Potentialausgleich / Erdung

Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum und hoffe, dass ich das richtige Unterforum für meine Frage erwischt habe.

Ich habe seit einem Jahr eine Balkonanlage die, nach den guten Erfahrungen, nun um weitere Panels (bis zu der 2 kWp-Grenze) und einen Akku erweitert werden soll. Akku wird ein Pylontech und die Laderegler werden von Victron (SmartSolar MPPT) kommen. Wechselrichter bleibt der HM-600.

Nun zur Frage: An dem Punkt, an dem Wechselrichter und demnächst auch der Akku stehen ist leider keine brauchbare Verbindung zur Potentialausgleichsschiene des Hauses vorhanden - und auch nur mit relativ hohem Aufwand herstellbar. Es gibt dort nur den PE aus einer Steckdose und die Erdung der Satellitenschüssel mit großem Querschnitt.

Nun gibt Pylontech vor, dass der Akku aber an dem "Erdungspunkt des Raumes" angeschlossen werden soll. Victron sagt in den Handbüchern, dass eine Gehäuseerdung zulässig aber nicht nötig ist. Der Wechselrichter ist über den PE der Steckdose geerdet. Die anderen Geräte für die Steuerung (u.A. eine openDTU) haben keine Verbindung zur Erde.

Ich verstehe generell nicht so ganz, wozu diese Erdung überhaupt nötig ist.
Handelt es sich hierbei um einen Schutz gegen Spannung die auf dem Gehäuse liegt? Das dürfe bei 48V Systemspannung ja aber ein tragbares Risiko sein.
Geht es um einen Schutz der Geräte vor unterschiedlichen Potentialen? Es sind Schluss doch garnicht alle Geräte an diesem Potentialausgleich angeschlossen - bei mir wäre es vermutlich nur der Akku selbst. Was bringt hier also der Ausgleich? Oder wäre der eigentlich nur bei mehreren Akkus relevant?

Und konkret ist die Frage am Schluss: Welche Gefahr entsteht, wenn ich die Erdung am Akku weglasse? Ein Risiko für die Technik? Für Personen? Für größere Unfälle - bei denen die Versicherung dann Ärger macht?

Danke für eure Hilfe :slight_smile:

Viele Grüße
Simon

Moin, nur als kurze Info: Es gibt aktuell keine 2kWp Grenze, die wird erst ab 1.1.24 zum Tragen kommen.
Bei vielen Victron/Pylontech Anlagen wird dieser Potentialausgleich mit der Minus-Busbar verbunden.

Letzteres wäre da die Lösung meiner Wahl, wenn der Querschnitt wirklich 16mm² (oder zumindest 10mm²) beträgt.Du musst ja nicht nur die Batterie erden, sondern noch einiges mehr.

Erdung an Batterie-Minus ist etwas, über dessen Sinn lang und breit diskutiert wird. M.E. sind gerade die Victron MPPTS dafür nicht unbedingt geeignet.

Oliver

Nun, es wird von Victron so vorgegeben, warum also darüber diskutieren?

Genau das ist aber der einzige Punkt, zu dem ich bei der Recherche Infos gefunden habe: Die Nutzung des Blitzschutzes als Potentialausgleich ist wohl nicht zulässig - und auch nicht empfohlen weil man beim Blitzschlag (auch in der Nähe) dann eben recht hohe Spannungen auf den Komponenten liegen hat.

Die Frage ist: Was? Der WR hat keinen extra Erdungsanschluss.
Der Überspannungsschutz in einem GAK wäre zu erden - sofern man einen solchen Installiert. Sonst fällt mir in meiner Konstellation nicht wirklich ein Gerät ein, dass einen Erdungspunkt hat.

Due schriebst aber von Erdung mit Verbindung zur Potentialausgleichschiene des Hauses. Das ist kein Blitzschutz.

Oliver

Wie gesagt, wird öfter und lang diskutiert. Victron zeigt sehr viele Diagramme zu allen möglichen Installationen, und die sind nicht alle gleich. Sehr viele von deren kommen aus deren Historie in Schiffsbau, und passen nicht unbedingt auf PV-Installationen im EFH. Insofern sollte m an auch da etwas eigenes Hirn mit ins Spiel bringen.

Oliver

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Nun, mein Hirn sagt mir das ein Grid-connected Energy Storage System (ESS) nicht aus dem Schiffbau kommt.

