Planung Multi-Split Anlage: Dimensionierung und Hersteller

Hallo zusammen,

ich bin neu hier, habe mich aber aufgrund meines geplanten Projekts schon etwas eingelesen. Ich möchte in den nächsten Monaten eine Multisplit-Klimaanlage bei mir zu Hause installieren. Nachdem es sich hier um eine kostspielige Investition handelt, die mir viele Jahre lang Freude bereiten soll, möchte ich eine möglichst gut informierte Entscheidung treffen.

Darum geht es:

Einsatzzweck und Dimensionierung:

Hauptsächlich kühlen und entfeuchten, eventuell partielles (zu)heizen in der Übergangszeit.

Ich wohne in einer Neubauwohnung mit größtenteils Südausrichtung und großen Fensterflächen. Grundsätzlich gut gedämmt und Möglichkeit der Außenbeschattung der Fenster. Höher als 27 Grad steigt die Temperatur wohl nur bei langanhaltenden Hitzewellen. Die Luftfeuchtigkeit war aber in diesem Sommer ein Thema mit dem schwülen Wetter und ging in Spitzen bis 70%. Unter 24-25 Grad möchte ich im Sommer bestimmt nicht kühlen.

Ich möchte 4 Räume bedienen: 3 Schlafzimmer in der Größe von 10-15m2 und einen Wohnraum mit guten 40m2. Raumhöhe gut 2,5m. Ich dachte an ein Gerät je Raum, damit man jeden separat ansteuern kann.

Welche Dimensionierung würdet ihr hier raten? Das kleinste natürlich in die Schlafzimmer. Macht es dabei einen Unterschied, ob man 2kw oder 1,5 bzw 1,8kw Inneneinheiten verwendet? Für den größeren Raum: reichen hier 2,5kw? Mir wird von den Fachbetrieben zu „mindestens“ 3,5km geraten.

Wie sieht es dann beim Außengerät aus? Genügen hier 7kw oder muss man auf 8kw gehen?

Hersteller:

Ich fasse 3 Hersteller ins Auge: Daikin, Mitsubishi Electric, und Panasonic.

Folgende Geräte interessieren mich:

  • Daikin: In den kleinen Räumen Perfera, im Wohnraum Stylish.
  • Mitsubishi: Hier scheinen die Linien MSZ-AY, EF, und AY interessant.
  • Panasonic: Etherea Z.
Hier im Forum und im deutschsprachigen Raum generell scheint es viel (positive) Erfahrung zu Daikin zu geben. Optisch sagt mir die Perfera aber nicht wirklich zu und preislich sind die Geräte noch einmal über den anderen Anbietern. Zu Mitsubishi habe ich wenig in Erfahrung bringen können. Außer einem YouTube Kanal aus UK, der insbesondere MSZ-EF und MSZ-AY sehr positiv (langlebig und im positiven Sinne einfach) beschreibt und qualitativ auf eine Stufe mit Daikin. Zu Panasonic habe ich negatives bezüglich Heizen gelesen und sonst nicht viel. Das wird aber nicht im Fokus bei mir sein – siehe oben. Ich kann also schwer einschätzen, wie ich diese Erfahrungen für meinen Anwendungsfall bewerten soll.

Wie seht ihr die genannten Geräte und Hersteller? Gibt es klare Unterschiede? Worum soll ich bei den technischen Daten am besten achten? Mich holt Mitsubishi gut ab – aber es muss natürlich die Performance passen.

Darüber hinaus lese ich immer wieder das Thema mit dem Takten und Leistungsaufnahme. Könnt ihr diesbezüglich die genannten Geräte beurteilen? Welche technischen Daten kann ich hierzu am besten zu Rate ziehen?

Ich in über eure Ratschläge sehr dankbar.

Viele Grüße

Wenn es irgendwie geht, würde ich auf 2 Multisplits aufteilen. Die 4er Multisplits laufen nicht so toll, wenn nicht immer ein Großteil der Innengeräte gleichzeitig läuft. Auch moduliert das Außengerät nicht sonderlich weit runter.

