Privater Handel mit Strompaketen, ein Konzept

Die Idee: Jeder darf in Echtzeit mit Strom handeln, und der Markt regelt Angebot und Nachfrage.

Lösungskonzept

Der Handel erfolgt in Strom-Paketen, 1kWh, 10kWh,… .

Gemessen wird mit dem Smartmeter.

Die Strompakete werden in Batterien gespeichert.

Für jedes Paket wird der Preis ausgehandelt, z.B. per SW-Broker mit Regeln.

Der Netzbetreiber bekommt einen Anteil für den Transport und die Kurzzeitspeicherung.

Das Paket muss innerhalb einer vordefinierten Zeit eingespeist und abgeholt werden (z.B. 15min)

Die Absicherung erfolgt durch eine PKI.

Der Betrieb erfolgt parallel zum heutigen Netz, als fließende Umstellung.

CO2 Steuer entfällt, das zahlt nur der, der Fossiles verbrennt.

Details sind natürlich noch zu definieren, aber die Idee gefällt mir.

Da würde sich auch privat ein dicker Akku lohnen, um Mittags günstig Strom zu bunkern.

Hallo Ingo

wie kommst du zu der Annahme? Hast du dich mal mit den Strommarkt beschäftigt wie der funktioniert?

Vermutlich ist da ein Markt angedacht, den es aktuell so nicht gibt.

StromBay, oder was in der Art. Biete für Donnerstag 3kWh, Startpreis 1 Euro. Versand 6,99, oder Abholung in 12345 Berlin.

Oliver

Ja genau. Den Handel direkt ans Produkt koppeln, wie eine Tüte Milch, kaufen, bezahlen, zu Hause in den Kühlschrank stellen. Mir ist schon klar das Strom keine Tüte Milch ist, deshalb als zeitlich und mengenmäßig begrenztes Paket an der Netzübergabestelle. Statt einem Hahn, den jeder nach Belieben aufdrehen kann, und später irgendeinen Mittelwert bezahlt, werden vorher vereinbarte und bezahlte Energiepakete gehandelt. Der Handel könnte an einer Börse erfolgen, an der sich jeder beteiligen und Strompakete anbieten und kaufen kann, z.B per Softwareagent. Ein Beispiel: 25kWh Batterie, kaufe mittags 10kWh, wenn günstig, verkaufe morgens alles bis auf 5kWh wenn der Preis stimmt.

Ja, aber nur wenig, und genau von dem Markt will ich weg, das Prinzip umdrehen.

Hallo zusammen,

solch ein Strommarkt kann eigentlich nur funktionieren wenn der Käufer und ggf der Verkäufer ein Batteriespeicher mit entsprechender Größe haben . Ein gedankliches Beispiel : Mein Speicher ist am Mittag voll und ich verkaufe den zu vielen Strom an meine Nachbarn die kein PV haben zu ein günstigen Preis .

Für mich rechnet sich das wenn meine PV Anlage aus der Förderung raus ist . Für mein Nachbar rechnet es sich weil er keine PV hat / haben will oder kann unter der Voraussetzung das ich der günstigste Anbieter für ihn wäre.

Das Problem wäre die Verwaltung des Stromhandel und die Kapazität des Netzes . Das müsste entsprechend alles angepasst werden . Wer bezahlt das dann ? Die Softwareagent brauchen ja auch ein Rechenzentrum oder ähnliches. Nicht ganz einfach umzusetzen.

Gruß Eckard

Der Netzbetreiber bekommt einen Anteil für den Transport und die Kurzzeitspeicherung.

Der Netzbetreiber soll das speichern? Also braucht es dann theoretisch 3 Akkus? Erzeuger, Verbraucher, Netzbetreiber?

Ich würde das noch daran koppeln wo man ist. Sowas ähnliches gibt es in Österreich mit den Energiegemeinschaften.

Wenn man innerhalb eines Hauses ist, und daher das öffentliche Netz nicht belastet zahlt man für den Strom 0% Netzgebühren.
Wenn man innerhalb eines Trafos ist, zahlt man 42% Netzgebühren.
Wenn man innerhalb einer Region ist, also von Netzebene 6,7 über einen Trafo hinweg ins Mittelspannungsnetz, 72% Netzgebühren.
Alles was weiter weg ist innerhalb Ö. 100% Netzgebühren.

Dazu noch wenn die Erzeuger in Netz4,5 sind 36% Netzgebühren.

