Problem beim Bördel der 3/8 Leitung des Innengerätes und Anschluss im Kabelkanal

Hallo zusammen,

ich kämpfe nun schon seit zwei Tagen mit dem Anschluss meines einen Innengerätes.
Dieses habe ich wie im beigefügten Bild an der Wand aufgehangen und zuvor die Kältemittelleitungen innerhalb des Kabelkanals miteinandere verschraubt.

Die Leitungen waren nachweislich (10 bar + Spüli + über Nacht) dicht, als ich jedoch die 3/8 Leitung zurück in den Kabelkanal drücken wollte (war ja alles ein wenig aus dem Kabelkanal herausgebogen) hat es gezischt und es traten Blasen auf. Die Dichtigkeit war zumindest dahin. Beim nächsten Versuch habe ich den Kabelkanal weggelassen und die 3/8 Leitung erneut gebördelt und verbunden, aber auch hier muss ich ja den Kabelkanal drunter bzw die Leitungen hinein bekommen. Hatte ich versucht und es hatte erneut bei der 3/8 Leitung gezsicht... wieder undicht..... Ich weiss gerade absolut nicht wie ich die Leitungen im Kabelkanal verbinden soll.
Nun ist es bereits so, dass die 3/8 Leitung von der Länge her zu kurz ist und ich ein Stück Verlängerung zwischenbauen muss...
Habt ihr vielleicht noch eine Idee?
Gruß, Holger

Hast du mit Drehmomentschlüssel angezogen? Wieviel Nm? Hast du Fotos von frischen und undichten Bördeln?

Verlängern könnte man mit Serto Klemmringverbindungen. Da könntest du auch auf Bördeln ganz verzichten, bräuchtest aber 2 Verbinder. Leider bekommt man die Serto-Teile nur schwer.

Alternativ IG versetzen.

Mit Drehmoment habe ich angezogen, die 1/4 mit 18 NM und die 3/8 mit 35 NM. Ein Foto des aktuell undich gewordenen Bördels kann ich gerne teilen, das wäre auch der der oben wieder verschlossen worden ist. Ich spiele mit dem Gedanken, mit einem weiteren 3/8 Rohrstück zu verlängern, das hätte ich noch da. Die zusätzlichen Bördel-Verbinder kommen heute noch mit der Post. Nur stellt sich mir die Frage wie gut das wäre, da ich mir hier ja zwei neue 3/8 Bördelungen einbaue und alles immer ja noch im Kabelkanal verschwinden soll. Einen größeren Kabelkanal kann ich ebenfalls noch im Baumarkt besorgen. Ja, das IG zu versetzen wäre ebenfalls eine Notlösung.

Hier ist nochmal ein Bild des Bördels der undicht wurde, aber ebena auch erst dann als ich ihn in den Kabelkanal reindrücken wollte, da hat sich das ganze Konstrukt ein wenig bewegt und gezischt.


Sorry, möchte dir nicht zu nahe treten, aber der Bördel sieht absolut furchtbar aus - der kann - meiner Meinung nach - nicht dicht sein.
Vielleicht noch ein paarmal üben und genau nach einer guten Anleitung vorgehen!
Oder eine bördelfreie Verbindung in Erwägung ziehen - wie Win bereits vorgeschlagen hat!

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Oh, da ist ein gravierendes Problem, dein Bördel sieht ganz schlecht aus, da stimmt etwas grundsätzlich nicht und da würde ich auch alle Verbindungen nochmal neu machen, wenn die die gleiche Problematik haben. Vom Bördel ist ja kaum noch was zu sehen. Entweder von Anfang an viel zu kleiner Durchmesser oder durch zu hohes Drehmoment wurde der als Rohr umgeformt.

Da musst du dich erstmal grundsätzlich auf die Suche machen, was da schief läuft. Das ist auch höllisch gefährlich, wenn dir im laufenden Betrieb der Bördel abreißt, weil der schon stark geschädigt war.

Was hast du genau für einen Drehmomentschlüssel benutzt?

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Danke für die Rückmeldungen, aber mein Bördel vom ersten Mal sah meines Erachtens mal gar nicht so schlecht aus. Hier mal ein Bild wie er ungefähr vorher aussah und wie er passte, allerdings ohne Grat, abgebildet ist ein Muster welches nicht verbaut wird:
Also um es noch einmal zu betonen: Mein undicht gewordener Bördel sah deutlich (!) besser aus als das was jetzt kommt!


Als Drehmomentschlüssel habe ich den hier mit entsprechendem Hahnenfuß:

Ich würde es mal so deuten, dass dein Bördel massiv überdreht wurde. Diese Art von Drehmomentschlüssel in Verbindung mit Hahnenfußschlüsseln funktionieren in der Regel nur schlecht. Damit das Drehmoment halbwegs passt, musst du den auch 90 Grad verdreht zum Griff befestigen.

Und als zusätzliche Sicherheit: Zuerst nur mit 10Nm anziehen, mit Edding markieren und dann muss das Endmoment mit 1/8-1/4 Umdrehung erreicht sein. Falls das nicht der Fall ist, stimmt was nicht.

So, ok, ich habe beispielsweise den Hahnenfuß gerade - er macht also den Drehmomentschlüssel länger vom Hebel montiert... Ich habe auch vermutet, dass da vielleicht zu viel Drehmoment im Spiel sein könnte.

