Als Konstukteur muss man alle möglichen Szenarios durchdenken und eine Beurteilung der möglichen Gefahren machen. In diesem Fall ist man vermutlich von brennenden Lithium Batterien ausgegangen. Dazu gibt es in den Reglern mehrere Instanzen, die eine Überspannung verhindern. Dem sind aber physikalische Grenzen gesetzt. Deshalb die höchste Instanz mit der Selbstzerstörung. Dabei wurde natürlich nicht an einen kurzzeitigen Überschwinger gedacht, sondern an ein Versagen des Reglers selbst. Ein besseres Design, welches die Anforderungen erfüllt, muss man erst mal auf die Beine stellen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Selbst die Verklebung und die eingelötete Sicherung kann ich nachvollziehen und hätte es auch so gemacht. Denn es reicht nicht aus, kein Laie zu sein um die Funktionsfähigkeit des Reglers beurteilen zu können. In dem Videoclip hat der Akteur das Gerät zwar zum arbeiten gebracht, aber er war nicht in der Lage, die vollständige, sichere Funktion zu prüfen. Weder hat er das Know How noch die Prüfgeräte dafür. Trotzdem ein informatives Video!
Hallo
Wenn zwei Regler an der gleichen Peripherie sterben, dann ist die Peripherie Schuld und nicht der Regler.
Ich tippe auf drei besonders gute Solarmodule, die ohne Belastung eine Leerlaufspannung von mehr als 150V erzeugen.
PV Überspannung und Verpolung ist nämlich das einzige, mit dem ich bisher Victron Komponenten zerstört habe.
mit freundlichen Grüßen
Thomas
Deshalb wäre es schon wichtig, dass @fuzzijoe mal ein Bild vom Typenschild und das Resultat einer Spannungsmessung des Strings bei nicht angeschlossenem Regler bei Sonnenlicht sendet.
Naja, eine variable Spannungs- und/oder Strombegrenzung findet man heute in jedem billigen Buck-/Boostconverter, in Schaltnetzteilen aller Preisklassen bis hin zur Serverkategorie - und die meisten haben meines Wissens - keine solche Crowbar als last-fail Instanz - schon gar nicht bei zu erwartenden kurzzeitigen Überschwingern. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, das dies hier der Auslöser ist.
Im einfachsten Fall (einer fixen Spannung) reicht eine Zenerdiode gepaart mit Mosfet, bei variabler Spannung ersetzt man diese durch einen TL431 und ggf. einen kleinen Regelkreis. Je nach Geschwindigkeit des Regelkreises sollte die Spannungsspitze nur wenige ms dauern, da ist vermutlich kaum mehr als 1 Joule zu verbraten. Wenn das schon die letzte Sicherung auslöst, dann ist die einfach zu hochempfindlich. Jede Batterie steckt auch einen mehrere Sekunden langen Überspannungsstoss locker weg! Im Zweifelsfall reagiert aber das BMS schneller.
@paddy72 Hallo, die Teile sind zwar selbst zusammengesteckt, aber kein Eigenbau im eigentlichen Sinn.
Es sind alles orginal Teile beide MPPT, SmartShunt, Cerbo GX und den VE direkt Kabel, alles von Victron.
Sollte vielleicht der Lumentree damit hineinspielen, der ja kurzfristig sich an die vom Shelly gewünschte Wattzahl anpasst, von max 800Watt auf null oder ähnlich (Nulleinspeisung)?
Kann mir nicht vorstellen, dass der einen Spannungspuls am Eingang generiert, wenn der Ausgang abgeschaltet wird. Ganz ausschließen kann ich es aber nicht.
Verstehe ich es richtig, dass beide MPPT und der Lumentree über die Batterie direkt zusammenhängen? Evtl. wird da irgendein Regelkreis/MPPT irritiert und reagiert merkwürdig?
@r-l Hallo, ich werde sobald das Wetter es wieder zulässt ( Sonnenschein) den String durchmessen um festzustellen welche Spannung an den Modulen ansteht.
Vorerst mal Danke
Aufbau PV Anlage Nulleinspeisung.pdf (188 KB)
Hier der Aufbau der Anlage, zum besseren Verständnis
Wenn der String nicht belastet ist, ist die Leerlauf Spannung bei bedecktem Himmel fast so hoch wie bei Sonnenschein.
Wären Ca 37 V pro pannel, voll beleuchtet dann 39 V wie du gesagt hast.
Das schließt Überspannung imho aus.
Bleibt aber die Frage was passiert, wenn der Akku in die Abschaltung getrieben wird. Dazu kenne ich diese Laderegler nicht, da müssen andere Ran.