Bei Mitsubishi wäre eigentlich die LN-Serie vergleichbar mit der Perfera/Stylish.

Im Kühlbetrieb ist alles weniger problematisch, da wird jeder der großen Hersteller hinreichend funktionieren. Im Heizbetrieb würde ich hingegen klar zu Daikin tendieren. Die Regelung an sich ist schon gut, man hat hier aber auch zusätzlich noch viele Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen auf die Regelung. Bei MEL kannst du fast nichts tun, da musst du dich auf die Automatik verlassen.

Wie hoch die Kühlleistung ist, die du brauchst, ist bei großen Fensterflächen nicht so einfach vorauszusehen bzw. müsste genauer berechnet werden. Aber so über den Daumen würde ich auch ein 3,5 kW Gerät in den 40m² Raum packen. Bei den kleinen Räumen ist es fast egal, ob 1,5; 2,0 oder 2,5.

@win Danke für die schnelle Rückmeldung.

Bei Mitsubishi hatte ich mich verschrieben, da meinte ich eh die Modelle LN, EF, and AY. LN würdest du mit Perfera vergleichen?

Anbei der Plan der 3 kleinen Schlafzimmer, die versorgt werden müssen. Verbunden alle durch einen kleinen Gang.

In hellblau eingezeichnet, wie ich es mir vorgestellt hatte (in jedem Zimmer ein Gerät). Die Empfehlung der Fachfirma war es, dort entweder Daikin Perfera 1,5 kw oder Mitsubishi AY 1,5-2 kw hinzuhängen. Und im Wohnzimmer Stylish bzw LN. Mitsubishi dürfte aber auch gerade eine gute Aktion für die EF Serie haben, deshalb hatte ich die zusätzlich ins Spiel gebracht.

Würdest du eher die andere Version empfehlen (nur ein Gerät im zentralen Gang, eingezeichnet in dunklerem Blau)? Käme da genug Luftaustausch zu Stande, oder könnte es dazu führen, dass nur der Gang so richtig kalt bzw warm wird, in den Zimmern aber nicht viel ankommt? Bzw wie wäre deine Empfehlung bei dem Grundriss?

Das Zimmer an der Süd-Ost Ecke wird sowohl im Sommer am heißesten als auch im Winter am kühlsten, weil es sehr viel Fensterfläche hat. Die Fenster gehen von Decke bis Boden runter.

Über Flur wirst du vermutlich nicht genug Kälte in die Räume bekommen, die Türen sind einfach ein Flaschenhals. Das kann man kompensieren, in dem man 24/7 durchkühlt, weil man dann nicht mehr so viel Leistung pro Raum braucht, aber ob das klappt, bleibt fraglich. Zudem du dann auch sehr lange am Tag die Türen offen halten müsstest und keine Möglichkeit hast, an sehr warmen Tagen auch mal Nachts zu kühlen. Und bei so einem kleinen Flur neigt die Anlage zum Takten, weil die ihre Kälte nicht los wird.

Ich schreib hier bewusst mal von Kälte, auch wenn das physikalisch falsch ist. Ist aber so verständlicher.

Was man auch immer bedenken muss: Du brauchst einen gewissen Temperaturfall, damit überhaupt ordentlich Kühlleistung durch die Türen geht. Ich hatte es mal getestet und kam auf gerade mal 170 Watt pro Grad Temperaturunterschied. Würdest du also den Flur auf 20 Grad bringen und die anderen Räume sollen so bei 24 Grad sein, könnten so etwa 4*170 Watt = 680 Watt Kühlleistung durch die Tür fließen. Das ist nicht viel.

Details zu dieser Berechnung hier:

Ist fürs Heizen, aber physikalisch ist das alles gleich. Beim Kühlen fließt die Wärme aus den Räumen in den Flur.

Genau, schau dir da die Single-Splits mit 2,5kW an. LN ist die A+++ Baureihe, wie die Perfera auch. Die AY ist die A++ Baureihe, wie bei Daikin die Comfora. EF scheint wie AY von der Effizienz zu sein, nur die schickere Ausgabe. Preislich nimmt sich AY und EF nichts.

ok, ich verstehe.

