ich habe zur Zeit ein Problem beim Vakuum ziehen und werde langsam fuchsig, hier zum Ablauf.
Es handelt sich um eine Daikin ATXD/ARXD 35.
Habe wie bei den letzten zwei Anlagen die Klimaleitungen von Vetall bestellt, diesmal waren die Bördel aber absolute Katastrophe, kann bei Interesse ein Bild schicken. Habs trotzdem erstmal mit den Bördeln angeschlossen und Versucht Vakuum zu ziehen —> Stagnation bei 10.000Micron.
Also alles wieder ab, die Bördel abgeschnitten und selbst nachgebördelt und wieder Vakuum gezogen —> 295 Micron (Pumpenenddruck 265 Micron) also erstmal alles suppi.
Doch jetzt zu meinem Problem: Die Anlage hält das Vakuum nicht. Hab mittlerweile nochmal alle Bördel nachgeschnitten und neu gemacht und es ändert sich nichts.
Die letzen Messergebnisse waren:
295Micron, eine Stunde später 1100Micron, 12h später 9000Micron,
Der Messaufbau sieht folgend aus, ich habe mittlerweile keine Monteurhilfe mehr im System aber das dürfte ja kein Einfluss auf die Messung haben oder?
zweistufige Vakuumpumpe
Füllschlauch
Testo 552
Füllschlauch
Ventildrücker
Außengerät
Ablauf:
Ventildrücker zu (also komplett raus gedreht)
Vakuum ziehen des Messaufbaus
Ventildrücker auf
Vakuum ziehen
Ventildrücker zu
1h warten
Vakuum ziehen des Messaufbaus
Ventildrücker auf und Vergleich zum Vorwert, mit der Testoapp sieht man ja wunderbar den Bogen in der Grafik.
So langsam gehen mir die Ideen aus was das Problem sein könnte und ich würde ungern die Bördel nochmal machen. Ich denke die Anschlüsse sind ja auch nicht dazu ausgelegt hundert mal auf und abgeschraubt zu werden. Vor allem da ich mir wirklich Mühe bei den Bördeln gegeben habe, gute Oberfläche, sauber ohne Grat und maßhaltig. Könnte vielleicht auch mein Messaufbau ohne die Monteurhilfe das Problem sein? Theoretisch macht die für mich keinen Sinn solang ich den Ventildrücker schließe bevor ich die Vakuumpumpe ausschalte.
Was ist eure Meinung dazu? Ich bin langsam wirklich Ratlos, mein nächstes Vorgehen wäre ein Adapter für meine CO2 Flasche vom Schweißen zu organisieren und dann hätte ich das System mal abgedrückt statt Vakuum zu ziehen.
Keine Absperrung zur Pumpe? Das ist ungewöhnlich. Ist das eine Pumpe mit Magnetventil? Sonst würde ich solche Spielchen nicht machen, kann dir ganz schnell Öl in die Anlage ziehen.
Dein eigentliches Problem erklärt das aber noch nicht direkt. Undichter Ventildrücker find ich schonmal einen gut Vorschlag. Ebenso die Frage, wie lange du evakuiert hast.
Vakuum gezogen hab ich immer Minimum 60 Minuten, meistens sogar über zwei Stunden, immer bis Enddruck erreicht war und dann noch +30 Minuten .
Könnt ihr mir auf die Sprünge helfen wieso es der Ventildrücker sein könnte?
Ich komme beim Vakuum ziehen auf unter 300Micron, also ist der Drücker während dem ziehen theoretisch dicht und wenn ich die Anlage stehen lassen für den Zeittest drehe ich den Ventildrücker beim laufender Pumpe komplett heraus und schließe das Ventil ja dadurch. Damit sollte der Drücker ja keinen Einfluss mehr auf mein System haben während der Ruhezeit oder habe ich einen Denkfehler?
Nein, immer wenn ich das Ventil betätige läuft die Pumpe vorher, sonst habe ich ja die Gefahr mir Öl ins System zu ziehen. Ich habe es wie folgt gemacht:
Ventildrücker draußen
Pumpe an
Vakuum ziehen des Messaufbaus
Ventildrücker auf
Vakuum ziehen der Anlage
Ventildrücker zu
Pumpe aus
1h warten
Pumpe an
Vakuum ziehen des Messaufbaus
Ventildrücker rein und Vergleich zum Vorwert
Liegt da das Problem, sollte ich lieber wieder mit Monteurhilfe ohne laufende Pumpe messen?