Da das, bisher, nur Verbraucher angeht, ist die Reduktion der Netzgebühren nur beim Verbraucher.
Eigentlich müsste das einhergehen mit:

  1. Viel Strom vorhanden, Netzgebühren für Verbraucher reduziert, Netzgebühren für Einspeiser erhöht
  2. Wenig Strom vorhanden, Netzgebühren für Verbraucher erhöht, Netzgebühren für Einspeiser reduziert

Damit wird dafür gesorgt, dass Einspeiser nicht alle zu mittags reinknallen und das Netz belasten, ein Speicher reduziert die Netzkosten.
Die Verbraucher werden dazu gebracht mittags mehr zu verbrauchen, ein Speicher reduziert die laufenden Kosten.

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Dein System muss aber ebenfalls bedenken: Wenn die kWh verkauft werden, aber nicht erzeugt, wo kommen die dann her? Wenn ich also für morgen beispielsweise 100kWh verkaufe, dann ist aber Regen und das konnte ich nicht vorhersagen, es muss irgendwie limitiert werden, was mein Akku kann und was ich daher auch einspeisen kann. Wie sollte ich etwas verkaufen, was ich nicht habe? Andernfalls würde der Strom nur umgeleitet werden. Ich würde dann beispielsweise 100kWh verkaufen wollen am nächsten Tag. Aber es kommen vom Dach nur 20kWh. 80kWh muss ich als Erzeuger einkaufen. Aber woher? Ich muss ja PV-Strom verkaufen…. Ferner kann ich nur verkaufen, was ich auch habe, aber kontrolliert das wer? Ansonsten kauf ich Kohlestrom und verkaufe den als Ökostrom, das wäre Green-Washing….

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Das wären dann wegabhängige Netzentgelte, sollte man über die Endpunkte automatisch rausbekommen. Und eine Fehlerbehandlung für Nichteinspeisung/Nichtabnahme fehlt auch noch.
Zu “Speichern” im Netz: Das Problem gibt es jetzt ja auch, aber hier kommt eine zusätzliche Steuermöglichkeit dazu, indem z.B. die Transferzeit optimiert werden kann, oder explizit Netzspeicher angeboten werden können usw.
→ Das Thema soll u.a. auch mal die Schwachstellen im Konzept beleuchten.

Ich würde ungern Einspeiser und Verbraucher anders behandeln. Aber Netzgebühren an die Netzauslastung binden wäre vielleicht eine Lösung, oder preisabhängige Transferfenster → kaufe jetzt, transferiere später).

Ich halte das Börsen-Konzept für reichlich aufwendig für die paar MWh um die es hier geht. Mir würde es schon reichen, wenn ich mit reduziertem Netzentgelt hier die im Reihenhausblock Nachbarn ohne PV mitversorgen könnte oder mit etwas mehr Netzentgelt meine Schwiegereltern in 1.4 km Entfernung.

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Du musst sie anders behandeln weil sie je nach Verhalten damit das Netz belasten.

oder preisabhängige Transferfenster → kaufe jetzt, transferiere später).

Ich dachte so wars gedacht. War das nur für Ad Hoc Strom?

Ja, so war die erste Idee, muss aber nicht so sein. Man könnte das auch längerfristig vorbereiten.

Etwas so:

Verkäufer stellt ein (wie viel, Mindestpreis, Zeitfenster)

Käufer gibt Angebot ab

Eigentlich nicht, die Belastung entsteht erst, wenn beide sich einig sind (kooperativ). Mit einem anderen Zeitfenster könnte das auch für weniger Netzentgelt über die Bühne gehen.

"zu Ad Hoc Strom”: Ja, das war meine erste Idee, muss aber nicht, die Erweiterung um Transferzeitfenster gefällt mir viel besser.

Stimmt, Börse muss nicht sein, ist eher nachgelagert. Wichtig ist die Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer und die Freigabe und Abrechnung durch den Netzbetreiber. Eine Börse ist dazu nur eine Lösungsmöglichkeit.

Das setzt voraus, dass das alle Netzbetreiber gleich abrechnen.

Beispiel:
Spitzenerzeugungszeit. Nur Netzkosten:
Kosten Bezug 1kWh: 0ct. Kosten Einspeisung: 5ct.
Spitzenlastzeit: Nur Netzkosten:
Kosten Bezug 1kWh: 5ct. Kosten Einspeisung: 0ct.

