich habe das Haus mit deutscher Installation ausgerüstet incl. RCD’s usw.
Meine Frage ist: Grounding hier ist eher ein Fremdwort und die Spannung ist 230V/60Hz, aber mit 115V-GND-115V ! Der Victron bietet wohl die Möglichkeit ein GND-Relais anzusteuern um im Haus ein ordentliches Netz zu bekommen. Ich möchte nichts einspeisen, aber bei leerem Akku und keiner Sonne brauche ich natürlich das öffentliche Netz.
Habt Ihr Ideen wie ich es installieren könnte?
Vielen Dank schon einmal und viele Grüße an die tolle Akku Doktor Community
Willkommen im Forum! Hast Du mal ins Victron Forum geschaut, wo es vermutlich mehr internationale Netzerfahrungen gibt als bei uns, wo die allermeisten doch in der DACH Region unterwegs sind? https://community.victronenergy.com/
Das Philipinische Stromnetz inspricht technisch mit Ausnahme des Spannungsniveaus dem der USA und das entpricht nicht den europäischen Normen! Insbesondere ist das Erdungs- und Schutzleiterkonzept ehrer rudimemtär und RCDs eher unüblich.
Dann werdet ihr bei euch ein Split Phase System haben, bei dem zwei 115V Phasen um 180 Grad versetzt betrieben werden (im Gegensatz zu den deutschen 3 x 230V mit 120 grad). Eine Koppelung mit einem rein einphasugen 220V wechselrichter dürfte da fraglich sein. Halte also nach entsprechenden Modellen auschau. Victron unterstütz das auf jeden Fall mit dem multiplus Systemen.
Gegen rcd's und sonstigen installationsstandards spricht ja auf deiner (insel)seite nichts dagegen (ich persönlich würde da sicherlich wert darauf legen).
kannst du ein paar beispiele geben, was die nachbarn so verbaut haben? split phase geräte wirds sicherlich welche geben aber in EU kennt ich kaum wer damit aus. Sind alle Verbraucher 230V oder auch gemischt mit 115V wie USA?
Growatt hat Varianten des SPF für 115V 60Hz usw. im Sortiment.
Die genaue Typenbezeichnung ist mir zumindet nicht bekannt, hab aber viele US Videos dazu gesehen. Ein 5kW String kann direkt angeschlossen werden, das Netz kann direkt angeschlossen werden, Akku ebenso. Sehr einfach, funktioniert zuverlässig.
Eventuell eine einfache Lösung, da Growatt selbst in Asien positioniert ist und der SPF auf instabile Netzversorgung ausgelegt ist.
Was ich so weit südlich gesehen habe, blinde PV Module. Deren Lebenserwartung ist nicht vergleichbar, mit der bei uns im Norden.
was ich so sehe sind in Wohnhäusern hier vom Trafo an der Straße 2 115V L-Leiter ins Haus geführt, die Geräte sind hauptsächlich 230V/60Hz. 115V Geräte hab ich noch nicht gesehen, vielleicht im Ausnahmefall… der Trafo an der Straße hat ‘nen Erdpieß an der Mittelanzapfung als Erde und vor dem Haus ist auch ein Erdspieß (ich weiß nicht wie tief ???) der als Erde ins Haus geführt wird. Alles sehr abenteuerlich, besonders wenn man sich das Leitungsgewirr über den Straßen anschaut. Selbst die Glasfaser ist freihängend über die Dächer ins Haus geführt. Aber immerhin mit 300 Mbps.
Der Hinweis von “Vavuum” ist sinnig - Growatt macht kein schlechtes Zeug. Und bei Geräte die für den jeweiligen Markt gefertigt werden kann man davon ausgehen das diese dort funktionieren.
Entscheidend wird die Frage sein ob 1x230VAC angeschlossen werden kann oder 2x115VAC. Solange ich keinen Schutzleiter anschließe dürfte es wurscht sein. Aber z.B. alle Growatt Wechselrichter haben einen “Erde / SChutzleiter-Anschluß”.
Nicht vernachlässigen würde ich auch die auf den Philippinen geltenden Vorschriften obwohl die vielleicht nicht so eng gesehen werden wie in Deutschland.
Wenn die Klimaanlagen Nachts nicht laufen würde ich über eine Batterie nicht nachdenken.
Bei mir kommen 4 Adern von den Stadtwerken (L1,L2, L2, PEN). Im Zählerschrank wir dann der PEN in N und PE aufgeteilt. Der PE (deutsch Schutzleiter) wird mit dem lokalen Erder verbunden.
Damit sind Erde und Schutzleiter auf gleichem Potential (das Gleiche).
Bei mir laufen mehrere Growatt Wechselrichter. allen gemeinsam ist die haben einen Erdanschluß und der ist dann natürlich zur Erdschiene des Haues geführt und damit auf Erder / Schutzleiterpotential.
Nebenbei ist das Ganze nicht ganz sorgenfrei da im Wechselrichter einige Filter an diesen Erder angeschlossen sind und dadurch schon mal ein FI ausgelöst werden kann. Aber festangeschossene Geräte brauchen keinen FI - somit nicht wirklich ein Problem. Ich hatte das nur beobachtet in meiner Testphase.
Beim Insel WR ist das etwas anders, der WR ersetzt "Stadtwerke"
Das bedeutet, der WR stellt den PEN zur Verfügung.
Bei "Split-Phase" ist die "Mittelanzapfung" sowas wie PEN.
Daher liefern 2 115V WR in Serie geschaltet diese Mittelanzapfung mit 50% Schieflastfähigkeit an einem 115V Strang.
Zwischen den Strängen liegen dann 230V gegeneinander.
Wie philipinische Elektrik dann wirklich aussieht - unklar. In Asiatischen Gegenden variiert die Spannung je nach Gebiet, zumindest hatte ich eines unserer Geräte mit passendem Trafo angepasst. Das war sehr lustig, mein Vorgänger hatte einen 250kg kleinen Drehstom Trafo eingekauft. Hab den gegen was Kleines ersetzt, das im Schaltschrank passte
In Deutschland mag Insel interessant sein um die Probleme / Ärger mit den Netzbetreibern zu umgehen aber es bedingt immer eine Anlage die auch die Spitzen der Verbraucher abdeckt - also im Mittel zu groß ist.
Wenn auf den Philippinen es keine oder geringe Schwierigkeiten mit den Netzbetreibern gibt würde ich immer netzparallel die Solaranlage betreiben.