7. Ground, earth and electrical safety (victronenergy.com)

So ist es, soweit ich das nachvollziehen kann, aber gemacht. Dickes Kabel (nicht gemessen, mindestens 16mm2) geht an die Potentialausgleichsschiene und die geht auf die Erdung vom EVU.
Vielleicht ist Blitzschutz dann auch der falsche Begriff aber es wird am Schluss mit Überspannungsschutz zu tun haben.

Auf jeden Fall Danke für euren Input. Das mit der Erdung des Batterie-Minus hatte ich irgendwie als Optional gelesen. Mit der Empfehlung von Victron hält man sich aber wohl besser dran - zumal für mich immernoch unklar ist wo wie möglichen Fehlerbilder liegen.

Dann werde ich wohl mal schauen, wie ich da eine Leitung hingezogen bekomme ?

@grumpy_badger, cool danke fuer das Diagram.... geht es bei dem Erd-Anschluss an den Akku darum, AC Netzpotential von der Batterie fernzuhalten, oder geht es um DC Fehlstrom?? btw.... in England ist es jetzt Vorschrift, dass die Anlage (wenn sie auf Insel umschalten kann) auch ihre eigne netzunabhangige Erde (also Earthrod in Garten) hat, diese "privat Erde" darf an the Netz Erde angeschlossen werden...

ich häng mich hier mal dran...

ich plane ja mein Carportdach mit Solar zu bestücken. Das Carbort steht etwa 10 Meter vom Haus weg, die PV "Zentrale" (Laderegler, AKKU, WR und (HA-) Steuerung) kommen in einen Anbau/Nebengebäude. Es gibt am Haus keinen äusseren Blitzschutz, und den plane ich auch nicht mit der PV auf dem Carport einzuführen. Es geht also um den inneren Blitzschutz.

Batt-Minus auf PAS ist schon mal ein guter Hinweis.

Aber jetz geht's mir um die 'Erdung' der PV Rahmen und des Gestells (das fehlt leider in der Grafik oben...). Das Ganze sieht etwa so aus:

Das A&O des inneren Blitzschutzes ist ja der Potentialausgleich...

  • Also schliesse ich Rahmen/Gestell auch an die Potential-Ausgleichschiene an (mit 6mm2 Cu?)?

  • Aber was ist, wenn wirklich mal ein Blitz nahe kommt? ist es dann nicht besser, das direkt an die Erder anzuschliessen (mit 16mm2 Cu)? (mit der Folge, dass die Rahmen möglicherweise ein anders Potential haben als die PAS?)

  • Und Schutzleiter (das grün-gelbe Ding an der Steckdose und folglich am WR)? Da schliesse ich besser garnix von an Module-Rahmen/Gestell an, weil ich sonst eine Schleife baue, was garnicht gut ist?

Die Metallkonstruktion (Ständer, Rahmen) kommen an den äußeren Blitzschutz, alternativ an einen Erder. Der innere Überspannungsschutz kommt durch die Anschlussdose, in der üblicherweise Überspannungsableiter eingebaut sind. Dafür 1x16 an die PAS. Rest über den normalen PE.

Hallo

sehr interessantes Thema, das mir auch schon Kopfzerbrechen bereitet. Folgendes Szenario plane und baue ich gerade, bin aber für jeden Tip dankbar.

Die PV Anlage Stringaufteilung etc. alles fertig berechnet. Jetzt geht es mir um die GAK am Hauseingang der PV Strings. Will Blitz und Überspannungsschutz damit wie vorgeschriben realisieren. Dank des Überspannungs Sicherungs Rechners hab ich jetzt die passenden GAK gefunden. :slight_smile:

Nun gehen aber die Fragen erst los.

Das Dach und die Wand sind am Selben gebäude. Das Gebäude bestizt einen Blitzschutz (Dachrinnen Fallrohre etc.) Der Erdungsdraht ist als Ring um das ganze Haus verlegt (Baufirma+ Elektriker) und meines Wissens auch mit der Potential Ausgleichschiene im Technikraum verbunden. Nun will ich die GAK "Edrungsleitung" verbinden nur mit was ?

