Das war ein worst-case Szenario, um zu überprüfen, ob die Balancing-Auslegung von Deye grundsätzlich geeignet ist. Hier ist es ja offensichtlich mehr als eine Zelle die hinterherläuft und sehr wahrscheinlich sind es auch weniger als 1 mA Unterschied in der Selbstentladung.
Zellen die schon frisch deutliche Auffälligkeiten in der Selbstentladung zeigen sind eher solche die über Aliexpress oder ähnliche Kanäle verkauft werden ( meine Zelle mit der höchsten Selbstentladung ist eine 300Ah CALB, die bei Nkon als A- gelistet war ).
Deye wird vermutlich eher echte A-Klasse direkt von einem Zellhersteller kaufen.
Ich würde in einer ESS Anwendung nie auf die Idee kommen überhaupt mit so hoher Spannung zu laden. Selbst wenn man, warum auch immer, die Zelle sehr zügig ( ~ 2.5 h von 0 → 100 % ) vollladen möchte, würde ich nicht über 3.45 - 3.48 V pro Zelle gehen. Sobald die 100% SOC Detektion erfolgt ist, senke ich bei meinem BMS ( über Kommunikation mit dem WR ) dann sofort auf 3.42 V ab. Es gibt allgemein überhaupt keinen Grund das Balancing bei so hohen Spannung durchzuführen. Im schlimmsten Fall steht der Pack dann von Mittag bis Abend bei > 3.5 V Zellspannug rum.
Für die 100 Ah Zellen hier kann man damit noch bis ~ 97 % SOC mit > 0.3 C und bis ~ 99% mit 0.2 C laden.
Ich halte das auch für wahrscheinlich.
Wenn man den Pack nur mir 16 * 3.45 V = 55.2 V läd, dürfte das BMS viel länger im “Charging“ Mode bleiben, weil es nicht oder viel später zur OV Abschaltung und damit “Idle” kommt. Kann man diese Zielspannung eigentlich beim BMS des Deye Packs konfigurieren?
