PV-Anlage liefert konstant 85% der Nennleistung

Hallo,

ich habe vor ca. einem halben Jahr eine 6,225 kWp-Anlage in Ausrichtung süd bei 45° Neigung installieren lassen. Kurz die Eckdaten:

  • SMA Sunny Tripower 6.0 Smart Energy (STP6.0-3SE-40 229)
  • 15 x IBC MonoSol 415 ES-HC-N BF
  • BYD Battery-Box Premium HVS-7,7
  • ID.Charger Connect (ellibox)
  • Home Assistant + evcc für Überschussladen
Die Leistung der Anlage beträgt also 6.225 Wp.

Die täglich erreichte Maximalleistung beträgt ca. 5.300 W. Also 85%.

Am 14.04. - max. 15° Außentemp., max. Leisung: 5.249 W

Am 14.5. - max. 25° Außentemp., max. Leistung: 5.261 W

Rein die Außentemperatur halte ich also für unschuldig.

Die Tageshöchstwerte mal in einer Grafik (die nicht-sonnigen Tage mal wegdenken):

Wenn jetzt zwei (oder vier halbe) Module defekt sind... 13x 415 = 5.395 W... verdammt nah am tatsächlich erreichten Maximum.

Oder habe ich etwas nicht bedacht?

Wie ist den die Ausrichtung der Module? Also Himmelsrichtung und Winkel.

Danke der Nachfrage: perfekte Südausrichtung bei 45° Neigung. Habe die Daten oben ergänzt.

Etwas mehr sollte man da schon erwarten können, wenn kein Schattenwurf irgendwo ist.

Kannst ja mal mit Wärmebildkamera schauen, ob irgendein Modul Auffälligkeiten zeigt.

Werden im WR die Stringspannungen angezeigt? Daran siehst du ja auch, ob alle Module produzieren.

Mein Dach hat keinerlei Verschattung den ganzen Tag. Alle Module hängen an einem String (somit habe ich die Option, später an anderer Stelle noch einen String aufzubauen).

Warum allerdings der Leistungswert aus den Details etwas größer ist als in der grafischen Übersicht (3.990 W / 3.860 W), weiß wohl nur SMA.

Kannst du dir den string Strom anschauen? Die Module liefern lt. Internet 13,1A, der wechselrichter kann max 12,5A am Eingang - da fehlt dir also schon mal ca 300w. Wie lang ist die Strecke zwischen Modulen und wechselrichter?

Gerade fließen 11,9 A bei 22° Außentemperatur und strahlendem Himmel:

Halbe Stunde später, Sonne geht noch etwas höher, Strom fällt ab:

Die Leitungslänge vom WR bis zum 1. Modul beträgt knapp 23m.

Wenn alle Module funktionieren wie sie sollen, erzielst Du bei wolkenlosem Himmel die STC / 415W je Modul. Wahrscheinlich viel häufiger ist der Himmel nicht wolkenlos und die Einstrahlungsleistung auf das Modul ist niedriger. Dann erreichst Du vielleicht nur NMOT / 315W je Modul.

Du liegst mit den Leistungswerten zwischen STC und NMOT. Die Spannung im zweiten Fall je Modul 478,5/15 liegt bei 31,9V was sogar die Werte aus dem Datenblatt übertrifft, der Strom trifft das Datenblatt fast auf den Punkt. Alle Module erzeugen also Spannung, der Strom lässt im Vergleich zu STC etwas zu wünschen übrig. Das könnte auf doch nicht 100% klaren Himmel zurückzuführen sein. Selbst wenn das mit bloßem Auge nicht ersichtlich erscheint.

Wäre ein Modul defekt, dann wären zwei Fälle denkbar:

  1. Ein Modul ist durchlegiert, also quasi kurzgeschlossen und erzeugt keine Spannung oder

  2. Ein Modul ist hochohmig, also quasi nichtleitend, es blockiert den Stromfluss.

In Fall 1 wäre die Stringspannung niedriger als von Dir gemessen und im Fall 2 würde kein Strom fließen.

