wohne in einem EFH aus 1979 am Niederrhein und 2012 wurde dort eine PV Anlage (9,8kWp) mit Überschusseinspeisung installiert.
Da das über den kombinierten Zählerschrank mit Unterverteilung im EG nicht mehr möglich war, wurde im Keller im Hausanschlußraum ein neuer Zählerschrank (1-Feld) gesetzt und der alte Schrank im EG nur noch als UV verwendet wobei dort die Einphasigen WRs aufgeklemmt sind.
Letztes Jahr kam nun ein ESS über 3 Victron MP2 5000 dazu und eine 11kW Wallbox.
Das ESS ist ebenfalls im EG in der UV aufgeklemmt und die Wallbox direkt im Zählerschrank im Keller.
Nun wird in Zukunft die Ölheizung modernisiert werden müssen (WP ca 12kW) )und die Dachfläche brummt (unverschattete Südausrichtung) mit der PV-Anlage ordentlich aber es wäre einfach möglich durch ein Repowering die Peakleistung mehr als zu verdoppeln (mögliche Zukunftsgedanken).
Kurzum mit VDE-AR-N 4100 wird das so nicht mehr funktionieren und das logischste ist für mich der Tausch des Zählerschrankes im Keller und der weitere Betrieb der UV im EG nur noch als UV ohne PV und ESS. Die Leitungen müßte ich neu legen.
Nun grübel ich über den Zählerschrank, was da sinnvoll wäre, wenn man das schon anpackt.
Wenn ich bei dem Konstrukt eines ESS bleibe, werde ich wohl weiter mit einem eHZ fahren und keinen seperaten WP-Zähler benötigen.
Es läuft dann auf 1 Zählerfeld und 1 Verteilerfeld hinaus:
Damit müssen Deine Ideen übereinstimmen. Ansonsten, aus meiner langjährigen Elektriker Erfahrung - Platz is bei Elektro nach ein paar Jahren immer zu wenig. Also ruhig ein drittes Leerfeld, wenn der Platz vorhanden ist.
Das ist in Kombination genau der Knackpunkt bei der Frage zu den Reserven.
Ich werde dort im Bestand im Hausanschlußraum ganz sicher nicht etliche neue Stromkreise bekommen für 0815 Anwendungen. Ich spreche eher davon erheblich PV Leistung oder massive Verbraucher zu vergrößern wie die Wallbox auf 22kW oder eine WP zu ergänzen. Das sind für mich alles Dinge die auf massive Auswirkungen in den Anforderungen durch die TAB stoßen. Es wird limitiert zB durch die 16mm² Zuleitung und Verdrahtung im Schrank. Wieviel Reserve ist dann noch sinnvoll? (Hellsehen kann natürlich niemand)
Wir haben zwar wesentlich weniger Elektrozeugs, aber ich ärgere mich trotzdem, daß ich bei der Erneuerung nicht auf zwei Verteilerfelder gegangen bin. Ein zweites Zählerfeld hab ich, bringt mir aber absehbar nichts. Die PV hat der Elektriker noch so reingezaubert bekommen ohne den Gira-Fingersensor mit all seinem separaten Müll im Kasten zu opfern, aber für die beiden Splitklimas und die BWWP war dann definitiv ne zweite UV nötig (neben der alten für das was leider im 1967er Bestand noch zweiadrig ist).
Zweiter Zählerplatz imho Pflicht. Egal ob jetzt Wärmepumpe bzw. Wallbox (ja die darf idR auch vom Wärmestrom profitieren), PV-Erweiterung oder BHKW, da ist schnell ein weiteres Zählerfeld belegt. Ob EHZ oder Dreipunkt spielt keine Rolle, bei 50A SLS darf EHZ eh nicht doppelt belegt werden.
Was soll ins Verteilerfeld?
Bei mir werden 3 UVT´s mit D02 Lastrennschalter angefahren, 2 davon jeweils mit einem Zwischenzähler. Das bringst du nicht auf 2 Reihen a 12TE, da sowohl D02 Sicherungselemente als auch Zwischenzähler 4,5TE haben.
Dazu noch einen manuellen Notstromumschalter 63A (Bei dir ggf. als Bypasschalter?).
Und noch 2 Reihen mit RCD+Sicherungen für alles was im Keller nachträglich kommt. (alter Schrank ist bei mir auch im EG).
Sind schonmal 6 Reihen weg, dank APZ Feld gibts aber im Verteilerfeld nur 5.
Ich ärgere mich bis heute nicht 2 Verteilerfelder genommen zu haben.
Dementsprechend meiner Meinung nach als Reserve vorzusehen, weil der bei Erweiterungen eben schnell benötigt wird.