Der Erdungsdraht wird ja auch als Blitzableiter für die Modulunterkonstruktionen angeschlossen ? Kann man die GAK auch an diesen Draht anschließen, oder muss man dafür einen Erdungsdraht(16cm²) von den GAK zur Potential Ausgleichschiene Technikraum verlegen. Dann hätte ich aber eine Verbindung vom Dach (GAK werden direkt nach dem Hauseintritt verbaut) in den Technikraum wo auch WR und Speicher stehen. Kann der "Blitz" dann nicht über diese Leitung bis zur PAS fließen ?

Verbau in Dachnähe ist meines Wissens nach Vorschrift uoder zumindest empfohlen (Thema Äußere /Innere Trennung) Für dei Äußere die GAK und die Innere hat der Froniuis Wr ja enthalten mit Abschaltmöglichkeit des PV Generators. Ist das dann ausreichend ? AC Seitig hat der Elektriker das bereits im Sicherungskasten verbaut. Somit meine Frage nur DC Seitiger Schutz.

Bin leider nur ein Laie der das Thema aber sehr genau nimmt und vor allem Verstehen will was Vorschrift, oder nice to Have ist. Habe für die Berechnung und Planung der PV/String/Wechselrichter Kombi schon einige Tage gebraucht. Aber bei der Frage sagt selbst mein Elektriker dass sich da die Geister streiten.

Was meint Ihr dazu ....

Ich habe doch beschrieben, wie es gebaut werden muss. Was ist unklar?

Mal etwas Grundlagenunterstützung:

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Danke genau das waren die Infos die mir gefehlt haben. Tolles Forum

habe nur diesen Link (<a title="Blitzschutz PV Anlagen" href=" Link entfernt " target="_blank" rel="noopener">VDE) zu dem Thema gefunden deckt sich aber mit den Infos von Dir. Super, jetzt hab ich die Lösung und noch dazu Norm gerecht.

Danke

@tageloehner danke erstmal dafür! jetz frag ich aber doch noch mal - ich hatte ja geschrieben "Es gibt am Haus keinen äusseren Blitzschutz, und den plane ich auch nicht mit der PV auf dem Carport einzuführen." Wenn ich jetzt den Trägerrahmen mit 16^2 an den Erder hänge - fange ich dann nicht doch mit äusserem Blitzschutz an? Wäre für (ausschlisslich) inneren Blitzschutz nicht der Rahmen zu behandeln wie bsw. das Wasserrohr (so noch metallen) und (mit ich mein zu erinnern 6^2) an die PAS zu legen?

War da nicht was mit möglicherweise nachteilig äusserer Blitzschutz an niedrigen Gebäude aber nicht an höherem daneben, Blitzkugelverfahren und so...?

Stecke da auch nicht im Detail drin, aber du musst doch die Trägerrahmen für den Personenschutz erden, also mit einem Kabel an die PAS. Dafür würden 6mm² reichen. Ich weiß, dass es da immer wieder Diskussionen gibt. Oft wird dann gleich auf 10mm² oder 16mm² gegangen, so dass es auch für den Blitzschutz hinreichend ist. So zumindest meine Erinnerung. Korrigiert mich, wenn ich Unsinn verbreite.

M.W. müssen wenn Blitzschutz am Dach vorgesehen ist, alle Werte, Abstände, Leitungen von einer Blitzschutzfirma (od. Fachmann) neu gerechnet werden. Da gibt es großzügig dimensionierte Abstände die eingehalten werden müssen. Blitzschutz kommt m.E. nicht an die PV, da gibt es nur Funktionserde/Schutzerde. Deswegen haben wohl die meisten PV-Dächer keinen Blitzschutz. Wir würden den Blitzschutz bei uns wohl auch entfernen, wenn PV drauf kommt, macht nur viel Ärger und wird heute üblicherweise nicht mehr kombiniert. Die Frage für mich beim Blitzschutz ist immer: locke ich den Blitz nicht erst an, wenn ich ihm da schöne Fangstangen anbiete und will ich das so haben, wenn die PV 1 m daneben beginnt? Wenn der Blitz mit entsprechender Wucht (Spannung/Strom) einschlägt, entsteht fast immer ein Schaden - mit oder ohne Blitzschutz. So ist zumindest mein Verständnis. Ein gut dimensionierter Blitzschutz deckt vielleicht 70...90...95% der Blitze ab, aber ein Restrisiko bleibt immer. Aber: wieviel mehr Blitze schlagen ein, weil ich eben einen 'Blitzfang' habe?