Ich glaube, die Erwartungen an die Anlage sind im Vergleich zur Einstrahlung etwas zu hoch oder es liegt noch ne Schicht Saharastaub auf den Modulen. Für einen Defekt sehe ich da keine Anhaltspunkte.

in meinen augen vollkommen normal

deswegen macht man ja auch meist eine überbelegung des wr von ca 20-30%

45° neigung sind sowieso schlechter fürn sommer aber gut fürn winter

studiere mal die datenblätter der pv module und sieh dir an unter welchen voraussetzungen die leistung gemessen wird. dieser zustand ist bei uns nicht zu erreichen und wenn dann nur wenige wochen im jahr.

6,225 kWp sind nicht 6,225 W

Mir ist selbstverständlich bewusst, dass "6,225 kWp nicht 6,225 W sind". Ich hatte aber schon gehofft, wenigstens ein einziges Mal in diesem (bisherigen) Jahr mehr als 85% zu sehen.

Die 3. Grafik in meinem ersten Post beruht auf den alle 5 Minuten geloggten Momentanwerten. Aus diesen habe ich den jeweiligen Tageshöchstwert der Leistung extrahiert. Ich finde es weiterhin sehr merkwürdig, dass diese Werte unabhängig von Temperatur und weiteren schwankenden äußeren Bedingungen sehr nah beieinander liegen. Da klingt für mich die Begrenzung des Eingangsstroms am WR schon eher plausibel.

Obwohl wir dieses Jahr im Westen ein schlechtes Solarjahr bis jetzt hatten, gibt es aber Tage, da hatte ich richtig viel Ertrag. Zum Teil bis 8% mehr als wie die Module ausgewiesen sind und das, obwohl diese schon 2-3 Jahre auf dem Dach liegen. Ebenso hatte ich mir 12 x 400 Watt Module von Tongwei gekauft, weil ich diese für 56€ angeboten bekam und auch diese bringen ihre Leistung zuverlässig, obwohl ich bis dahin noch nie was von diesem Hersteller gehört hatte. Also wenn die Sonne dann mal rauskommt oder auch wenn die Wolkendecke nicht zu dick ist, ist die Leistung da.

Wenn dauerhaft zu wenig kommt, stimmt was nicht und man sollte sich die Mühe machen die Anlage zu überprüfen. Meistens ist es nur eine Kleinigkeit und man hat etwas übersehen oder eine Einstellung ist falsch gesetzt.

Wünsche Dir viel Glück beim Finden

Gruß

Meine ist vom Solateur und der behauptet einfach: alles i.O.

Mich würde auch von den anderen Mal interessieren, was deren jemals höchste gemessene Leistung ihrer Anlage war und dazu deren nominelle Leistung.

Wenn ich mir das Datenblatt des Sunny Tripower 6.0 Smart Energy ansehe https://files.sma.de/assets/278462.pdf
hat der eine Begrenzung von 5400 W pro String. Wenn Du nur einen String hast ist das also gemäß Wechselrichterbegrenzung in Ordnung. AC kann er aber auch nur maximal 6000 Watt.

Entweder brauchst Du also eine Aufteilung in zwei Strings (dann hast DU maximal 6000 Watt = ca. 96%) oder einen Sunny Tripower 8.0 .

So verstehe ich das Datenblatt.

Würde mit Deinem Solateur sprechen. Der hat dann wohl falsch geplant. Wenn es die Spannung erlaubt: Aufteilung auf 2 Strings. Ansonsten: Wechsel auf einen Sunny Tripower 8.0
Smart Energy.

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Oh man danke wihz! Diese Angabe hatte ich ja gar nicht gesehen. Das ist ja nun sowas von eindeutig. Vielen Dank für das Heraussuchen.