Falls es von Interesse ist: Ich habe auch mit Hahnenfuß montiert. In der gerade Verlängerung entsprechend umgerechnet und in der 90 Grad Stellung gegengeprüft. Das passt alles. Löst einwandfrei aus.

Warum meinst du das es schlecht funktioniert? Ich habe damit bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Vielleicht wird einfach, je nach Stellung des Hahnenfuß nicht umgerechnet?
Häufig wird auch mit viel zu viel Schwung angezogen. Das kann aber mit mit jedem Dremo passieren.

Jedenfalls glaube ich nicht das hier der Hahnenfuß der Fehler war. Das ist einfach viel zu sehr festgezogen worden.

Der "Amazon" Drehmomentschlüssel ist leider völlig ungeeignet da er mit 100% Sicherheit falsche Werte produziert. Grund: es ist der falsche Typ der für Gabelschlüssel nicht geeignet ist.

Bin mir nicht sicher aber würde sagen das man am Foto erkennen kann das auch ca. 3cm nach dem Bördel das Kupferroh mechanisch belastet wurde daher eine Materialveränderung stattgefunden hat folglich müsste man eigentlich auch bei einem neuen Bördel die 3cm wegschneiden. Bin aber kein Experte vielleicht liege ich auch falsch.

Ja, ist schon richtig, alles wegschneiden, wo das Rohr irgendwie verformt oder auf der Oberfläche vemackt ist.

Ich hatte es versucht und mir auch Bördel überdreht. Weil nicht alles in einer Achse ist, ist es auch schwierig, den Schlüssel sinnvoll zu halten. Diese ganze Konstruktion mit einem Rollgabel noch gegenhalten, fand ich insgesamt so problematisch, dass ich nur davon abraten kann. Mein Eindruck war auch: Je nachdem, wie ich den Griff festhalte und Kraft drauf geben, verändert sich das Drehmoment. Erschien mit alles nicht sauber. Wenn es dann zusätzlich noch enge Verhältnisse sind, wirds noch schwieriger.

So unterschiedlich kann das eben sein. Ich persönlich finde es gerade gut, das ich die Klaue rotieren kann. Muss nur halt immer das Drehmoment umrechnen. Aber ich gebe dir recht, das Kippmoment muss man im Auge behalten und hier gefühlvoller vorgehen.

Nichts desto trotz würde mich interessieren wie es zu diesen Deformierungen kommen kann, da es kein Einzelfall ist.

Ein kleiner Dremo hat eine Hebellänge von ca. 235 mm. Wenn man die max. 39 Nm mal auf die Hebellänge umrechnet, sieht man mit welchen Kräften da gearbeitet wird. Da hilft auch kein anderer Dremo etwas aus meiner Sicht.
Die Frage ist warum um Himmels Willen das so festgeballert wird. Bei einem kleinen Dremo muss man dafür schon mit ca. 20 kg ziehen.

Das ist alles mal gerechnet worden und die Angaben gehen von bis. Und nach bis ist es in der Regel vorbei.

Guten Abend zusammen,
erst einmal vielen Dank für die vielen Kommentare und Infos:
Hier kurz zur Dokumentation: Ich werde morgen in aller Ruhe ca. 10 cm der Leitung entfernen und dies Exemplar hier einbauen.




Diesmal und auch morgen ganz sachte festgezogen. Ich berichte morgen nach dem Einbau und dem Dichtheitstest.
Einzige Frage die noch bleibt: Wie bekomm ich das in den engen Kabelkanal? Naja, vllt teile ich in der länge nach und schiebe jeweils die Teile dahinter zusammen... :smiley:

Mach vor allem erstmal Testbördel, die du an Teststutzen anschraubst mit dem richtigen Drehmoment. Und dann demontiere und schau dir den Bördel an. Erst wenn du herausfindest, woran es lag und dass du diesen Fehler sicher vermeiden kannst, kommt Sicherheit ins System. Du brauchst ja die Sicherheit, dass auf den Bördel 100% Verlass ist und der nicht überdreht wurde.

Weiterhin können alle anderen Bördel auch betroffen sein, die würde ich alle inspizieren und neu machen.

Deine erstellten Bördel sehen auf den Bildern erstmal sehr gut aus.

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Du meinst, du verwendest ihn nicht 90 Grad, sondern gerade draufgesteckt und rechnest dann um?

Werde ich machen, nur nun die Frage: Wie muss denn ein Bördel aussehen der korrekt montiert und wieder entfernt wurde?
Da die Verbindung ja absolut dicht wird würde ich da schon vermuten, dass der Bördel schon etwas deformiert wird oder zumindest etwas sicher vergrößert o.ä, oder?

Der Bördel sollte noch weitestgehend die Form haben, wie vor dem Anziehen. Der Durchmesser nur wenig verändert, die Dicke des Materials am Bördel sollte so schätzungsweise maximal 0,2mm dünner sein. Die Bördelinnenfläche sollte duchweg den Abdruck des Stutzens haben und nicht noch glänzende Flächen, wie vor dem Anschrauben. Nirgendwo Risse. Alles schön unter einer Lupe anschauen, die hinreichend vergrößert.

Sowohl als auch. Je nachdem wie der Sechskant steht bzw. je nach Montagesituation.
Gerätestutzen geht prima mit 90 Grad, ohne Umrechnung. Im Kabelkanal o. ä. passt es oft besser gerade.

Es gibt auch Tools wie z. B. auf der Tekton Seite wo man schnell mal umrechnen kann.