Pumpspeicherkraftwerke im alten Mann?

Zunächst erst einmal möchte ich mich vielmals bei Euch bedanken für euer unermüdliches Engagement für die Einsatz für die Energiewende, bitte gebt niemals auf :+1::vulcan_salute::sign_of_the_horns:

Nun zu meinem bescheidenen Anliegen.

Nach einem Bericht in der BBC über deren Nutzung der Abwärme des Wassers in alten Untertage-Kohle-Bergwerken für Nahwärmeversorgung habe ich mich gewundert, dass sowas hierzulande noch nicht angegangen wurde, zumindest ging sowas bei meinem YT Algorithmus noch nicht durch...

Aber als Laie würde mich darüber hinaus noch interessieren, ob man sowas nicht auch als Pumpspeicherkraftwerk nutzen könnte....

Gäbe es eigentlich nicht allein ich Deutschland hunderte Möglichkeiten Pumpspeicherkraftwerke unterirdisch in alte Bergwerke einzubauen?
Stollen weit oben, Stollen weit unten, 2 Rohre, 1 Pumpe, 1 Generator und 0 Landschaftsverbrauch und die Hinterlassenschaften der alten Technologie haben einen zukunftsträchrigen Sinn...

Wird sicher keine exorbitanten MW oder GW Kapazitäten schaffen, aber standardisiert auf die schiere Menge der Möglichkeiten müsste da doch was gehen, nicht?

Oder gibt es da noch hunderte weitere Problemstellungen außerhalb politischen Willens, die dagegen sprächen?

Stollen weit unten ist halt nicht mehr zugänglich, und voll Wasser.
Der Ansatz Wärmequelle für WP geht aber schon.

Oliver

Und das gleiche Problem wie bei Fernwärme: hohe Kosten der Verteilung in der Fläche.

Ich dachte gänzlich volllaufen lassen dürfte man sie nicht, deswegen gibt's ja auch nach Nutzung für/durch Kohleabbau weiterhin Nachfolge-Gesellschaften, u.a. zum weiterhin leer pumpen... :thinking:

Und weit unten ist doch für die Nutzung als Speicher gut....

Oder irre ich?

Prinzipiell sollte das funktionieren.
Nur oben braucht man auch einen Speichersee. Den sieht man.
Als Spitzen Kraftwerk, mehr geht ohne Abfluss eh nicht, muß er nicht so groß sein und kann auch wie der untere unterirdisch angelegt sein.
In der Einöde ist es schwierig da entsprechend starke Stromleitungen in der Nähe nicht vorhanden sind.

grundsätzlich die Frage, was passieren kann, wenn sich ein Temperaturniveau in der Tiefe deutlich nach unten bewegt. Birgt das tektonische Probleme, wie ist die Geologie vor Ort und welche Auswirkungen hat das für die Oberfläche. Beim Windkraftanlagen weiß man inzwischen ja auch, dass sie das Mikroklima in der Umgebung verändern und je nach Anzahl damit auch regional Änderungen (ob positiv oder negativ sei mal dahingetsellt) im größeren Stil verursachen. Das ganze Ökosystem, und dazu zählt auch Boden ist in seiner Komplexität ein ineinandergreifen von vielen Zahnrädchen.

Hatten wir hier schon.
Vermutlich ist die Wassermenge zu klein.

Hier im Ruhrgebiet gibt es jede Menge Pumpen, die dafür sorgen, dass das Ruhrgebiet nach dem Kohleabbau unter Tage nicht absäuft, die verursachen die sogenannten Ewigkeitskosten.

Diese Pumpen fördern jährlich 70 Mio.m³ Grubenwasser an die Oberfläche. Das Grubenwasser ist schön warm mit 20-30°C, u.a die Stadtwerke Bochum betreiben damit bereits einige Wärmepumpen.

Da ist aber noch Luft nach oben...

Grüße aus Castrop-Rauxel, noch 100m ü.N.N.

