Optimaler Position für Wechselrichter für BKW

Hallo zusammen,

erstmal vorweg, ich fange gerade erst an mich mit dem Thema BKW zu befassen, daher entschuldigt bitte die eine oder andere potentiell dumme Frage. Ich plane ein kleines BKW (4 Module, ca. 2kWp) auf meinem Garagendach, die Kabel würde ich dann durch die Garagenwand legen und dort in eine vorhandene Innensteckdose stecken (außen gibt es keine). Perspektivisch mit Batteriespeicher und Nulleinspeisung als Ziel. Im ersten Schritt würde ich mir aber erstmal nur die Module und einen WR besorgen.

Jetzt Frage ich mich, wo der WR optimal angebracht werden soll. (1) unter einem der Module oder (2) in der Garage. Bei (1) ist der Stromverlust durch die Kabel minimal (DC Kabel verlieren pro m mehr Strom als AC Kabel oder?) und die WLAN Verbindung des WRs wäre besser (könnte bei einer späteren Steuerung des WRs vorteilhaft sein). Bei (2) würden ca. 3-4m DC Kabel dazukommen, dafür wäre der WR in der Garage nicht so extremen Temperaturen ausgesetzt.

Danke schonmal für eure Antworten.

Gruß,
Bernd

Wenn in naher Zukunft ein Akku dazukommen soll, dann hängt der Wechselrichter am Akku, nicht an den Solarmodulen. Das nennt sich dann "DC-gekoppelter Speicher", und das ist gebräuchlicher und regelungstechnisch einfacher als ein AC-gekoppelter Speicher. Wenn du also später einen Speicher haben willst, dann mach es gleich jetzt richtig, und dann erübrigt sich auch die Frage oben nach dem Ort des Wechselrichters.

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Wofür steht BKK? Kenne dieses Kürzel nicht.

Hi,
für Betriebskrankenkasse steht´s wohl nicht. :smiley: Scherz beiseite: BKW ist gewiss das Gemeinte. Ich würde den WR in die Garage hängen. Kostet zwar mehr PV Leitung, da 2 Kabel pro Modul verlegt werden müssen. Aber dann muss man nicht mehr auf das Dach steigen und kann alles in Ruhe in der Garage monieren. So teuer ist Kabel nicht und bei den üblichen Dach PV Anlagen sind die Kabelstrecken doch deutlich länger.

Wenn der Akku gleich eingeplant wird, braucht die Anlage ja ohnehin einen MPPT Lader und viele können höhere Spannungen verarbeiten, so dass die Module in Reihe geschaltet werden könnten.

Da der Akku aber nicht fest im Plan ist, macht es Sinn, die 4 Stränge in die Garage zu führen, wo dann auch der Akku stehen kann.

L.G.

"oder?" ist richtig :wink:

Die Art des Stroms ist egal. Die Höhe des Stroms entscheidet über den Verlust.
Bei einem kleinen BKW ist das aber ziemlich egal, wenn es nicht über 50++ Meter geht. Die Drähte von den Modulen haben üblicher weise 4 oder 6 mm2. Das ist ziemlich viel für ein BKW.

das wird aber sehr knapp. Du brauchst je 2 Kabel pro Modul, also 8 Stück. Wenn die Entfernung nur 5m ausmacht, komme ich auf 40m. Bei der Reihenschaltung der Module auf dem Dach, dann zum MPPT Lader sind dann 10m (2X5m) erforderlich. Also überschlage ich mit 30m den Mehrbedarf an Kabel, 4mm2 reicht dicke. Wenn man selbst konfektioniert, ist der Mehrpreis den Komfort wert. Und der Kabelwiderstand beträgt nur noch 1/4.

Manchmal will man einfach nur anfangen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man hinterher klüger ist. Hatte zu Zeiten, als LFP Akkus noch richtig teuer waren, alles mit 24V eingerichtet. Heute würde ich 48V nehmen. Doch neue Akku´s, neuer Insel WR usw. sind viel teurer als ein paar Meter PV Kabel.

L.G.

@win Hoppla, hab's korrigiert
@lars72 Mit richtig meinst du dann Kabel in die Garage führen und dort WR dranhängen, oder? Später könnte ich dann noch, in der Garage, die Batterie zwischen Module und WR packen, richtig?

Aber ich habe als Argumente für Option (2) (WR in Garage) jetzt "nur" den zusätzlichen Komfort und die bessere Ergänzbarkeit einer Batterie herausgelesen. Die extremen Temperaturen sind also für den WIrkungsgrad und Langlebigkeit des WR nicht so entscheidend?

Nein, ich meinte, du solltest gleich die richtigen Teile kaufen, wenn später ein Akku dazukommen soll. Denn wenn du jetzt nur die Module und irgendeinen Mikrowechselrichter kaufst, kannst du den Mikrowechselrichter nachher mit Akku wahrscheinlich nicht mehr verwenden, es sei denn, du wählst dann einen aufwändigen AC-gekoppelten Speicher. Und die Verkabelung der Module änderst du dann womöglich auch noch mal (z.B. Umbau auf Reihenschaltung). Ich hab auch ein paar Dinge doppelt gemacht und doppelt gekauft, aber man kann ja auch von fremden Fehlern lernen...

@lars72 Danke für den Tipp. Wollte die Diskussion über die einzelnen Bestandteile eigtl erstmal weglassen aber gehört natürlich zum Gesamtbild dazu. Als WR tendiere ich aktuell zum hoymiles hms-1600-4t. Habe Positives über die lokale Steuerbarkeit gelesen, falls ich das mal angehen sollte (es liegt schon ein noch jungfräulicher Raspi rum, ein IR Lesekopf kommt die Tage dazu - allein schon weil ich mein Stromverbrauchsverhalten mal besser kennen lernen möchte). Als Batterie könnte ich mir die Noah Growat 2000 vorstellen aber muss vorher erstmal wissen wieviel Strom ich Abends/Nachts/Morgens verbrauche. Ich hatte jetzt gedacht, dass ich den hoymiles WR gleichermaßen mit und ohne Batterie betreiben kann. Stimmt das nicht?

Ja, die Hoymiles kann man mit und ohne Akku betreiben, das mache ich auch so. Aber: Bei Hoymiles-Wechselrichtern, die wie deiner mehrere Eingänge haben, KANN es vorkommen, dass die Regelung der Leistung am Akku sehr ungenau ist. Bei manchen funktioniert es, bei manchen nicht. Weil bei Akkubetrieb alle WR-Eingänge parallel verbunden sind, funktioniert die interne Strommessung des WR nur dann, wenn zufällig alle 4 Anschlußkabel exakt gleichen Widerstand haben. Sicher geht man bei Verwendung der "Mono"-Hoymiles wie z.B. HM-400, HMS-500 o.ä. , von denen kann man dann auch mehrere parallel betreiben, wenn die 500W nicht reichen.

Puh. Der Noah 2000 hat 2 Eingänge, 4 Module würde ich dan mit 2 Y-Kabeln daran anschließen. Dann geht 1 Kabel von der Batterie zum WR, oder? Und ich dachte, dass ich dann den WR steuern kann und die Batterie relativ "dumm" lassen kann. Falls das überhaupt so möglich ist, wäre die Steuerung des WR dann ungenau? Wenn ich auf Mono-Hoymiles setze, würde ich dann 2 (mit je 2 Modulen) oder 4 kaufen? Gerade letzteres wäre natürlich deutlich teurer.

