Nulleinspeisung und Trägheit

So, habs gemessen und berechnet:

10 Minuten Waschmaschine normal mit Prediktor
zeroinput mit soyosource
1.8.0 8,71 29 Wh
16.7.0 0,17 28,7 Wh
1.8.0 – 16.7.0 = effektiv exportiert 8,54 0,3 Wh
Inverter 88,5 57,6 Wh
1.8.0 + Inverter = Gesamtverbrauch 97,21 86,6 Wh
Gesamtverbrauch x 6 = Verbrauch /h 583,26 519,6 Wh
Export /h 51,24 1,8 Wh
bei 30¢/kWh, Kosten /h 17,4978 15,588 ¢
bei 30¢/kWh, Wert des Exports /h 1,5372 0,054 ¢
Ersparnis durch Predictor /h 1,9098 ¢/h
bei 365 Wäschen je 2 h 13,94 €/a
restlicher Haushalt = Basisverbrauch /h 345 345 Wh
Gesamtverbrauch – Basis = Verbrauch WaMa /h* 238,26 174,6 Wh
Ersparnis durch Predictor /h 63,66 Wh
bei 30¢/kWh, WaMa Kosten /h 7,1478 5,238 ¢
Kostenersparnis durch Predictor 26,72 %
Anteil Export / Verbrauch WaMa 21,51 % 1,03 %
*ohne Wasserheizung

Fazit: durchaus nennenswert.
Wie oben schon erwähnt wurde, hängt die Rentabilität ab von:

  • Höhe der Einspeisevergütung - falls überhaupt
  • Grad der Autarkie (Anlagengröße: PV, Akku)
  • Nutzungsverhalten

Da Herdplatten und andere kurze Hochlasten sehr individuell sind, erspare ich mir deren Erfassung - aber auch da kommt bestimmt was zusammen.

Ganz nebenbei erkennt man hier den Wert von gutem Monitoring. Danke Volkszähler!

Wie steht es um das Argument, das wechselnde Arbeitspunkte einen Inverter mehr belasten als ein gleichbleibender? Wäre auch noch monetär wägbar... aber eigentlich gehts mir um Effizienz.

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Die bei Victron irgendwo in einem FW Update angegebenen 400W/s sind falsch. Victron selbst hält sich dazu ziemlich bedeckt, was vermutlich verschiedene Gründe hat. Jedenfalls waren meine Beobachtungen bei den Multis deutlich schneller. Unabhängig von der Anzahl paralleler Multis. Bei meiner 9x5kW Installation sind es bei einem Sprung von 0 auf 30kW etwa 10 Sekunden für 25 kW. Am Anfang und am Ende ist es langsamer. Zwischendrin ist der Anstiegt recht steil. Mangels Gelegenheit habe ich aber noch nicht mit dem Speicheroszi aufgezeichnet und dokumentiert. Als Zähler habe ich einen ABB Wandlerzähler über Modbus RTU.

Jedenfalls gibt es auch noch einen zweiten Zustand bei den Multis wo 400W/s möglicherweise passen. Das ist jederzeit reproduzierbar, wenn man das ESS vom Netz getrennt hat. Nach einer erfolgreichen Synchronisation steigt die Leistung nur sehr langsam. Meine Fronius Snap Inverter machen das aber auch so, vielleich noch langsamer. Nach vielleicht 5 Minuten Betrieb wechselt Victron automatisch in den schnellen Zustand. Leider ist es nicht schnell genug um einen Bezug dauerhaft zu verhindern. Ich kann es mir aber leisten, 24/7 soviel einzuspeisen, daß alle Lastschwankungen überdeckt werden und der Bezug das ganze Jahr über noch immer 0 anzeigt. Mein iMSys zeigt nur volle kWh an. Beim Aufsynchronisieren lässt sich ein kurzer und kleiner Bezug aber auch nicht vermeiden.

Im Inselbetrieb am ESS-Out reagiert Victron ohne jegliche Verzögerung. Klare Kontrolle wenn dabei meine Kreissäge anläuft. Riesen Anlaufstrom sieht man am Zucken der Leuchtstofflampen nur manchmal ansatzweise.