Schon aus den beiden Dingen ergibt sich dann, dass die Leute sich einen Akku kaufen. Die einen kaufen den Akku, um beim Bezug 0ct zu bezahlen. Die Einspeiser kaufen sich einen Akku um bei der Einspeisung 0ct zu bezahlen. Bei normalem Betrieb 2,5ct für beide. Das ist jetzt nur eine Zahl, die genaueren müsste man herausarbeiten. Es wird nie 100% Deckung durch Akku gehen, weil nicht jeder einen Akku zu hause hinstellen kann. Genauso wie nicht jeder einen Akku haben kann, der einspeist.

Beim Ad Hoc muss man auch wissen, wie hoch der Spot-Preis ist und wie hoch der Netzpreis. Und desweiteren muss es irgend eine Automation geben. Sonst hängt jeder vorm Computer und ist nur am rechnen…. Was ist wenn den Strom mal keiner kauft? Dann liegt er tot im Akku und niemand nimmt ihn…

Ja, mehrere Netzbetreiber ist ein Problem. Wenn man das als Transport durch mehrere Netze separat abrechnet, dann wird es aufwendig. Wie wird das heute gemacht? Blutiger Vorschlag: nur der Verbraucher zahlt, zusammen mit MWSt? Die Netzbetreiber sollen das B2B untereinander regeln.
Für die ohne Akku und die Fehlerfälle braucht es auch einen Rückfallservice, z.B. einen der für Negativkosten alles kauft, und einen der teuer immer liefert.
Zur Automation: Natürlich, nur so. Das muss alles automatisch laufen, der Mensch soll dabei nur die Regeln vorgeben.
Wenn mal keiner den Strom kauft? Den Preis senken, der Erzeuger bremsen, mehr Akku,…, aber bitte nicht einfach einspeisen und hoffen, das irgendjemand das Problem schon lösen wird. Also das Problem dort lösen, wo es auftritt, und nicht auf die Allgemeinheit abwälzen.

Sag das doch den trägen Grundlastkraftwerken. Die speisen weiter Strom ein den niemand benötigt. Und nicht die Kosten für das Weiterlaufen auf die Allgemeinheit abwälzen…

Nee, die regeln runter wenn das Netz zu viel Strom signalisiert, Gaskraftwerke relativ schnell, die Atomkraftwerke waren etwas träger, bei Kohle kommt es auf die Bauart an.Aber davon haben wir nicht mehr genug, die regelbarte Leistung ist am Limit, und die Netze geben auch nicht mehr Verteilung her.
Die Dynamik von Netzbelastung, Erzeugund und Vebrauch bildet sich nicht gut auf die Beteiligung bei dem Gemeinkosten ab, und das treibt letzlich den Preis nach oben. Deshalb hier mal der Versuch, ein alternatives Modell zu diskutieren, aus Einzelverantwortung und individueller Kostenbeteiligung, Das ist aktuell weder gut durchdacht noch rund, aber die Vision, das ich meinen Stromüberschuss beliebig verkaufen kann, statt ihn verrammschen zu müssen, oder auch günstig vom Windrad nebenan beziehen kann (und mich dadurch sein Anblick oder Schlagschatten weniger nervt), hat etwas verlockendes.

Ich bin ganz bei dir, wir haben selber um die 10 000kWh übrig. Und mich nervt das ungeregelte Einspeisen (auch mein eigenes!) auf. Ich habe halt nur die Wahl zwischen 5-6ct (bald weniger) und nachts ebenfalls 5-6ct. Evtl. könnte ich am Spotmarkt verkaufen. Dann MUSS ich aber zwingend mit Akkus arbeiten.

Und mir wäre es lieber, mein Strom ginge zur Schwiegermutter im Haus und dann zu Verwandten, dann ggf. sogar noch zu anderen Verwandten. Da würden wir auch ein Konzept überlegen wer wie was macht. Da in Österreich bald die Abrechnung nach Leistungsmessung kommt, wäre ein Akku in JEDEM Haus eine Entlastung der Kosten. Und würde für uns bedeuten, dass wir denen den Strom zukommen lassen könnten und selber dafür weniger Akkuleistung benötigen. ABER: Wenn unser Strom am Tag über ist, dann sind eben die Netze auch höher belastet. WEIL man die Grundlastkraftwerke nicht einfach so weg/abschalten kann, weil die aber auch für Frequenzstabilisierung hergenommen werden. Also müssen wir uns dann doch nen großen Akku kaufen. Die Verwandten sparen sich aber ggf. die PV-Anlage aufs Dach zu setzen.

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Wäre es mit aktuellen PV-Anlagen theoretisch möglich, Strom aus der Batterie ins Netz zu verschieben bzw. zu saugen?

Gibt es dafür eine API am Wechselrichter?