Also besser in jedem Zimmer eine Inneneinheit (ob 1,5 oder 2 kw nicht entscheidend). Und Daikin sollte technisch gesehen die beste Wahl aus meiner Liste sein. Abgesehen von den Verbrauchsdaten, was ist sonst zu den Herstellern und konkreten Serien zu sagen?

Für da Außengerät, machen hier 7 oder 8 kw einen Unterschied, insbesondere beim Thema Takten?

Hast du sonst noch Ratschläge, die ich bei dem Projekt beachten sollte?

Schau dir mal die Eurovent Daten an, besonders Heating Cond D und Cooling Cond D, weil du damit die Mindestleistung erkennen kannst. Gerade die größeren Multisplit liegen recht hoch mit der Mindestleistung. Wenn es sich auf alle 4 IGs aufteilt, ist das immer noch recht wenig, aber wenn du z.B. mit mit 1-2 IGs kühlst, kann das deutlich zu viel sein, dann taktet dir die Anlage recht häufig.

Und wie geschrieben, besser auf 2 AGs aufteilen und 2er Splits nehmen. Oder für den großen Raum eine Single-Split und für die 3 SZ eine 3er Split. Musst du schauen, wie dein Kühl-Szenario ist. Und im Hinterkopf behalten, dass du vielleicht damit auch heizen wirst. Viele, die sich eine 4er Split installiert haben, würden es nach etwas Erfahrung damit nicht mehr machen.

Dank für die Ausführungen. Aus rechtlichen Gründen kommt leider nur ein Außengerät in Frage.

Schwierig hier die richtige Entscheidung zu treffen. Dann doch lieber nur 2 IG an einem kleinen AG?

Auch bedenken: heizen mit Klimaanlagen ist nicht lautlos - und deshalb gerade im Schlafzimmer eine genauere Betrachtung wert.

Heizen sollte wahrscheinlich nur die Ausnahme sein. Wir haben einen sehr niedrigen Heizbedarf aufgrund der Dämmung und Südlage. Und wir haben eine FBH (auch mit Kühlung im Sommer - bringt aber wenig und Luftfeuchtigkeit geht dadurch ja nicht runter). Es ginge also wirklich rein um punktuelles zuheizen.

Feuchte ist noch ein Thema, insbesondere in den Übergangszeiten. Kann man die Dinger auch rein auf entfeuchten laufen lasse und wie verhält sich da das Thema takten?

Entfeuchten und kühlen ist fast das Gleiche, die entfeuchten in aller Regel also auch beim Kühlen. Im Entfeuchtungsmodus wird der Wärmetauscher am IG noch ein paar Grad kälter, so dass dort noch mehr Feuchtigkeit kondensieren kann. Ob man überhaupt den Entfeuchtermodus braucht, muss man schauen, hängt vom Taupunkt ab und welche Leistung die Anlage gerade fährt.

Wenn du nur ein AG stellen darfst/kannst, bleiben nur die 2 Kompromisse: Entweder eine 4er Split oder eine 2er Split und oben nur ein zentrales IG im Flur.

Die Luftfeuchte bekommt man auch raumübergreifend gut runter, wenn also kein IG im Raum hängt. Es gibt Leute, die kühlen ihr ganzes Haus mit einer 3,5kW Anlage im Neubau. Bei uns im Altbau zieht die Anlage in einem 16m² WZ auch nur 100-200 Watt beim Kühlen, um auf 24 Grad zu halten. Wir haben allerdings keine großen Fensterflächen.

Kann gut sein, dass du mit dem Kompromiss nur 2 IGs zu verwenden, gut klar kommst. Das wäre auch sehr viel günstiger. Du hast ja auch etwas Spielraum, in dem du die Anlage möglichst lange durchlaufen lässt, anstatt nur bedarfsweise zu kühlen.

Alternative wäre noch: In dem Schlafzimmer, welches am wärmsten wird, ein IG einzubauen. Die läuft dort viel besser, als im Flur. Und dann tagsüber die Türen offen zu lassen und so die Temperatur der anderen beiden Schlafzimmer auch runter zu bekommen. Wenn du das Schlafzimmer auf 22 Grad kühlst, wirst du dann vielleicht in den anderen Räumen die 24 Grad erreichen.

Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ich deutlich effektiver entfeuchte wenn ich nur ein IG anmache, bei meiner 3er Mitsubishi Heavy Multisplit. Scheint so als ob bei wenig Kühlbedarf (gute Dämmung des Hause, wie bei dir ja auch) die Temperatur des Kältemittels teilweise nicht unter dem Taupunkt liegt, wenn alle 3 IG an sind. Dann hat man es zwar relativ kalt, durch den physikalischen Zusammenhang zwischen Temperatur und rel. Luftfeuchtigkeit, wenn nicht entfeuchtet wird, steigt sogar die relative Luftfeuchtigkeit und es wurde nicht unbedingt angenehmer.

Bei einem IG und 220W Aufnahmeleistung, wird sehr gut entfeuchtet, 0.5-1l pro Stunde.

Ich würde, wenn es primär um das Kühlen geht (bei uns steht heizen im Vordergrund) wahrscheinlich nur eine Single Split verbauen bei uns. Das absenken der Luftfeuchtigkeit verteilt sich deutlich besser im ganzen Haus, als das die Temperatur fällt. Selbst im EG fällt die Luftfeuchtigkeit ~10%, wenn im OG das eine Innengerät läuft. Dadurch singt die gefühlte Wärme auch deutlich ab, 10% weniger Luftfeuchtigkeit entspricht ca. 2 Grad weniger gefühlte Temperatur.

Dazu hat man noch weniger ein Problem ggf. mit Kondenstatpumpen die aus 3-4 Räumen das Kondensat wegbewegen müssen.

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Eine letzte kreativere Idee die ich noch hatte: gibt es für Dual-Split kleinere Außengeräte, die man stapeln / übereinander stellen kann und somit statt einem großen zwei kleine verwendet? Wäre das überhaupt möglich und sinnvoll?

Ja, stapeln kannst du die Anlagen. Die Größen der Außengeräte kannst du dir ja heraussuchen. 5cm Abstand reichen, aber ich würde besser auf 10cm gehen, damit man darunter noch den Deckel abbekommt und mit der Hand mal reingreifen kann.

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Vielen Dank für die Rückmeldungen. Morgen kommt die Klimatechnikfirma - bin Dank euch gut vorbereitet.

Funktioniert, so wie win beschrieben hat, aber dann ist es kein Dual Split mehr. Wenn Du schon zwei separate Außengeräte hast, nimmst Du dann natürlich den großen Vorteil mit, dass sich die Anlagen völlig unabhängig voneinander regeln lassen. Somit sind das zwei separate Single Split, deren Außengeräte zufällig übereinander stehen.

@schup011 Nachdem ich in diesem Fall 4 Inneneinheiten haben möchte, wären es 2 Dualsplit. Wenn ich nur auf 2 Inneneinheiten gehe, würde ich bei Dualsplit bleiben statt 2 Single.

Ich habe mir jetzt mal ein paar Daten der infrage kommenden Geräte zusammengesucht (aus technischen Datenblättern und Eurovent), siehe unten / anbei:

Dazu hätte ich noch ein paar Fragen bzw Anmerkungen:

  • Einige Geräte kann ich nicht in der Eurovent Datenbank finden (zB kleinste Perfera, 1,8 kw Mitsubishi EF, die Pansonic Gräte überhaupt nicht). Die von mir gefundenen Daten basieren wohl auf Single-Split mit entsprechendem Außengerät und nicht als Multi. Unterscheiden sich die Daten im Single- vs Multisplit Setting? Wenn ja, wie kann ich an die entsprechenden Daten kommen? Für die entsprechenden Außengeräte finden sich wenig Datenpunkte / Kombination mit Innengeräten.
  • Wie @win schon darauf aufmerksam gemacht hat, sind Daikin in Bezug auf SEER und SCOP vorne.
  • Ich habe mich in den Artikel eingelesen, wie man die Eurovent Daten interpretieren kann, bin mir aber nicht sicher ob ich alles richtig verstehe. Ad Heating Condition D, wenn ich mir den Faktor aus Ph PL CondD über COP PL CondD ausrechne gibt mir das die Mindestaufnahmeleistung / bzw soweit kann runtermoduliert werden? Stimmt das so? Wenn ja hat ja hier Mitsubishi die Nase vorne laut den Daten zumindest. Was in meinem Setting nicht unwichtig ist mit tendenzieller Überdimensionierung, wenn ich das richtig verstanden habe.
  • Bei Mitsubishi AY ist interessant, dass das 2,0 kW IG sowohl eine höhere Effizienz als auch niedrigere Mindestaufnahmeleistung hat als die 1,5 kW Variante. Somit wäre das die bessere Wahl als 1,5 kW, oder?
  • Insgesamt nehmen sich die Verbrauchsdaten nicht enorm viel (insbesondere beim Kühlen), und mein Verbrauch wird ohnedies gering sein durch Dämmung. Das Thema Taktung und dann die grundsätzlich Qualität, Langlebigkeit, Support, und App sind mir dadurch insgesamt wichtiger.
  • Könnt ihr sonst noch etwas aus den Daten herauslesen, was ich nicht genannt habe und macht es Sinn sich noch andere Kennzahlen anzusehen?

PS: Weiters war heute auch ein Kältetechniker bei mir. Ich lasse mir mehrere Angebote erstellen um vergleichen zu können und die Firma heute hat mir sehr gut gefallen. Sie vertreiben Mitsubishi und Daikin, machen aber lieber Mitsubishi. Meinte, er hatte noch nie Probleme oder Reklamationen mit den Geräten. Und Mitsubishi hat wohl gerade ein Angebot für die EF Serie (3x 1,8 kW, 1x 3,5 kW innen, 8 kW Außengerät), welches preislich sehr attraktiv ist. Die Firma wirkt auch seriös, viele Jahre im Geschäft. Sollte es also zu Problemen kommen bestimmt einfacher einen Ansprechpartner zu haben als wenn ich nach dem günstigsten Angebot einer Online-Firma gehe. Wie seht ihr den Aspekt der ausführenden Firma?

Jetzt warte ich mal auf die Angebote um mir einen guten Überblick zu verschaffen.

Kann es sein, dass du falsch ausgewählt hast? Produktfamilie: Air conditioners und bei Produkttyp Multisplit <12 kW wählen. Hört sich so an, als hättest du Air to Air Split gewählt. Single kannst du gar nicht mit Multisplit vergleichen.

Würde mich wundern, wenn man da nicht die gängigen MEL und Panasonic Geräte findet.

MEL baut bei den 1,5kW IGs oft wirklich kleinere Geräte, die dann ineffizienter sind. Davon würde ich abraten. Bei vielen Herstellern ist hingegen von 1,5kW-3,5kW das Gerät identisch, wird nur etwas anders gesteuert, z.B. andere Lüfterdrehzahlen.

Was die unterste Modulationsgrenze angeht: Das würde ich unter einen gewissen Wert nicht mehr wichtig nehmen. Grund ist der: Bei 150 Watt sind die Geräte noch recht effizient, aber je niedriger man dann noch kommt, um so ineffzienter werden die. Das ist logisch, weil es einen Grundverbrauch gibt, den man für die Lüfter und die Reibung braucht, die der Verdichter hat. Je tiefer man moduliert, um so mehr steigen dann die relativen Verluste zur Wirkenergie. Da kann es dann wieder effizienter sein, wenn die Anlage taktet. Und weil das auch die Softwareentwickler wissen, werden die Regler teils so entwickelt, dass die oft gar nicht so weit heruntermodulieren, wie theoretisch möglich wäre. So als Daumenwert: Alle Anlagen, die unter 150 Watt im Heizbetrieb gehen, sind schon recht gut. Bei Single-Spllt. Bei den Multis kommen nur die kleinen Anlagen soweit runter.