Eigentlich fehlt da doch ein Ventil, um das Vakuum abzusperren.
Bzw. Es ist etwas/minimal ungenau, weil das Vakuum des Messaufbaus mit kleinem Volumen mit dem unbekannten Vakuum der Anlage gemischt wird. Allerdings ist der Messaufbau wesentlich kleiner als die Anlage. Dank App kann man das aber evtl. Besser ablesen. Wenn die Volumina zusammengeschaltet werden, hat man aber nur Mischmasch und misst den Pumpendruck am Ende des Schlauchs.
Ja, mit dem Aufbau ist die Dichtigkeit des Drückers egal.
Mit Monteurhilfe holt man sich wieder Leckagen durch die MH und mindestens ein bis zwei Schläuchen dazu.
Verstehe, die Pumpe läuft weiter und wenn du den Ventildrücker öffnest, springt nach der Standzeit dann der Druck nach oben, auch wenn er dann sofort wieder durch die Pumpe runter gehen wird.
Das ist zwar ein merkwürdiges Setting, sollte aber funktionieren und ein leicht undichter Ventildrücker würde sich vermutlich nicht auswirken. Bei den Dingern ist es übrigens oft so: Wenn du nicht dran rumdrehst, ist er dicht, sobald man dreht, entstehen Undichtigkeiten. Das würde dir aber auffallen, wenn du beim drehen das Vakuummeter beobachtest.
Tja, dann siehts wohl doch so aus, dass deine Anlage undicht ist. Also Druck drauf und auf Suche begeben.
Hast du Nylog für die Bördel verwendet? Und schau dir auch die Stutzen an. Ich hatte schon eine fabrikneue Anlage, wo ein Stutzen einen Querkratzer über den Stutzen hatte, also einmal über die Dichtfläche. Den musste ich rausschleifen, war mit sonst zu gefährlich, dass das dort undicht ist.
Ja, der Messaufbau ist wirklich ein wenig unkonventionell, aber ich bin ein Freund von keep it simple. Ich bin darauf gekommen, da ich bei meiner ersten Anlage trotz zweistufiger Pumpe nicht unter 550Micron gekommen bin. Mit dem Aufbau jetzt komme ich, wie gesagt unter 300. Ich denke, dass ein Stutzen meiner Monteur Hilfe etwas undicht ist und so konnte ich mein Setup um die MH und einen Schlauch verringern. Dass der gemessene Wert während der Öffnung nicht ganz genau ist, nehme ich in Kauf, da ich ja aber nach 15 Minuten bei 1100Micron und nach 12 Stunden bei 9000 Micron bin, reichte der Aufbau um festzustellen, dass meine Anlage nicht dicht ist.
Vielen Dank schon mal für euren Input, dann werde ich wohl noch mal die Bördel öffnen, neu machen und gleich mal dabei schauen wie die Stutzen aussehen, auf die habe ich tatsächlich gar nicht geachtet, da das Augenmerk auf meinen Bördeln lag.
Nylog Blue hab ich noch nie verwendet, aber wahrscheinlich ist jetzt der richtige Moment damit anzufangen @win hast du noch etwas Nylog? Da würde ich gern eine Portion von nehmen.
Weis einer von euch wie oft die Stutzen dafür ausgelegt sind angezogen zu werden?
Bei dem AG hab ich wenig Angst, bei den angelöteten Stutzen des IG schon.
Poste gerne mal das Bild. Ich hab auch gerade Leitungen von Vetall bekommen, da waren die Bördel auch sehr seltsam. Am Ende war es dann aber doch dicht. Allerdings habe ich Nylog verwendet.
Die angelöteten Stutzen werden auch den nächsten Anzug noch überleben.
Wenn die alten Bördel noch vorhanden sind, kann man sich auch da den Abdruck anschauen, ob man etwas sieht.
Oder jetzt noch Überdrucktest machen.
Wenn Nylog bei Win bestellt wird, dann auch big blu.
