Öl, Holzvergaser oder Split-Klima? Heizstrategie bei 1,75 €/l Heizöl

Ah, dann hat sich bei dir etwas seit dem ersten Post hier oben geändert? Da ging es ja um den Vergleich Öl/WP/Sonstiges und die jeweiligen Kosten. Dafür braucht es ja schon die absoluten Werte.

Mich interessieren besonders eure praktischen Erfahrungen und technischen Einwände. Vor allem die Frage, wo ihr bei so einer Kombination aus Öl, Holz, Split-Klima, PV und Speicher die sinnvollste Priorität setzen würdet.

Wie immer:

Wie hoch ist dein Verbrauch an Öl, Holz, Strom zum heizen?
Auf welcher Vorlauftemperatur läuft das Heizungssystem und kann die Vorlauftemperatur abgesenkt werden bzw. welche Heizsenke wird benutzt? Heizkörper/Fußbodenheizung/Deckenheizung.
Wenn mit Holz geheizt wird, steht da zufällig auch nochn Küchenofen oder ein Holzfeuerchen im Wohnzimmer?
Ist das Haus/Wohnung verwinkelt und/oder die Türen eher geschlossen oder offen?

Das sind alles berechtigte Fragen für eine klassische Heizungs- oder Wärmepumpenberatung, aber genau darum geht es mir hier nicht.

Die Anlage und die vorhandenen Wärmeerzeuger stehen. Mich interessiert die Betriebsstrategie zwischen Öl, Holz, Split-Klima, PV und Speicher – also wann welche Quelle wirtschaftlich und technisch sinnvoll priorisiert wird.

Genau deshalb frage ich nach praktischen Erfahrungen mit COP, Vereisung/Abtauung, Umschaltpunkten und Regelstrategie. Vorlauftemperatur und Heizflächen sind dabei nur ein Teilaspekt, aber nicht der Kern der Diskussion.

Sonst reden wir schnell aneinander vorbei.

Kein bisschen. Wenn die Heizungsanlage nicht richtig eingestellt ist, weil thermischer und hydraulischer Abgleich nie stattgefunden hat, kommt zum Wirkungsgradverlust der Heizart selbst noch die Verluste durch falsch eingestellte Hydraulik dazu. Wenn dann das Öl oder das Holz zwar günstig ist, dafür aber jedes zweite Scheit aus dem Fenster geworfen wird, ist die Klimasplit auch bei niedrigeren Temperaturen immer noch Kostenneutral gegenüber der fossilen Feuerung, weil der Wirkungsgrad noch im vernünftigen Bereich liegt.

Du fragst ja auch explizit nach COP der Klimasplits, also muss man auch den Wirkungsgrad der anderen Wärmeenergieerzeuger einkalkulieren.

Aber es ist dein Thema. Wenn du dich lieber um die Einschaltbedingungen kümmern willst halte ich meine Füße still.

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Hallo,
ohne Kenntnis der Bezugspreise und Verfügbarkeit der unterschiedlichen Wärmequellen ist das ein Rätselraten. Legt man den Heizwert von Öl mit 10kWh je Liter an, dann kostet das Heizen mit Öl schon 17,5 Cent pro kWh. Wenn der Strom doppelt so teuer ist, sind die Betriebskosten genau so hoch, wie bei einer WP mit COP 2. Das sollte sie doch in jedem Fall schaffen.

PV und Speicher sind m.A. andere Themen. Wer auf Strom als Wärmequelle (mit WP) setzt, hat einen erhöhten Bedarf. Das Potential beim Stromeinkauf mehr zu sparen, rechtfertigt dann eine größere PV Anlage.

Ich heize derzeit mit Holzpellets (lose Ware, wird eingeblasen). Bezogen auf den Heizwert kostet mich 1 kWh Wärme derzeit 8,8 Cent. Strom kostet 30 Cent. Eine WP mit COP besser als 3,4 müsste es also schon sein, damit das Heizen preiswerter wird.

Ciao

Wirkungsgrad der Ölheizung nicht vergessen! Kommen vielleicht 8 kWh an …

Ich hab bewusst den Heizwert und nicht den Brennwert zugrunde gelegt (Brennwert - Heizverluste = Heizwert). In der Sache sind wir einig, raus aus dem Öl. Bei dem Preis rechnet sich fast alles.

Macht bei Öl aber nur nen Unterschied von 10 zu 10.6 kWh, das gleicht die Verluste nicht vollständig aus, selbst wenn es ein Brennwertteil wäre.

Was man auch noch beachten sollte: Eine Split-Klima heizt deutlich weniger Bereiche, die man eh nicht heizen will. Wenn bei uns die Gasheizung läuft, heizt die über Rohverluste den Keller, Flure und diverse Räume alle etwas mit. Das sind bei ungedämmten Häusern nahezu 100% Verluste.

Insgesamt mit weiteren Verlusten der Gasheizung führt das dazu, dass wir etwa 10.000 kWh Gas brauchen oder 5000 kWh direkt elektrisch. Also da schon Faktor 2. Mit Split-Klima sinds dann nur noch 1000 kWh, also nochmal Faktor 5.

Schon seit Jahren ist bei uns klar: Die Split-Klima gewinnt immer gegenüber Gas.

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Bei deiner Kalkulation fehlt die Wartung, die bei Pellets bestimmt häufiger erforderlich wird als bei WP, und der Kaminkehrer. Der kommt bei uns für den Ofen zweimal im Jahr und nimmt >100€ dafür. Das wären bei unserem Strompreis etwa 333kWh oder zusätzlich >1.000kWh Wärme aus der WP.

