Problem mit Balancieren/Drift der DEYE RW-F10.2 bei Ladeschluss

Danke für die Blumen,
"in Kladde" heißt bei mir: das ist erstmal eine Idee zur Diskussion. Dein Heinweis, dass nur 4 Balancer zeitgleich arbeiten können habe ich vernommen. Das hatte ich nicht im Blick, weil es bei meinen BMS´en diese Beschränkung nicht gibt. Doch wäre es gefährlicher, als der derzeitige Betrieb, bei dem mit vollem Strom die Akku´s geladen werden statt mit 110mA? Das BMS schaltet dann den Ladevorgang ab, wenn nur eine Zelle Spannung > 3,65V hat. Was ist an der derzeitigen Betriebsart, Laden mit vollem Strom, bis eine Zelle mit > 3,65 V die Ladung unterbricht, weniger gefährlich?
Da der TE ohnehin keinerlei Veränderung vornehmen will, die auf technischer Ebene die Lösung des Problems herbei führen, sondern nur auf der Suche nach dem rechtserheblichen Mangel ist, macht es wenig Sinn, diese Thema zu vertiefen.

@boldface
in einem Forum mit DIY Leuten und Elektroingenieuren usw, also im "Schrauber-Forum" (nicht abwertend gemeint) wirst du wenig juristischen Rat erhalten können. Besprich dich mit deinem Anwalt zu den Fragen des Weiterbetriebes (Nutzungsvorteile), zur Frage des Beweissicherungsverfahrens mit der Beweisfrage, ob der (die) Akku´s schon vorzeitig Kapazität überproportional verloren haben und ob der fortgesetzte Betrieb ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Lass dir die Kosten errechnen und dann wäge ab, ob es dir das Wert ist. Frag ihn auch, ob dein Wandlungsbegehren Erfolg haben kann, wenn nur die Service Beratung schlecht, der Akku aber gut (mangelfrei) ist.

L.G.

Genau das habe ich getan. Wenn du allerdings mitten in einer Diskussion aussteigst und einfach nicht mehr darauf antwortest was soll man dann davon halten? Und ich sage ja nicht das alles falsch daran ist, weil der Grundgedanke schon gut ist.

Mal davon abgesehen das man ein BMS nicht als Schalter nutzen sollte finde ich schon das abschalten mit höheren Ladestrom bei 3,65V gesünder ist als Zellen köcheln mit niedrigen Strömen.

Absolut, das hat er aber auch gleich zu Anfang mehrfach so kommuniziert. Interessant ist wie dieser Thread dann trotzdem über 140 Seiten erreicht hat, aber vielleicht hilft das ja anderen, was er auch so kommuniziert hatte. Mit ziemlicher Sicherheit wird sich hier kein echter Sachverständiger finden der ihm bei diesem Rechtsstreit am Ende wirklich zur Seite steht. Man kann nur hoffen das er von Kauf zurück treten kann und sein Geld zumindest für den Speicher zurück bekommt. Und in einer Sache sind sich hier im Thread ja denke ich alle einig: Ein guter Betriebszustand ist das auf jeden Fall nicht. Ein BMS ist nicht zum schalten da, weil es einzig und allein zur Notabschaltung dienen sollte. Und 240mv Spannungsdifferenz beim Balancing sind mehr als schlecht, woran er aber nichts ändern kann wenn das System mit den Standard Parametern weiter läuft. Man muss denke ich nun erstmal sehen was beim Rücktritt rauskommt und/oder ob das Verfahren weiter läuft. Erst wenn er selbst Hand anlegen kann und vorallem auch möchte kann man Lösungen dazu finden.

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@U-F-O

Danke dir für die sachliche und aus meiner Sicht sehr treffende Zusammenfassung.

Genau den Kern der Problematik hast du damit eigentlich ziemlich gut auf den Punkt gebracht und ich habe deiner Ausführung im Grunde nichts Wesentliches mehr hinzuzufügen.

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Kurzes Update zum aktuellen Stand:

Die Gegenseite hat inzwischen angeboten, alle 3 Speicher zurückzunehmen. Die technische und rechtliche Bewertung des beschriebenen Systemverhaltens wird dort zwar weiterhin nicht geteilt, gleichzeitig wurde jedoch eine außergerichtliche Rückabwicklung vorgeschlagen.

Eine endgültige Einigung besteht derzeit allerdings noch nicht, da zunächst noch die konkreten Bedingungen der Rückabwicklung geklärt werden müssen. Dabei geht es insbesondere um Themen wie Kaufpreiserstattung, Ausbau, Transport, Haftung und die weiteren organisatorischen Punkte.

Die Gegenseite vertritt weiterhin die Auffassung, dass sich die beobachteten Effekte „im Rahmen des üblichen Betriebsverhaltens von Lithiumspeichersystemen“ bewegen und kein Sachmangel vorliege, solange das System grundsätzlich Energie speichert, Schutzmechanismen korrekt arbeiten und die spezifizierten Betriebsgrenzen eingehalten werden.

Und genau an diesem Punkt liegt aus meiner Sicht aber das eigentliche Problem der unterschiedlichen Bewertung:

Natürlich müssen Schutzmechanismen vorhanden sein und korrekt arbeiten. Aus meiner Sicht sollten diese Schutzmechanismen jedoch nicht regelmäßig bzw. dominant zur Beendigung des normalen Ladevorgangs führen.

Ebenso sollte ein geschlossenes Herstellersystem aus meiner Sicht nicht lediglich „irgendwie“ Energie speichern und wieder abgeben, sondern die beworbenen und dem Stand der Technik entsprechenden Funktionen auch im vorgesehenen Automatikbetrieb in einer technisch nachvollziehbaren Weise erfüllen.

Genau darüber besteht aktuell weiterhin die unterschiedliche technische und rechtliche Auffassung.

Sobald es hierzu einen finalen Stand gibt, werde ich wieder berichten.

PS: Da die Speicher jetzt vermutlich mittelfristig ohnehin rausgehen werden, ist es vermutlich langsam an der Zeit, mich generell mit möglichen Ersatzlösungen zu beschäftigen — sowohl in Richtung DIY/Eigenbau als auch andere technisch interessante ESS-/LiFePO₄-Systeme.

Falls jemand gute Links, Foren, Projekte oder allgemeine Empfehlungen hat, wo man sich sinnvoll in das Thema einlesen kann und wo man einen guten Überblick bekommt, was heutzutage technisch vernünftige Lösungen sind, gerne her damit, gerne auch per PN :slightly_smiling_face: