PV Anlage vs Balkonkraftwerk

Hallo zusammen,

ich habe eine Anfängerfrage bezüglich PV Anlage.

Folgende Situation:

Ich bewohne ein kleines Haus mit einer Süd-Süd-West Ausrichtung. Es steht ein Heizungswechsel an, da der alten Gasheizung so langsam das Licht ausgeht. Damit hatte ich eh immer Probleme, da die ganze Hydraulik total murksig ist. Vor diesem Hintergrund möchte ich auf LLWP umstellen.

Die Überlegung ist nun auch eine PV Anlage zu installieren. Meine Dachfläche auf dem Süddach ist relativ begrenzt (Dachfenster etc…) und es würde vielleicht für 6kwp reichen.

Macht es aus eurer Sicht Sinn das, mit entsprechend sinnvoll ausgelegtem Speicher (was ist sinnvoll) zu installieren, oder steht der invest in keinem Verhältnis und ich sollte mir einfach ein Balkonkraftwerk installieren, als Unterstützung.

Kann sein, dass das ne doofe Frage ist, aber ich bin noch ziemlich unbedarft bei der ganzen Geschichte.

Vielen Dank schonmal im Voraus!

Zusatzinfo. Auf der Nordseite habe ich auch noch Platz für Module. Würde das überhaupt Sinn ergeben dort auch noch welche zu installieren?

Mach voll was geht. Ein BKW macht dann insgesamt keinen Sinn.

Die Kabel passen einfach durch den Schornstein, der nun nicht mehr benötigt wird.

Bei Wärmebedarf wird die PV so oder so kaum ausreichend Beitrag zur WP leisten.

Mit Speicher hat man dann immerhin 8 Monate keinen Strombezug.

Bleibt noch herauszufinden, wie warmes Wasser bereitgestellt wird usw.....

Unter “Unsere Tools” findest Du hier einen schönen Rechner, wie sich eine bestimmte PV-Leistung und Akkukapazität amortisiert. Ob es sich rechnet, hängt auch sehr davon ab, wie Dein normaler Stromverbrauch ist, da sich PV heute primär aus der Einsparung an gekauftem Strom rechnet. Ein Speicher kann da enorm hilfreich sein, auch bei einem XL Balkonkraftwerk mit vier Modulen. Für die Heizungsunterstützung würde ich mir von der PV nicht zuviel versprechen. Ist natürlich wertvoll für die WW Erzeugung mit ner BWWP (sofern das WW zentral ist). Mit Süddach ist es natürlich besser als bei uns mit Ost/West und vielleicht ist es bei Euch ja in der Heizperiode weniger dauerbewölkt als hier in Bremen. Verteilerschrank würdest Du ja vermutlich ggf. ohnehin für die LLWP erneuern müssen, wenn Du da neue Stromkreise für brauchst. Sparen kannst Du auch, wenn Du einen Elektriker findest, der Dir die AC-Installation für eine selber installierte PV macht und diese anmeldet. Dann macht das Norddach vermutlich auch Sinn.

1 „Gefällt mir“

Abhängig von dem eigenen Verbrauch reichen von März - Oktober die 6kWp aus. In der sauren Gurken Zeit (Nov-Feb) wirst du zukaufen müssen. Ob eine Batterie Sinn macht kannst du relativ einfach ermitteln, schreib die Abends (mit Sonnenuntergang) und Morgens (mit Sonnenaufgang) die Zählerstande für eine Weile auf. Dann siehst du wieviel du durch eine Batterie zusätzlich abgedeckt bekommen könntest.

Nord macht nur wirklich Sinn wenn die Fläche eine kleine Neigung hat (10-15°)

Für das Heizen mit LLWP wird selbst das doppelte (12kWp) nicht reichen.

Und nicht vergessen abhängig vom Stand des Zählerschranks kommt hier auch nochmal Aufwand und Kosten für einen Update / Austausch.

Kommt darauf an. Wenn Du eine ältere Elektroinstallation mit z.B. 4 mal 10 mm² Zuleitung zum Zählerkasten hast, muss diese und höchstwahrscheinlich auch der vorhandene Zählerschrank erneuert werden. Möglicherweise dafür auch ein neuer Platz gesucht werden und alle Leitungen dann dorthin geführt werden.

Wenn Deine ganze Hausinstallation alt ist, kommt noch mehr. Es gibt jedenfalls eine Menge Dreck, Kosten und Ärger damit, ohne dass nur ein Modul auf dem Dach liegt. Sondern nur die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden.

Beim Dach voll machen sehe ich das inzwischen anders mit der Überdimensionierung, jedenfalls wenn es keine Eigenleistung ist. Die Erträge werden deutlich weniger.

Beim BKW spielt das keine Rolle und kannst Du mit dem Ertrag zumindest kühlen und wird die Investition ungleich schmaler. Also kommt es auch darauf an, was für Spielgeld Du herumliegen hast.

