PV Akku Ladung zeitlich verschieben

Es gibt in der FHEM Umgebung ein dafür entwickeltes Modul mit dem Namen 76_SolarForcast.
Das Modul beherrscht die Bereitstellung eines speziellen Reading Namens „Battery_ChargeRecommended_xx“ für bis zu 3 Batterien.
Das Reading signalisiert ob und wann das Laden netzdienlich erfolgen sollte, unter Betrachtung des Verbrauches und des voraussichtlichen restlichen Tagesverbrauches.

Logisch - man muss die notwendigen Daten der Wechselrichter, der Strings, des EM am Hausübergabepunkt (Verbrauch/Einspeisung) sowie diverse anderer Einrichtungen über diverse weitere Module bereitstellen können.

Bei mir läuft dies mit SMA Produkten schon länger und einwandfrei.

Schön, das es Tools und Hardware gibt die es erlauben das gewünschte Verhalten direkt zu steuern. Aber wie ich Andreas Stampa verstanden habe erlaubt es sein Wechselrichter bzw. seine Batterie nicht das Batterieladeverhalten direkt zu steuern.

Das war seine Motivation für die Idee eine "Box" zwischen Smartmeter und Wechselrichter einzuschleifen welche durch Beeinflussung der Daten das gewünschte Verhalten generiert.

Es ist genau so, wie Berny schreibt: Meine Wechselrichter-Batterie-Kombination lässt kein Steuern des Ladeverhaltens zu. Das Laden bzw. Entladen der Batterie wird ausschließlich abhängig von der Leistung, die über den Hausanschlusspunkt geht, gesteuert. Und da ist der Ansatz für den "PNetFaker".

Ich bin mir relativ sicher einen sehr ähnlichen Wechselrichter zu haben (SK-SU klingelt mir sehr in den Ohren). Ich konnte mit der SolaX Integation unter Homeassistant relativ viel einstellen. Maches geht da nur über krücken aber es geht. Die Verbindung läuft dabei dann über Modbus TCP/IP (also via NEtzwerk).

Mein "Trick" den Akku erst später zu laden: Ladestrom auf 0.1A ändern. Natürlich wird dann dennoch geladen aber halt nur seeehr langsam. Gleiches gilt für den Entladestrom da ich hier mit Tibber vorzugsweise nur dann aus dem Akku entladen will wenn der Strom nicht eh nur 15-17 cent kostet. Dann lieber Abends/Nachts den Akku nutzen wenn der Strom teurer ist.

Schau dir also vielleicht mal das hier an: SolaX Power - Home Assistant

... oder alternativ per ModBus.

Dann läuft Node-Red z.B. auf einem Raspberry, dann wird's aber auch etwas komplexer :wink:

Der "PNetFaker" läßt sich mit einem Raspi und etwas Node-Red realisieren.

Der geänderten/manipulierten Hausverbrauch läßt sich z.B. über eine OpenWeatherAPI einrichten, denn wenn ein "bescheidener" Tag zu erwarten ist, dann sollte die Batterie vielleicht doch zügig geladen werden.

Bei mir wird es durch die Wolkenabdeckung der 4 nächsten 3h-Perioden zum Zeitpunkt Sonnenaufgang gesteuert.

Mit etwas Freude an der Programmierung und Neugier auf den Raspi (es reicht auch ein Raspi 2) läßt sich einiges realisieren.

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Raspi ist nicht unbedingt die erste Wahl. Die kleinen haben kein WiFi und die großen ( 4&5) brauchen relativ viel Power bezogen auf die Aufgabe. Weiterhin braucht es sicherlich noch ein Shield für die 2 RS485.

Ich denke mit einem ESP32 und 2xRS485 Pegelwandlern fährt man besser. Powerbedarf ca. 0.5W und ein Preis mit Pegelwandlern von ca. 10 Eur.

Problem bleibt die SW, die schreibt dir auch keine KI

WiFi haben die auch die kleinen Pi - bei LAN startet es bei RPI 3

Ich bleibe dabei, ich halte den ESP32 für die Aufgabenstellung als besser geeignet.

Geringer Energieaufwand in aller Ehren, aber warum dann WiFi ?

Und der ESP32 läßt sich wohl auch nicht mit Node-Red programmieren, was einer einfachen Umsetzung dann auch eher hinderlich ist.

Bzgl. "KI" fallen mir nur noch die Prinzen ein:
"Das ist alles nur geclout und gestohlen, nur gezogen und geraubt."
und weiter
"Alle halten mich für klug
Hoffentlich merkt keiner den Betrug"

Der Reiz der Programmierung liegt doch aber genau darin, etwas zu probieren, verzweifeln und dann heureka: Die Lösung ! :melting_face:

Eine Kommunikation über Modbus TCP habe ich bereits versucht. Mein SK-SU5000E antwortet nicht auf Modbus anfragen. Das Modbus Testtool meldet immer TimeOut. Ich habe auch noch einen neuen Solax Boost X1 im Betrieb. Dieser antwortet auf die Modbus Anfragen zwar mit "Falsches Modbusregister", aber er antwortet.