Bei PV z.b. auch bei völlig unterschiedlichen Einspeisevergütungen genutzt. Oder eben für Wärmestrom für Wallbox und Wärmepumpe.
Fährst du bisher nicht über die Victrons?
Abgesehen davon, benötigst du ohne Erweiterungen/Änderungen aktuell schon 6 Reihen. Da ist das zweite Verteilerfeld defintiv nicht verkehrt (sofern der Zählerschrank in der Größe überhaupt an die Stelle passt).
ok, verstanden. Hab mich schon etwas gewundert warum die gängigen Konfiguratoren mit Angabe des VNBs dann sowas ausgeben.
Durchaus, hab das nur konträr zu einem ESS im Verständnis das sich immer auf einen Netzzähler bezieht.
Nein. Das Risiko eines Netzausfalls erachte ich nicht so dramatisch und da reicht mir “eine Steckdose” am AC-OUT womit ich mir zur Not (Gefrierschrank) helfen kann. Außerdem wäre der Aufwand diese Leitungen zu verlegen aktuell enorm gewesen. Bei einem neuen Zählerschrank ist das neu zu bewerten und den Kabelweg muß ich eh neu schaffen und dann ist Platz.
Sofern du eine 63A Umschaltung nutzt, ist der Aufwand nicht allzu groß.
Bei mir wurden die Leitungen zum Zählerschrank und zu den UVT´s im Keller gekappt und mittels Klemmkasten in den neuen Zählerschrank gezogen. Über dem Zähler befinden sich eine HLAK und ein Nostromumschalter. Direkt nach dem Zähler geht eine Leitung zum WR ab und es kommt eine wieder zurück die dann an den Umschalter angeschlossen ist. Am Umschalter hängt der komplette Haushalt.
Damit wird der komplette Haushalt über den WR (bzw. dessen automatische Umschaltung) geschleift. Die kann aber auch 63A.
Das sind nur Zählerkaskaden um festzustellen welche PV-Anlage wieviel einspeist oder wieviel Netzbezug von Wärmepumpe/Wallbox verbraucht wird. Da gehts nur darum das die Preise für Vergütung/Netzbezug unterschiedlich sind.
Deinem ESS ist das egal, dass intressiert sich nur für das was letztendlich tatsächlich aus dem Netz bezogen/eingespeist wird und versucht danach den Speicher zu entladen/laden.
Wenn das ESS aber meinen gesamten Strombedarf stützen soll, kann ich nicht am Hauszähler aufsplitten (2 Tarife) und dahinter es wieder am ESS zusammenführen.
Wäre ja nur zutreffend, wenn dich dann tatsächlich mal irgendwann für Wärmestrom für Wärmepumpe/Wallbox entscheidest.
In dem Falle gibt es dann halt noch einen weiteren Umschalter um Wärmepumpe/Wallbox bei Stromausfall auf das Backupnetz umschalten zu können.
Das von @tageloehner angesprochene Multimediafeld wäre auch noch eine Möglichkeit.
Sofern man das überhaupt mit im Zählerschrank haben möchte. Multimediaverteiler gibts auch extra und ein 10/19 Zoll Netzwerkschrank ist ggf. die bessere Lösung, falls es etwas mehr wird.
Naja für gewöhnlich haust in den Verteilerschrank alles rein, was von draußen kommt plus Router und Kleinkram. Vielleicht nochn NUC. Muss ja nit gleich ein Rechenzentrum werden. Vergleich: Fürm 12 Parteien Haus hab ich da 4 Felder (hier die unten rechts) genommen und war halb leer
Bei einem Altbau aus 1979 wird man je nach Gegebenheiten einfach den leichtesten Standort für die Verkabelung wählen. Zählerschrank im Keller ist da idR denkbar schlecht geeignet.
So ist es auch für mich. Telefon, Kabel und Glasfaser kommen in anderen Räumen ins Haus. Das muß ich bei Platzmangel nicht auch noch zwingend darein haben. Wenn ich da in der Nähe einen kleinen 5-Port Swich hab um die Modbus TCP Zähler ins Hausnetz zu bringen. Erfüllt das den Bedarf für mich.
Ich kann noch empfehlen, falls dein Hausanschluss das hergibt, gleich auf SLS mit 63A zu gehen und den Schrank mit 16mm² zu verkabeln, dann fängt später bei Erweiterungen nicht die Diskutiererei an wegen Selektivität zur Versorgung der UVs und dem Dauerstrom aus der erweiterten PV. Das kostet jetzt ein paar wenige Euronen mehr, später aber wieder einen neuen Schrank oder 1-2 Tage Neuverkabelung.