So lange du beim IG die Fläche für den Schraubenschlüssel rund drehst, sollte das problemlos recht häufig funktionieren. Ich hab hier diverse Doppelnippel, die ich bestimmt schon 50 mal genutzt habe, kein Problem. Aber interessant ist zu sehen, dass die sich nach der ersten Nutzen schon deutlich umgeformt haben. Die Dichtfläche ist dann leicht konkav geworden. Sieht man besonders beim 3/8 Bördelstutzen.
Ich würde da auch jetzt besser erstmal einen Drucktest machen. Ist doch auch interessant zu lernen, welcher Bördel wirklich der Problembördel ist. Es kann sogar sein, dass alle deine Bördel ok sind und die Anlage irgendwo anders leckt. Es gab sogar schon defekte Kälteleitungen irgendwo mittendrin.
Das war einer der Bördel falls man es so nennen darf.
Waren definitiv meine letzten Leitungen von Vetall.
Vielen Dank an alle für den Input, ich werde mal die Gasflasche vom Schweißgerät nutzen um einen Drucktest zu machen und dann Berichten ob ich was gefunden habe.
Hab noch ein CLD100 hier liegen, hat schonmal jemand getestet ob das bei CO2 auch auslöst?
Bei der vermuteten Leckage eher Blasentest machen.
Sonst kann man es auch vorsichtig über eine CO2 Leckage halten. Oder anhauchen (wobei das dann auch auf alles ausgeatmete reagiert)
Benutze den Rothenbergerschlüssel und habe ganz normal mit den 18/42 angezogen. Als ich gemerkt habe, dass es undicht ist habe ich nochmal als Sicherheit mit 19/43 nachgezogen, also viel zu viel Drehmoment haben die Leitungen nicht abbekommen. Ich hätte vorher ein Bild der Leitung machen sollen da sah man es besser. Der Bördel war komplett schief, die kürzeste Stelle hatte nur ca 1-2mm Bördelfläche und war mit Grat aufgeworfen.
Das System mit Überdruck (sagen wir mal 15-20 bar) zu testen sei ohnehin empfohlen. Bei einem hoch treibhauswirksamen Kältemittel wie R32, finde ich, ist man es der Umwelt ohnehin schuldig, vor dem Einlassen des Kältemittels sicherzustellen, dass das Ding WIRKLICH dicht ist. Etwa 15-20 bar mal 2-3 Tage lang anstehen zu lassen und dann den Druck nochmal zu messen ist schon eine ganz brauchbare Vorgehensweise. Gezielte Lecksuche ggf. mit Seifenblasen-Flüssigkeit für Kinder.
Wenn Du keinen Adapter für Dein Schweißgas hast (von dem ich übrigens mal zu behaupten wage, dass es 82% Argon und 18% CO2 sein dürfte, und nicht reines CO2), wiederhole ich mal einen hier schon gefühlt 1.000x gegebenen Tipp:
Besorge Dir einfach eine Helium-Ballongasflasche aus dem Baumarkt, die hat praktischerweise gleich ein 1/4" SAE-Gewinde, bietet allemal 20-25 bar Fülldruck und kostet nicht die Welt...
Wer Kinder hat, bekommt sowohl die Seifenblasen-Flüssigkeit, wie auch das Helium, hinterher leicht eine anderweitigen Weiterverwendung zugeführt...
Da würde ich trotzdem mal genauer hinschauen, was da los ist, dass deine Bördel nach dem Festziehen dann so aussehen. Das kann sehr kritisch werden. Kann soweit gehen, dass der ganze Bördel so geschwächt wird, dass er bei kleinsten mechanischen Belastungen abreißt.
Tipp: Zuerst mit 10Nm anziehen. Bei 10Nm wird noch nichts deformiert, insofern dein Drehmo stimmig arbeitet. Merkt man auch vom Gefühl her, es ist fest aber man arbeitet im festen Bereich nicht weiter. Ok, wenn 10Nm fest, dann einen Strich mit Edding auf Mutter und Stutzen, so dass man jetzt den Weiterdrehwinkel beobachten kann. Typisch braucht man nicht mehr als 1/8 weiterzudrehen (45 Grad). Dann müsste das Zieldrehmoment erreicht sein. Wenn man mehr als 1/4 (90 Grad) drehen muss, stimmt was nicht.
Der kleine 1/4 Zoll Bördel ist sehr empfindlich für zu großes Drehmoment. Den kann man vollständig zermatschen bis er hinten komplett aus der Bördelmutter rauskommt schon bei 20-22 Nm.