Neue E-Auto Förderung: Gut für Alleinstehende, schlecht für Verheiratete?

Hallo Leute,

die Konditionen für die im Jahr 2026 geplante E-Auto-Kaufprämie nehmen scheinbar langsam Gestalt an, vor 3 Tagen hat das Bundesumweltministerium dazu etwas veröffentlicht:

Wer unter der Einkommensgrenze liegt, bekommt mindestens 3.000€ Prämie, bei niedrigem Einkommen und mind. 2 Kindern sind bis zu 6.000€ möglich. Interessant ist jetzt jedoch, auf wessen Einkommen es ankommt:

Wer alleinstehend ist, darf also 80.000€ zu versteuerndes Jahresbrutto haben und bekommt die Prämie. Wer dagegen verheiratet ist oder in sonstiger Partnerschaft lebt, bekommt das Einkommen des Partners mit hinzuaddiert und muss trotzdem die 80.000€-Grenze einhalten.

Wenn also Frau A und Herr B jeweils 80.000€ Jahresbrutto bekommen und alleinstehend sind, können beide ein E-Auto kaufen und bekommen die Prämie.
Wenn die beiden jetzt aber heiraten, dann wird die Summe von 160.000€ gebildet, sie reißen die Einkommensgrenze und keiner bekommt die Prämie.
Heißt also, dass Alleinstehende bis 80.000€ Jahrebrutto prämienberechtigt sind, Verheiratete aber nur bis 40.000€ pro Nase, wenn beide gleiches Einkommen haben.

Ob das so jemals Gesetz werden kann? Das würde doch eine Scheidungswelle verursachen...

Na ja, wer sich deshalb scheiden läßt … Aber seltsam ist die Regelung schon.

Es passt in das Muster dieses Staates.

Harz4 Singles bekommen auch mehr Geld als wenn sie zusammenziehen. Ich habe gelegentlich einige kleine Wohnungen an Harz4 Leute vermietet, die zugeben die Wohnung nur wegen mehr H4-Geld zu mieten und in Wirklichkeit in einer Beziehung sind und zusammen wohnen. Gut für die geringe Abnutzung der Wohnung aber schlecht für die Gesellschaft.

Man könne meinen, das die vielen Millionen beim Staat Angestellten, so immer mehr “Kunden” haben und ihre Jobsicherheit dadurch steigt.

Guten Morgen

Was ich nicht verstehe: wenn denn die E-Autos den Verbrennern so überlegen sind, wie alle meinen, warum müssen die dann immer noch subventioniert werden ?

Gruß Dino

3 „Gefällt mir“

IMHO ist die 80k Haushaltseinkommen eine gute Wahl und mit dem Median der tatsächlichen Neuwagenkäufer gut begründet. Einpersonenhaushalte sind der häufigste Typ,

also macht es Sinn die Mehrheit zu motivieren aus E Mobilität zu setzen.

Man muss nur auf das Kleingedruckte der Förderung achten, die fordern das Geld zurück, wenn man zB das Fahrzeug wieder verkauft (es gibt da Fristen)…

Stell die Frage ein wenig anders, dann beantwortet sie sich quasi von selbst:

Wie schafft man es, einem weit überlegenen Antriebskonzept (1/4 Energiebedarf, deutsche regenerative Energie, drastisch weniger Umweltbelastung) zum Durchbruch zu verhelfen, trotz Dauerlärm von bestimmten Medien und Autofahrern, die eher ängstlich/konservativ unterwegs sind? Außerdem sind in Haushalten mit höherem Einkommen (Bildung?) BEV deutlich stärker vertreten. Wie könnte man geistig mobilen, aber einkommensschwächeren Haushalten zum Elektroauto verhelfen?

Die 25%, die z.B. auf “Windmühlen der Schande” applaudieren, kannst du eh abhaken.

2 „Gefällt mir“

Generell macht das schon Sinn:

Frühere E-Auto Förderungen wurden dann eher genutzt um für die Familie mit Eigenheim und Wallbox den Zweitwagen dann als E-Auto anzuschaffen.

Die Aktuelle Förderung ist dann wieder eher für die Arbeiterklasse relevant die zur Arbeit pendelt, eventuell sogar dort laden kann und bisher immer gebraucht was günstiges gekauft hat.

Dadurch wird sowas in Richtung z.B. Dacia Spring dann plötzlich eine Option.

Das große strukturelle Problem bleibt aber leider trotz Privilegierung bestehen.
Solange man daheim keine Wallbox/Stromzugang hat und keine einfache Möglichkeit hat eine zu bekommen sinkt die Attraktivität.

Eine einfache Steckdose reicht völlig aus. Da wird über Nacht fast jeder Akku voll.

Vorteilhaft für den, der ein Kabel zum Auto legen kann… Alle anderen? Aber halt, es gibt die ja, die öffentlichen Ladepunkte! Und ja die si d verfügbar!

Ich hab's mal editiert, weil meine Absicht war dies nicht an der "Wallbox" direkt sondern Lademöglichkeit allgemein festzumachen.

In 90% der Fälle wo man mit Strom hinkommt geht auch ne Wallbox.

Man kann aber halt nur mäßig gut ne Kabeltrommel übers Nachbargrundstück übern Gehweg zum Auto legen.

Und das ist keine so "unübliche" Wohnsituation.

Zur Klarstellung:
Es war nicht meine Absicht zu behaupten dass es nicht geht.

Wenn wie im Beispiel oben der Berufspendler nun die Wahl hat:

  1. Selbst mit E-Auto Förderung noch "teures" Beförderungsmitteln, mit aber niedrigen Kosten da er Haushaltstrom verwenden kann und sich das relativ schnell (~5 Jahre) "rechnen" würde.

  2. Wie 1) E-Auto aber 2 mal die Woche öffentlich Laden muss und damit der "Sprit" +50% bis +100% mehr kostet

  3. den nächsten günstigen gebrauchten Verbrenner vom Autohaus um die Ecke, wo man schon seit 20 Jahren sich was geholt hat, der wieder ein paar Jahre hält und man 1-2 mal im Monat zur Tanke (wie schon immer) fährt.

Für welche Variante würde sich der "Durchschnittsbürger" entscheiden?

Und zurück zum Thema:
Die Zielgruppe die
a) wenig verdient
b) die Möglichkeit 1) hat

Ist relativ gering.

Was ich hoffe ist aber das dadurch etwas Bewegung in die Sache kommt.
Stellt euch mal folgende Situation vor:

Ein Arbeiter macht das aufgrund der Förderung und hat sogar ne Wallbox.
Der wird in der Mittagspause das sehr wahrscheinlich allen auf die Nase binden wie im Vergleich zum alten Opel Corsa das Teil sich wie ein Sportwagen fährt, dass er für den Sprit nur noch ein ca. ein drittel bezahlt (Je Wohnort und Strompreis) und er einfach Abends anstecken kann.

Dadurch gibt es dann auch den einen oder anderen der das auch will und dann kommt das Thema auch mehr bei eventuell mehr Vermietern und Eigentümergemeinschaften auf die Tagesordnung.

Und aus meiner persönlichen Erfahrung meine Wohnsituation und Straße:
Linke Seite Zwei Familien Reihenhäuser mit eigenem Stellplatz vor dem Haus.
Rechte Seite Zwei Familien Reihenhäuser aber um 90° gedreht, damit haben die hinteren Häuser keine direkte Straßenzugang die Vorderen keinen eigenen Stellplatz.

Ratet mal auch welcher der beiden Straßenseite man am Kennzeichen ein E sieht.

Richtig auf der Linken da steht bei fast jedem dritten Haus ein Fahrzeug mit E.
Die Fahrzeuge die an der Straße parken (und damit zur Rechten Seite gehören) da sieht man eventuell eines auf 500m, das kann aber auch Besuch sein.

ja, spannende Diskussionen sind da im Gange.

Interessant finde ich Analysen über das Bildungsniveau von E Autofahrern- im Vergleich zu “Durchschnittsbürgern” - wobei ich nicht weiss was das genau ist.

Ich stelle bei solchen Diskussionen immer wieder fest, die Idealisten versuchen die Gesamtsituation schöner zu reden als sie ist indem z.B. der reale Strommix in D und dessen Hauptbestandteile unterschlagen wird, Eigenheimbesitzer gerne sagen “die Schukosteckdose reicht doch” und dabei die Wohnsituation in Mehrfamilienhäusern oder Mietsituationen in engen und vollen Straßen ausblenden, nicht jeder hat die Möglichkeit auf der Arbeit zu laden und Kritiker die auch selbst ein BEV haben werden geframed oder diffarmiert, denn das

stimmt schlichtweg nicht, grenzt schon an Populismus und beantwortet die Frage

genauso wenig wie der Absatz darüber bei dem ich nicht nachvollziehen kann was Bildung damit zu tun haben soll dass die BEV als Neuwagen einfach viel zu teuer sind und z.B. der Kleinwagenbereich, wir haben selber einen, gerade jetzt im Winter mit wirklich eklatant geringer Reichweite unterwegs ist. Wir haben auch zunächst gedacht “och, für die paar km zur Arbeit, zum Einkaufen und um manchmal aus Gründen Elterntaxi zur Schule zu spielen wirds schon reichen” - stimmt auch, aber ein Tagesausflug mit rund 65km eine Strecke und drei Personen im Auto fällt im Winter ohne Nachladen flach. Da willst du nicht bei -5°C irgendwo im Stau stehen.

Im Vergleich zum Benziner der bei uns durch das BEV ersetzt wurde sparen wir ziemlich genau 50% gegenüber den Benzinkosten - aber nur unter idealen Bedingungen und wenn wir zu Hause aus dem Netz laden. Die Rechnung zerfällt im Winter. Das Privileg, dass wir ab spätestens Merz und ab 2027 spätestens Februar auch via PV laden können lass ich mal außen vor.