Noch etwas anderes. Hast Du ein Datenblatt Deiner Module? Habe im Netz keine gefunden.

Die SMA Tripower 5.0, 6.0, 8.0 können maximal 12,5A pro String. Sollten Deine Module mehr liefern und Du es voll ausnutzen willst, müsstest Du den Tripower 10.0 nehmen. Der kann auf dem zweiten DC-Anschluss 20A.

Im Datenblatt steht: STC Nennstrom Impp (A): 13,10. Sagte ja kpax schon, dass ich allein dadurch 300W "verschenke".

Alles klar. bei 12,5/13,1 hättest Du dann immer noch 96% Das wären 11% mehr als jetzt.

Schon irritierend, dass sich der Solateur die von Dir angegebenen Komponenten ausgesucht hat. Sollte einem Profi nicht passieren.

Mir ist ähnliches bei der Auswahl eines Victron MPPT passiert. Hatte übersehen, dass der Victron MPPT 150/45 maximal 45 Ampere bei der Batteriespannung kann. Musste dann erweitern. Aber ich bin ja noch in der Laienausbildung :wink:

Würde den Solateur vor folgende Alternativen stellen:

-1- Aufteilung der Module in zwei Strings. Jeder der Strings muss nur 250V schaffen. Aber das ist ja wohl kein Problem. Da muss er erneut auf das Dach, teilweise neu verkabeln (evtl. dazu einige Module hochnehmen), weitere Kabel für einen neuen String legen und einen weiteren GAK (Generatoranschlusskasten) setzen.

oder

-2- Rücknahme des Tripower 6.0 und Wechsel zu einem Tripower 10.0. Das erspart erneut auf das Dach zu gehen, weitere Kabel zu legen und einen weiteren GAK (Generatoranschlusskasten) zu setzen. Klar kostet der Tripower 10.0 etwa 600 EUR mehr, aber dafür ist der Wechsel einfach. Wenn der String an den zweiten DC-Anschluss angeschlossen wird, hast Du auch die 100% der Module, da der 20 Ampere am zweiten Anschluss kann.

Option 2 präferiere ich auch. Mal sehen, wie der Anbieter reagiert...

du siest doch selbst deine ertragskurve dieser tausch bringt dir höchstens 300w in der spitze für ca eine stunde
das ist etwa 1kwh mehr die du pro tag einspeisen kannst zu 8ct.
das wären auf ein jahr gerechnet etwa 7-10eur die dir verloren gehen, willst du wirklich den solateur damit konfrontieren?
was machst du wenn du mal wirklich probleme hast, könnte mir vorstellen das sowas beim solateur nicht gerade gut ankommt...
aber halte uns auf dem laufenden die reaktion vom solateur würde ich gerne sehen.
er kann dir auch sagen er hat den wr extra kleiner genommen bzw überbelegt um dir kosten zu sparen und die anlage läuft genauso wie berechnet.
dann wäre ich auf die klage gespannt wegen 7-10eur "schaden" im jahr...

@wihz Variante 1 wird nicht funktionieren. Lt. Datenblatt beträgt die Nennspannung bei STC 31,7V und bei NMOT 29,8V. Da er einen 7er String mit 222V und einen mit 254V bekäme, unter STC-Bedingungen, läuft der WR für den einen String nicht im Bereich der MPPT-Spannung, kann damit nicht den Arbeitspunkt optimieren. Der zweite String kratzt auch nur ganz knapp an der unteren Grenze, so dass das auch in 90% der Betriebszeit nicht optimal laufen dürfte. Ich vermute einen größeren WR wird der Installateur nicht auf eigene Kosten montieren.

Eine Option, allerdings mit Kabelziehaufwand, drei Module aus dem String nehmen und über einen dreiphasigen MWR einspeisen lassen. Kostet aber ohne Kabel, evtl. Arbeitslohn, etc. auch schon ca. 250€ und amortisiert sich vermutlich am St.-Nimmerleinstag.