Je länger ich darüber nachdenke, tendiere ich im aktuell geplanten Set-Up (noch ohne Batterie) doch eher zur WR direkt unter PV Modul Option. Ich habe einen relativ kleinen Garten, die Garage steht recht prominent da und es gibt keine Rückseite, da hier bereits die Garage des Nachbars kommt. Dann sieht das natürlich mit einem Kabel vom WR in die Garage rein deutlich aufgeräumter aus (freut v.a. die Frau). Und sollte ich später noch eine Batterie nachrüsten, dann kaufe ich mir halt dann PV-Verlängerungs-Kabel und habe dann ein WR Anschlusskabel zuviel. Das sind doch dann nur ca. 30€ die ich in den Sand gesetzt hätte, oder?

Spielt jetzt keine so große Rolle, wie du es machst. Unter den Modulen wird es vermutlich etwas wärmer, was die Elektronik schneller altern lässt. Ob das wirklich mal relevant ist, lässt sich schwer sagen. Bei den geringen Kosten würde ich mir da nicht viel Gedanken zu machen.

In der Regel legt man doch sowieso einen Kabelkanal, dann ist es egal, ob da DC-Kabel oder ein AC-Kabel durchgeht.

@win Ja mit den überschaubaren Kosten hast du natürlich Recht. Wenn der WR in der Garage ist, gehen halt 8 Kabel über die Regenrinne und in die Wand rein. Wenn der WR unter einem der Module ist, bleibt der Kabelsalat auf dem Dach (möglichst versteckt unter den Modulen) und es geht nur 1 Kabel über die Regenrinne und in die Wand. Das hatte ich mit aufgeräumter gemeint

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Ich kenne den Noah2000 nicht, aber so wie ich dessen Datenblatt lese, sind 2x2 Module am Noah angeschlossen und laden den Akku über MPPT-Solarlader. Also DC-gekoppelt. Und als Wechselrichter steht "Unterstützte Wechselrichter: NEO 800M-X". Wie der dann gesteuert wird, weiß ich nicht, aber sehr vermutlich geht dann nicht irgendein Wechselrichter.

Mein Hinweis oben zur möglicherweise ungenauen Regelung von Hoymiles mit mehreren Eingängen betrifft ja nur Eigenbaulösungen via OpenDTU am blanken Akku.

Gibt hier einen sehr langen Noah-Thread im Forum, wo man auch Hinweise findet, welcher WR gut unterstützt wird. Dieser Thread ist auch deshalb so lang, weil das Teil ziemlich verbugt bzw. noch nicht so richtig ausgereift ist.

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@BerndSchmitz
Lass dich nicht verrückt machen.
Wenn du erstmal einen oder zwei WR direkt an die Module klemmst, hast du nicht viel Verlustrisiko.
Wenn du später auf Akku gehst und sie nicht mehr brauchst, bekommst du immer noch ein paar Euros dafür.

@pv757 danke für den Hinweis. Hast absolut Recht. Aber das darüber nachdenken und recherchieren macht ja durchaus auch Spaß :blush:.

@win danke für sie Information. Hatte in einem anderen Forum einen Thread gelesen, in dem der Noah 2000 recht gut weg kam.

Auf die Frage hat jetzt wahrscheinlich jeder eine andere Antwort aber welchen DC-gekoppelten Speicher mit ca. 2KWh Leistung würdet ihr empfehlen? Soll nach Möglichkeit ohne Cloud steuerbar sein (oder steuert man in einer DIY Lösung eigtl nur den WR - das habe ich immer noch nicht gecheckt), möglichst etwas billiger als zB ein Anker Solix Pro 3 sein und brauche auch nicht unbedingt soviele Modi und „smarte“ Features - aber würde den geschenkten Gaul auch nehmen.

Hallo,
also Hardwaretechnisch ist der Noah in meinen Augen ein sehr gutes Produkt, da lass ich an den Noah nix ran.
Wo ich Dir, Win, bedingungslos Recht gebe, ist, das die Software bei Growatt (Shine Phone App) eine regelrechte Zumutung ist.
Und von der Softwareupdate Politik seitens Growatt schweige ich als Leidgeplagter Noah-Nutzer.
Wenn dem Threadersteler ein hardwareseitig gutes Produkt zu erwerben, ist der Noah eine gute Wahl.
Wenn der Ersteller eine einfach zu bedienende Software wünscht, soll er besser um Growatt einen sehr, sehr, sehr großen Bogen machen.