VDE AR-N 4105 definiert die Nulleinspeisung gleich wie die Pave Regelung. Das ist eine Abregelung unter Zuschalten von variablen Lasten um einen bestimmte höhere Einspeiseleitung nicht zu überschreiten. Es wird grundsätzlich eine Verzögerung von 1 Sekunde vorgschreiben. Danach gibt es einen e-förmigen Verlauf mit Ober und Untergrenze. Das heisst das Verhalten darf weder langsamer noch schneller sein.

Allerdings gehe ich davon aus, daß wir sowieso irgendwann europäsiche Netzcodes für WR mit netzbildenden Eigenschaften benötigen. Für netzstützdendes FRT (Fault Ride Through) sind die Anforderungen für Großanlagen in der Mittelspannung jetzt schon schneller.

Um maximal wenig einzuspeisen und den eigenen Verbrauch maximal zu optimieren müßte die Vorhersageautomatik die Länge der Leistungspeaks minus Regelträgheit errechnen und danach das Steuersignal ausgeben. Als Würfelgrafik ungefähr so:

______|------|______ Ceranfeld
______|----|________ Steuersignal
_______/-----\______ WR

Soweit ich weiß, wird (bei mir) aber eh nur eine 15s-Summe ausgewertet. Damit müßte eine Vorhersage Bezug und Einspeisug immer in 15s-Schritten optimieren. Also z.B. Ceranfeld taktet mit 1800W 50% → WR liefert seine max. 800W konstant. Grössere Zeitskala:

______|-|_|-|_|-|_|-|______ Ceranfeld
______|----------------|___ Steuersignal
_______/----------------\__ WR

Das wird auch tricky, weil man ausm VNB Zähler den exakten Beginn der Zeitscheiben nicht rausbekommt

Die Längen zu messen ist möglich, nur sind die konstant?
Und die Pausen dazwischen, sind die konstant? Das ist der wichtigere Part.
Daran wird es scheitern... :wink:
Die Regelträgheit ein-berechnen, wäre dann ein Leichtes.

Die Idee ist toll, scheitert aber wohl daran: 1.8.0 wird egal ob für 1s oder andere Intervalle immer aus der Summe der |Messwerte| gebildet, ansonsten wäre das echt clever!
Für (die üblichen) 1s Intervalle aber ohnehin nicht umsetzbar.

Bin mal gespannt wie sich die 3 Multi RS zusammen mit dem VM-3P75CT verhalten. Latenz sollte mit dem 100mS Messintervall und der direkten VE-CAN Verbindung (Cerbo ist theoretisch aussen vor?) ja extrem klein sein.

Wenn trotzdem inakzeptabel lahm könnte man sich nach Inbetriebnahme/Absegnung mal mit dem Netzcode spielen…

Beim elektronischen Kochfeld sind die konstant, solange man die Einstelung beibehält. Bei älteren elektromechanischen (Bimetallschater) Kochfeldern wird das nur ne grobe Schätzung, eh klar


Für die verteilte Steuerung (meter/rechner/dtu/wr) kommt man schon wegen der Durchlaufzeiten kaum in die Nähe der P(av,e) Regeung. Mit paar Tricks ist das Regelverhalten bei mir doppelt so lange wie für Grossanlagen gefordert. Schneller braucht leitungsgebunden und Regeung im Inverter. Oder man prgrammiert sich das in assembler, C und schaut genau auf Laufzeiten

Das Thema hat mich auch regelmäßig gestört. Allerdings gibt es 2 Zustände im Jahresverlauf: Energiemangel und Energieüberschuss. In der Mangelzeit möchte ich keinesfalls eine kWh meines PV-Stroms verschenken. In der Überschusszeit möchte ich nichts beziehen. Folglich gibt es 2 logische Zustände: “Fest-Tackern” am oberen Verbrauch (in der Überschusszeit): Lieber mehr Einspeisung tolerieren, oder “Fest-Tackern” am unteren Verbrauch.

Ein Hass-Verbraucher ist auch der Backofen: Initial non-stop, dann immer länger werdende Strompausen.

Meine Anregung wäre also, festzulegen, ob “oben oder unten” “festgetackert” werden soll.