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Mit einer (ordentlichen) Split-Klima spielst du automatisch in der Oberliga des SCOP mit. Bei dem Einsatz einer LWWP müssen die Rahmenbedingungen passen (Hydraulik, Vorlauftemperatur, Wärmetauscher) um hier auf einen ordentlichen SCOP zu kommen. Bei einer Split-Klima hast du den guten SCOP quasi Bedingungslos.

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Die aber mit sich bringen: Luftbewegungen und Geräusche. Nicht dramatisch, aber macht die Positionierung der IG wichtig.

So ganz bedingungslos nicht, je nachdem, wie man die betreibt, wird man sicher 30% Unterschied verzeichnen können. Macht schon einen großen Unterschied, ob die gerade mit 50 Grad ausbläst oder mit 30 Grad.

Lässt sich aber deutlich einfacher optimieren, als bei einer LWWP.

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Pro Einsatz oder für beide Kehrungen? Wenn Ersteres, würd ich mal einen Wechsel anstreben das känme dann ja schon Wucher nahe.

@All: Ich diskutiert aktuell immer über 1,75€/Liter Öl, wer bitte kauft sein Öl im Herbst? Wir heizen nicht mit Öl aber ich gehe mal stark davon aus dass Öl im Sommer wesentlich günstiger ist als dann wenn man es braucht.

Öl hat an der Stelle meiner Meinung nach den netten Vorteil, dass man seinen Vorrat hat und zumindest für eine oder zwei Heizsaisons kommen kann was will, man hat die Wärme qausi sicher eingelagert. Gleiches gilt für Holz oder Pellets. Bei Gas gibt es halt die direkte Abhängigkeit vom Versorger, genauso wie beim Strom.

Ne, beide zusammen. Zu 1€ sind immer noch 10ct/kWh, also etwa 3kWh Brennwert zum Preis einer kWh Strom die sich in 4 oder 5 kWh Wärme verwandeln lässt.

Ich glaube nicht dass man in irgendeiner Form über die unumstritten hohe Effizienz von Wärmepumpen aller coleur diskutieren muss :grinning_face: Soll aber auch Leute geben, die sich die im Schnitt 3000€ pro Innengerät schlicht nicht leisten können.

Allerdings hab ich den Sinn oder das Ziel des TE noch nicht durchblickt wenn er Systembedingte und/oder Einstellungsbedingte Verluste nicht mit betrachten möchte.

Denn das

ist weitaus breiter Vertreten als man denkt und es fehlt noch die Tatsache, dass enorme Verluste durch die nahezu alle massiv überdimensionierten fossilen Heizungen entsteht.

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Ich finde das Rechnen mit Kilowattstunden, Energiegehalt unterschiedlicher Holzsorten, Pellets, Gas und Öl, COP hin und her sehr spannend. Mache ich gerne.

Für mich gibt es aber nur eine Möglichkeit die Antwort auf die Frage "was ist am günstigsten" rauszufinden: ausprobieren

Wir heizen mit Pellets, Kamin/Scheitholz und Splitklimas. Kurz gesagt: Wenn man ehrlich ist, hat die Splitklima an fast jedem Tag der letzten Heizsaison gewonnen.

Ich weiß z.b. dass ich einen Sack Pellets pro 24 Stunden weg mache. Ich sehe was die Splitklimas an Strom ziehen. Das multipliziere ich dann einfach mit 24h und dann mit dem durchschnittlichen Strompreis des Tages. Wenn das teurer ist als ein Sack Pellets, überlege ich mir ob ich mit Pelletskamin heize.

In Deinem Fall müsstest Du ausprobieren, wie viel Gas, Öl oder Holz Du an einem Tag abhängig von der Aussentemperatur weg machst. Diese Erfahrungswerte vergleichst Du dann mit der Stromaufnahme der Klimasplit.

Ich selber bewerte Pellets immer mit dem Wiederbeschaffungspreis, nicht dem historischen EK. Holz bewerte ich immer mit dem Verkaufspreis, den ich erzielen könnte, nicht mit dem eigenen Erstellungspreis.

Des weiteren habe ich eine subjektive Präferenz für die Klimasplits. Einerseits aus ökologische Aspekten, andererseits, da es einfach eine nahezu arbeitsfreie Heizung ist.

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„Wie immer:“

Ist das hier der übliche Umgangston?

Für mich klingt das unnötig herablassend. Wenn das hier tatsächlich Standard ist, kann ich mich gern darauf einstellen.

Text hat bekanntermaßen keinen Ton. Bitte die zwei Worte nicht überbewerten. Herablassend sind sie schon gar nicht (gemeint). Die Fragestellungen rund ums Thema heizen sind nunmal immer die Gleichen.

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„Text hat keinen Ton“ ist hier reine Wortklauberei. Natürlich war mit „Ton“ der Tonfall beziehungsweise die Wirkung der Formulierung gemeint.

Geschriebener Text kann genauso herablassend, ironisch oder beleidigend wirken wie gesprochene Sprache.

Sonst müsste man ja ernsthaft behaupten, eine schriftliche Beleidigung sei weniger beleidigend, nur weil sie keinen hörbaren Ton hat.

Dass es nicht herablassend gemeint gewesen sein soll, ändert nichts an der Wirkung der Formulierung. Absicht und Wirkung sind zwei verschiedene Dinge. Für mich wirkte „Wie immer:“ von oben herab. Punkt.