Mein Schwiegervater betreibt einen Herf 800 an seinen Noahs, das läuft mittlerweile ohne Probleme.
Ich hab an meinen drei Noahs ein Neo 800 WR, und der ist nicht grade ein Wunder in Sachen Wirkungsgrad.

Grüße
DarthMac1977

Hierzu nochmal 3 Fragen:

  1. Würdest du das konfektionieren auch einem ziemlichen Elektro-Laien zutrauen? Lampen anschließen oder mal eine zusätzliche Abzweigung in ein Kabel einbauen mache ich und eine Crimpzange und ein Abisolierwerkzeug (vermutlich für PV Kabel nicht zu gebrauchen) nenne ich sogar mein eigen aber dann hörts auch schon auf. Aber z.B. in diesem Video (https://www.youtube.com/watch?v=SwX9RTSj5K8) sieht das ja alles sehr machbar aus
  2. Du schreibst zwar, dass 4mm2 dicke reichen aber der Aufpreis für 6mm2 liegt bei mir nur bei ca. 15€. Aber das Geld würdest du dir sparen, oder? Außerdem könnte ich mein Loch in der Garagenwand dann 8 * 2mm = 1,6cm kleiner machen :slight_smile:
  3. Könntest du das mit dem 1/4 Kabelwiderstand nochmal erklären? Das habe ich noch nicht verstanden. Theoretisch verliere ich natürlich lieber vor dem auf 800W begrenzten WR Strom (wenn deutlich über 800W ankommt ist mir dass ja vollkommen wurscht) als danach. Aber bei ca. 5m Unterschied kann ich das vermutlich auch getrost ignorieren, oder?

Gern,
4 Kabel mit 4mm2 Querschnitt entsprechen einem Kabel von 16mm2.

Kabelverluste kannst du hier ausrechnen:

Die Leistung wird aus V X A (Spannung mal Stromstärke) berechnet. Für den Verlust ist allein die Stromstärke (A) verantwortlich. Nehmen wir an, dein einzelnes Modul schafft 12 A und beide Kabel (+ und -) machen zusammen eine Länge von 10m aus, dann entsteht ein Verlust von 6,6 W. Wären alle 4 Module auf dem Dach parallel geschaltet und fließen durch das gleiche 10 m Kabel mit 4mm2, dann erhöht sich der Strom auf 48 A und verursacht dann eine Verlust von mehr als 106 W.

Werden die Module jedoch mit getrennten Kabeln angeschlossen, so hast du 4 X 6,6 W Verluste, also rund 27 W.

Wenn du die AC Seite betrachtest, fallen die Verluste deutlich geringer aus, weil der Strom (A) viel niedriger ist, denn die Spannung beträgt ja ein Vielfaches der PV Spannung (230V zu 30 - 40 V). Da reicht ein 1,5mm2 Querschnitt und dort entstehen bei 3,5 A nur 1,5 W bei der zugelassenen 800 W Einspeiseleistung. Bei den 2000W (entspricht 8,4A) beträgt der Leitungsverlust gerade 8 W.

Doch bedenke, dass die PV Module mit einem Akku gekoppelt werden sollen und mehr als die erlaubten 800W produzieren können. Die Montage des WR unter den Modulen hilft dir dann nicht, denn du brauchst die Verbindung von den Modulen zum Akku. Das bedeutet dann, dass du den WR wieder abbauen und neue Kabel ziehen musst. Zudem treten schon mal Störungen auf. Dann hilft es bei einigen WR, wenn die PV Seite abgeklemmt werden kann, um einen Reset auszulösen. Das Lösen der Kabelverbindungen ist in der Garage sehr viel angenehmer, als auf dem Dach.

L.G.