3 „Gefällt mir“

Ich habs neulich für einen Bekannten mit einem recht steilen Süddach mit ner Brüstung davor, wo man auch noch schön durch ne Tür hinkommt und wenig Verbrauch gerechnet und kam da für 4 Module und nen kleinen Plug&Play Speicher auf prognostiziert knapp über 60% Eigenbedarfdeckung. Da wäre jedes mehr an Aufwand Unsinn.

1 „Gefällt mir“

Oha, das hört sich ziemlich kompliziert an :grimacing:.

Der ganze Kram, also Heizung und Stromzähler, befindet sich in einem Nebengebäude und alles wird unterirdisch durch den Hof ins Haus geführt. Wenn ich da die Stromleitung erneuern muss, wird’s eher sinnlos. Die Leitung wurde vor etwa 25 Jahren gelegt, also vor meine Zeit in dem Haus. Ich hab keine Ahnung was damals Standard war und ob der dann auch eingehalten wurde.

Ich wohne im sonnigen Südwesten, und sitze ganzjährig im Homeoffice, falls das irgendeine Rolle spielt.

Wenn die PV so gar nichts zur Wärmepumpe beiträgt, macht vielleicht ein Balkonkraftwerk mit entsprechendem Speicher doch mehr Sinn…Schwierig das alles.

Was hast Du denn aktuell so jährlich an Strombedarf? Kannst Du ggf. von der (Unter)verteilung im Haus ein Foto machen, dass wir da ne Idee zum Zustand der Elektrik bekommen? Nach dem was Du schreibst, klingt das für mich auch eher nach BKW mit Akku. Vier Module, die mit bis zu 2000 Watt in die Box einspeisen und den Akku laden und maximal 800 Watt die die Box ins Hausnetz abgibt.

Danke an alle erstmal!

Ein Foto kann ich später nachreichen.

Gibt es Empfehlungen von euch für ein Balkonkraftwerk mit Speicher? Ist es ein großer Aufwand den Speicher in Haus zu verlegen, oder macht ein Speicher im freien mehr Sinn?

Mit Empfehlungen ist es ja immer so ne Sache … Ich hab mit den fertigen Akkuboxen bisher nur mit n=1 Erfahrung mit einer Anker Solix Pro3 E2700 oder wie sich das Ding genau schimpft, bei der Bekannten mit 3 Modulen (mehr ging nicht) an einer Südfassade etwas angewinkelt montiert. Läuft ohne Mucken und die etwa 70 jährige Dame ist total begeistert davon und schaut nach paar Monaten immer noch regelmäßig in die App rein :wink: Die Box kann im Prinzip außen stehen, braucht dann im Winter aber Strom zu heizen. Bei ihr haben wir sie in den Waschkeller, wo die DC Kabel (6 Stück, 2 für jedes Modul) durch ein Lüftungsgitter durchgeführt wurden. Wäre so klar meine Präferenz. Bei meiner eigenen großen PV gehen die DC Kabel durch einen nicht genutzen Kaminzug.

Es ist absehbar eine Konstante

Energie wird teurer

Jetzt weniger PV installieren als möglich - erscheint mir speziell.

1970:
"Was machst Du denn da - was Isolieren - das rechnet sich doch nie, ein Liter Ol kostet 7pf...."

2025:
"Was machst Du denn da - was ne PV - das rechnet sich doch nie, ein BKW ist viel billiger..."

:rofl:

Ich wette, daß die wirtschaftliche Kosten-Nutzenrechnung ohne Speicher noch besser ausgefallen wäre.

Letztendlich ist das alles auch mit einem „Haben-Wollen“ Faktor belegt. Rein wirtschaftlich ist vieles unsinnig.

Ich habe 6kWp auf dem Dach, dazu 14,4kWh Speicher. Das erst seit Februar, daher gibts noch keine Jahresabrechnung. Hochgerechnet wirds wohl den Strombezug von 4000kWh auf deutlich unter 1000kWh reduzieren, wieviel genau, wird sich zeigen. Wirtschaftlich hat das alles tatsächlich eine berechenbare Amortisation, aber das dauert.

Mein Sohn hat sich jetzt gerade ein 1kWp BKW ohne Speicher auf den Balkon gestellt. Da, wo der wohnt, gibts noch 200.- Förderung von der Stadt dazu. Wirtschaftlich unschlagbar, aber halt auf kleinem Level.

Oliver

3 „Gefällt mir“

Ja, die Frage ist berechtigt. Klar, ein BKW ohne Speicher amortisiert sich schneller als mit und das dritte und vierte Modul macht auch nicht mehr soviel nutzbaren Strom (zumindest ohne Akku) wie die ersten beiden. Rechnet man über einen längeren Zeitraum, sagen wir 10 Jahre oder die persönliche geschätzte Lebenserwartung, dann siehts wieder anders aus und das höhere Investment bringt am Ende auch mehr akkumulierte Ersparnis ein (mir fehlen die richten BWL Vokabeln dafür) wenn es um BKW Optionen geht. Bei der Bekannten war es auch einfach ein “Haben wollen”, was den Akku angeht. Sie hat sich zuvor auch bischen mit PV auseinandergesetzt, aber Dach voll war ihr einfach zu teuer und hätte nach unsere Analyse für sie inzwischen allein lebend und halt auch nicht mehr die jüngste wohl einfach keinen Sinn gemacht.