Also ich hab mir mit Solar-Assistant eine Automation gemacht. Input Ihrzeit und Ladestand, output max Ladestrom um ungefähr das zu erreichen. Laden zwischen 11 und 16 Uhr. Funktioniert gar nicht mal so schlecht.


Das geht dann noch weiter, kann Dir das schicken falls Bedarf.
Ziel war in der Zeit wenigstens 2kW (40A) zu laden.
Nur wenn der Akku am Morgen schon fast voll ist, ist's doof.

Könnt ihr mir einen Beitrag/Ansatz empfehlen, der die Netzdienlichkeit als sekundär betrachtet. Mich würde ein Fokus auf die eigene Anlage interessieren im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und damit auch zu erwartender Lebensdauer der Komponenten.

Dabei stehe ich ganz am Anfang und es wäre für mich zu erst interssant:

A) Wie "schädlich" ist eine Ladung mit möglichst hohen Strömen was zB die PV gerade liefert

B) Wie "schädlich" ist dann im Verhältnis einen Akku über Stunden im Float-Modus (nahe 100%) zu betreiben bis er Abends wieder gefordert ist

C) Wie "schädlich" ist das Laden von z.B. 75%-100% bei guter Wetterphase wo nur die 25% für die Nachtabdeckung benötigt werden. Und das Verhältnis dazu wenn man das Laden einmal aussetzt, aber dafür den Akku bis zB 50% entläd? Gibt es Unterschiede in den Teilladezyklen?

Gibt es hier klare Empfehlungen? Die Schwierigkeit liegt in der Prognose in die Zukunft schon klar, aber vielleicht kann man schon mit relativ geringem Aufwand erheblich etwas in Richtung Akku-Gesundheit tun und damit auch wirtschaftlich aggieren.

Thx.

Zu A) B) C) gibt es beliebig viele Beträge im WWW. Ich rate dir suche dich da ein bisschen durch und bilde dir deine eigene Meinung. Denn gerade bei Akkus gilt 3 Beiträge 5 Meinungen.

Schau einmal bei der RWTH, Aachen und hier als Beispiel vielleicht folgendes Video von Prof. Dr. Sauer.

Und als Anmerkungen zu den genannten Punkten:
zu A) Lassen die sich nicht limitieren, zB auf 0,1 C5

zu B) Das paßt schon, schlechter wird es wenn der Akku über Tage/Wochen bei 100% steht.

zu C) Aus diesem Grund gilt die Empfehlung Akkukapazität in kWh = ca. Haushaltsstromverbrauch im Jahr / 1.000 und dann aufrunden (Beispiel: 3.500 kWh/a / 1.000 = 3,5; aufrunden zu ca. 5 kWh) . Ein zu großer Akku wird - wie geschrieben - im Sommer über die kurzen Nächte nicht leer und im Winter nicht voll, dann zieht er erheblichen Netzstrom, um nicht zu "verhungern". Viel hilft nicht viel :wink:

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Kannst du den Ausdruck “um nicht zu verhungern” erläutern - oder meinst du die zwangsweise Ladung, damit Tiefentladung verhindert ist? Nur durch seine Präsenz zieht der Akku also Strom? Kannst Du diesen Netzstrombedarf grob quantifizieren und kann man das ggfs. im Winter durch irgendwelche Regeln begrenzen?

Genau, "verhungern" bedeutet die Tiefentladung, nach dem Erreichen der Entladeschlußspannung. Jede Batterie verliert dann weiter Kapazität und wenn ein BMS dran ist, noch mehr.
Strategien gibt es einige:

  • entweder mit einer Mindestladung das Niveau nur halten
    oder
  • eine höhere Mindestladung, damit auch etwas Kapazität schneller bis zu einer Wiedereinschaltschwelle eingeladen wird
    oder
  • weitere Überlegungen.
    Hängt dann vom Hersteller ab, was er bevorzugt, ggfs. auch von der Zellchemie.

Im Laufe der Jahre altert die Batterie und damit steigen die Verluste.

Wenn es ein Standardprodukt ist, kommt man an die Einstellungen vermutlich nicht ran, muß man dann messen. Wer seinen Akku selbst baut, hat die Strategie selbst in der Hand.