Bei 150-200 Watt hab ich Effizientwerte gesehen, da sind die Anlagen noch recht effizient. Bei 90 Watt vermute ich, dass man schon in einem deutlich ineffizienteren Bereich ist. Verdichterverluste + Lüfter + Elektronik schätze ich auf 50 Watt.

Ja, ich denke da habe ich falsch gesucht. Wenn ich auf Multi-Split gehe gibt es aber leider nicht alle möglichen Kombinationen aus Innen- und Außengeräten. Zu denen, die ich im Auge habe etwa finde ich eher wenig. Dadurch wieder sehr schwierig die genaue Informationsbasis zu finden. Und wie sind die Daten im Multi-Split Setting zu interpretieren? Wenn ich ein Außengerät für 4 IGs suche in Kombination mit einem IG daz (rein zum Beispiel MXZ-4F83VF2/MSZ-AY42VG/MSZ-AY42VG), sind dann die Daten so als würden da 4 Geräte dran hängen? Welche Verbräuche, Leistungen, und Mindestlastaufnahmen sind dann abgebildet?

Eine praktische Frage noch dazu auch noch: wenn ich Daten aus Eurovent via CSV File runterlade, werden leider viele Werte in Datumsformat umgewandelt in Excel und lassen sich durch Umformatierung nicht mehr wieder herstellen. Hast du Erfahrung damit, wie man die runtergeladenen Daten gut weiterverarbeiten kann?

Im Großen und Ganzen bleibt für mich als Laien das Thema leider undurchsichtig. Die Techniker meinten bisher alle, dass es mit dem Modulieren kein Problem geben sollte, da die Außengeräte auf Invertertechnologie basieren. Und das Set-up mit 4 Innengeräte eindeutig zu bevorzugen wäre. Inwieweit das stimmt oder Verkaufstaktik ist um mehr zu verdienen kann ich schwer beurteilen. Eure Erklärungen helfen sehr, aber durch meine mangelnde Kompetenz in dem Bereich bleiben Fragezeichen erhalten und ich verunsichert. Deshalb bleibt mir wohl nichts als bis zu einem gewissen Grad nach Gefühl entscheiden zu müssen.

Die Kombination spielt nur eine untergeordnete Rolle, insofern es ein baugleiches Innengerät ist. Zwischen 2kW-3,5kW sind die IGs in der Regel baugleich. Und was die Modulationsgrenzen angeht, die sind hauptsächlich durch das AG vorgegeben, da hat das IG kaum Einfluss.

Eurovent CSV: Keine Ahnung, hab ich noch nicht gebraucht. Falls du kannst: Kleines Ruby/Perl/Python-Skript schreiben, um die Daten so hinzuklopfen, dass sie für Excel passen.

Einerseits sind das ja Verkäufer, die schon deshalb einen anderen Blickwinkel auf die Sache haben. Schau dir z.B. auch an, wie extrem oft Wärmepumpen oder Gasheizungen überdimensioniert werden auf Kosten der Effizienz. Aber dem Handwerker ist eben vor allem wichtig, dass dem Kunde immer warm genug ist. Effizienter Betrieb war noch nie etwas, was man gut verkaufen konnte. Die meisten Kunden verstehen davon nichts und zahlen brav das an Verbrauch, was es eben kostet.

Hier im Forum gehts viel um das Thema, die Anlagen effizient zu betreiben, deshalb schauen wir hier so viel auf das Thema untere Modulationsgrenze, Leistungsbegrenzung usw.

Es gibt auch einen Grund, was den Komfort angeht: Nichts ist schöner, als eine Anlage, die den ganzen Tag kaum hörbar bei niedriger Modulation durchläuft, weil dann auch die Temperatur im Raum angenehm gleichmäßig ist.

Allerdings willst du ja fast nur kühlen. Im Kühlbetrieb ist es alles deutlich entspannter. Denn hier ist der Energieverbrauch deutlich niedriger, die Regelung der Anlagen funktioniert hier besser und selbst ein Balkonkraftwerk kann schon einen Großteil des Verbrauches auffangen.