Öl im Testo - reif für den Schrott?

Hallo zusammen,

Offenbar ist meine Vakuumpumpe defekt. Beim Einschalten lief sie den Bruchteil einer Sekunde und ging wieder aus, anschließend nicht mehr an. Habe dann alle Kabel überprüft und kurze Zeit später ging sie wieder - klang aber anders.

Beim Demontieren habe ich dann bemerkt, dass ziemlich viel Öl im Schlauch war - und leider auch im Testo. Muss ich davon ausgehen, dass das Gerät jetzt Schrott ist? Ich bekomme morgen eine andere Vakuumpumpe von einem Bekannten und kann dann wieder testen.

Der Aufbau war so: Vakuumpumpe → Schlauch → Kugelhahn → Testo → Schlauch → Ventildrücker → AG. Kugelhahn habe ich immer erst dann aufgemacht, wenn die Anlage bereits lief. Trotzdem kam es zu dem Ölunfall.

Wäre sehr ärgerlich, wenn das Testo dadurch direkt defekt wäre, denn so ganz günstig ist es ja nicht.

Aus meiner Zeit an der Uni kann ich bei Drehschieberpumpen empfehlen, die Schläuche etc beim Abschalten kurz zu belüften, dass nicht von der Pumpe her Öldämpfe zu den weiteren Komponenten strömen können.

Muss man echt aufpassen mit dem Öl aus der Pumpe. Immer erst absperren, bevor man die Pumpe ausschaltet. Einige Pumpen haben elektrische Ventile am Ausgang, die schließen, wenn Pumpe aus.

Wichtig ist auch: Pumpe möglichst 1-2 m unterhalb von der Anlage und dem Testo positionieren. Da hilft die Schwerkraft dann.

Ich denke, das Testo kannst du mit 2-Propanol, Ethanol oder Waschbenzin spülen. Schau mal in der Anleitung, ob da was steht, was geeignetes Reinigungsmittel ist.

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Danke dir. Ich hab die Pumpe immer erst ausgeschaltet, nachdem der Kugelhahn zu war und den Kugelhahn auch immer erst geöffnet, wenn die Pumpe schon lief. Daran kann es also nicht liegen. Die Menge an Öl ist auch erstaunlich und kurz davor ging die Pumpe gar nicht - direkt danach mit anderem Geräusch als vorher.

Pumpe unterhalb der Anlage geht leider nicht, weil alles ebenerdig steht.

Die Bedienungsanleitung sagt folgendes:

1 - Schalten Sie das Gerät aus.
2 - Geben Sie wenige Tropfen Reinigungsalkohol in einen der beiden Anschlüsse.
3 - Verschließen Sie die Öffnung durch auflegen des Fingers oder aufdrehen der Verschlusskappen. Schütteln Sie das Gerät für kurze Zeit.
4 - Entfernen Sie den kompletten Alkohol aus dem Gerät.
5 - Wiederholen sie diesen Vorgang mindestens 2 Mal.
6 - Lassen Sie das Gerät mindestens 1 Stunde trocknen.
Um den Sensor schneller zu trocknen, können sie die Sonde direkt an eine Vakuumpumpe anschließen und Vakuum ziehen.

Ich werde mal penibel reinigen, dann kann alles über Nacht trocknen. Neue Pumpe bekomme ich eh erst morgen, dann werde ich testen und berichten.

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Das hört sich doch gut an, dann passt auch 2-Propanol oder Ethanol.

Also das Testo scheint zu funktionieren. Ich habe es gestern noch gereinigt wie oben beschrieben, mit Isopropanol. Heute dann Pumpe angehängt. Ich komme runter bis auf 400 Mikron. Sollte ja eigentlich reichen. Was mich aber wundert: Wenn ich das Schraderventil zudrehe, dann steigt es sofort auf 500 und bleibt da auch. Spricht für einen undichten Ventildrücker, richtig?

Ich lass es jetzt mal über Nacht so stehen und schau dann morgen, wie viel noch übrig ist

Wäre naheliegend. Sollte aber auch nicht bei 500 bleiben, sondern langsam steigen. Da hast du ja vermutlich einen normalen Schlauch noch zwischen und nur noch sehr wenig Volumen, was du misst. Da muss mit der Zeit der Wert hochgehen, weil du zwangsläufig Undichtigkeiten hast.

Ich komme jetzt mit Verbindung Schlauch -> Kugelhahn -> Testo nach 15 Minuten gerade so auf 500 Mikron. Mit Schlauch zum Ventildrücker nicht unter 700. Irgendwas scheint generell undicht. Ich denke, ich werde mal in eine bessere Pumpe investieren und dann mal mit einer "harten" Verbindung testen. Hilft ja nix.

Ich frage mal ketzerisch: bist Du sicher, dass Dein Testo dicht ist?

Ich wüsste nicht, wie ich das überprüfen sollte.

Die 500-700 Mikron sind jetzt kein super Wert, reichen aber für die Inbetriebnahme völlig aus.

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Irgendwie fühl ich mich damit aber nicht so recht wohl.

Was hast du denn jetzt für eine Pumpe, hilft vielleicht anderen, diese dann besser nicht zu kaufen.

Eine billige China-Pumpe von einem Bekannten.

Ich gehe lieber auf Nummer sicher und besorge mir eine stärkere zweistufige Pumpe. Lieber jetzt einmal den Geldbeutel ärgern als später über die Anlage.

