Interessante Kommentare! Meine Erfahrungen: Erneuerbare Energien lohnen sich! Immer!
Ich habe seit 12 Jahren 19 kWp aus 100 Indach-PV-Modulen, Effizienz ca 14%, beide Dachhälften 30° ONO und WSW voll gemacht, keine Dachziegel mehr darunter (warum auch, Dachziegel sind nur teuer, werden energieintensiv hergestellt und sind zusätzliches Gewicht), und dadurch einen Ertrag von ca 16.000kWh pro Jahr bei einer Einspeisevergütung von 15,6Ct/kWh. Die PV-Installation war damals zwar teuer mit ca 33.000€, hat sich aber gelohnt. Und jedesmal, wenn ich mein Dach sehe, kommt Freude auf!
Seit 7 Jahren habe ich einen eGolf und eine OpenWB Wallbox.
Seit diesem Jahr habe ich auch einen neuen Hybridwechselrichter von SOLIS S6 15kW (1800€), der meine alten KACO WR 10kW und 12kW ersetzt (10kW ist defekt). Durch den neuen Hybrid-WR konnte ich auch eine neue 10kWh Batterie DYNESS T10 (2000€) anschließen, die ich gerade um weitere 10kWh erweitere (1700€).
Ebenfalls habe ich eine Heizungswärmepumpe und eine separate Warmwasserwärmepumpe installiert, mit Förderung für zusammen 13800€. Die separate Warmwasser-WP (Kermi, 270l) habe ich gewählt, da diese das ganze Jahr über laufen kann, und im Sommer die große Heizungs-WP ausgeschaltet werden kann (Schonung, Lebensverlängerung).
Meine bisherigen Erfahrungen damit:
Maximale PV auf dem Dach (ich habe Indachmodule, keine Dachziegel mehr darunter) mit möglichst vielen elektrischen Verbrauchern lohnt sich! Leider sind Indach-Module (noch) sehr teuer. Ich hoffe, die Preise werden irgendwann sinken und Standard für jedes Dach werden.
Mit dem neuen Hybrid-WR mit Batterie konnte ich im Sommerhalbjahr quasi 100% autark werden. Beim Haushaltsstrom (ca 8kWh pro Tag, davon ca 3-4kWh nachts) konnte ich den Nachtverbrauch durch die tags aufgeladene Batterie abdecken. Auch die Warmwasserwärmepumpe (ca 4-5kWh/Tag) wird über PV und Batterie versorgt.
Erst ab Ende September, Anfang Oktober ist externer Netzbezug erforderlich. Dieser steigt im Moment auf bis zu 90kWh pro Tag (bei -9°C). Am schlechtesten Tag hatte ich von PV nur 3kWh Ertrag, im November an guten Tagen auch mal über 20kWh. Die Erfahrung über 12 Jahre zeigt, dass das ONO-Dach mit 48 Modulen etwa 2/3 von Ertrag des WSW-Dachs mit 52 Modulen bringt.
Der 10 kWh-Speicher (auf 20% - 80% Kapa eingestellt wegen Lebensdauer) wird Ende November an keinem Tag voll geladen, oft noch nicht mal 5% geladen, da die WP alle Energie wegsaugt. Im Dez/Jan habe ich erfahrungsgemäß je nur ca 2% des Jahresertrags (ca 300kWh im Monat), im Jun/Jul dagegen 14% (ca 2400 kWh).
Genau antizyklisch läuft die Heizungswärmepumpe mit je 17% im Dez/Jan und 1,3% für Warmwasser für jeden Monat, also auch im Sommer.
Durch die Aufrüstung des Speichers auf 20kWh hoffe ich, auch in den Monaten März/April und Oktober noch weitgehend energieautark bleiben und die Wärmepumpen mit PV-Energie betreiben zu können.
Ich rechne aber bei meinem Altbau mit 14kW WP mit einem Jahresverbrauch von ca 8000kWh, davon 5000 bis 6000 kWh, die ich extern zukaufen muss. Glücklicherweise habe ich bei Naturwerke einen fairen Strompreis von ca 25Ct/kWh bekommen.
In Summe komme ich damit fast auf 0€ Betriebskosten pro Jahr: für Haushaltsstrom, Heizung mit Warmwasser und Mobilität. Hier meine grobe Kalkulation:
Gasheizung kostete für ca 27.000kWh ca 2500-3000€ p.a steigend, + Kaminfeger 100€
Wärmepumpenstrom kostet ca 1800€ p.a. (1500€ für 6000kWh WP je 0,25Ct + 2000kWh je 15Ct)
Verbrennerauto: 15000km mit 10€/100km = ca 1500€ Sprit, Steuer 152€ + Ölwechsel… 100€+
eAuto: 15000km mit 14kWh/100km = 2100kWh * 0,20€ (PV+extern) = 420€, Steuer 0€
Haushaltsstrom: ca 1200€ p.a., Reduktion durch Akku erwartet ca 300€ = 900€, in Zukunft zzgl WP-Strom 1500€ im Winter
Einspeisevergütung sinkt von ca 16000*15,6Ct = 2400€ auf ca 13000*15,6Ct = 2000€
(eAuto im Sommer für ca 8000km 14kWh/100km = 1100kWh)
(Warmwasser-WP im Sommer nachts ca 200Tage*2,5kWh=500kWh)
(Heizungs-WP in Übergangszeit ca 1400kWh)
Ergebnis Betriebskosten:
Ausgaben für fossile Gasheizung, Verbrennerauto und Haushaltssstrom ca 5.200€ p.a. (ohne PV)
Elektrifizierung mit PV, eAuto, Wärmepumpe, Akku und Einspeisevergütung in Summe ca. 400€ p.a. (Kosten Haushalt+eAuto+WP ca 2400€, abzgl. PV-Ertrag ca 2000€)
Die jährliche Einsparung bei Betriebskosten liegen also bei etwa 5000€!
Natürlich muss man die Investitionen betrachten. Aber 5000€ pro Jahr ist eine Menge Geld. Wenn man eh ein neues Auto kaufen will oder ein neues Dach braucht (wie bei mir), dann ist eine Entscheidung für fossile Technologie sehr nachteilig - zumal die Kosten in Zukunft durch die CO2-Bepreisung stark steigen werden.
Und es wird weitergehen…
Dynamische Stromtarife kann man seit kurzem nutzen, und damit billigen PV-Überschuss am Mittagspeak mit Speicher netzdienlich in die teurere Hochverbrauchszonen morgens und abends verschieben und dabei Geld verdienen - auch ohne Einspeisevergütung. In naher Zukunft wird es endlich auch bidirektionales Laden bei eAutos in D geben (ca 50-150€ Ertrag mtl.). Ab Mitte 2026 kann man via energy sharing Strom an Nachbarn weitergeben/verkaufen.
Erneuerbare Energien mit PV und Elektrifizierung von Haustechnik und Mobilität lohnen sich also immer. Jetzt noch Investitionen in fossile Energie zu tätigen ist ein großer Fehler. Je früher man in EE einsteigt, umso mehr hat man davon. Es gibt leider noch viele Leute, die das nicht verstanden haben. Es ist auch unsere Aufgabe im Forum, diese aufzuklären.