Die Frage ist überhaupt nicht doof, sondern sehr berechtigt, aber leider recht schwierig zu beantworten.

Meine Überlegung: Wenn Du viel in Eigenarbeit (DIY) machen kannst, packe soviele Module drauf wie möglich. Auf der Nordseite kann man ggf. aufständern, wenn man es selber kann, kann es lohnen. Wenn Du alles machen lassen möchtest, nimm lieber nur ein BKW mit 2kWp und einem kleinen Speicher (5 kWh), das rechnet sich definitiv schneller.

ABER: Für eine große PV brauchst Du einen Elektriker, der willig ist, den alten Zählerschrank (ZS) fit zu machen. Die meisten werden dir sagen: sorry, muß alles neu! Preispunkt: 3 - 5000 Eur. Wenn noch der Anschluß HAK zum ZS erneuert werden muß (glaube ich nicht), dann kann es auch mehr werden. Wir haben selber einen ZS von 1973 gehabt und über 1 Jahr nach einem willigen Eli gesucht. Letztlich sind wir über Kleinanzeigen fündig geworden. Das sind dann eher kleine Betriebe oder Einzelunternehmer, die sowas mal zwischendurch machen. Die großen wollen alle das große Geld verdienen.

Wenn Du dich für eine große PV entscheidest, würde ich einen 16 kWh Speicher wählen, das ist heute so der Standard, insbes. in der DIY-Gemeinde. Selbst bauen lohnt kaum noch: Du bekommst einen fix-fertigen für 1500 Eur, DIY ca. 1000-1200 Eur Material + 20-30 Std. Arbeitszeit. Und Du brauchst natürlich das Know-how und passendes Werkzeug. Wenn beides (oder nur eins von beiden) nicht vorhanden ist, dann fertig kaufen.

1 „Gefällt mir“

Bei mir sehr ähnlich mit dem Elektriker. Wir hatten seinerzeit nen Haarriß im Abflußrohr der Küche und von da auf einen Sicherung in der Verteilung. Hatte erst über nebenan.de jemand gefunden, der pensioniert bischen hilft, aber hätte den HAK öffnen müssen. Also Elektriker gesucht und jemand gefunden, der als Einzelkämpfer arbeitet(e) und auf Stundenbasis abgerechnet hat. Echter Glücksfall, hat mich mit Kabel im Keller und zur Küche verlegen lassen wo wir im neuen Schrank auf dreiadrig umbauen konnten und ihm zuarbeiten mit Strippen für den Schrank. Die alte Verteilung ist inzwischen nur noch ne Unterverteilung mit zwei Sicherungen, leider in qm für den größten Teil des Hauses … Hat mir auch viel erklärt, haben über Gott und die Welt geschnackt und waren/sind per Du. Hatte leider keine Erfahrung mit PV, mir aber einen Kollegen empfohlen, der ähnlich tickt mit dem er größere Sachen zu zweit gemacht hat. Der hat mich dann bei der DIY PV unterstützt, um die Konfiguriererei hab ich mich gekümmert.

2 „Gefällt mir“

@Edvedder

Lass bitte mal ein paar Verbrauchsdaten raus.

Wie willst du zukünftig WW machen?

Hast du Platz für Module auf dem Nebengebäude?

1 „Gefällt mir“

Hi,

mein Stromverbrauch beläuft sich auf rund 3000kwh pro Jahr.

Warmwasser ist eine gute Frage über die ich auch schon ne Weile grüble. Ich schwanke zwischen BWWP und Speicher mit Heizpatrone.

BWWP würde wahrscheinlich Sinn machen, aber ich weiß nicht so recht wo hin damit. Der Raum im Nebengebäude in dem die Heizung im Moment ist, wird im Winter saukalt. Vielleicht kann man den irgendwie ein bisschen wärmer bekommen. Dann wäre es wahrscheinlich das einfachste dort einfach die BWWP an die vorhandenen Wasseranschlüsse anzuschließen und die, bereits jetzt vorhandenen Verluste durch die langen Rohre zu schlucken.

Am liebsten wäre es mir den ganzen Kram im Haus zu haben. Das ist nicht Unterkellert und der vorhandene „Technikraum“ ist sehr klein. Vielleicht würde das mit Zu/Abluftleitung trotzdem funktionieren.

Die einzig sonstige Lösung wäre die BWWP in den Flur zu stellen und irgendwie zu verstecken/verkleiden. Aber, soweit ich das verstanden habe wird dann der Flur ziemlich eisig?!

Andere Möglichkeit wäre sowas wie Daikin Multiplus. Das hört sich eigentlich gut an, Aber man findet dazu praktisch keine Erfahrungsberichte oder ähnliches…

VG

Achso, Module auf dem Nebengebäude…Nein, das geht nicht. Der Raum gehört eigentlich zu nem anderen Gebäude, das mir nicht gehört. Das ganze ist so ein altes Gehöft mit vier Gebäuden in einem Hof. Das ist alles bisschen verwurschtelt.

Und wer zahlt den Spaß?

Du oder der Vermieter?