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Ich war vor ein paar Jahren an einem ähnlichen Projekt beteiligt: Unsere Firma benötigt sehr viel Brauchwasser, welches sie aus einem kleinen Fluss entnimmt. Im Sommer geht der Wasserstand teilweise so weit zurück, dass es Beschränkungen in der Entnahmemenge gibt. In der Nachbarschaft ist ein Bergwerk stillgelegt worden. Die Stollen laufen langsam voll. Die Idee war, 9 Monate volllaufen lassen, 3 Monate Wasser entnehmen zur Substitution der Flussentnahme. Die Rohre habe ich im Zuge der Verpfropfung in den Schacht noch einbauen lassen. Dann ist das Projekt daran gescheitert, dass die Bergbaufirma unserer Firma die Wassergewinnung nur gestatten wollte, wenn auch die Haftung für Bergsetzungen übernommen wird. Da in den Gutachten nicht ausgeschlossen werden konnte, dass durch die saisonalen Wasserstandsschwankungen Bergschäden mit entsprechenden Setzungen vorkommen können, hat unsere Firmenleitung darauf verzichtet.

Im Falle eines unterirdischen Pumpspeicherkraftwerkes würde der Wasserstand nicht nur einmal pro Jahr, sondern nahezu täglich zwischen Minimum und Maximum schwanken. Da wird sich kein Gutachter finden, der sich nicht auf die sichere Seite schlägt und starke Materialverlagerungen grundsätzlich für möglich hält.

Was genau macht ihr denn mit dem Wasser?

Ja, stimmt. Aber es ist ja Wassernutzung vs. Wärmenutzung aus dem bereits vorhandenen Wasser in den Stollen- was ein sehr nachhaltiger Ansatz ist.

Ich hatte mich an Deine Antwort drangehängt, um Deine Aussagen bezüglich der fragilen Geologie zu bekräftigen.

Die Wärmeenergie aus dem Grubenwasser zu nutzen, halte auch ich für absolut sinnvoll. Und das in zweifacher Hinsicht: Zum einen spart man dadurch andere Energieträger und hat eine erheblich höhere Arbeitszahl gegenüber Luft-Wärmepumpen. Zum anderen ist es ökologisch wichtig, das abgepumpte Grubenwasser vor der Einleitung in einen Vorfluter abzukühlen.
Im Saarland hatte ich in einem Ort eine recht aufwendige Betonbecken-Konstruktion gesehen, in der üppiges Grün wucherte und zu meiner totalen Überraschung exotisch bunte (Aquarien-)Fische schwammen. Diese Becken waren zur Abkühlung des Grubenwassers angelegt worden, die tropischen Fische konnten dort ganzjährig überleben.

Es würde sich sicherlich auch lohnen, das warme Wasser aus abgesoffenen Gruben hochzupumpen, die Wärme auszukoppeln und das Wasser wieder zurückzuführen. Ich glaube, dass sich keine wesentliche Abkühlung im Gebirge ergeben wird und damit auch keine zusätzlichen geologischen Risiken, einfach weil die wärmeübertragende Fläche in den Stollen riesig groß ist.

Problematisch könnte unter Umständen die chemische Zusammensetzung des Grubenwassers sein, was Rohrleitungen, Pumpen und Wärmetauscher angreifen könnte oder zu Ablagerungen führt.

Das von unserer Firma avisierte Grubenwasser hatte eine bessere Qualität als das in einigen Tiefbrunnen im Flusstal gewonnene und war nah an Trinkwasserqualität. Das Setzungsrisiko hätte man noch eingehen können, da die Grube unter landwirtschaftlicher und Waldfläche lag. Eine Scheune war in der Vergangenheit mal etwas abgesackt. Solche Schäden lassen sich ja noch regeln. Da aber die Bergbaufirma auf dem eigenen Betriebsgelände ein Gewerbegebiet entwickeln will, wird es brenzlig...