Eine andere Anregung / Idee von mir:
Ich habe einen (alten) Shelly 3EM, der noch CoaP kann (UDP-Broadcasts). Mein Zähler hingegen hat keine Phasenwerte, er liefert nur den Power-Saldo. Die Idee: Über Langzeitbeobachtung Offset und Korrekturfaktor je Phase vom Shelly ermitteln, um den Wert des offiziellen Stromzählers noch besser anzunähern. Beim “perfekten” Shelly wäre das natürlich 0 als Offset für jede Phase und 1 als Faktor.

DTU? Die bringt eine Latenz von ~18s ein.
Ein MultiPlus2 z.B. wird mit 2400Baud gesteuert, das schafft jeder ESP oder Arduino etc. ganz locker, aber was soll man da programmieren?

wiewas? das ist doch kein zuse relaisrechner

ich hab mit meiner anpassung von gestern in meinem system etwa die 2-3fache Reaktionszeit im Vergleich zur 1s Antwort, die für Grossanlagen gefordert wird.

Da ist für mich jetzt Ende Fahnenstange: Die lahme interne shelly-Messung und die 1s Durchlaufzeit von DTU bis Sprungantwort Inverter lassen sich nicht verkürzen


So läuft das bei kleinen, wechselnden Lasten: auf Low halten
(Waschmaschinenmotor, Heizdecke etc.)

Die Grundannahme dafür ist: meistens reicht der Strom nicht aus / der Akku wird selten voll. So kann die zurückgehaltene Energie später selbst genutzt werden, anstatt (unvergütet?) exportiert zu werden.

Das kannst ja auch noch bewerten: Wenn es so aussieht, dass genügend Überschuss da ist, dann ruhig die obere Leistung einspeisen und verschenken. Wenn Strom knapp ist, die untere.

Bei uns ist es derzeit im ungeregelten Betrieb ähnlich. Ich hab einen Grundverbrauch von etwa 120W, aber immer wieder springt auch der Kühlschrank an und zieht nochmal 70W. Wenn der Akku knapp ist, speise ich die Nacht 120W ein, ist genug Energie da, gehe ich einfach auf 190 W und versorge so den Kühlschrank mit, verschenke allerdings in vielleicht 50% der Zeit 70W.

Obwohl die Victron MP2 ja im Netz-Off Betrieb das auch sofort ausregeln könnten und damit eine echte 0-Einspeisung auch im Netz-On Betrieb ermöglichen sollten machen die es wohl nicht aus rechtlichen Gründen.
So richtig verstehen tue ich es nicht da es ja eigentlich ein Ziel sein sollte gerade mit einem Akku die Auswirkungen auf das Netz zu minimieren. Da bleibt nur das Netz so häufig wie möglich getrennt zu halten und alles über den Akku zu machen und nur bei höherer Last und niedrigem Akkustand das Netz dazuzuschalten.
Dann vermeidet man eine Einspeisung.

Meine “moderne Meßeinrichtung” liefert Zählimpulse nicht nach festem Zeittakt, sondern nach Änderungen. Wenn der Verbrauch gleich bleibt, etwa nur alle 4 Sekunden, sobald ein Gerät zugeschaltet wird kommt sofort ein Puls, maximal etwa zwei pro Sekunde.
Aus meiner Sicht ist ein möglichst effektiver Verbindungsweg zwischen IR-Leser und Akku wichtig. Bei mir z.B. im Mai 2026:

  • Gesamtbezug 4,7 kwh (mein Akku leistet nur max 2,5 kw, PV=11,5 kwp)
  • davon nachts (wenn PV=0) Bezug=1,3kwh, Fehleinspeisung=0,39kwh

Mein Aufbau: IR-Leser - USB - Raspi(c mit libsml) - LAN - Marstek Speicher. Der gelesene IR Wert wird sofort per UDP an den Speicher gesendet, ohne auf den RPC Request oder einen Timer zu warten.

Echte Messung, keine Illustration! :wink:
P Inverter ist negiert dargestellt.


Hier sieht man, wie eine hohe Last abfällt, aber weiterhin eine kurze hohe Last und der Waschmaschinenmotor zusammenfallen.
PS: Falls sich jemand wundert: die Leistung ist auf 1800W reduziert, da die Kühlung im Schaltschrank der Inverter ausgefallen ist...