Da ist ein Sicherungsschalter 60A unter dem 150/45. Der unterbricht doch wohl den Pluspol? Gezeichnet ist es am Minus
@r-l Die Sicherungsschalter, schalten allpolig ab. Eine Verpolung, liegt nicht vor. Ich glaube das hätte die Anlage bis zum ersten defekt auch nicht über ca 35 Tage lang mitgemacht.
Nach der Zeichnung hängt also nur der große 150/45 MPPT am Akku, der andere geht direkt in den Lumentree. Das würde zumindest erklären, das nur der große defekt ist, wenn das BMS des Akku plötzlich wg. zu hoher Ladespannung abschaltet und der MPPT mit dem Wegfall der Last nicht so recht klar kommt. Er 'weiß' natürlich nicht, dass das Abschalten des BMS die Ursache für den Lastabfall ist - und den möglicherweise daraus resultierenden Spannungspuls - denn dann wäre ja der Schutz des Akkus in diesem Fall ohnehin gegeben, auch ohne das die Sicherung absichtlich durchgebrannt wird. Das wäre aus meiner Sicht wirklich ein schlechtes Konzept.
Wie gesagt, ich habe auch den 150/45 und bei Abfall einer (hohen) Teillast, tut sich da gar nichts. Allerdings ist der Akku dann immer noch aktiv angeklemmt. Bei mir liegt die max. Ladespannung immer unter 28V bei einer 8S-LFP-Batterie, also immer unter 3,5V/Zelle. Höher zu gehen macht aus meiner Sicht nur dann Sinn, wenn man im Winter ganz kurze Sonnenscheinspitzen mit vollem Strom mitnehmen will, ansonsten werden die Zellen unnötig gequält. Die Zellen sind bei 3,4V (27,2V bei 8S) zu 100% voll, wenn keine Last anliegt. Bei mir liegt die Floating-Voltage bei max. 27V, meist darunter. Ich passe das immer den Gegebenheiten ein wenig an.
@carolus vielen Dank jedenfalls für deine Bemühungen.
Irgendwann wird mir doch nur noch übrig bleiben einen neuen Mppt einzubauen und alles mit niedriger Spannung wie Rl geschrieben hat 23,6 v zu probieren und zu hoffen das alles klappt.
@paddy72 das siehst du falsch, alles geht jeweils auf einen gemeinsamen Busbar. Von dort zum Akku und Lumentree.
Du meinst sicherlich 27,6V. Das ist aber immer noch keine Garantie, dass bei unbalancierter Batterie nicht doch eine Zelle die Overvoltage_Protektion auslöst. Nach längerer Zeit mit zu wenig Ladung kann das vorkommen. Es muss sichergestellt sein, dass die Batterie regelmäßig balanciert wird, wenn eine Zelle versucht wegzulaufen. Und das geht nur, wenn sie für etwa eine Stunde bei dem Wert gehalten wird. Für das kommende Halbjahr ist es also wichtig, die Batterie nur so weit zu entladen, dass sie möglichst am nächten Tag wieder dieses Ziel erreicht. Gerade bei Nulleinspeisung wird das oft nicht gemacht. Weiter sollte man den Laderegler mit einem Elko versehen, der den zu schnellen Spannungsanstieg dämpft. Das verhindert, dass die Spannung schneller ansteigen kann als der Regler abregeln kann. Ich würde 4700 Mikrofarad/100V nehmen. Der muss natürlich wie ein Wechselrichter vorgeladen werden, damit das BMS keinen Kurzschluss erkennt.
Hat denn das BMS nun abgeschaltet oder nicht? Das sollte sich doch herausfinden lassen? Wenn das zeitlich zusammenfällt, haben wir die Ursache ![]()
@paddy72 Hallo paddy, du bist der Meinung, dass das BMS abgeschaltet hat, wenn dem so sein sollte, worin siehst du die Lösung? Da ich ja keinen direkten Einfluß auf das BMS habe.
@r-l Hallo r-l, danke für deine Beteiligung an dem Thema, ja ich meinte 27,6V. Um einen Zellaausgleich zu gewährleisten, wäre natürlich möglich die Nulleinspeisung für einen Zeitraum abzuschalten, damit die Batterie voll geladen und ausgeglichen werden kann, was natürlich keine befriedigende Lösung wäre. Für mich steht halt immer noch im Raum, warum immer nur der 150/45 abgeschossen wird und nicht auch der 145/35 und ob ich mit einem anderen MPPT zB. (250/60) vielleicht besser fahren würde???