Man kann es drehen und wenden wie man möchte, fehlende und/oder ausfallende und/oder viel zu teure öffentliche Ladeinfrastruktur (die kWh Preise an öffentlichen Ladesäulen müssen massiv runter) und die deutschen bzw. europäischen Neuwagen sind viel zu teuer. Und der deutschen Wirtschaft nützt es nichts wenn der Kunde asiatische Autos kauft. Der Kunde sollte aber die Binnenwirtschaft stützen denn nur das zahlt am ende auch jegliche Form von Subventionen.

1 „Gefällt mir“

29ct pro kWh AC bis 22kW findest du zu teuer?

Schreib bitte mehr Infos dazu. Welche Gegend, mit Kundenkarte/Kundenkonto? Wie lange möchtest du denn bei 22kW darauf warten dass der Tank wieder voll wird? Zumal 22kW gar nicht mehr geht, die Fahrzeuge sind entweder auf 11kW AC oder mehrere Dutzend kW DC ausgelegt.

klaro, die 29 ct pro kWh bekommst du an den Ladestationen der Schwarzgruppe - das teuerste, was ich bisher gesehen habe war hingegen 87 ct pro kWh auf McD… Parkplätzen.

Die Schwarzgruppe betreibt mehr als 8588 Ladestationen in Europa, davon mehr als 1500 in Deutschland.

Das ist relativ einfache Statistik:
Es gab 2023 eine große Studie dazu:

Hier kann man sich die Auswertungen selber zusammenklicken:

Direkt aus dem Ergebnisbericht:

Überaschendes Ergebnis Leute mit E-Auto und eigenem Stellplatz haben auch fast immer eine Lademöglichkeit dort.

Und je "reicher" desto mehr E-Autos auch sehr überraschend :wink:

1 „Gefällt mir“

Bei uns im Betrieb (>300 Mitarbeiter) ist es genau anders herum :wink:

Bei den Leuten mit Firmenwagenprivileg sieht man die ganzen ID3 , ID4's und Audi Q4 auf den Stellplätzen, bei den " freien " Mitarbeitern steht Audi A6, Q5, BMW 5er Touring, Mercedes C Klasse oder wie bei mir der schicke gebrauchte VW V6 Touareg mit Luftfederung.

Wenn man die "Traube" an freien Mitarbeitern nach Feierabend sieht und beobachtet, die zu ihren Fahrzeugen marschiert, wird man beobachten dass dort kein einziger irgendeine Art von Begeisterung für die Elektrofahrzeuge hervorrufen kann.

Eher bekommt man noch den Unmut der Firmenwagenpriviliegiert im Flur mit, dass der neue Caravan ja mit dem ID4 garnichtmehr sinnvoll nach Italtien gezogen werden kann. Aber zum Glück hat die Frau meistens noch einen großen Verbrenner als Zweitwagen, womit dann die wirklichen Familien-Fahrten getätigt werden, leider dann ohne Firmentankkarte wie früher.

Interessanter Einblick, da sind wir glaube ich aber auch schon außerhalb der Förderung.

Da geht es mehr ums Statussymbol und der Preis bzw. die laufenden Kosten stehen nicht im Vordergrund.

Wenn z.B. ein Audi A6 als Dienstwagen dich fast 700€ Netto im Monat kosten würde, ein Q4 aber nur 150€, dann ist das dann halt doch ein Riesenunterschied und dort dann der Grund für Elektro.
(Dass das Dienstwagenprivileg überarbeitet gehört ist denke ich klar aber anderes Thema)

Wenn man diesen "Anreiz" nicht hat und es nur 50€ für Sprit Unterschied im Monat sind, dann ist es klar warum man noch zum Verbrenner greift.

Aber ich glaube das ist hier in der Diskussion eine andere Welt.
Wir sollten da eher ein Augenmerk auf die Region < 20.000 € werfen.

Meine Betrachtung gehört finde ich schon dazu, den sie zeigt ja ganz oberflächlich betrachtet, dass nur Zwang die Menschen Richtung E-Fahrzeuge treibt.

Bzgl. Förderung (warum braucht man die eigentlich wenn das Antriebskonzept überlegen ist) ?

Die erste Gruppe, aus ideologischen Ansichten getrieben, hat bereits ein E-Fahrzeug, oder schaut zumindest nicht auf den finanzielle Aspekt. Diese Gruppe fällt aber tendentiell durch zu hohes Jahreseinkommen aus der Förderung heraus.

Die zweite Gruppe, normale Familien mit Eigenheim und PV wie bei mir der Fall, liegen auch bereits über der Jahreseinkommensgrenze. (die Förderung ist ja auch gestaffelt, was kriege ich bei 60k noch ? 2000€ :smiley: ? )

Dritte große Gruppe, Mieter, Familie, liegt unter Jahreseinkommensgrenze, keine Lademöglichkeit, fährt eher mit dem Auto in den Urlaub -> Verbrenner

Letzte große Gruppe, Mieter. Single, liegt unter Jahreseinkommensgrenze, erstickt an Mietkosten als Single.
Kein Geld für Neuwagen -> Verbrenner

Achja, Rentner gibts ja noch ...

2 „Gefällt mir“