Das Testo ist sicher auch nicht ganz dicht (oder der Schlauch dorthin). Eine stärkere Pumpe sollte das aber ausgleichen können.

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500 micron sind 0,66 mbar oder 66 Pa. Das ist etwa 1/10 des Wasserdampfdrucks von 6,1 mbar bei 0 °C. Mit dem Evakuieren der Anlage willst Du Wasserdampf und andere Gase herausbekommen, das erreichst Du.

Gemeint ist das Testo 552? Da müsstest Du erstmal sicher sein, dass die Kappe auf der gegenüber liegenden Seite dicht abschliesst. Und dann müsste direkt am Anschluss (also vor dem Schlauch) ein Absperrhahn sitzen, der ebenfalls dicht ist. Deine Pumpe erreicht zwar nicht den Phantasiewert von 5 Pa, den der Hersteller angibt, aber das ist auch nicht notwendig.

Und doch liest man hier immer wieder, dass man <500 anstreben sollte. Ich komme nur auf 720. Das scheint dann aber stabil, d.h. die Anlage scheint dicht.

Ja, Testo 552. Beim Test mit Pumpe -> Schlauch -> Absperrhahn -> Testo -> Verschlusskappe kam ich nach einer halben Stunde auf 500 Mikron. Dreh ich den Hahn zu, steigt es direkt wieder recht schnell. Ganz dicht ist es offenbar nicht.

Es würde mich nicht wundern wenn es am Schlauch liegt.

Auch bei mir konnte ich erst ordentlich tiefes Vakuum erreichen - als das Testo direkt mit Rohr am Serviceport hing. Zwar war dann immer noch der Schlauch vom Testo zum Kompressor - aber da reichen normalerweise auch die billigen völlig aus.

Ich hatte dieses billige Set um insgesamt € 96.- gekauft:

Und der Kompressor funktioniert sehr gut - ich komme sehr weit runter mit dem Vakuum. Aber eben erst seit der Messung mir Rohr direkt. Noch besser wäre nat. wenn es zum Kompressor auch noch mit Rohr weiter geht - aber darauf achten, dass kein Öl in die Anlage kommt.

Ich habe jetzt mit neuem Setup gestern Abend nochmal tiefes Vakuum gezogen. Vakuumpumpe - Kupferrohr - Kugelhahn - Testo - Kugelhahn - Kupferrohr - Ventildrücker - AG. Damit kam ich gestern Abend auf 20 Mikron.

Habe dann den Ventildrücker geschlossen und seit gestern Abend steht die Anlage so im Vakuum. Welche Werte wären jetzt heute beim erneuten Test nach 12-15 Stunden erwartbar und welche Werte wäre akzeptabel, um behaupten zu können, die Anlage wäre dicht? Wie gesagt, Ventildrücker war zu, d.h. der Messaufbau ist getrennt.

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Keine Ahnung. Hast Du neben der Anlage ein Messgerät stehen, dass Temperatur und Luftdruck misst?

Dichtigkeit prüft man i.a. mit Überdruck. Entweder mit der von Moderator win beschriebenen Spüli-Methode und Nachweis von Mikroblasen (bzw. hoffentlich ohne Blasen) oder mit Formiergas und einem Gasleckschnüffler, der sehr empfindlich auf das zugesetzte Gas (i.a. Wasserstoff) reagiert.

Wenn die Anlage dicht ist, dann ziehst Du Vakuum und öffnest direkt im Anschluss die Ventile per Imbussschlüssel. Wenn das Kältemittel in die evakuierten Leitungen strömt, hast Du eh wieder genug Druck drauf, dann kommt keine Luft von außen.

P.S.: Bei Wikipedia findet man die Formel p * V = m * Rs * T - Rs ist die spezifische Gaskonstante (für jedes Gas anders), m ist die Masse in kg (bei eine dichten Anlage konstant). Das Volumen V ist durch die Länge und Innendurchmessser der Rohrleitungen vorgegeben und auch konstant. Daher sollte der Druck, den Du messen kannst, nur von der Temperatur abhängen. Irgendwo hier im Forum hatte ich gelesen, dass bei evakuierten Leitungen der (äußere) Luftdruck Einfluß auf die Messung haben. Bei einem Vakkuummeter, das den Absolutdruck misst, sollte das aber keine Auswirkung haben.

Mit Druck ist viel einfacher. Wenn da nach 12 Stunden und wieder auf selben Druck bringen vom Schlauch bei selber Temperatur dann kein Druck Unterschied ersichtlich ist beim öffnen des Ventil Druckers ist dass ein gutes Zeichen (also bei digitalem Messgerät in PSI). Die schlauchseite wird fast unweigerlich etwas verlieren über 12 Stunden zumindest bei Vevor Schläuchen (waren glaube ich 4psi über 15 Stunden bei mir).

Sollte dagegen Bei öffnen der Druck fallen ist definitiv ein gröberes Leck vorhanden, umso mehr wenn es auf System Seite mehr fällt wie auf Schlauch Seite. Hier aber aufpassen dass bei pumpen wenn man Handpumpe nutzt sehr viel Wärme eingeleitet wird, sprich das braucht Erst Mal 30-60min um komplett abzukühlen auf Raumtemperatur und fällt viel schneller auf Schlauch Seite da dort die Leitungen nicht isoliert.