Im Beitrag vom 1. Juni 2025 - 17:40 Uhr ist ein Typo. Es muß richtig heißen:
zu A) Lassen sich limitieren, zB auf 0,1 C5 (Das "nicht" war fehl am Platz, sorry)

Danke @wolfe Ich habe mal bei Nutzern derselben Hersteller-Kombi wie bei mir (Fronius/BYD) teilweise ziemlich elaboriert aussehende Lade- und Entladeregeln gesehen, von denen ich nicht einschätzen kann ob da nicht über das Ziel hinaus geschossen wird Fronius + BYD: SoC kalibrieren | PV-Forum auf energiesparhaus.at sieht ähnlich kompliziert aus wie der Screenshot aus dem obigen Beitrag von @woeufu (ich wüßte auch nicht, wo genau ich das bei mir konfigurieren könnte, wenn das überhaupt geht, ohne externe Hardware/Server/Software)

Grundsätzlich erscheint es mir sinnvoll, die Eigennutzung zu maximieren und auch netzfreundlich das E-Auto in den Mittags-Lastspitzen zu laden, und die Batterie davor und nachher - zumal die ja Ratz-Fatz voll ist. Aber dafür müßte ja ein echt simpler setup reichen - z.B. per default Überschußladen im Zeitfenster 11-15 Uhr - fertig.

Ist des SoC minimum und maximum aus Deiner Sicht Jahreszeitabhängig? ich will eigentlich wegen der Computer immer eher üppig Saft für Notstrom im Speicher haben - im Moment entlade ich nur bis 30%.

Bei uns gibts wegen umfangreichem Computereinsatz (inklusive Serverrack und pipapo) eine erheblich höhere Tageslast als in einem üblichen vier Personen Haushalt, und wir hätten gern ein bisschen Saft im System, um die Computer noch sauber ein bisschen weiter betreiben zu können, wenn es mal kracht im Stromnetz (hatten wir hier mehrere Male in den letzten 15 Jahren).
Bei der hier typischen Nutzung inklusive WorkingFromHome kommen wir mit der Batterie gerade einen Tag hin - wenn zwischendurch GAR KEINE Sonne scheint. Sonst natürlich länger, aber der Puffer ist uns schon wichtig..

Seit neun Monaten fahre ich E-Auto und seit vier Monaten werkelt hier ein Fronius Verto 25.0 Plus/BYD HVM 19.3 mit 24.6 kWp (1/3 N/O + 2/3 SW 30 Grad) auf dem Dach.

Nur wenn die Batterie der Witterung ausgesetzt ist. Falls sie halbwegs temperiert steht, kein Thema.

Meine steht im Schuppen, etwas isoliert, aber wenn's um Null Grad ist, dann hat sie auch nur wenige °K oberhalb von Null. Im Winter habe ich den unteren SOC bei 20% gehalten, falls was schief geht und wir gerade für einige Tage nicht da sind, das sie halt nicht in die Tiefentladung geht.

Im Sommer begrenze ich die Ladeströme, wenn die Batterietemperatur oberhalb von 25°C ist.

Die Batterien halten in Ihrer SOA (Sicherem Arbeitsfenster) schon sehr, sehr viel aus, es sind keine Mimosen und solange nicht jeden Tag 2 Vollzyklen gefahren werden, halten sie auch 10+ Jahre.

Li-Ion Batterien sind Dauerläufer, möglichst immer in Bewegung sein, kurze "Sprints hier und da", dann halten sie auch lange.

PS.: Eine Wärmepumpe scheint im Set-up noch zu fehlen :wink:

Falls sie halbwegs temperiert steht, kein Thema.

Ja, steht im Keller im Raum mit dem Wechselrichter und dem 42U Server-Schrank. Ich glaub aber nicht, das es da 25 Grad hat…
Obwohl im Raum daneben würde dann meine Wäsche schneller trockenen :wink:
Muß ich das aktiv überwachen?

Ja, ich hatte durchaus schon mal an eine Brauchwasserwärmepumpe für 4 Personen + Einliegerwohnung gedacht.

Ich habe eine runtergedrehte 25 KW Wolf Ölheizung mit Weißhaupt Brenner von 2004. Durch Einbau von Wärmemengenzähler in den Heizungs- und Warmwassersträngen und separaten Verbrauchszählern ist der Energiebedarf für Warmwasserbedarf und Heizung sehr trasnparent, weil das eh jährlich ermittelt werden muss..

Das Haus wurde 2008 energetisch saniert, Fenster, WDVS, isoliert bis runter auf die Bodenplatte des Kellers (ja wir haben es ausgegraben), auch die Kellerdecke unter allen Wohnräumen und die oberste Geschoßdecke. Das war teuer, hat aber den Ölverbrauch mehr als halbiert - deshalb hab ich immer zu Zeit keine Probleme mit Ölpreis, denn der alte 7000 Liter Tank ist noch halbvoll was erfahrungsgemäß noch drei Winter reichen wird.
Und wenn ich das warme Brauchwasser überwiegend mit per PV unterstützter Wärmepumpe erzeugen kann, statt von Frühling bis Herbst Öl dafür zu vergeuden, reicht der halbe Tank vermutlich noch länger…